potrace

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Starten von Programmen

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Benutzung
  3. Optionen
  4. Grafische Oberflächen
  5. Weitere Tipps
  6. Hilfe/Handbuch
  7. Links

./potrace-logo.png Potrace 🇬🇧 ist ein freies, von Peter Selinger aktiv entwickeltes, unter GNU General Public License (GPL) herausgegebenes Kommandozeilenpogramm zur Umwandlung von als Rastergrafik (Bitmap) vorliegenden Bilddateien in skalierbare Vektorgrafiken.

Potrace kann folgende Formate importieren und verarbeiten:

Mögliche Ausgabeformate:

Installation

Das Programm ist in den offiziellen Paketquellen vorhanden. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install potrace 

sudo aptitude install potrace 

Benutzung

Programmaufruf

Das Programm wird im Terminal [3] verwendet.

Der allgemeine Befehlsaufruf lautet

potrace [OPTION(EN)] EINGABEDATEI(EN) 

Es können auch mehrere Dateien per Platzhalter in einem Ordner bearbeitet werden. Die Bearbeitung aller BMP-Bilder im Arbeitsverzeichnis erfolgt z.B. durch folgenden Befehl:

potrace [OPTION(EN)...] *.bmp 

Sollen dagegen alle BMP-Bilder im Arbeitsverzeichnis, deren Namen mit "Bild" beginnen, zur Konvertierung herangezogen werden, kann dies auf folgende Weise erreicht werden:

potrace [OPTION(EN)...] Bild*.bmp 

Eine rekursive Verarbeitung ist im Programm nicht vorgesehen, das heißt die zu bearbeitenden Dateien müssen im Arbeitsverzeichnis liegen oder die Pfade manuell angegeben werden.

Ohne explizite Angabe einer Ausgabedatei schreibt potrace das Ergebnis der Umwandlung unter Beibehaltung des Dateinamens mit neuer Dateiendung in das Arbeitsverzeichnis. Soll bei einer einzelnen Eingabedatei der Pfad zur Ausgabedatei oder deren Name individuell festgelegt werden, so kann dies mittels der Option -o bzw. --output DATEINAME vorgenommen werden. Mithilfe dieser Option können bei bestimmten Ausgabedateitypen wie z.B. .pdf auch mehrere Bilder in eine einzelne Ergebnisdatei vereint werden. Beispiel:

potrace -b pdf Bild1.bmp Bild2.bmp Bild3.bmp -o Ausgabedatei.pdf 

Hinweis:

Zu beachten ist generell, dass, falls im Zielverzechnis unter dem Namen der angegebenen oder zu erwartenden Ausgabedatei bereits eine Datei existiert, diese ohne Nachfrage überschrieben wird.

Optionen

Ausgabeformat-Optionen

Ohne Angabe eines Ausgabeformats werden Eingabedateien in der Standardeinstellung als EPS-Datei (Encapsulated PostScript) ausgegeben. Dies entspricht der Option -e bzw. --eps. Soll ein davon abweichendes Ausgabeformat festgelegt werden, so wird dies mittels der Syntax -b DATEITYP bzw. --backend DATEITYP oder der für bestimme Dateitypen alternativ vorgesehenen Ausgabeformat-Optionen erreicht:

Übersicht über die Ausgabeformat-Optionen
Kurzform Langform Erklärung
-b pdf --backend pdf Ausgabe im PDF-Format.
-b pdfpage --backend pdfpage Einheitliche Seitengröße bei Ausgabe als mehrseitiges PDF-Dokument. Standardformat ist hierbei letter; davon abweichende Formatgrößen müssen über Option -P FORMAT bzw. --pagesize FORMAT festgelegt werden.
-b dxf --backend dxf Ausgabe im DXF-Format.
-b gimppath --backend gimppath Ausgabe im Gimppath-Format (siehe GIMP).
-b xfig --backend xfig Ausgabe im XFig-Format.
-p
oder
-b ps
--postscript
oder
--backend ps
Ausgabe im PostScript-Format.
-e
oder
-b eps
--eps
oder
--backend eps
Ausgabe EPS-Format (Encapsulated PostScript) (Standardeinstellung).
-s
oder
-b svg
--svg
oder
--backend svg
Ausgabe im SVG-Format.
-g
oder
-b pgm
--pgm
oder
--backend pgm
Ausgabe im PGM-Format.

