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gedit

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

gedit-logo.png

gedit {en} - der GNOME-Editor - ist der Standard-Texteditor in der GNOME-Desktopumgebung und damit auch bei Ubuntu und ist als solcher auf den GNOME- und GTK2-Bibliotheken aufgebaut.

Der Editor beherrscht unter anderem Syntaxhervorhebung für: C, C++, CSS, HTML, Java, Perl, PHP, Python und eine Vielzahl weiterer Programmier- und Skriptsprachen. Desweiteren ist gedit durch Plugins erweiterbar. So lässt sich die Session speichern und laden, Klammern automatisch schließen oder ganze Textblöcke ein- bzw. auskommentieren usw.. Informationen zu den Plugins findet man beispielsweise hier {en} .

Installation

gedit wird bei der Installation von Ubuntu automatisch installiert. Sollte man eine andere Desktopumgebung oder eine Minimalinstallation nutzen, so kann man es mit dem folgenden Paket nachinstallieren [1]:

  • gedit

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Danach kann man gedit über das Anwendungsmenü unter "Anwendungen -> Zubehör -> Texteditor" oder mit folgendem Befehl starten [4]:

gedit 

Benutzung

gedit1.png

In der Menüleiste sind alle Befehle zum Arbeiten zu finden, wobei auch die jeweiligen Tastenkürzel angegeben sind. Die grundlegenden Aktionen zur Erstellung, Sicherung und Ausgabe einer Datei finden sich im ersten Menüpunkt "Datei", über den auch die zuletzt geöffneten Dateien aufgerufen werden können.

Grundlegende Befehle zur Bearbeitung von Datei und Einstellungen befinden sich im Menü "Bearbeiten". Über den Eintrag "Suchen" gelangt man unter anderem zur hilfreichen Funktion "Ersetzen...", womit nicht nur einzelne Wörter im Text ersetzt werden können, sondern auch ganze Textpassagen.

Reiter

Zum Bearbeiten können eine oder mehrere Dateien geöffnet werden. Diese werden im Fenster angezeigt, und für jede geöffnete Datei wird eine Registerkarte (auch Reiter genannt) angelegt.

  • Mit Alt + 1 bis Alt + 9 oder durch Anklicken kann zwischen den Reitern gewechselt werden.

  • Mit + Strg + L oder über das Menü "Dokumente" können alle geöffneten Dateien auf einmal gespeichert werden.

Syntaxhervorhebung

Durch die Syntaxhervorhebung werden die wichtigsten Regeln für die jeweilige Programmiersprache hervorgehoben. Um es zu aktivieren, muss man entweder die neue Datei mit der entsprechenden Endung speichern oder aber über "Ansicht -> Hervorhebungsmodus" aktivieren. Führt man mit der Maus einen Rechtsklick im Textfenster aus, so öffnet sich ein weiteres Menü.

Zusätzlich zu den vorhandenen Syntaxhervorhebungen kann man weitere Syntaxdefinitionen im Internet finden oder selbst erstellen. Bei diesen Dateien handelt es sich um einfache XML-Dateien mit der Dateiendung ".lang". Diese kopiert man in das Verzeichnis ~/.local/share/gtksourceview-2.0/language-specs oder systemweit in /usr/share/gtksourceview-2.0/language-specs. Nach einem Neustart des Editors kann man sie nutzen. gedit2.png

Konfiguration

Um in den vollen Genuss aller Erweiterungen zu kommen, können noch einige Einstellungen vorgenommen werden: "Bearbeiten -> Einstellungen" öffnet ein neues Fenster. Hier können weitere Änderungen vorgenommen werden - folgende Optionen stehen zur Verfügung:

"Ansicht"

  • Textumbruch, Zeilennummern anzeigen, Aktuelle Zeile hervorheben, Rechter Rand und Klammerübereinstimmung

"Editor"

  • Tabulator (Breite ändern/Leerzeichen), Automatischer Einzug und Speichern von Dateien (Automatisches-Speichern)

"Schrift und Farben"

  • Schrift und Farbe an die eigenen Bedürfnisse anpassen

"Syntax hervorheben"

  • (de-)aktivieren von Erweiterungen

Erweiterungen

Installation

Die Möglichkeiten von gedit können durch die Installation zusätzlicher Plugins stark erweitert werden. Ein einfacher Weg, dies zu tun, ist, über die Paketverwaltung das Paket folgendes Paket zu installieren [1]:

  • gedit-plugins (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Nach einem Neustart von gedit können dann unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Plugins" zahlreiche Erweiterungen aktiviert werden:

  • Color Picker

  • Hervorhebung von Klammern

  • Ein-/ Auskommentieren

  • Sitzungen sichern

  • Steuerzeichen anzeigen

  • Zeilen verschmelzen

  • Autoeinrückung

  • Terminal öffnen

  • Reiterleiste anzeigen/ ausblenden

  • Floskelliste

  • Python Konsole

Einen Überblick über verfügbare externe Plugins erhält man im gedit-Wiki {en} im Bereich "Third party plugins" und "Third party plugins under development". Zusätzliche Plugins müssen für eine systemweite Verfügbarkeit mit Root-Rechten nach /usr/share/gedit-2/plugins/ oder im Benutzerverzeichnis nach ~/.gnome2/gedit/plugins/ entpackt bzw. kopiert werden [2]. Nach einem Neustart von gedit ist das externe Plugin unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Plugins" verfügbar.

