Archiv/ISDN-Karten/AVM FRITZ!Card USB

Archivierte Anleitung

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Anmerkung: Informationen und Erfahrungen zum Einsatz von AVM ISDN-Karten mit USB-Anschluss ab Kernel 2.6.25 bzw. Ubuntu 8.10 sind nicht vorhanden.

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

  3. Einen Editor öffnen

  4. Bearbeiten von Paketquellen

  5. Restricted-Modules Linux-Headers: welche Version?

  6. Archive entpacken

  7. Umgang mit Kernelmodulen (Treibern)

  8. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Vorbereitung
  2. Kernelmodule installieren
  3. Konfiguration
  4. Funktionstest
  5. Links

Diese Anleitung beschreibt die Einrichtung der AVM-Produkte FRITZ!Card USB 🇩🇪 und FRITZ!X USB 🇩🇪 , von denen jeweils verschiedene Versionen existieren. Weitere Informationen finden sich im Übersichtsartikel ISDN-Karten.

Vorbereitung

Zunächst müssen folgenden Pakete installiert [1] werden:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install build-essential capiutils libcapi20-3 libcapi20-dev 

sudo aptitude install build-essential capiutils libcapi20-3 libcapi20-dev 

Außerdem wird das Paket linux-headers passend zur eigenen Kernel-Version und -Architektur (-generic, -386, -generic-pae usw.) benötigt [2]. Dieses Paket lässt sich über den folgenden Befehl installieren:

sudo apt-get install linux-headers-$(uname -r) 

Nur falls man die Hardware für den Internet-Zugang einsetzen will, muss man zusätzlich auch noch das Paket

installieren [1].

Hinweis:

Zur Installation dieser Pakete wird vorausgesetzt, dass man bereits via Netzwerk (z.B. LAN oder WLAN) mit dem Internet verbunden ist. Ein Internetzugang via ISDN ist erst nach Erledigung diverser Vorarbeiten möglich, die im folgenden erläutert werden.

Kernelmodule installieren

Nun werden noch die Kernelmodule (Treiber) für die jeweilige Hardware benötigt. Eventuell im Paket

enthalten sind. Leider werden nicht alle verschiedenen Hardware-Varianten berücksichtigt. Daher schließt man nach diesem Schritt die Hardware an und prüft die Ausgabe von

dmesg 

und

lsusb 

Wird die Hardware hier angezeigt, heißt das aber noch nicht, dass man sie auch in Betrieb nehmen kann. Der Befehl

modinfo <Kernelmodul> 

prüft, ob das erforderliche Kernelmodul (siehe Konfiguration) schon vorhanden ist oder erst noch erstellt werden muss (nächster Schritt).

Kernelmodule kompilieren

Achtung!

Sollte der Kernel aktualisiert werden (z.B. mit den regelmäßigen Updates), läuft das jeweilige Kernelmodul unter dem neuen Kernel u.U. nicht mehr. Man sollte dann das Kernelmodul unter dem neuen Kernel einfach nochmal neu kompilieren und installieren. Nach dem Neuladen des Moduls (z.B. durch einen Neustart) [7] läuft alles wieder.

FRITZ!X USB 2.x

Bei der AVM Fritz!X 2.0 und 2.1 (es gibt auch noch eine Version 3.0!) muss man manuell einen Treiber von der AVM-Website herunterladen, kompilieren und installieren, da Ubuntu für diese Karten keinen Treiber mitliefert. Man lädt sich vom AVM FTP-Server die Archivdatei fxusb-suse93-3.11-06.tar.gz ⮷ für die FRITZ!X 2.x herunter und entpackt sie [5].

FRITZ!Card USB 1.0

Hier lädt man sich vom AVM FTP-Server die Archivdatei fcusb-suse93-3.11-04.tar.gz ⮷ herunter und entpackt sie.

FRITZ!Card USB 2.x

Man lädt sich vom AVM FTP-Server die Archivdatei fcusb2-suse93-3.11-07.tar.gz ⮷ herunter und entpackt sie.

