Transmission

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Verwenden eines PPAs, optional

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Einen Editor öffnen

  5. Root-Rechte erlangen

Inhaltsverzeichnis
  1. Merkmale
  2. Installation
    1. PPA
  3. Grafische Oberfläche
    1. Benutzung
    2. Einstellungen
    3. Tastenkürzel
  4. Kommandozeilenversion
    1. Bedienung
  5. Sicherung erstellen
  6. Problembehebung
    1. UDP-Socketpuffer für µTP optimieren
  7. Links
    1. extern
    2. intern

logo.png Transmission 🇬🇧 ist ein kleines, aber vielseitiges BitTorrent-Programm, welches unter der GPL-Lizenz veröffentlicht wurde. Seine einfache und intuitive Bedienoberfläche fügt sich nahtlos in jede Desktop-Umgebung ein. Das quelloffene Programm bringt eine Vielzahl von Funktionen mit, ohne überladen zu wirken. Unter Ubuntu, Lubuntu und Xubuntu ist es das vorinstallierte Standard-Programm für das BitTorrent-Netzwerk.

Wie man Transmission als eigenständigen Dienst z.B. auf entfernten Rechnern installiert und fernsteuert, wird im Artikel transmission-daemon erklärt.

Merkmale

Installation

./main.png Transmission ist in den offiziellen Paketquellen enthalten. Installiert [1] wird das Programm mit folgendem Paket:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install transmission 

sudo aptitude install transmission 

PPA

Falls eine aktuellere Version erforderlich ist, kann entweder auf ein "Personal Package Archiv" (PPA) [2] oder Fremdpakete ausgewichen werden.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams transmissionbt zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen erfolgt die Installation dann wie oben beschrieben.

Grafische Oberfläche

Benutzung

Nach der Installation kann man Transmission über den GNOME-Menü Eintrag "Anwendungen -> Internet -> Transmission" starten. Im Xfce- bzw. LXDE-Menü ist das Programm unter "Netzwerk -> Transmission" zu finden. Transmission kann von der Kommandozeile aus mit dem Befehl:

transmission-gtk 

gestartet werden. Die Bedienung des Programms ist intuitiv zu erfassen und wird im Folgenden nur kurz beschrieben:

Bedienung
ElementBedeutung
Wiki/Icons/Tango/document-open.pngTorrent-Datei öffnen
Wiki/Icons/Tango/media-playback-start.pngDownload starten.
Wiki/Icons/Tango/media-playback-pause.pngDownload anhalten.
Wiki/Icons/Tango/list-remove.pngDownload aus Liste entfernen.

Datei als Seed zur Verfügung stellen

Hierzu legt man einen Ordner an, in dem die heruntergeladenen Dateien liegen sollen. Eine .torrent-Datei ist im Regelfall nur wenige KB groß und enthält die Meta-Informationen zum Download. Diese öffnet man entweder direkt oder lädt sie herunter und zieht sie per Drag-and-Drop in das Fenster von Transmission. Hier taucht sie nun mit einem grünen Balken auf.

Einstellungen

Unter "Bearbeiten -> Einstellungen" gelangt man zum Einstellungsmenü. Dies enthält verschiedenste Optionen:

Einstellungen
MenüpunktBeschreibung
"Geschwindigkeitsbegrenzung"Setzen der maximalen Geschwindigkeiten für das Herunter- und Hochladen von Dateien.
"Privatsphäre"Details wie Blockierliste und Verschlüsselung
"Downloads/Torrents"Einstellen des Downloadordners sowie Einstellungen für den Umgang mit Torrent-Dateien
"Netzwerk"Zu nutzenden Port festlegen
"Optionen"nützliche Zusatzeinstellungen, z.B. ein Symbol im System-Tray

settings.png
Einstellungen

settings-network.png
Einstellungen - Netzwerk

Portweiterleitung

Ohne UPnP muss unter "Netzwerk" der Port 51413 vom Router zum Rechner weitergeleitet werden (siehe Abbildung). Ansonsten kann der eigene Rechner nicht als Seed für andere dienen. Zu dieser Thematik siehe auch Portweiterleitung.

Tastenkürzel

Tastenkürzel
Taste(n)Funktion
Strg + O Torrent-Datei öffnen
Strg + S Download starten.
Strg + P Download anhalten.
Strg + Entf Download aus Liste entfernen.
Strg + A Alle Dateien auswählen.
+ Strg + A Alle Dateien abwählen.
Alt + Detailinformationen zum Download.
Alt + M Kompaktansicht
Strg + N Neuen Torrent erstellen.
Strg + W Programm schließen.
Strg + Q Programm beenden.

