Scanner/Epson

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein einzelnes Paket installieren

  3. Einen Editor öffnen

  4. mit Root-Rechten arbeiten

  5. Ein Terminal verwenden

Inhaltsverzeichnis
  1. Vorbereitung
  2. Installation
  3. Konfiguration
    1. Scannerrechte
    2. Netzwerk-Einbindung
      1. Image Scan v3
  4. Farbkorrektur
  5. Sonstiges
  6. Links

Derzeit gibt es unter den Epson-Scannern eine "Dreiklassengesellschaft":

  1. Scanner, die direkt mit SANE funktionieren (siehe Supported Devices - Epson 🇬🇧).

  2. Scanner, die mit den unfreien Avasys-Treibern funktionieren, allerdings nur auf 32-bit-Systemen und nur nach manueller Umwandlung eines RPM-Pakets.

  3. Scanner, die mit den unfreien Avasys-Treibern funktionieren. Auch 64-bit-Systeme werden unterstützt. Diese neueren Treiber gibt es durchweg als fertige .deb-Pakete.

Dieser Artikel beschreibt die Installation von Epson Scannern der 3. Kategorie. Ob der eigene Scanner zu dieser Kategorie gehört, kann man auf der Seite Epson/Support 🇬🇧 erfahren.

Zusätzlich wurden folgende Multifunktionsgeräte erfolgreich getestet:

Vorbereitung

Folgendes Paket muss als Vorbereitung installiert[1] sein

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xsltproc 

sudo aptitude install xsltproc 

Des Weiteren im Verzeichnis Downloads einen neuen Ordner Epson anlegen. [5]

mkdir Downloads/Epson 

Installation

Die für den Betrieb benötigten Treiber sind in einem Paket zusammengefasst. Dies bekommt man auf der Seite von Epson 🇬🇧. Hier das passende Epson-Modell in das Suchfeld eingeben (Empfehlung: aufgrund beschränkter Suche nur den Zahlenteil) und "Linux" als Distribution auswählen. Auf der Ergebnisseite wird das notwendige Paket "All-in-one package" zum Download angezeigt. Nach Klick auf "Download" folgt eine Übersicht der von diesem Treiber unterstützen Modelle und die Software-Lizenz, die man mit "Accept" annimmt. Danach öffnet sich eine weitere Tabelle mit den einzelnen Paketen zum Download. Für uns kommen hier nur die Dateien mit der Endung .deb in Frage. Zu beachten ist noch die Architektur (i386 oder amd64).

Die tar.gz-Datei nach Downloads/Epson herunterladen.

In den Downloads/Epson-Ordner wechseln, die Datei entpacken und installieren.

cd Downloads/Epson
tar -xzvf iscan-bundle*.deb.tar.gz
sudo iscan-bundle*.deb/install.sh
# ab Version 3.xx
tar -xzvf imagescan-bundle*.deb.tar.gz
sudo imagescan-bundle*.deb/install.sh 

Alternativ können die benötigten .deb-Pakete als Root mit apt installiert werden. [2]

sudo apt install ./PFAD/ZUM/PAKET.deb 

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Konfiguration

Die neueren Treiberversionen machen dem System den epkowa-Treiber über die Datei /etc/sane.d/dll.d/iscan bekannt. Hier ist es nicht mehr notwendig, die Datei /etc/sane.d/dll.conf zu bearbeiten. Sollte /etc/sane.d/dll.d/iscan (bzw. /etc/sane.d/dll.d/imagescan) nach der Installation nicht vorhanden sein, kann man den neuen Treiber mit einem Editor [3] mit Root-Rechten [4] auch in /etc/sane.d/dll.conf einfügen. Direkt unter dem Eintrag

epson

fügt man noch die Zeile

epkowa

hinzu. Die Datei wird danach gespeichert und geschlossen. In gewissen Fällen bieten Scan-Programme, wie z.B. Simple Scan unter "Dokument -> Einstellungen -> Scan-Quelle" mehrere Scanner zur Auswahl an, wobei ein Eintrag jedoch zum Einfrieren und Absturz des Gerätes führt. Diese fehlerhafte Scan-Quelle kann durch das Auskommentieren der Zeilen

epson
epson2

mit je einer Raute entfernt werden.

#epson
#epson2

Damit ist die normale Installation in der Regel abgeschlossen. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, sind die folgenden Punkte abzuarbeiten.

