Rubyripper
ist eines von vielen Programmen, mit dem sich Audio-CDs auslesen- und auf die Festplatte kopieren lassen. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen, legt Rubyripper jedoch besonderen Wert auf akkurates Kopieren. Dabei orientieren sich die Entwickler an Exact Audio Copy (EAC), welches in der Windowswelt als Non plus ultra unter den CD-Rippern gilt.
Die Entwicklung von Rubyripper befindet sich momentan im Umbruch, wodurch die Software stellenweise noch unausgereift ist. Siehe Notes about the master branch
und TestingTeam
(Stand: Nov. 2011).
Das Lesen von optischen Medien (wie eben Audio-CDs) ist ein äußerst störanfälliger Vorgang. Der Laser wird nicht nur von offensichtlichen Dingen wie Kratzern oder Verschmutzungen auf der Oberfläche der Discs abgelenkt, sondern selbst von kleinsten Staubpartikeln in der Luft. Lesefehler treten also sowieso auf, die Frage ist nur, wie schwerwiegend diese sind. Rubyripper greift auf das Shell-Programm cdparanoia
zurück. Dieses verfügt über Methoden zur Fehlererkennung, Rubyripper ergänzt diese jedoch um zusätzliche Tests.
Rubyripper befindet sich nicht in den offiziellen Paketquellen, daher muss entweder eine Fremdquelle verwendet oder das Programm selbst aus dem Quelltext übersetzt werden. Möchte man ein Cuesheet erstellen, wird noch folgendes Paket benötigt:
cdrdao (optional)
GetDeb stellt eine Quelle für Rubyripper zur Verfügung. Diese enthält das Programm in deutscher Übersetzung.
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Nach dem Einbinden der Fremdquelle und dem Aktualisieren der Paketquellen kann folgendes Paket installiert werden:
rubyripper (GetDeb)
Nach erfolgreicher Installation findet man das Programm unter "Anwendungen -> Multimedia -> Rubyripper" oder "Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Rubyripper".
Bei dieser Art der Installation ist die Oberfläche von Rubyripper auf Englisch.
Um die aktuellste Version manuell zu kompilieren[1] und anschließend mit vollem Funktionsumfang nutzen zu können, werden folgende Pakete benötigt [2]:
cd-discid
cdparanoia
cdrdao
flac
lame
mp3gain
normalize-audio
ruby-gnome2
ruby
sox
vorbisgain
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install cd-discid cdparanoia cdrdao flac lame mp3gain normalize-audio ruby-gnome2 ruby sox vorbisgain
sudo aptitude install cd-discid cdparanoia cdrdao flac lame mp3gain normalize-audio ruby-gnome2 ruby sox vorbisgain
Der Quelltext findet sich auf der Projektseite. Nachdem dieser entpackt[3] wurde und man mit dem Terminal[4] in dessen Verzeichnis gewechselt hat, sollte das configure-Skript mit folgenden Optionen ausgeführt werden:
./configure --enable-gtk2 --enable-cli
Hierbei wird sowohl die grafische- als auch die Kommandozeilen-Variante kompiliert. Ersteres sollte in aktueller Version (0.6.2) immer aktiviert werden, da einige Optionen noch nicht über die Kommandozeile konfiguriert werden können. Abschließend:
sudo make install
Die Shell-Variante enthält einen speziellen Anfänger-Modus, bei dem der Benutzer mit Fragen und Hinweisen durch den Prozess geführt wird. Der Befehl dazu lautet:
rrip_cli -v
Die einzelnen Optionen werden im folgenden Abschnitt erörtert.
Die nachfolgende Beschreibung der Optionen bezieht sich sowohl auf die deutsche (als Fremdpaket) als auch die englische Fassung (selbst kompiliert).
Der Programmstart erfolgt mit einer kleinen Verzögerung, da Rubyripper das Laufwerk auf eine vorhandene Audio-CD testet. Befindet sich bereits eine Audio-CD im (richtigen) Laufwerk, öffnet Rubyripper direkt das entsprechende Menü. Ist die automatische freedb-Abfrage aktiviert, werden die Informationen zur CD von dort geladen. Des weiteren finden sich zwei Optionen in diesem Menü:
"CD info einfrieren" ("Freeze disc info"): Nützlich, wenn ein Album aus mehreren CDs besteht. Beim Einlegen der nächsten CD werden die Felder nicht geleert.
