Benachrichtigungsdienst

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

  2. Aktivieren eines PPAs, optional

  3. Installation von Programmen, optional

Inhaltsverzeichnis
  1. Design auswählen und anpassen
  2. Eigene Nachrichten ausgeben
  3. Deaktivieren
  4. Links

./arista_message.png Der Benachrichtigungsdienst (oder auf englisch notification daemon 🇬🇧) war ein Dienst der Desktopumgebung GNOME 2, um Nachrichten auf dem Desktop auszugeben. Man kennt so etwas beispielsweise von Mediaplayern, die über den Dienst den aktuell gespielten Titel ausgeben. Natürlich funktioniert der Benachrichtigungsdienst auch mit anderen Desktopumgebungen oder Fenstermanagern. So benutzten z.B. auch Xubuntu und Lubuntu den Dienst. Inzwischen wird hier stattdessen xfce4-notifyd verwendet.

Hinweis:

Der Benachrichtigungsdienst ist nicht mit der Benachrichtigungsanzeige (Indicator Applets; ab Ubuntu 9.10) identisch. Unter Unity hat diese den klassischen Benachrichtigungsdienst ersetzt (zu den Details siehe Unity Desktop - Indikatoren).

Unter Kubuntu wird KDialog als Benachrichtigungsdienst verwendet.

Design auswählen und anpassen

Das Aussehen und die Position der Benachrichtigungen unter Ubuntu lassen sich nur sehr beschränkt anpassen. Die Einstellungen hierzu sind über gconftool zu setzen. Unter

findet man einen Schlüssel namens "theme" und "popup_location". Mit diesem Schlüssel kann man bestimmen, wo die Benachrichtigungen erscheinen sollen.

Position

Über den zweiten Schlüssel "popup_location" wird die Position der Popups bestimmt. Üblicherweise erscheinen diese unter Ubuntu in der rechten, oberen Ecke – also "top_right". Die Möglichkeiten sind:

Beispiel [1]:

gconftool-2 --type String --set /apps/notification-daemon/popup_location "bottom_right" 

Die Einstellungen sollten sofort aktiv sein.

./xfce4-notifyd_settings.png

Xfce

Die Desktop-Umgebung Xfce bringt ein eigenes Einstellungswerkzeug mit, das im Einstellungsmanager unter "Benachrichtungen" zu finden ist. Damit lassen sich das Design (Theme), die Position, die Dauer der Anzeige und die Deckkraft (Transparenz) bequem den eigenen Wünschen anpassen. Um es ohne den Einstellungsmanager zu starten, benutzt man folgenden Befehl:

xfce4-notifyd-config 

Weitere Möglichkeiten

Um die Meldungen des Benachrichtigungsdienstes wirklich umfassend den eigenen Wünschen anzupassen, ist ein Austausch des Pakets notify-osd gegen eine erweiterte Version erforderlich. Die Installation erfolgt über ein "Personal Package Archiv" (PPA) [2]:

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams leolik zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann folgendes Paket installiert [3] werden:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install notify-osd 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://notify-osd

Die Konfiguration erfolgt über die Datei ~/.notify-osd.

Eigene Nachrichten ausgeben

./notify-send_example.png Man kann den Benachrichtigungsdienst auch dazu benutzen, um eigene Hinweise und Meldungen auszugeben. So kann man Skripte schreiben, die Rückmeldungen über die Benachrichtigungen ausgeben. Dazu muss man das folgende Paket installieren [4]:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libnotify-bin 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://libnotify-bin

Danach kann man Nachrichten über den Befehl:

notify-send TITELZEILE MELDUNG 

oder wie in diesen Beispielen

# Beispiel 1
notify-send "Achtung" "Dies ist eine wichtige Meldung"
# Beispiel 2
notify-send -i /usr/share/icons/gnome/48x48/status/dialog-warning.png "Warnung" "Dies ist ein sehr wichtiger Hinweis!" 

ausgeben.

Hinweis:

Die Optionen -t (--expire-time) und -u (--urgency) funktionieren unter Ubuntu nicht (Ausnahme: -t 0).

notify-send - Optionen
OptionBeschreibung
-u <low, normal, critical> Definiert die Dringlichkeit der Meldung und bestimmt dadurch die Farbe, mit der das Popup gefüllt wird.
-t <ms> Blendet die Meldung für eine bestimmte Zeit (in Millisekunden) ein. Gibt man als Wert 0 an, so wird die Benachrichtigung unbegrenzt eingeblendet (bis der Benutzer das Fenster beendet).
-i <icon.png> Zeigt ein Icon im Benachrichtigungsfeld an. Das Format muss PNG sein.

Deaktivieren

Unter Xfce 4.8 oder neuer deinstalliert man das Paket xfce4-notifyd. Da auch Lubuntu ab 12.10 den Xfce-Dienst nutzt, kann man dadurch auch hier die Benachrichtigungen deaktivieren.