atool

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Benutzung
    1. Einzelbefehle
      1. aunpack
      2. apack
      3. als
      4. acat
      5. adiff
    2. Globalbefehl
      1. Optionen
    3. Archivformate
    4. Konfigurationsdateien
    5. Verwendungsbeispiele
  3. Handbuch
  4. Links

Wiki/Icons/terminal.png atool 🇬🇧 ist ein unter GPL herausgegebenes Perl-Skript zur Bearbeitung und Verwaltung von komprimierten Dateiarchiven verschiedener Typen.

atool kann mit Archivformaten wie .tar, .zip, .jar, .rar, .lha, .lzh, .gz, .bz, .7z, .deb und vielen mehr umgehen.

Installation

Das Programm ist in den offiziellen Paketquellen vorhanden. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install atool 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://atool

Benutzung

Die Benutzung erfolgt im Terminal [2]. Für die Verwendung sind verschiedene Einzelbefehle für die jeweiligen Programmfunktionen vorhanden, welche eigentlich Softlinks darstellen und separat verwendet werden können. Alternativ kann auch auf den globalen Befehl atool unter Hinzufügen verschiedenster Optionen zurückgegriffen werden.

Einzelbefehle

aunpack

aunpack extrahiert ganze Archive oder Einzeldateien aus einem Archiv. Werden nur einzelne Dateien aus einem Archiv entpackt, legt das Programm diese im aktuellen Arbeitsverzeichnis ab. Falls ein ganzes Archiv entpackt werden soll, legt der Befehl automatisch ein temporäres Verzeichnis an, in welchem die ausgepackten Dateien platziert werden.

aunpack [OPTION]... ARCHIV [DATEI DATEI ...] 

apack

apack generiert Archive (oder komprimierte Dateien). Falls keine Optionen angegeben sind, werden die Dateinamen aus dem aus der Standardeingabe übernommen.

apack [OPTION]... ARCHIV [DATEI DATEI ...] 

als

als listet alle Dateien in einem Archiv auf oder gibt, falls angegeben, detailliertere Informationen zu einzelnen Dateien im Archiv aus.

als [OPTION]... ARCHIV [DATEI]... 

acat

acat extrahiert Dateien in einem Archiv in die Standardausgabe. Auf diese Weise ist es möglich, z.B. in einem Archiv verpackte Textdateien direkt im Terminal anzeigen zu lassen.

acat [OPTION]... ARCHIV [DATEI]... 

adiff

adiff zeigt den Unterschied zwischen zwei Archiven an. Hierbei verwendet es das Programm diff.

adiff [OPTION]... ARCHIV1 ARCHIV2 ... 

Globalbefehl

Auch mittels des globalen Befehls atool kann auf sämtliche Programmfunktionen zugegriffen werden. Hierbei müssen zwingend die für die gewünschte Funktion vorgesehenen Optionen Anwendung finden.

Der Aufruf erfolgt über

atool [OPTION]... ARCHIV [DATEI DATEI ...] 

Optionen

Übersicht über die Aufrufoptionen
Kurzform Langform Bedeutung
-l --list Listet die Dateien in einem Archiv auf (entspricht Aufruf von als).
-x --extract Extrahiert Dateien aus Archiv (entspricht Aufruf von aunpack).
-X --extract-to=VERZEICHNISPFAD Extrahiert Dateien aus einem Archiv in ein angegebenes Verzeichnis.
-a --add Generiert ein Archiv (entspricht Aufruf von apack).
-c --c Extrahiert eine Datei aus einem Archiv in den Standard-Output, zeigt also zum Beispiel den Inhalt einer verpackten Textdatei im Terminal an (entspricht Aufruf von acat).
-d --diff Extrahiert zwei Archive und zeigt, unter Verwendung des Programms diff, die Unterschiede zwischen beiden an (entspricht Aufruf von adiff).
-e --each Wendet den Befehl auf jedes einzelne angegebene Element an (Stapelverarbeitung). Dies kann hilfreich sein, um z.B. mehrere Archive zu extrahieren, listen oder generieren. Hinweis: diese Option kann nicht zusammen mit dem cat-Befehl verwendet werden.
-F --format=DATEINAMENSERWEITERUNG Spezifiziert das Archivformat manuell.
-S --simulate Führt atool im Simulationsmodus aus. Alle Befehle, welche normalerweise ausgeführt würden, werden statt dessen angezeigt, so dass keine Veränderungen am Dateisystem vorgenommen werden. Diese Option kann nicht mit --explain kombiniert werden, da sie diese bereits enthält. Hinweis: in manchen Fällen kann aus bestimten Gründen ein unterschiedliches Verhalten beim Verwenden des Simulationsmodus und des Nicht-Simulationsmodus auftreten.
-E --explain Erläutert die von atool ausgeführten Befehle (kann nicht mit --simulate kombiniert werden).
-f --force Erlaubt beim Extrahieren das Überschreiben von lokalen Dateien bzw. beim Generieren eines Archivs das Überschreiben von Archivdateien. Hinweis: Es ist möglich, zu existierenden RAR- und ZIP-Archiven weitere Dateien hinzuzufügen; bei vielen anderen Formaten existiert diese Möglichkeit nicht.
-D --subdir Erzeugt beim Extrahieren eines Archivs automatisch ein Unterverzeichnis.
-q --quiet Reduziert die Ausführlichkeit der ausgegebenen Informationen um eine Stufe.
-v --verbose Erhöht die Ausführlichkeit der ausgegebenen Informationen um eine Stufe.
-V --verbosity=STUFE Legt den Grad der Ausführlichkeit der ausgegebenen Informationen manuell fest. Standardstufe ist 1.
--help Gibt eine Zusammenfassung der möglichen Optionen aus.
--version Gibt Versionsinformationen aus.

Hinweis:

Solange keine Formatoption (--format bzw. -F) Verwendung findet, wird generell bei allen Funktionen das Archivformat aus der Dateinamenserweiterung ausgelesen.

Archivformate

Während das Programm die meisten Archivformate mit all seinen Funktionen komplett unterstützt, gibt es doch bei einigen Formaten .jar, .ace, .rpm u.a. kleinere Einschränkungen. Diese können im Handbuch eingesehen werden.

Konfigurationsdateien

Das Programm atool kann bei Bedarf benutzerdefinierte Konfigurationsdateien einlesen und verwenden. Umfangreiche Informationen zu deren Erstellung und Verwendung sind ebenfalls im Handbuch zugänglich.

Verwendungsbeispiele

Handbuch

Für weitere über diese Übersicht hinausgehende Informationen kann auf die umfangreiche Manpage zurückgegriffen werden.