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Anmerkung: Der Artikel wurde ersetzt durch die Überarbeitung XMPP, da das zu Grunde liegende Protokoll mittlerweile so heißt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Was kann Jabber?
  2. Gruppenchat - Vorteile gegenüber IRC
  3. Funktionsweise
  4. Transporte
  5. Wo kann ich ein Jabber-Nutzerkonto registr...
  6. Habe ich vielleicht schon ein Jabber-Nutze...
  7. Welche Clients kann ich unter Linux nutzen...
  8. Einen eigenen Jabber-Server aufsetzen
  9. Links

./Jabber_logo.png Jabber ist die Open Source-Alternative zu den Protokollen von Instant-Messengern wie z.B. AIM, ICQ, MSN und Y!M - die im Folgenden, der Einfachheit halber, IM-Netzwerke genannt werden. Diese Einführung dient dem allgemeinen Verständnis von Jabber und ist als erster Anlaufpunkt für den Einstieg gedacht. Die Lektüre der Wiki-Artikel zu den einzelnen Jabber-Clients ist sehr empfehlenswert.

Für alle, die bereits ein Jabber-Nutzerkonto haben, gibt es nun auch im Jabber-Netzwerk einen Treffpunkt für Support und Erfahrungsaustausch. Hier die Jabber-Identität (JID) des Ubuntu-Chatraums im Jabber-Netzwerk: ubuntu@conference.ubuntu-jabber.de

Wie man einen Chatraum mit Hilfe so einer JID betritt, ist in den Artikeln zu den einzelnen Jabber-Clients beschrieben.

Was kann Jabber?

Jabber in all seinen Facetten zu beschreiben, würde dieses Wiki sprengen. Grundsätzlich kann Jabber alles, solange es einen Jabber-Dienst dafür gibt und dieser von einem Jabber-Client unterstützt wird. Wer Genaueres über die Funktionsweise von Jabber oder XMPP (der offiziell von der IETF anerkannte Teil des Jabber-Protokolls) wissen will, der sollte den Links in der Quellenangabe unten folgen. Hier kann also nur ein grober Abriss gegeben werden über das, was man mit Jabber machen kann.

Jabber kann:

Gruppenchat - Vorteile gegenüber IRC

Ein Jabber-Gruppenchat (MUC = Multi-User-Chat) hat viele Vorteile gegenüber IRC.

  1. Durch seine JID kann man sich in jedem MUC weltweit eindeutig identifizieren.

  2. Es werden keine umständlichen Befehle gebraucht, um chatten zu können.

  3. Die Rechte in einem Raum werden mit der JID verknüpft, wodurch eine Übernahme von anderen Benutzern nicht möglich ist.

  4. Verbannte User bleiben auch nach einem IP Wechsel verbannt.

  5. Ein Raum kann so geschützt werden, dass nur bestimmte JIDs in den Raum kommen ohne sich ein Passwort merken zu müssen.

  6. Es ist möglich, dass der Jabber-Server den MUC mitloggt, um den Text auch anderen bereit zu stellen.

  7. Um anonym zu bleiben, kann man seinen Nickname im MUC verändern. Nur Moderatoren und Administratoren können die JID dann herausfinden.

  8. Es gibt keine Kodierungsprobleme zwischen UTF8 und ISO8559, da Jabber alles auf einen Standard umwandelt.

Funktionsweise

Das Jabber-Netzwerk besteht aus vielen eigenständigen Jabber-Servern, die alle untereinander in Kontakt stehen. Es reicht also vollkommen aus, auf nur einem dieser Server ein Nutzerkonto einzurichten, um mit allen Nutzern aller anderen Server in Verbindung treten zu können. Es ist ähnlich wie bei E-Mail. Dort benötigt man auch nur ein Nutzerkonto bei einem E-Mail-Anbieter und kann dann darüber allen anderen Email-Nutzern Mail schreiben und auch von allen Email empfangen - egal bei welchem Anbieter man ist. Man kann also jeden dieser einzelnen Jabber-Server als eigenen "Jabber-Anbieter" betrachten. Eine Jabber-Adresse sieht auch so aus wie eine Email-Adresse und wird "JID" (Jabber Identifier) genannt. Sie besteht aus:

Benutzername @ Jabberserver . TLD

TLD (engl. "top-level domain") steht hier stellvertretend für die existierenden Domain-Endungen .de, .org, .com, und so fort.

Wenn man also bei dem Jabber-Server "example.org" mit dem Benutzernamen "jabbernaut" ein Nutzerkonto registriert, dann lautet die JID: jabbernaut@example.org

Anhand dieser JID ist man für alle Jabber-Nutzer von allen Servern aus erreichbar.

