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Software RAID mit LVM

Archivierte Anleitung

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Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Dieser Artikel behandelt die Installation von Ubuntu auf ein Software-RAID in Kombination mit dem Logical Volume Manager (LVM). Es wird ein RAID-1 verwendet. Für /boot und Swap werden separate Partitionen verwendet. Das Wurzelverzeichnis wird innerhalb eines LVM installiert. Um ein Software-RAID mit LVM bereits während der Installation einrichten zu können, verwendet man die Alternate Installation.

Installation

Man startet die Installation von der Alternate-CD und folgt den Installationsanweisungen, bis man zum Punkt der Partitionierung kommt. Hier wählt man als Partitionierungsmethode "manuell" und beginnt mit der Einrichtung der RAID-Partitionen.

Hinweis:

Ab Ubuntu 10.04 wird keine separate Partition für /boot mehr benötigt. Somit kann die in diesem Artikel beschriebene Einrichtung einer eigenen /boot-Partition entfallen.

RAID-Partitionen anlegen

Im Installer erstellt man zuerst eine 150 MiB große Partition für /boot. Beim Partitionstyp wählt man "physikalisches Laufwerk für RAID". Anschließend wird eine zweite Partition für Swap von der Größe des verfügbaren Hauptspeichers plus 5% erstellt. Der Partitionstyp ist der gleiche wie bei der ersten Partition. Die letzte anzulegende Partition sollte den restlichen verfügbaren Speicherplatz der Festplatte belegen und ebenfalls vom gleichen Partitionstyp wie die ersten beiden Partitionen sein.

Auf der zweiten Festplatte müssen die gleichen Partitionen wie auf der ersten Festplatte angelegt werden. Bitte beachten, dass die Partitionen in der gleichen Reihenfolge und mit exakt der gleichen Größe wie auf der ersten Festplatte angelegt werden.

RAID einrichten

Nachdem die Partitionen angelegt wurden, wählt man im Partitionierungsmenü den Punkt "Konfiguration Software-RAID". Im folgenden Menü werden aus den vorhandenen Partitionen nun die RAID-Devices von der Form /dev/mdX erstellt.

Anschließend wählt man den Punkt "MD-Gerät erstellen" und wählt auf der folgenden Seite RAID-1 als Typ des RAIDs. Nun kann man noch auswählen, wie viele Partitionen für dieses RAID verwendet werden sollen und wie viele Spare-Partitionen diesem RAID zugeordnet werden sollen. Im nächsten Schritt wählt man die Partitionen aus, welche zugeordnet werden sollen. Hier markiert man zuerst die beiden 150 MiB großen Partitionen.

Für die verbleibenden Partitionen sind zwei weitere md-Geräte zu erstellen. Am Ende hat man nun drei RAID-Geräte erstellt und kann mit der Einrichtung des LVM weitermachen.

LVM anlegen

Nun legt man in der dritten RAID-Partition eine Partition vom Typ LVM an. Als nächster Schritt muss nun das LVM konfiguriert werden. Dazu wählt man den Menüpunkt "Logical Volume Manager konfigurieren". Zunächst muss diese Änderung auf die Festplatten geschrieben werden. Dies bestätigt man im Dialog mit "Ja". Dann muss eine "Volume Group" erstellt werden. Dazu wählt man den Menüpunkt "Volume-Gruppe erstellen".

Nun muss der Name der Volume Group eingegeben werden, z.B. vg1. Im Anschluss daran werden die Partitionen ausgewählt, die zu der Volume Group gehören. Es können nur Partitionen ausgewählt werden, die zuvor als "physikalisches Volume für LVM" deklariert wurden.

Logical Volumes einrichten

Als nächster Schritt können die "Logical Volumes" angelegt werden. Für jedes Verzeichnis, das in einem eigenen Volume sein soll, muss ein Volume angelegt werden. Es ist der Menüpunkt "Logisches Volume erstellen" zu wählen, danach die Volume Group, in der das Logical Volume erstellt werden soll. Es muss der Name des Volumes angegeben und die Größe festgelegt werden.

Hinweis:

Auch wenn es möglich ist, die Größe nachträglich zu verändern, sollte man sich sehr genau überlegen, wie groß jede Volume werden soll. Ein nachträgliches Ändern ist eine komplexe administrative Aufgabe. Außerdem sollte freier Speicherplatz nicht einem Volume zugesprochen werden, sondern freigehalten werden, um später bei Bedarf ein Volume zu vergrößern.

Nachdem alle "Logical Volumes" erstellt wurden, beendet man die LVM Konfiguration über den Menüpunkt "Fertigstellen". Man gelangt nun wieder in das Partitionierungsmenü, in dem nun die einzelnen Logical Volumes ebenfalls aufgelistet werden.

Dateisysteme und Mountpoints festlegen

Als nächster Schritt ist jedes Volume einzeln auszuwählen. Nun wird eine Partition darin erstellt werden und der Mountpoint gesetzt. Danach erhält man eine Übersicht.

/boot und Swap

Die erste RAID-Partition formatiert man mit dem Dateisystem "ext3" und weist ihm als Einhängepunkt /boot zu. Die zweite RAID-Partition wird als Swap-Partition verwendet.

Hinweis:

Dies ist nur eine Beispielkonfiguration. Man sollte sich genau überlegen, wie viele Logical Volumes man benötigt, welche Größe sie haben und welche Verzeichnisse in einem eigenen Volume sein sollten.

Nun kann man die Einrichtung des LVM mit dem Menüpunkt "Partitionierung beenden und Änderung übernehmen" abschließen. Der Rest der Installation verläuft wie im Artikel Alternate Installation beschrieben.

Diese Revision wurde am 10. August 2018 18:30 von BillMaier erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Server, LVM, RAID, Installation