Thunar/Senden an

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Einen Editor öffnen

  2. Root-Rechte erlangen

Inhaltsverzeichnis
  1. Beispiele
    1. Editor
    2. Drucken
    3. Dropbox
    4. Ordner oder Dateien vergleichen
    5. Festplattenbelegung analysieren
  2. Links

./thunar_logo.png Thunar enthält von Haus aus eine "Senden an"-Funktion im Kontextmenü rechte Maustaste, die bei anderen Dateimanagern entweder erst nachinstalliert werden muss oder gar nicht vorhanden ist. Diese Funktion lässt sich, wie vieles andere in Xfce, sehr einfach erweitern. Dafür sind lediglich entsprechende .desktop-Dateien anzulegen. Je nachdem, welchen Gültigkeitsbereich eigene Ergänzungen haben sollen, müssen die Dateien in folgenden Ordnern abgespeichert werden:

./thunar_sendto.png Funktionsweise, Inhalt und Struktur dieser Programmstarter werden im Artikel .desktop-Dateien ausführlich erläutert. Die nachfolgenden Beispiele können mit einem beliebigen Editor [1] erstellt werden, der Dateiname der jeweiligen .desktop-Datei ist frei wählbar.

Beispiele

Editor

Das folgende Beispiel "Senden an Editor" verwendet Leafpad. Man kann auch andere Editoren eintragen.

Man sollte auf den Unterschied zwischen den Parametern %f und %F achten. Ein kleines f steht für eine einzelne Datei, ein großes F für alle markierten Dateien (siehe nächstes Beispiel). Weitere Parameter sind dem Thunar-Menüpunkt "Bearbeiten -> Benutzerdefinierte Aktionen... -> Bearbeiten" entnommen und in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Platzhalter in Thunar
Parameter Funktion
%f Pfad und Name der ersten ausgewählten Datei
%F Pfade und Namen aller ausgewählten Dateien
%d Ordner der ersten ausgewählten Datei (aus "%f")
%D Ordner aller ausgewählter Dateien (aus "%F")
%n der erste ausgewählte Dateiname (ohne Pfad)
%N die ausgewählten Dateinamen (ohne Pfade)

Siehe auch The Exec key 🇬🇧.

Drucken

"Senden an Drucker" schickt markierte Dateien an den Standard-Drucker und enthält als Besonderheit die Definition von MIME-Typen.

Bei der Verwendung muss beachtet werden, ob sich eine Datei überhaupt direkt drucken lässt. Beispiel: Angewendet auf eine HTML-Datei mit dem MIME-Typ text/html druckt der Befehl den Quelltext, nicht die im Browser darzustellende Seite. Die gleiche Problematik gibt es auch bei PDF-Dateien.

Ebenfalls schwierig kann sich der Ausdruck von Bildern gestalten. Hier müsste man den Befehl lp -o fitplot %F benutzen, damit große Bilder auf eine Seite gedruckt werden – was wiederum bei längeren Textdateien eher ungünstig ist. Praktisch muss man also zwei .desktop-Dateien mit unterschiedlichen MIME-Typen anlegen, falls man Bilder auf diesem Weg drucken möchte.

Hinweis:

Mit /usr/share/Thunar/sendto/xfprint.desktop gibt es unter Xubuntu 12.04 bereits einen ähnlichen Eintrag, der xfprint4 statt lp verwendet. Leider taucht dieser nicht im "Senden an"-Menü auf. Der simple Grund: in der Standard-Installation von Xubuntu ist das Paket xfprint4 nicht mehr enthalten (1061846).

Dropbox

Die folgenden Beispiele kopieren ausgewählte Dateien in den (öffentlichen) Dropbox-Ordner (BENUTZERNAME anpassen):

Wer Dateien lieber verschieben (nicht kopieren) möchte, könnte cp beispielsweise durch den Befehl mmv ersetzen (ungetestet).

Ordner oder Dateien vergleichen

Mit Hilfe von Meld kann man nicht nur Textdateien, sondern auch komplette Ordner vergleichen.

Festplattenbelegung analysieren

Mit diesem Eintrag kann man die Festplattenbelegung von Ordnern und Dateien analysieren. Voraussetzung ist das Programm Baobab.