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Ruby (engl. für Rubin) ist eine interpretierte, objektorientierte Programmiersprache, die mehrere weitere Programmierparadigmen (Prozedurale Programmierung, Funktionale Programmierung, Nebenläufigkeit) unterstützt.
Ruby wird seit dem 24. Februar 1993 von Yukihiro „Matz“ Matsumoto in Japan entwickelt und wird heute als Open-Source-Projekt weitergepflegt. In Europa und Amerika wurde Ruby ab dem Jahr 2000 durch erste nicht-japanische Literatur bekannt. Der Name basierte ursprünglich auf dem Edelstein Rubin und wird heute auch als Anspielung auf die Programmiersprache Perl verstanden.
Da Ruby wie Perl und Python eine Interpretersprache ist, muss der Programmcode vor der Ausführung nicht kompiliert werden.
Zur Installation von Ruby gibt es zwei Möglichkeiten. Eine führt über das Debian Paketsystem (APT), die andere ist der flexiblere Rubyweg (RVM). Beide werden hier beschrieben.
Ruby ist zur Zeit noch nicht in der Standardinstallation von Ubuntu enthalten und muss deswegen aus den Paketquellen über das Paket:
ruby
nachinstalliert [1] werden.
Viele Programmierer bevorzugen bei Ruby Version 1.9. Standardmäßig wird aber Ruby 1.8 installiert. Glücklicherweise ist Ruby 1.9 als separates Paket in den Paketquellen vorhanden. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:
ruby1.9
Nun hat man aber das Problem, dass Ruby als "ruby1.9" aufgerufen werden muss. Um dies zu umgehen, empfiehlt es sich (falls man ausschließlich Ruby 1.9 verwenden möchte), symbolische Links anzulegen:
sudo ln -s ruby1.9 /usr/bin/ruby
Der Ruby Version Manager kurz (RVM) ist das Schweizer Taschenmesser für die Handhabung von Rubycode und Projekten. Er ermöglicht mit wenigem Aufwand mehrere Rubys gleichzeitig zu verwalten und ist zudem sehr leicht zu installieren. Hier wird die Installation in das eigene Home-Verzeichnis beschrieben.
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Der RVM lässt sich in einem Schritt herunterladen und installieren, dafür wird jedoch das Versionsverwaltungswerkzeug Git auf dem Rechner benötigt.
git-core
Ist diese Bedingung erfüllt, installiert man den RVM mit folgenden Befehl.
bash < <(curl -s https://rvm.beginrescueend.com/install/rvm)
Als nächstes muss die .bashrc Datei im Home-Verzeichnis angepasst werden.
1 2 3 4 5 6 7 8 | # ungefähr bei Zeile 5: #[ -z "$PS1" ] && return if [[ -n "$PS1" ]]; then # und nochmal am Ende der Datei: fi [[ -s "$HOME/.rvm/scripts/rvm" ]] && . "$HOME/.rvm/scripts/rvm" # This loads RVM into a shell session. |
Um den Rechner nicht neu zu starten, kann man in der Shell einen Child-Process aufrufen der den rvm bekannt macht.
source ~/.rvm/scripts/rvm
Damit sollte bei Eingabe des folgenden Befehls
type rvm | head -1
die Ausgabe "rvm ist eine Funktion." erscheinen. Hat dies geklappt kann man sich mit dem Befehl
rvm list known
alle derzeit verfügbaren Rubys anzeigen lassen. Diese können nun nacheinander bei Bedarf installiert werden.
rvm install 1.9.2 rvm install 1.8.7
Das gerade benötigte Ruby wird so auswählt.
rvm 1.9.2
Möchte man nun mit dem Programmieren beginnen bietet es sich an ein Gemset anzulegen.
rvm --create 1.9.2@ruby_erste_versuche rvm --default use 1.9.2@ruby_erste_versuche
Weitere Möglichkeiten zur Handhabung gibt rvm --help oder die offizielle Website: https://rvm.beginrescueend.com/
Der Standardweg, um Ruby-Programme zu erstellen, geht über einen Editor[3]. Viele Editoren bieten Hilfen wie Syntaxhervorhebung, automatische Einrückung und Funktionen zu verkleinern. Daher gibt es auch eine riesige Zahl von Programmen, es kann also jeder einen Editor seiner Wahl finden.