"CD als "Verschiedene Künstler" aktivieren" ("Mark disc as various artist"): Sollte aktiviert werden, wenn es sich bei der CD z.B. um einen Sampler handelt.
Auf der linken Seite befinden sich die wichtigsten Funktionen:
"Einstellungen" ("Preferences"): Einstellungen aufrufen.
"Laufwerk abfragen" ("Scan drive"): Disc erneut im Laufwerk suchen.
"Laufwerk öffnen" ("Open tray"): Laufwerk öffnen.
"CD jetzt auslesen!" ("Rip cd now!"): Kopiervorgang starten.
"Schließen" ("Exit"): Rubyripper beenden.
Bei den folgenden Einstellungen bezüglich der Anzahl an Kopiervorgänge sollte bedacht werden, dass optische Laufwerke (CD-/DVD-/BluRay-ROMs) zumeist sehr schnell verschleißen. Nicht umsonst legt Rubyripper automatisch eine Zwangspause ein, wenn das Kopieren länger als 30 Minuten dauert. Obendrein kann bei zu vielen Kopiervorgängen der selbe Fehler mehrfach auftreten, sodass Rubyripper dann fälschlich vom Normalzustand ausgeht. Die Entwickler empfehlen den Wert 12 keinesfalls zu überschreiten.
"CD-Laufwerk" ("Cdrom device"): Die Gerätedatei des Laufwerks, welches zum Rippen benutzt werden soll. Gibt es nur eines, sollte /dev/cdrom reichen.
"CD-Laufwerk Offset" ("Cdrom offset"): Der Markt ist überschwemmt mit CD-/DVD-Laufwerken, die unsauber arbeiten. An dieser Stelle kann ein spezifischer Korrekturwert eingestellt werden, um den Kopiervorgang von Anfang an sicherer zu machen. Eine Liste
mit Werten für verschiedene Laufwerkstypen hilft bei dieser Option.
"Alle Teilstücke abgleichen" ("Match all chunks"): Jeder Chunk (ein Datenhäppchen) wird mindestens so oft kopiert. Die Kopien werden anschließend miteinander verglichen, um Fehler zu finden.
"Fehlerhafte Teilstücke abgleichen" ("Match errorneous chunks"): Fehlerhafte Chunks werden so oft nochmal zusätzlich kopiert, in der Hoffnung, dass es irgendwann klappt.
"Maximale Anzahl von Versuchen"("Maximum trials"): Nach spätestens so vielen Versuchen wird aufgegeben. Standard: 5.
"CD Paranoia Optionen" ("Pass cdparanoia options"): Eigene Optionen an cdparanoia weiterreichen.
"CD nach dem Beenden auswerfen" ("Eject cd when finished"): CD automatisch Auswerfen, wenn der Kopiervorgang beendet ist... oder abgebrochen werden musste.
"Behalte die Protokolldatei nur, wenn Korrekturen notwendig sind" ("Only keep logfile if correction is needed"): Es wird standardmäßig ein Protokoll erstellt. Mit dieser Option wird es aber nur dann gespeichert, wenn es Probleme gab.
"Lies versteckte Audio-Sektoren aus" ("Rip hidden audio sectors"): Hidden Tracks finden und mitkopieren. Die Anzahl der Sekunden legt fest, ab wann Rubyripper von einem versteckten Titel ausgeht. Diese Funktion kann unter Umständen Probleme verursachen.
"Erstelle Cuesheet" ("Create cuesheet"): Eine Cuesheet-Datei erstellen, damit der Audioplayer die Datei(en) später genau so abspielt, wie es der CD-Spieler getan hätte.
"Rippe die CD als eine Datei" ("Rip CD to single file"): Es wird nicht jede Spur in eine einzelne Datei übertragen, sondern statt dessen ein Abbild der kompletten CD erstellt. In Kombination mit einem Cuesheet wird so ein völlig authentisches Abspielverhalten erreicht. Es gibt allerdings Audioplayer und Brennprogramme, die mit solchen Abbildern nicht umgehen können.