Falls der Scanner nicht zuverlässig erkannt wird, kann man das Gerät zusätzlich in der Datei /etc/sane.d/epkowa.conf fest eintragen [4]. Dazu das Kommentarzeichen vor der Zeile

usb 0x04b8 0x0820

entfernen. Der erste Zahlenwert ist die Vendor-ID und für alle Epson Geräte identisch. Der zweite Wert, die Product-ID, muss noch angepasst werden und kann über lsusb oder sudo sane-find-scanner herausgefunden werden (siehe Abschnitt "Scannerrechte").

Scannerrechte

Hinweis:

Neuere Versionen von iScan (getestet mit iScan_2.23.0-3.ltdl7_i386.deb) installieren automatisch 40-iscan.rules. Mit diesen ist die Anpassung der Rechte überflüssig. Ein Neustart ist allerdings immer notwendig.

Ggf. muss zusätzlich in der Datei /lib/udev/rules.d/40-libsane.rules folgender Eintrag hinzugefügt werden (erfordert Root-Rechte, Beispiel: idProduct = Epson Perfection V100, muss je nach Scanner angepasst werden!):

ATTRS{idVendor}=="04b8", ATTRS{idProduct}=="012d", ENV{libsane_matched}="yes"
# Epson V100 | Epson V100

Zum Herausfinden der idProduct folgenden Befehl im Terminal [5] ausführen:

sudo sane-find-scanner 

und die idProduct in obigem Beispiel durch die korrekte - von sane-find-scanner angezeigte - product-Nummer ersetzen, allerdings ohne die vorangestellten Zeichen 0x.

Zum Test:

iscan 

im Terminal ausführen.

Der Scanner ist jetzt mit allen Programmen, die auf SANE (Scanner Acess Now Easy) zugreifen, betriebsbereit. Je nach Scan-Programm und Multi-Funktions-Gerät ist es z.B. auch möglich auszuwählen, ob ein Dokument vom automatischen Dokumenten-Einzug (ADF) oder auf der Flachbett-Einheit gescannt werden soll.

Netzwerk-Einbindung

Das Paket iscan-network-nt ist nur nötig, wenn der Scanner nicht per USB-Kabel direkt mit dem Computer verbunden ist und stattdessen über ein Ethernet- oder WLAN-Netzwerk angesteuert wird. Eventuell wird der Scanner vom Epson Treiber automatisch erkannt wenn in der Datei /etc/sane.d/epson2.conf mit Root-Rechten [4] das Kommentarzeichen # vor der Zeile

net autodiscovery

entfernt wird. Alternativ kann die IP-Adresse des Scanners in der Datei /etc/sane.d/epson2.conf mit Root-Rechten fixiert werden:

net [IP-Adresse des Scanners]

Hinweis:

Die IP-Adresse kann z.B. über das Konfigurationsmenü des Routers herausgefunden werden. Bei dieser Gelegenheit ist es empfehlenswert, dem Scanner eine feste IP-Adresse zuzuweisen. Alternativ kann die IP-Adresse auch über den Befehl scanimage -L ermittelt werden.

Sollte die Einbindung des Scanners über epson2.conf nicht funktionieren ist es nötig die Datei /etc/sane.d/epkowa.conf mit Root-Rechten um folgende Zeile zu erweitern:

net [IP-Adresse des Scanners] 1865

Hinweis:

Diese Maßnahme kann die automatische Erkennung (siehe oben) verhindern. Die automatische Erkennung ist im Zweifelsfall die bessere Wahl da sie zu einer besseren Performance des Scanners führen kann.

Image Scan v3

Bei neueren Scanner- und Multifunktionsmodellen, die Image Scan v3 verwenden, muss die Datei /etc/imagescan/imgescan.conf in einem Editor [3] mit Root-Rechten [4] bearbeitet werden.

Bei den drei Zeilen, die mit myscanner beginnen, die Kommentarzeichen ; entfernen.

Zusätzlich muss in der ersten Zeile myscanner.udi die im Router fest vergebene IP-Adresse eingetragen werden.

myscanner.udi    = esci:networkscan://[IP-Adresse]:1865

Die zweite Zeile bleibt unverändert.

In der dritten Zeile kann, optional, die Modellbezeichnung des verwendeten Gerätes eingetragen werden. Diese wird dann auch in der verwendeten Scanner-Software angezeigt.

myscanner.model  = ET-4750 <an dass eigene Gerät anpassen

Farbkorrektur

ICC-Profile zur Farbkorrektur erhält man erfreulicherweise separat (d.h. unabhängig von den Windows-Treibern) auf der ICC PROFILE DOWNLOAD PAGE 🇬🇧. Es werden allerdings nur 11 Modelle der Stylus Pro- und SureColor-Serien unterstützt.

Sonstiges