Es wird der Quelltext im bevorzugten Editor erstellt und als *.rb abgespeichert.
# mein Hallo-Welt-Programm puts 'Hallo Welt!'
Als Beispiel sei der Quellcode unter ~/hallowelt.rb abgespeichert.
Nun öffnet man das Terminal [3] und wechselt in das Verzeichnis der Quelldatei. In diesem Ordner kann man sodann durch eine einzige Befehlszeile den Code ausführen:
ruby hallowelt.rb
IRB ist Rubys interaktive Konsole. Die Arbeitsweise der interaktiven Ruby-Konsole ist ähnlich der Shell [3] für Linux. Sie ist vor allem für Einsteiger und zum Testen von kleineren Abschnitten des Quelltextes nützlich, da die eingegebenen Befehle sofort ausgeführt werden.
| Tasten | Verwendung |
| ⏎ | Eingabe bestätigen |
| ↑ ↓ | früher eingegebene Befehle auswählen |
| ← → | den Cursor in der aktuell angezeigten Eingabe bewegen |
Rubygems ist das Äquivalent zu Perls Cpan
. Mit Rubygems hat man Zugriff auf ein riesiges Repertoire an Ruby-Modulen (in der Rubysprache "Gems" genannt), die eine unzählbare Anzahl an Funktionen bereitstellen. Um diese bequem aus der Konsole heraus installieren zu können, muss man jedoch zuerst Rubygems aus den Paketquellen installieren [1]:
rubygems (universe )
Hat man Rubygems installiert, kann man bequem vom Terminal [2] aus ein Gem installieren. Will man Beispielsweise Scrubyt
, einen äußerst mächtigen HTML-Parser in seinem Rubyskript benutzen, installiert man es mit:
sudo gem install scrubyt
Danach bindet man das Gem mit:
require 'scrubyt'
in seinem Skript ein und kann dann sämtliche Funktionen des Skripts benutzen.
Ruby on Rails (RoR)
ist ein Framework für Webanwendungen in Ruby. Es kann bequem über ein Gem installiert werden:
sudo gem install rails
Diese Installation bringt direkt WEBrick, einen Webserver der zur Entwicklung von Webanwendungen gedacht ist, mit. Im Gegensatz zu PHP, Python oder Perl basiert die Entwicklung von Webanwendungen mit Rails auf dem Model_View_Controller-Konzept. Dies macht die Entwicklung von Rails-Anwendungen äußerst schnell und eine rudimentäre Blog-Software ist in weniger als einer viertel Stunde bereits voll funktionsfähig und einsatzbereit.
Ein Nachteil von Rails ist die im Vergleich zu PHP langsamere Geschwindigkeit beim Ausführen der Anwendungen, wodurch es bis jetzt eher bei kleinen bis mittelgroßen Projekten, bzw. bei solchen mit den nötigen Hardware-Rücklagen zum Einsatz kam. Rails wird aber ständig weiterentwickelt um den Ressourcenverbauch zu vermindern.
Eine gute Anzahl kostenloser Anleitungen kann auf rubyonrails.de
gefunden werden, wobei bedacht werden sollte, dass das Erstellen von Webanwendungen mit Rails, das Können von Ruby voraussetzt.
Damit mit dem Befehl rails gearbeitet werden kann, muss ggf. noch ein symbolischer Link angelegt werden:
sudo ln -s /var/lib/gems/1.8/bin/rails /usr/bin/rails
Wenn Abhängigkeiten nicht aufgelöst werden können, ist die Option -y hilfreich. Diese sollte aber Standard sein, und wird im Normalfall nicht mehr benötigt. Beispiel:
sudo gem install rails -y
Die Option -y steht hier für das automatische Installieren aller Abhängigkeiten.
Diese Revision wurde am 20. November 2011 um 18:35 Uhr
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