GPA

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Programm starten

  3. Ein Terminalfenster öffnen

  4. Grundlegende Konzepte der Verschlüsselung mit GnuPG

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Bedienung
    1. Schlüsselverwaltung
    2. Dateiverwaltung
    3. Zwischenablage
  3. Links

./gpa_logo.png Der GNU Privacy Assistant 🇬🇧 (GPA) ist eine sehr spartanische grafische Oberfläche (Frontend) für das Kryptografieprogramm GnuPG. Das Programm ist nicht für eine bestimmte Desktop-Umgebung ausgelegt und eignet sich deswegen auch besonders für den Einsatz auf leistungsschwachen Rechnern. Kenntnisse über die Funktionsweise der GnuPG-Verschlüsselung werden vorausgesetzt [4]. Die Lektüre des Artikels GnuPG, der die Kommandozeilenversion gpg behandelt, kann auch nicht schaden, ist aber nicht unbedingt vonnöten.

Installation

Für Ubuntu 12.04 steht GPA nicht zur Verfügung (siehe 831133 🇬🇧). Folgendes Paket muss installiert [1] werden:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gpa 

sudo aptitude install gpa 

Bedienung

Zum Start [2] den Befehl:

gpa --disable-x509 

im Terminal [3] verwenden und ggf. den Eintrag im Anwendungsmenü anpassen. Ansonsten stürzt GPA beim Start ab ( für GPA unter Ubuntu 16.04 nicht mehr nötig )

Schlüsselverwaltung

./gpa_schluessel-fenster.png Nach dem Start des Programms öffnet sich das Fenster "Schlüsselverwaltung" (siehe Abbildung). Unter den Menü-/Symbolleisten befindet sich eine Auflistung des eigenen Schlüsselbundes. Einzelne Schlüssel können per Mausklick angewählt werden, worauf im unteren Drittel des Fensters die genauen Daten dieses Schlüssels inklusive des "Fingerabdrucks" dargestellt werden. In der linken Spalte kann man erkennen, ob es sich um ein eigenes Schlüsselpaar oder einen einzelnen öffentlichen Schlüssel eines Kommunikationspartners handelt. Im unteren Teil des Fensters befinden sich in drei Reitern (Tabs) alle Informationen über den jeweils ausgewählten Schlüssel. Diese Darstellung ist weitaus übersichtlicher als beim Kommandozeilenwerkzeug gpg.

Durch Linksklick linke Maustaste auf die Schaltfläche "Schlüssel mit Verfallsdatum und Vertrauenswerten anzeigen" in der Werkzeugleiste kann man auch die Schlüsseltabelle durch zusätzliche Spalten erweitern, die die wichtigsten Schlüsseleigenschaften bzgl. Vertrauen und Gültigkeit enthalten.

Die Steuerung des GNU Privacy Assistant geschieht über das Programmmenü. Einige Funktionen sind aber auch in der Werkzeugleiste oder im Kontextmenü der einzelnen Schlüssel verfügbar.

Schlüssel-Menü

Im Menü "Schlüssel" befinden sich verschiedene Punkte zur Schlüsselverwaltung. Man kann u.a.

  • neue, eigene Schlüssel erzeugen

  • Schlüssel wieder aus dem Schlüsselbund löschen

  • öffentliche Schlüssel von Kommunikationspartnern importieren

  • den eigenen öffentlichen Schlüssel oder einen signierten Schlüssel von einem Kommunikationspartner exportieren und

  • die Vertrauensstufe, die man in den Besitzer setzt, festlegen

Je nachdem, ob es sich beim angewählten Schlüssel um den eigenen oder einen fremden handelt, kann man auch entweder die Passphrase und Gültigkeitsdauer ändern oder ihn signieren, um ihm bei anderen Leuten mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen. Weitere Erläuterungen dazu im Artikel GnuPG/Web of Trust.

Server-Menü

Hier befinden sich Funktionen, um den eigenen öffentlichen Schlüssel auf einem Schlüsselserver zu veröffentlichen.

