Archiv/Upgrade auf Edgy

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Bearbeiten von Paketquellen

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Einen Editor öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Grundsätzliches
  2. Vorbereitung
  3. Upgrade mit Ubuntu (GNOME)
  4. Upgrade mit Kubuntu (KDE)
  5. Aktualisierung über die Konsole (nicht emp...
  6. Problembehebung

Dieser Artikel beschreibt, wie man sein Ubuntu-System auf die Version 6.10 "Edgy Eft" aktualisiert. Diese Version ist in der Anlage weit experimenteller als das auf Stabilität und langfristigen Support ausgelegte 6.06 LTS "Dapper Drake". Für Anwender ohne gezieltes Interesse an den Neuerungen empfiehlt sich die Verwendung von 6.06 LTS.

Grundsätzliches

Ein Upgrade ist nur von einer Version auf die nächste möglich. Es ist nicht möglich, eine oder mehrere Versionen zu überspringen, indem man beispielsweise von Ubuntu 5.10 unter Auslassung von 6.06 LTS direkt auf 6.10 aktualisiert.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Upgrade vorzunehmen:

Wenn ein System sehr stark von der Standardinstallation abweicht, sind Probleme beim Upgrade möglich. Hinweise dazu finden sich unter Upgrade. Besonders Anwender von NVidia- und ATI-Grafiktreibern sollten sich anhand dieser Seite vergewissern, dass ihre Treiber korrekt installiert sind.

Vorbereitung

Auf Regressionen prüfen

Manche Dinge könnten in der neuen Version nicht mehr oder zumindest schlechter funktionieren als in Dapper. Ein Beispiel ist die Einbindung verschlüsselter Partitionen beim Systemstart. Eine Liste der bekannten Verschlechterungen findet sich unter Edgy Known Issues 🇬🇧 und Kubuntu Edgy Known Problems 🇬🇧 .

Backup

Vor einem Upgrade muss unbedingt eine Datensicherung vorgenommen werden. Dazu eignet sich

Software überprüfen

Das Upgradeprogramm kümmert sich selbständig um die Entfernung von Software, die aus inoffiziellen Quellen stammt und die beim Upgrade Probleme bereiten könnte. Es weiß aber nichts von Software, die ganz ohne die Paketverwaltung installiert wurde.

Wer Programme ohne die Paketverwaltung oder Checkinstall installiert hat, sollte diese jetzt entfernen. Wer nicht weiß, worum es gerade geht, ist nicht betroffen.

Wer Treiber nachinstalliert hat, sollte sich bewusst sein, dass diese in bestimmten Fällen nach dem Upgrade nicht mehr funktionieren. Das betrifft insbesondere auch fehlerhaft installierte Grafiktreiber. Mehr dazu auf der allgemeinen Seite zu Upgrade.

Optional: Edgy-CD oder -DVD einbinden

Wer die neuen Pakete nicht herunterladen will, kann eine Edgy-Alternate-CD oder die DVD verwenden. Nach Einlegen der CD erfolgt eine Abfrage, ob die CD eingebunden und der Paketmanager gestartet werden soll. Man wählt hier den Start des Paketmanagers, schließt diesen aber sogleich wieder. Dann ist man bereit für das folgende Upgrade.

Falls nach dem Einlegen der CD nichts geschieht, kann man sie auch manuell zu den Paketquellen hinzufügen [2] oder im Terminal [3] den folgenden Befehl ausführen:

sudo sh /cdrom/cdromupgrade 

Upgrade mit Ubuntu (GNOME)

Ein Upgrade auf Edgy Eft wird auch offiziell nur für fortgeschrittene Nutzer mit besonderem Interesse an den neuen Features empfohlen. Daher wird die neue Version von der Aktualisierungsverwaltung nicht automatisch angeboten.

Um dies zu erzwingen, startet man den Update-Manager aus einem Terminal [3] mit dem Befehl

sudo update-manager -d 

Ein Klick auf "Aktualisieren" startet das Upgrade.

Zunächst werden die Release-Notes angezeigt, die Hinweise auf wichtige Änderungen enthalten. Weiter geht es mit "Upgrade".

Das System wird nun untersucht. Manche Pakete sind mit der neuen Ubuntu-Version nicht mehr kompatibel (das betrifft Pakete, die aus fremden Quellen installiert wurden und Pakete, die durch andere ersetzt wurden oder inzwischen überflüssig sind). Diese Änderungen kann man sich detailliert auflisten lassen. Wessen System aber nur offizielle Dapper-Pakete enthält, der muss diese Liste nicht studieren.

Nach Schließen aller geöffneten Anwendungen geht es weiter mit "Start Upgrade".

Nun folgt das eigentliche Upgrade. Dieser Vorgang darf nicht mehr unterbrochen werden.