Transporte

Die Jabber-Server stellen unterschiedliche Dienste zur Verfügung. Die Bezeichnung "Transporte" beschreibt im Allgemeinen die Dienste eines Jabber-Servers, welche eine Verbindung zu anderen IM-Netzwerken (AIM, ICQ, MSN, Y!M,...) herstellen. Oft werden Transporte auch als "Gateways" bezeichnet. Eine offizielle Bezeichnung dafür existiert nicht. Es gibt auch Dienste, die ganz andere Funktionen haben als eine Verbindung zu anderen IM-Netzwerken herzustellen. Allen Jabber-Diensten gemein ist, dass sie zusätzliche Funktionen eines Jabber-Servers darstellen. Die vielfältigen Jabber-Funktionen basieren also alle auf speziellen Diensten, die ein Jabber-Server anbietet. Ein Jabber-Client muss also lediglich das Jabber-Protokoll beherrschen, um vom Jabber-Server als "Vermittler" mit allen Diensten versorgt zu werden, die der Benutzer benötigt. Die Anzahl und Art dieser Dienste kann von Server zu Server stark variieren. Da alle Dienste eines Servers aber auch Nutzern anderer Server zur Verfügung stehen, macht es nichts, wenn der eigene Server nicht die passenden Dienste anbietet. Hat man z.B. ein Nutzerkonto auf dem Server "beispiel-server.org", dann kann man problemlos z.B. auch den ICQ-Transport (Dienst) eines anderen Jabber-Servers nutzen - ohne dafür dort ein zusätzliches Nutzerkonto einrichten zu müssen. Dieses dezentrale Prinzip trifft auf so ziemlich alle Dienste zu, die es im Jabber-Netzwerk gibt.

Dienste eines Jabber-Servers haben natürlich auch ihre eigene JID. Ein gutes Beispiel ist der anfangs erwähnte Jabber-Chatraum, der auf dem Jabber-Server ubuntu-jabber.de lokalisiert ist. Dies kann man aus seiner JID ableiten:

Raum-Name @ Name des Dienstes . Name des Jabberservers . TLD
ubuntu @ conference . ubuntu-jabber . de

Die meisten Jabber-Clients machen zwischen dem Namen des Dienstes und dem Namen des Jabber-Servers keinen Unterschied. Wenn man also die JID des Ubuntu-Chatraumes in die Eingabe-Maske eines Jabber-Clients eingibt, so wird oft alles hinter dem "@" komplett als Name des Servers erfasst. Dies aber bitte im entsprechenden Wiki-Artikel über den jeweiligen Client nachlesen.

Wo kann ich ein Jabber-Nutzerkonto registrieren?

Generell auf jedem der öffentlichen Jabber-Server. Die Anmeldung geschieht immer über einen Jabber-Client. Man muss sich also nicht auf einer Website des Servers erst anmelden, um dann die Konfigurationsdaten in den jeweiligen Client eingeben zu können. Die Registrierungs-Prozedur eines neuen Nutzerkontos ist in allen Jabber-Clients bereits integriert. Man muss nur den Namen des Jabber-Servers kennen, auf dem man sein Nutzerkonto einrichten möchte. Eine Entscheidungshilfe zum "passenden" Jabberserver kann die offizielle aktuelle offizielle Liste {en} der öffentlichen Jabber-Server geben. Dort wird allerdings nicht angezeigt wie stabil und verfügbar der jeweilige Server in der letzten Zeit war. Ein instabiler Jabber-Server, der vielleicht sogar noch Probleme bei der Kommunikation mit anderen Jabber-Servern hat, kann einem den Spaß an Jabber schnell verderben. Hat man also einige Server aus der Server-Liste in Betracht gezogen, so kann man diese dann anhand des Jabber-Monitors {en} auf ihre bisherige Stabilität und Zuverlässigkeit hin überprüfen.

Wenn man noch zusätzlich einen Überblick über die Dienste der einzelnen Server bekommen möchte, so ist es sinnvoll auch noch einen Blick auf die Jabber/XMPP Server Liste {en} zu riskieren. Dort werden Server, ihre angebotenen Dienste und die Uptime aufgeführt.

Hier im Wiki existiert eine Seite Jabber/Öffentliche Server, wo ebenfalls Informationen zu Servern zu finden sind. Insbesondere kann jeder dort seine eigenen Erfahrungen zu Service und Stabilität der Anbieter ergänzen.

Habe ich vielleicht schon ein Jabber-Nutzerkonto?

Was viele nicht wissen: Viele Emailanbieter setzen für ihre eigenen Messenger das Jabber-Protokoll ein. Auf diese Weise hat man, wenn man ein Emailkonto bei einem dieser Anbieter besitzt, automatisch auch eine Jabber-ID, die man in jedem jabberfähigen Programm verwenden kann. Das ist meist auch nötig, da die von den Anbietern dargebotenen Programme (GMX-Multimessanger, 1und1-Messanger usw.) nur auf Windows laufen.

Die folgende (unvollständige) Liste nennt die bisher bekanntesten Anbieter:

Welche Clients kann ich unter Linux nutzen?

Es gibt eine Vielzahl von Programmen, die man aus den Quellen von Ubuntu installieren kann. Es ist jedoch zwischen Programmen zu unterscheiden, die nur Jabber unterstützen (was aber von Vorteil sein kann):

und Programmen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Protokolle unterstützen:

Welches Programm gewählt wird, hängt von der persönlichen Vorliebe ab - einfach testen! Eine Liste aller verfügbaren Jabber-Clients findet man hier {en} .

Einen eigenen Jabber-Server aufsetzen