Kommandozeilenversion

Bedienung

Die Kommandozeilenversion von Transmission wird mit folgender Syntaxe verwendet:

transmission-cli [Option] (torrent-Datei/Link/Magnetlink) 

Verfügbare Optionen
Option Erklärung
-b --blocklist Aktiviert die Blockliste. Neue Blocklisten werden im Ordner ~/.config/transmission/blocklists/ abgespeichert.
-B --no-blocklist Deaktiviert die Blockliste.
-d --downlimit ZAHL Setzt die maximale Downloadgeschwindigkeit (ZAHL) in KB/s fest.
-D --no-downloadlimit Hebt das Downloadlimit auf.
-er --encryption-required Verschlüsselung wird verlangt
-ep --encryption-preferred Verschlüsselte Verbindungen werden bevorzugt
-et --encryption-tolerated Unverschlüsselte Verbindungen werden bevorzugt
-f, --finish SCRIPT Gibt den Pfad zum Script an, welches nach dem vollständigen Download ausgeführt werden soll.
-g, --config-dir ORT einen alternativen Ort für die Konfigurationsdatei festlegen, um eine unabhängige Benutzung von der grafischen Version zu ermöglichen.
-h, --help Gibt eine kurze Hilfe aus
-n, --new SOURCEFILE Erzeugt eine neuen Torrent auf Grundlage einer Datei oder eines Ordners (SOURCEFILE).
-p, --port port Den zu benutzenden Port festlegen (Default: 51413)
-u, --uplimit ZAHL Setzt die maximale Uploadgeschwindigkeit (ZAHL) in KB/s fest.
-U, --no-uplimit Hebt die Begrenzung der Uploadgeschwindigkeit wieder auf.
-v, --verify Die bisher heruntergeladenen Dateien überprüfen
-w, --download-dir ORT Den Ordner festlegen, wo die Dateien gespeichert werden sollen

Transmission stoppen

Möchte man den Download unterbrechen, dann kann man Transmission mit Strg + C anhalten. Der Download wird dadurch unterbrochen. Mit dem Startbefehl kann man den Download jederzeit wieder an dieser Stelle fortsetzten.

Beispiel

transmission-cli -d 400 -er -u 25 -w ~/Downloads http://releases.ubuntu.com/12.04/ubuntu-12.04-desktop-amd64.iso.torrent  

Mit diesem Befehl wird die ISO-Datei ubuntu-12.04-desktop-amd64.iso heruntergeladen. Dabei wird die Downloadgeschwindigkeit auf 400 KB/s und die Uploadgeschwindigkeit auf 25 KB/s beschränkt. Außerdem werden nur verschlüsselte Verbindungen akzeptiert und die Iso-Datei wird in Ordner ~/Downloads gespeichert.

Sicherung erstellen

Eine Sicherung der Dateien und Einstellungen von Transmission kann zum Beispiel nötig werden, wenn man das System neu aufsetzen oder den Download der torrent-Datei auf einem anderen System fortsetzen möchte. Um alle benötigten Daten zu sichern, kopiert man alle Dateien und Ordner aus dem versteckten Ordner "/home/BENUTZERNAME/.config/transmission" und selbstverständlich zusätzlich auch die bereits teilweise heruntergeladenen Dateien aus dem Downloadverzeichnis. Nachdem man das System neu aufgesetzt bzw. Transmission auf einem anderen System neu installiert hat, kopiert man die gesicherten Dateien wieder in die entsprechenden Ordner zurück. Eventuell muss der Pfad zum Downloadordner im Programm noch angepasst werden.

Problembehebung

UDP-Socketpuffer für µTP optimieren

Für Peers, die µTP verwenden, kann der Datendurchsatz erhöht werden, indem die Pufferobergrenzen pro Socket in der Systemkonfiguration erhöht werden. Typischerweise weist Transmission darauf wie folgt im Fehlerprotokoll hin:

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Tue May 28 10:09:43 2013	error	UDP	Failed to set receive buffer: requested 4194304, got 262142
Tue May 28 10:09:43 2013	     	UDP	Please add the line "net.core.rmem_max = 4194304" to /etc/sysctl.conf
Tue May 28 10:09:43 2013	error	UDP	Failed to set send buffer: requested 1048576, got 262142
Tue May 28 10:09:43 2013	     	UDP	Please add the line "net.core.wmem_max = 1048576" to /etc/sysctl.conf

Experten-Info:

Transmission nutzt für sämtliche µTP-Verbindungen mit anderen Peers einen einzigen UDP-Socket und ein größerer Puffer stellt sicher, dass bei mehreren gleichzeitig empfangenen, mitunter langsam übertragenen, Paketen möglichst wenig Daten aufgrund eines vollen Puffers vor Empfang des gesamten Paketes verworfen werden müssen.

Dies lässt sich wie folgt umsetzen:

sudo sh -c "echo 'net.core.rmem_max = 4194304' >> /etc/sysctl.conf"
sudo sh -c "echo 'net.core.wmem_max = 1048576' >> /etc/sysctl.conf"
sudo sysctl -p 

Experten-Info:

Bei z.B. sehr schnellen VDSL-Anschlüssen oder der internen Nutzung von Transmission in Gigabit-Intranets mit extrem vielen gleichzeitigen Peer-Verbindungen empfiehlt es sich sogar, bis zum vierfachen an maximalem Socketpuffer zu erlauben:

sudo sh -c "echo 'net.core.rmem_max = 16777216' >> /etc/sysctl.conf"
sudo sh -c "echo 'net.core.wmem_max = 4194304' >> /etc/sysctl.conf"
sudo sysctl -p 

Quellen: Use large kernel buffers for the UDP socket when uTP is enabled 🇬🇧

extern

intern