"Verarbeiten von Pregaps außer Track 1" ("Handling pregaps other than track 1"): Werden die Spuren in einzelne Dateien übertragen, muss entschieden werden, was mit den Pregaps geschehen soll. Wird kein Cuesheet benutzt, sollte das Pregap angehängt werden (Append); Mit Cuesheet erreicht man mit Voranstellen (Prepend) ein authentischeres Abspielverhalten.
"Behandle Tracks mit Pre-Emphasis" ("Handling tracks with pre-emphasis"): Legt fest, wie die Pre-Emphasis übertragen wird. Entweder wird das Audiomaterial selbst korrigiert (Correct pre-emphasis tracks with sox) oder es wird ein Hinweis im Cuesheet vermerkt (Save the pre-emphasis tag in the cuesheet).
Hier wird festgelegt, mit welchem Audio-Codec das kopierte Material komprimiert werden soll. Die gewünschten Parameter werden an den jeweiligen Enkoder weitergereicht.
"Audio-Formate auswählen" ("Audio formats"): zur Auswahl stehen
Weitere Optionen:
"Anzahl zusätzlicher Kodier-Threads" ("Number of extra encoding threads"): Besitzt man einen Mehrkernprozessor, sollte man die Anzahl der Kerne hier eintragen. Da keiner der verfügbaren Enkoder parallelisiert arbeitet, nützt diese Funktion nur dann, wenn das kopierte Material in mehrere Formate umgewandelt werden soll.
"m3u Playlist generieren" ("Create m3u playlist"): Eine Playlist passend zu den erstellten Dateien generieren.
"Leerzeichen in Dateinamen durch Unterstriche ersetzen" ("Replace spaces in underscopes in filenames"): In den Dateinamen werden Unterstriche (_) statt Leerzeichen ( ) benutzt. Äußerst sinnvoll wenn man häufig Dateien im Terminal verwaltet.
"Großbuchstaben In Dateiname in Kleinbuchstuben umwandeln" ("Downsize all capital letters in filenames"): Alle Dateinamen werden kleingeschrieben.
"Standardlautstärkeabgleich" ("Normalize to standard volume"): Die Lautstärke wird mittels Replay-Gain-Analyse angepasst. Entweder wird der ermittelte Wert im Tag der enkodierten Datei(en) gespeichert oder das Audiomaterial wird vor dem Umwandeln normalisiert. Ersteres lässt das Audiomaterial unverfälscht, der Player muss jedoch Replay Gain unterstützen. Letzteres funktioniert immer, dass Material ist aber eben nicht mehr originalgetreu.
"Freedb Abfrage einschalten" ("Enable freedb metadata fetching"): Informationen zu CDs werden automatisch aus der Freedb geladen.
"Immer ersten Freedb Treffer verwenden" ("Always use first freedb hit"): Zu manchen CDs gibt es mehrere Einträge in der Freedb. Hiermit wird immer der erste benutzt.
Hier wird festgelegt, wie die Dateien benannt werden sollen. Dazu benutzt man Variablen, die mit einem Klick auf das Pluszeichen bei "Optionen für "Dateinamen-Schema" anzeigen" ("Show options for file naming sheme") erläutert werden.
"Basisverzeichnis" ("Base directory"): Das Arbeitsverzeichnis, in welchem die Dateien und Verzeichnisse standardmäßig angelegt werden sollen. Empfehlenswert ist ~/Musik/.
"Standard": Das Schema für den Regelfall - eine CD, auf der nur ein Interpret vertreten ist und von der die Spuren in einzelne Dateien kopiert werden.
"Verschiedene Künstler" ("Various Artists"): Das Schema für Zusammenstellungen mit mehreren Interpreten ("CD als "Verschiedene Künstler" aktivieren", siehe oben).
"Einzeldatei-Abbild" ("Single file"): Zuletzt noch das Schema für den Fall, dass ein komplettes CD-Abbild (Disc Image) erstellt wird statt einzelne Dateien.
Diese Revision wurde am 24. Mai 2012 12:23 von Kerlbürste Suessholz erstellt.
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