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grafische Programme

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Hinweis zum Abfragen und Einstellen der Prozessortaktung im Terminal findet man im Artikel Prozessortaktung.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Für die Regelung der Taktstufen hat man prinzipiell zwei Möglichkeiten: entweder grafisch (von der Desktop-Umgebung abhängig) oder im Terminal (desktop-unabhängig). Allerdings gilt auch hier das bereits gesagte: außer in Sonderfällen ist eine manuelle Steuerung der Taktfrequenz völlig überflüssig.

GNOME 3

Einer grafischen Anzeige, samt Änderungen der Frequenzen und Anpassungsmechanismen der Prozessorsteuerung, kann für die GNOME Shell mittels einer entsprechenden Shell-Extension nachinstalliert werden. Cpufreq 🇬🇧 kann - wenn geladen, installiert und aktiviert - ins obere Panel gelegt und die Prozessorlast steuern und überwachen.

Voraussetzung ist das Paket:

  • cpufrequtils (universe, Kontrolle und Einstellung der CPU-Frequenzen)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cpufrequtils 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://cpufrequtils

Weitere Voraussetzungen für den Betrieb oder Hilfestellung bei Problemen findet der Anwender in der Readme-Datei 🇬🇧 der Erweiterung. Ebenso finden sich dort weiterführende Informationen, wie z.B. welche Werkzeuge vorhanden und Bedingungen für 4 Kernprozessoren erfüllt sein müssen, damit in die Prozessorsteuerung eingegriffen werden kann. Außerdem enthält sie Hinweise zu vordefinierten Standardeinstellungen und vieles andere mehr.

Xfce

Auch unter Xubuntu kann ein natives Panel-Applet genutzt werden. Dazu fügt man dem Panel via rechte Maustaste ein neues Element Governor Plugin hinzu. Der dazugehörige Paketname lautet:

  • xfce4-cpufreq-plugin (universe, nur Anzeige der Taktfrequenz)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install xfce4-cpufreq-plugin 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://xfce4-cpufreq-plugin

Als weitere Möglichkeit kann der im folgenden Abschnitt beschriebene indicator-cpufreq verwendet werden.

LXDE

Das Panel von LXDE (lxpanel) enthält ein Mini-Programm (Applet), das die Taktfrequenz anzeigen kann. Eine Änderung der Taktfrequenz oder des Governors darüber ist nicht vorgesehen. Man kann alternativ wie unter Unity indicator-cpufreq nutzen, jedoch wird im Lxpanel kein Symbol angezeigt. Um das Symbol im Lxpanel dennoch anzuzeigen, müssen zuerst passende Bilddateien an den entsprechenden Ordner kopiert werden. Dazu öffnet man ein Terminal und kopiert die fünf benötigten Symbole mit folgendem Befehl:

sudo cp /usr/share/icons/ubuntu-mono-dark/status/22/indicator-cpufreq* /usr/share/pixmaps/ 

MATE

Zur grafischen Anzeige und Änderung der Frequenzen und Anpassungsmechanismen kann man das Programm mate-cpufreq-applet nutzen, welches in der Regel in der Standardinstallation von Ubuntu MATE enthalten ist. Der entsprechende Paketname lautet [1]:

  • mate-applets (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mate-applets 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://mate-applets

Man führt einen Rechtsklick rechte Maustaste auf das MATE-Panel aus und wählt dann "Zum Panel hinzufügen → Überwachen der Prozessortaktstufen". Dort sollte dann im Leerlauf (bei "ondemand") immer die niedrigst mögliche Frequenz angezeigt werden. Bei mehreren Kernen fügt man dem Panel weitere Instanzen des Programms hinzu und stellt dann jeweils die zu überwachende CPU ein.

Mit einem Linksklick linke Maustaste auf das Applet kann man die Taktstufen-Anpassung auch selbst verändern. So kann man beispielsweise die Taktrate fest auf den niedrigsten Wert einstellen. Klickt man zum ersten Mal auf einen der Werte, so muss ein Administrator des Systems diesen Vorgang erlauben.

Kommandozeile

Zur Kontrolle (Änderungen sind nicht möglich) dient das Programm cpufreq-info aus dem Paket:

  • cpufrequtils (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install cpufrequtils 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://cpufrequtils

Beispiel:

cpufreq-info 

Ausgabe für einen Pentium M Einkern-Prozessor (CPUs werden beginnend mit 0 hochgezählt):

cpufrequtils 007: cpufreq-info (C) Dominik Brodowski 2004-2009
Bitte melden Sie Fehler an cpufreq@vger.kernel.org.
analysiere CPU 0:
  Treiber: acpi-cpufreq
  Folgende CPUs laufen mit der gleichen Hardware-Taktfrequenz: 0
  Die Taktfrequenz folgender CPUs werden per Software koordiniert: 0
  Maximale Dauer eines Taktfrequenzwechsels: 20.0 us.
  Hardwarebedingte Grenzen der Taktfrequenz: 600 MHz - 1.70 GHz
  mögliche Taktfrequenzen: 1.70 GHz, 1.40 GHz, 1.20 GHz, 1000 MHz, 800 MHz, 600 MHz
  mögliche Regler: conservative, ondemand, userspace, powersave, performance
  momentane Taktik: die Frequenz soll innerhalb 600 MHz und 1.70 GHz.
                    liegen. Der Regler "ondemand" kann frei entscheiden,
                    welche Taktfrequenz innerhalb dieser Grenze verwendet wird.
  momentane Taktfrequenz ist 1.20 GHz.
  Statistik:1.70 GHz:14,12%, 1.40 GHz:0,02%, 1.20 GHz:0,03%, 1000 MHz:0,02%, 800 MHz:0,13%, 600 MHz:85,68%  (266)

Um schnell zwischen verschiedenen Governors umzuschalten, kann das folgende Skript verwendet werden:

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#!/bin/sh

echo "gov - show or set governor (set requires root privileges)"
echo "usage: [sudo] gov [o|ondemand|f|performance|p|powersave|c|conservative]"
echo "governor in use:"

getgov=$(cat /sys/devices/system/cpu/cpu*/cpufreq/scaling_governor)

case $1 in
  o|ondemand)     governor=ondemand;;
  f|performance)  governor=performance;;
  p|powersave)    governor=powersave;;
  c|conservative) governor=conservative;;
  *)         echo $getgov
         exit;;
esac

for g in /sys/devices/system/cpu/cpu*/cpufreq/scaling_governor; do echo $governor > $g; done
echo $(cat /sys/devices/system/cpu/cpu*/cpufreq/scaling_governor)

Als gov abspeichern und ausführbar machen. Um den Governor ändern zu können, muss es mit Root-Rechten gestartet werden.

Diese Revision wurde am 24. Januar 2021 14:27 von noisefloor erstellt.