Bearbeitungsoptionen

Übersicht über die Bearbeitungsoptionen
Kurzform Langform Erklärung
-P FORMAT --pagesize FORMAT Legt das Seitenformat fest. Mögliche Werte für FORMAT: a4, a3, a5, b5, letter, legal, tabloid, statement, executive, folio, quarto, 10x14 oder benutzerdefiniert mittels DIMENSIONxDIMENSION (Beispiel: 20x30cm). Das amerikanische Format letter ist hierbei die Standardeinstellung.
-W DIMENSION --width DIMENSION Legt die Breite des Ausgabebildes fest.
-H DIMENSION --height DIMENSION Legt die Höhe des Ausgabebildes fest. Hinweis: Sofern bei manueller Angabe von Breite und/oder Höhe deren Relation nicht mehr mit der Relation des Ausgangsmaterials übereinstimmt, führt dies zu einer Verzerrung des Bildes.
-A WINKEL --rotate WINKEL Rotiert das Bild im angegebenen WINKEL gegen den Uhrzeigersinn.
-M DIMENSION --margin DIMENSION Legt einen Rand in der Breite der angegebenen DIMENSION fest. Hinweis: soll nur links, rechts, oben oder unten ein Rand festgelegt werden, so sind die Optionen -L/--leftmargin, -R/--rightmargin, -T/--topmargin oder -B/--bottommargin unter Angabe der gewünschten DIMENSION zu verwenden.
--tight Beschneidet das Bild nahtlos, indem weiße Bereiche um den Bildinhalt entfernt werden.
-i --invert Invertiert die Farben der angegebenen BMP-Datei.
-k --blacklevel n Festlegen der Toleranzgrenze beim Umwandeln von Farbinformationen der Eingangsdatei in schwarze oder weiße Werte. Die Standardeinstellung für n ist 0.5).
--opaque Verarbeitet weiße Innenbereiche undurchsichtig (weiß) statt transparent.

Hinweis:

Der Wert für DIMENSION kann in verschiedenen Einheiten angegeben werden, z.B. 6.5in, 15cm, 100pt. Standardeinstellung ist in (Inch = engl. Zoll) bzw. Pixel (nur für PGM-, DXF- oder GIMPPATH-Ausgabedateien).

Weitere Programmoptionen

Übersicht über die weiteren Programmoptionen
Kurzform Langform Erklärung
--progress Zeigt einen Fortschrittsbalken zum optischen Verfolgen des Verlaufs der Operationen an.
-- Markiert das Ende der Optionseingabe und signalisiert dem Programm, dass nur noch Dateinamen folgen.
-h --help Hilfe anzeigen und Programm beenden.
-v --version Versionsinformationene anzeigen und Programm beenden.
-l --license Lizenzinformationen anzeigen und Programm beenden.

Grafische Oberflächen

Das Kommandozeilenprogramm potrace ist in verschiedene Programme mit grafischer Benutzeroberfläche integriert und wird von ihnen zur Umwandlung von Pixelgrafik in Vektorgrafik verwendet. Beispiele hierfür sind:

und viele andere.

Weitere Tipps

Mit potrace zusammen wird das Programm mkbitmap ausgeliefert. Mithilfe dieses Programms können Graustufen- oder Farb-Eingangsdateien zur Erzielung besserer Ergebnisse bei der Umwandlung in Vektorgrafiken vorbereitet und optimiert werden.

Hilfe/Handbuch

Für über diese Einführung hinausgehende Optionen und Bedienhinweise lohnt ein Blick in die Manpage.