Externe Werkzeuge

Dank dem Plugin "Externe Werkzeuge" kann die Leistungsfähigkeit von gedit noch gesteigert werden. Eine Sammlung von Snippets dafür findet man auch im gedit-Wiki {en}. Erklärungen zu den möglichen Parametern, die gedit bereitstellt, werden in der Dokumentation zum "Externe Werkzeuge" Plugin {en} aufgelistet.

LaTeX

gedit-latex.png

Für gedit gibt es ein leistungsfähiges LaTeX-Plugin, das eine Strukturübersicht über das Dokument, Autovervollständigung, das Erzeugen von PDF-Dateien und einiges mehr ermöglicht. Für das Erstellen der Ausgabedateien setzt das Plugin auf rubber {en} .

Installation

Ab Ubuntu "Jaunty Jackalope" 9.04

Seit Jaunty ist das LaTeX-Plugin in den Paketquellen enthalten. Man kann es über das folgende Paket installieren [1]:

  • gedit-latex-plugin (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Anschließend muss man das Plugin in gedit noch aktivieren.

Bis Ubuntu "Intrepid Ibex" 8.10

Um das Plugin nutzen zu können, muss zunächst Rubber installiert [1] werden:

  • rubber (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Anschließend lädt man sich die Archivdatei LaTeXPlugin*.tar.bz2 von der Projektseite {en} herunter und entpackt [2] seinen Inhalt in das Verzeichnis ~/.gnome2/gedit/plugins im Homeverzeichnis. Sollte dieser Pfad nicht existieren, muss man die Ordner anlegen.

Hinweis: Ab Version 0.2rc3 benötigt das LaTeXPlugin Python >=2.6, das auf 8.10 nicht als Paketquelle zur Verfügung steht. Symptom ist, dass das Plugin zwar in der Liste erscheint, beim Aktivieren aber ausgegraut wird. Workaround: mit der Version 0.2rc2 arbeiten, die nur Python >=2.5 benötigt.

Plugin aktivieren

Nach einem Neustart von gedit kann das Plugin über "Bearbeiten -> Einstellungen -> Plugins" aktiviert werden. In manchen Fällen konnte erst nach einem Neustart des Systems das Plugin aktiviert werden. Sollte es Probleme geben, etwa dass das Latex-Plugin erscheint, sich aber nicht aktivieren lässt, so könnte es helfen, die Plugin-Daten statt nach ~/.gnome2/gedit/plugins (wieder löschen!) nach /usr/share/gedit-2/plugins/ zu kopieren.

Probleme unter 9.10

Unter Ubuntu Karmic Koala 9.10 kann das Problem auftreten, dass sich das Plugin aus den Paketquellen nicht aktivieren lässt, d.H. beim Start von gedit sind die Auswahlfelder für Latex zwar vorhanden, aber deaktiviert. Ggf. hilft es, das Plugin direkt aus http://live.gnome.org/Gedit/LaTeXPlugin {dl} zu beziehen und ins entsprechende Unterverzeichnis des Benutzers zu entpacken. Das Archiv enthält eine Datei und einen Ordner, beide werden nach /home/<user>/.gnome2/gedit/plugins verschoben. Dann in gedit unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Plugins" das Plugin aktivieren, und gedit neustarten.

Versteckte Einstellungen

Nautilus FTP-Verbindungen nutzen

Aufgrund möglich auftretender Fehler bei der Nutzung von FTP-Verbindungen die in Nautilus angelegt wurden, sind in der Grundeinstellung von gedit diese deaktiviert. Wird jedoch im Gnome Konfigurationseditor unter /apps/gedit-2/preferences/editor/save im Schlüssel "writable_vfs_schemes" der Listeneintrag "ftp" hinzugefügt, stehen in der Dateiverwaltung unter "Lesezeichen" die in Nautilus angelegten FTP-Verbindungen doch zur Verfügung.

Anzahl der zuletzt geöffneten Dateien

Wer gedit im Bereich Webentwicklung einsetzt, wird sich recht schnell daran stören, dass die Liste der zuletzt geöffneten Dateien nur fünf Einträge hat. Dies jedoch kann mit Hilfe des GNOME-Konfigurationseditor unter /apps/gedit-2/preferences/ui/recents im Schlüssel "max_recents" verändert werden, indem man den Schlüssel-Wert von 5 auf 10 oder 20 setzt. Nach einem erneuten Start von gedit ist die Liste der zuletzt geöffneten Dateien dann entsprechend länger.

Tastenkürzel

Alle Funktionen der Tastenkürzel lassen sich über das Menü aufrufen und sind dort auch aufgeführt. Es sind meist Standard-Tastenkürzel, die in vielen Programmen zum Einsatz kommen, und es ist hilfreich, sie zu kennen, aber eine Gewöhnungssache, sie auch zu nutzen. Weitere Tastenkürzel und Funktionen, für die kein Tastenkürzel vergeben ist, finden sich ebenfalls im Menü.

Grundlegende Tastenkürzel
Tastenkürzel Funktion
Strg + NEine neue Datei erstellen
Strg + OEine vorhandene Datei öffnen
Strg + SDie geöffnete Datei speichern
+ Strg + SUnter anderem Namen oder in anderem Dateiformat speichern
+ Strg + PDie Druckvorschau anzeigen
Strg + PDie geöffnete Datei drucken
F1Hilfe
F7Rechtschreibprüfung
F9Seitenleiste (de-)aktivieren
Strg + WDie Datei schließen
Strg + QDas Programm beenden

Diese Revision wurde am 29. Juli 2010 um 23:55 Uhr von barcc erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet: GNOME, Editor, LaTeX

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