Im Archiv befinden sich desweiteren zwei Firmware-Module:

  • fus2base.frm - FRITZ!Card USB 2.0

  • fus3base.frm - FRITZ!Card USB 2.1

Die jeweilige Datei kopiert man mit Root-Rechten in das Verzeichnis /usr/share/isdn/2.6.xx.yy-zz/. Siehe Konfiguration.

alle Varianten

Um das Kernelmodul aus dem Quelltext zu kompilieren, öffnet man ein Terminal [2], wechselt sich in das Verzeichnis fritz und gibt folgendes ein:

sudo make
sudo make install 

Nach der Installation muss man noch die systemweite Liste der Kernelmodule aktualisieren:

sudo depmod -a 

Danach kann man wie unter Konfiguration beschrieben weiter verfahren. Nicht vergessen, nach vollständiger Konfiguration neu zu starten!

Konfiguration

CAPI einrichten

Dazu die Datei /etc/isdn/capi.conf mit Root-Rechten [8] editieren und das jeweilige Kernelmodul für die eigene Karte durch Entfernen des Zeichens # am Zeilenanfang aktivieren:

#fxusb		-		-	-	-	-	-
#fcusb		-		-	-	-	-	-
#fcusb2		/usr/share/isdn/<Kernel-Version>/<Firmware-Version>.frm  DSS1	-	-	-	-

FRITZ!X USB 2.x

Das entsprechende Kernelmodul heisst fxusb.

FRITZ!Card USB 1.0

Das entsprechende Kernelmodul heisst fcusb. Nun mit Root-Rechten [8] folgendes in die Datei /etc/modules eintragen, um die Module beim Systemstart automatisch zu laden:

capidrv 
capi
fcusb

FRITZ!Card USB 2.x

Das entsprechende Kernelmodul heisst fcusb2. Zusätzlich ist der Angabe einer Firmware erforderlich. Der Pfad der Firmware-Datei ist entsprechend anzupassen, je nachdem, welche Kernelversion man benutzt und wo man die Datei mit der Firmware hin kopiert hat.

Für die FRITZ!Card USB 2.0 folgende Zeile einfügen:

fcusb2          /usr/share/isdn/2.6.xx.yy-zz/fus2base.frm  DSS1    -       -       -       - 

Für die FRITZ!Card USB 2.1 folgende Zeile einfügen:

fcusb2          /usr/share/isdn/2.6.xx.yy-zz/fus3base.frm  DSS1    -       -       -       - 

Dann in einem Texteditor [3] mit Root-Rechten [8] folgendes in /etc/modules eintragen, um die Module beim Systemstart automatisch zu laden:

capi
capifs
fcusb2

Funktionstest

Nach der Installation und Konfiguration den Rechner neu starten. Danach zum Test folgendes eingeben:

sudo capiinit
capiinfo 

Es sollte folgende Ausgabe erscheinen (hier am Beispiel einer FRITZ!Card PCI):

Number of Controllers : 1
Controller 1:
Manufacturer: AVM GmbH
CAPI Version: 2.0
Manufacturer Version: 3.11-07  (49.23)
Serial Number: 1000001
BChannels: 2
Global Options: 0x00000039
   internal controller supported
   DTMF supported
   Supplementary Services supported
   channel allocation supported (leased lines)
B1 protocols support: 0x4000011f
   64 kbit/s with HDLC framing
   64 kbit/s bit-transparent operation
   V.110 asynconous operation with start/stop byte framing
   V.110 synconous operation with HDLC framing
   T.30 modem for fax group 3
   Modem asyncronous operation with start/stop byte framing
B2 protocols support: 0x00000b1b
   ISO 7776 (X.75 SLP)
   Transparent
   LAPD with Q.921 for D channel X.25 (SAPI 16)
   T.30 for fax group 3
   ISO 7776 (X.75 SLP) with V.42bis compression
   V.120 asyncronous mode
   V.120 bit-transparent mode
B3 protocols support: 0x800000bf
   Transparent
   T.90NL, T.70NL, T.90
   ISO 8208 (X.25 DTE-DTE)
   X.25 DCE
   T.30 for fax group 3
   T.30 for fax group 3 with extensions
   Modem

  0100
  0200
  39000000
  1f010040
  1b0b0000
  bf000080
  00000000 00000000 00000000 00000000 00000000 00000000
  01000001 00020000 00000000 00000000 00000000

Supplementary services support: 0x000003ff
   Hold / Retrieve
   Terminal Portability
   ECT
   3PTY
   Call Forwarding
   Call Deflection
   MCID
   CCBS

Bitte auch darauf achten, dass 2 B-Kanäle (BChannels) erkannt werden! Ist bis hierhin alles erfolgreich verlaufen, kann man sich nun mit dem Thema Einwahl ins Internet beschäftigen.