Manche Programme werden von Edgy nicht mehr benötigt. Sie sind in Ubuntu noch vorhanden, werden aber nicht mehr offiziell unterstützt. Diese Pakete befinden sich künftig in der Universe-Sektion. Wenn diese Sektion nicht aktiv ist, werden die Pakete jetzt zum Entfernen vorgeschlagen. Da Edgy ohne diese Pakete voll funktionsfähig ist, kann man unbesorgt auf "Weiter" und dann auf "Remove" klicken.

Nach Beendigung dieses Schrittes muss das System noch neu gestartet werden. Das eigentliche Upgrade ist damit abgeschlossen.

Falls nun einige Programme fehlen, die unter der alten Ubuntu-Version beispielsweise mit Automatix installiert wurden, müssen diese neu installiert werden. Dabei sollte man immer schauen, ob die Pakete inzwischen auch in das offizielle Ubuntu eingeflossen sind.

Upgrade mit Kubuntu (KDE)

Der gesamte Upgrade-Vorgang wird im Programm Adept durchgeführt. Dieses kann über "K-Menu -> System -> Adept (Package Manager)" geöffnet werden. Nach einer Passworteingabe lädt die Oberfläche.

Zur Vorbereitung sollte sichergestellt werden, dass ein vollständiges Kubuntu-System installiert ist. Dazu installiert man die Pakete

Zuerst müssen die Paketquellen auf Edgy umgestellt werden. Dazu öffnet man den Paketquellen-Editor im Menü über "Adept -> Paketquellen verwalten (Manage Repositories)". Nun geht man alle Einträge durch und ersetzt dapper durch edgy. Dazu muss man einfach doppelklicken und nach der Eingabe mit bestätigen. Fremdquellen deaktiviert man am besten mit "Rechtsklick -> Disable" oder ersetzt sie durch äquivalente Quellen für Ubuntu 6.10. (Alternativ kann man diese Veränderungen direkt in der sources.list vornehmen (siehe unten wie bei Aktualisierung über die Konsole. Adept darf währenddessen nicht laufen!)

Als nächstes speichert man die Änderungen über "Anwenden (Apply)" und beendet den Paketquellen-Editor mit "Schließen (Close)".

Man aktualisiert nun die Paketlisten über "Aktualisierungen holen (Fetch Updates)", bereitet das Upgrade vor mit "Vollständige Aktualisierung (Full Upgrade)" und startet es mit "Änderungen anwenden (Commit)". Die letzten beiden Schritte müssen mindestens einmal wiederholt werden. Manche Systeme brauchen sogar drei Durchläufe.

Nachdem alle Pakete heruntergeladen und installiert worden sind startet man den Computer neu.

Aktualisierung über die Konsole (nicht empfohlen)

Stichpunktartig muss man diese Liste abarbeiten:

sudo apt-get clean
sudo apt-get update
sudo apt-get dist-upgrade
sudo apt-get dist-upgrade
sudo apt-get dist-upgrade
sudo apt-get -f install
sudo dpkg --configure -a 

Hinweis:

Es sind mindestens zwei Durchgänge von apt-get dist-upgrade nötig, damit auch upstart aktualisiert wird. Bei manchen Systemen ist ein dritter Durchlauf nötig.

Problembehebung

Allgemein

Unter Upgrade gibt es allgemeine Hinweise zur Problembehebung.

Grafischer Login geht nicht (1)

Bei Leuten, die das Strom sparen Tutorial hier aus dem Wiki eingerichtet haben/hatten, kann es passieren, dass sie sich nach dem Upgrade auf Edgy nicht mehr grafisch einloggen können, sondern nur noch auf der Konsole über Strg + Alt + F1 . Abhilfe schafft, die Datei /etc/X11/gdm/PostLogin/Default auf der Konsole [3] zu löschen.

sudo rm /etc/X11/gdm/PostLogin/Default 

Das dort aufgerufene Skript greift auf ein Programm des fglrx-Treibers zu, der in diesem Falle beim Upgrade deinstalliert wurde.

Grafischer Login geht nicht (2)

Bei dem Update wird evtl. ein Kernel-Update vorgenommen. Es kann vorkommen, dass der installierte Original-Treiber nvidia dann nicht mehr funktioniert, beim Booten bleibt der PC bei dem kubuntu-Bootscreen stehen. Ob das Problem am Treiber liegt, kann man leicht am X-Server-Log unter /var/log/Xorg.0.log erkennen; der X-Server meldet Probleme mit dem Treiber. Abhilfe schafft zunächst einen anderen Treiber auszuwählen und dann später den Treiber wieder zu installieren.

den Treiber z.B. durch nv oder vga zu ersetzen.

Sollte dies funktionieren, ausloggen bzw. den XServer beenden und mit der Textkonsole den Anmeldungsmanager (gdm, kdm, etc.) neu starten:

/etc/init.d/kdm restart
exit 

Mit dem ersten Befehl wird kdm neugestartet, mit dem zweiten die Textkonsole geschlossen.