In älteren Versionen benutzt GPA dazu die GnuPG-Plugins gpgkeys_ldap und gpgkeys_hkp und nicht das Programm gpg. Leider muss dann GnuPG von Hand mit den entsprechenden Flags kompiliert werden, damit man diese Plugins besitzt. Alternativ kann man auch einfach selbst das Kommandozeilenprogramm gpg benutzen.

Einstellungen

Über den Menüpunkt "Bearbeiten -> Einstellungen" gelangt man in den Einstellungsdialog. Hier kann man den eigenen Standardschlüssel festlegen und den Ort auswählen, an dem nach Schlüsseln gesucht wird:

  • Lokal - Schlüssel werden im lokalen Schlüsselbund gesucht

  • Schlüssel-Server - benutzt die Einstellungen von gpg

  • PKA (Public Key Association) - Schlüssel werden in einem TXT-Record von DNS gesucht (wird aktuell nicht unterstützt)

  • kDNS - Schlüssel werden über einen OpenPGP Web Key Service 🇬🇧 gesucht (wird aktuell nicht unterstützt)

In der Regel sollte man hier Lokal, Schlüssel-Server auswählen, und hat damit dieselbe Funktionalität wie beim direkten Aufruf von gpg auf der Kommandozeile. Die Optionen PKA und kDNS können zwar ausgewählt werden, werden aber nicht abgespeichert.

Außerdem kann man noch die Option "Einstellungen für Fortgeschrittene" anwählen, was aber keine großen Auswirkungen hat.

./gpa_neuer-schluessel.png

Neue Schlüssel

Im "Schlüssel"-Menü befindet sich der Menüpunkt "Neuer Schlüssel", mit dem man sich einen eigenen GnuPG-Schlüssel erstellen kann. Es öffnet sich ein Dialog, in dem verschiedene Angaben abgefragt werden (siehe Abbildung).

Als "Benutzerkennung" sollte man seinen eigenen Namen eintragen. Die E-Mail-Adresse sollte natürlich auch korrekt sein und als "Kommentar" kann man eigentlich eintragen, was man will, z.B. den Namen des Projekts, für den man diesen Schlüssel verwendet, einen Spitznamen oder einfach nur eine Beschreibung wie "geschäftlich" oder "privat". Man kann das Feld auch komplett leer lassen.

Bei der Wahl des Passwortsatzes sollte man sich einigermaßen Mühe geben, eine nicht zu kurze und nicht zu erratende Buchstaben- und Zeichenfolge zu wählen, damit der private Schlüssel auch gut geschützt ist. Den Algorithmus sollte man auf der Voreinstellung RSA belassen und die Schlüssellänge auf 3072 Bit erhöhen.

Wichtig ist außerdem ein Datum anzugeben, an dem der Schlüssel ungültig wird.

Dateiverwaltung

./gpa_dateiverwaltung.png Neben der Schlüsselverwaltung bietet GPA noch eine Dateiverwaltung, mit deren Hilfe man Dateien ver- oder entschlüsseln, signieren oder prüfen kann (Menüpunkt "Fenster -> Dateiverwaltung"). Wer GnuPG nur für E-Mails verwenden möchte, benötigt diese Funktionen aber nicht, da sie in die gängigen E-Mail-Programme bereits integriert sind. Wenn man GPA mit Dateinamen als Kommandozeilenargumenten aufruft, wird direkt dieses Fenster geöffnet und die Dateien geladen, was man z.B. dafür verwenden kann, GPA als Standardanwendung für GnuPG-verschlüsselte Dateien zu definieren.

Leider beinhaltet GPA keinen Texteditor oder Dateibetrachter und auch keine Möglichkeit, externe Programme für diese Zwecke aufzurufen. Man kann also verschlüsselte Dateien nicht direkt betrachten, sondern muss sie in eine neue Datei entschlüsseln und diese dann auf andere Art und Weise öffnen.

Die Schaltflächen der Werkzeugleiste (und die entsprechenden Menüpunkte) haben die folgenden Bedeutungen:

Zwischenablage

Über den Menüpunkt "Fenster -> Zwischenablage" wird ein neues Fenster geöffnet, das prinzipiell über dieselben Funktionen verfügt wie die Dateiverwaltung. Allerdings beziehen sich alle Operationen auf den Text, den man direkt in das Fenster eingeben kann.