Archiv/PDA PalmOS

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

  2. Installation von Programmen

  3. Bearbeiten von Paketquellen

Inhaltsverzeichnis
  1. Anschließen des PDAs
  2. Synchronisation
    1. Grafische Frontends
    2. Tools für die Kommandozeile
  3. Den Palm füttern
    1. Programme & Lesestoff für den Palm
    2. Newskanäle und RSS-Feeds
    3. PDF
    4. PalmFiction
  4. Links

./palm_logo.png Handhelds mit dem Betriebssystem Palm OS sind in ihrer Verbreitung zwar rückläufig, aber es gibt sie noch. Neben dem klassischen Anwendungsgebiet der Adress-/Kalender- und Aufgabenverwaltung gibt es unzählige Applikationen aus vielen Anwendungsbereichen.

Diese Seite gibt eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten, mit diesen Geräten unter GNU/Linux bzw. Ubuntu zu kommunizieren.

Anschließen des PDAs

PDAs werden entweder per serieller Schnittstelle oder per USB angeschlossen. Ist der PDA über die serielle Schnittstelle an den PC angeschlossen, wird er höchstwahrscheinlich über /dev/ttyS0 ansprechbar sein. Analog dazu ist der Palm beim Anschluss an einen USB-Port vermutlich über die Gerätedatei /dev/ttyUSB0 erreichbar. Seit Feisty wird ein Palm direkt über libusb angesprochen, die dazugehörige Gerätedatei lautet usb:, dadurch sind die unteren Schritte nicht mehr notwendig.

Die genaue Gerätebezeichnung kann man ablesen, indem man nach der Eingabe des folgendes Befehls [1] einen Hotsync inititiert:

tail -f /var/log/messages 

Das System gibt eine Meldung aus, die eine wichtige Information für den Gebrauch von Synchronisationssoftware liefert, z.B.

... usb 2-2: Handspring Visor / Palm OS converter now attached to ttyUSB0
... usb 2-2: Handspring Visor / Palm OS converter now attached to ttyUSB1

Bei einigen Geräten (z.B. Tungsten T) werden wie im obigen Beispiel zwei Zeilen ausgegeben, die erste Zeile ist dann die relevante. Da die Anwendungen, die mit dem Palm kommunizieren, standardmäßig /dev/pilot ansteuern, wird die Gerätebezeichnung für die Einrichtung der Software benötigt. Man kann /dev/pilot aber auch durch das Setzen eines symbolischen Links nutzbar machen:

sudo ln -s /dev/ttyUSB0 /dev/pilot 

Synchronisation

Grafische Frontends

Das primäre Aufgabengebiet eines PDAs ist die Verwaltung von Kalenderdaten, Adressen und Aufgaben sowie E-Mails und Notizen. Diese Daten werden mit der bevorzugten PIM-Suite (Personal Information Manager) am PC abgeglichen.

Die Synchronisationssoftware verwaltet die Daten in sogenannten Conduits. Für jede Aufgabe gibt es jeweils ein eigenes Conduit, d.h. für Kontakte, Kalender, Aufgaben, Notizen, Mail, Installation u.a..

Unter Ubuntu stehen mehrere grafische Lösungen bereit, die alle einen vergleichbaren Funktionsumfang bieten:

  1. J-Pilot ist das Pendant zur Palm Desktop Software (für Windows).

Tools für die Kommandozeile

Folgendes Paket muss installiert [2] werden:

Synchronisation und Programminstallation ist möglich mit der Suite pilot-link. Für die Suite gibt es mehrere Conduits, die mit dem Palm abgeglichen werden können. Eine Konsolenlösung ist wahrscheinlich nicht das Optimum, die Suite bietet aber mit pilot-xfer eine schnelle Möglichkeit, Programme auf dem Palm zu installieren. Der Hotsync muss dabei vor dem Absetzen des Befehls[3] aktiviert werden.

pilot-xfer -p /dev/ttyUSB0 -i programm.prc 

Den Palm füttern

Ein PDA ist vielseitig einsetzbar und für die persönliche Kalender- und Kontaktverwaltung allein zu schade. Nachdem nun geklärt ist, wie Programme auf den Palm übertragen werden, gibt die nachfolgende Zusammenstellung eine Übersicht von Anwendungen mit ihren dazugehörigen Inhalten. Das können eBooks, Webseiten, News oder andere Dokumente (z.B. mit einer Textverarbeitung erstellt) sein. Auf die zahlreichen Formate und die dazugehörigen Reader soll hier nicht eingegangen werden:

Hinweis:

Die Ausstattung und Kapazitäten von PDAs weichen modellbedingt voneinander ab. Der zu Grunde liegende Artikel stützt sich auf die Erfahrungen mit einem Tungsten T (Palm OS 5, SD-Karte) und sollte mindestens auf die Tungsten-Reihe übertragbar sein. Ist kein Speicherkarten-Slot vorhanden (z.B. Zire2x-Reihe), müssen die betreffenden Dateien natürlich in den internen Speicher übertragen werden.

Programme & Lesestoff für den Palm

Newskanäle und RSS-Feeds

Plucker

Plucker ist ein offline-Webseiten- und eBook-Reader. Das Open-Source-Projekt ist flexibel, kann mit verschiedenen Formaten umgehen und bietet sich daher auch für das Erstellen eigener eBooks an. Alternativ dazu gibt es Sunrise, es ist stabiler und bietet einen größeren Funktionsumfang.

Weitere RSS-Reader

Unter den folgenden Links findet man weitere RSS-Reader:

PDF

Der "Acrobat Reader for Palm OS" ist nicht für GNU/Linux erhältlich.

Ein PDF-Viewer auf der Basis von Xpdf ist PalmPDF 🇩🇪 . Die Software ist der erste native Viewer für Palm OS und kann PDFs ohne vorherige Konvertierung lesen. Der Haken ist, dass, auch wenn das Programm selbst wenig Speicher belegt, beim Öffnen von Dateien jedoch auf älteren Modellen schnell an seine Grenzen stößt.

Hinweis:

Es gibt zwar die Möglichkeit, den verfügbaren dynamischen Speicher zu erhöhen (siehe dazu PalmPDF-Webseite), der Tungsten T der Autorin dieses Artikels verabschiedet sich aber selbst beim Öffnen von Dateien (die größentechnisch im 3stelligen KB-Bereich liegen) und Zoomen mit einem fröhlichen Soft-Reset.

Alternative

Das Prinzip besteht darin, dass nicht die PDF-Datei selbst konvertiert, sondern nur den Inhalt. Das geht mit dem Adobe Reader oder KPDF, Nicht-KDE-Nutzer müssen das Paket in der Regel nachinstallieren.

Adobe Reader

Man öffnet die gewünschte Datei mit dem Adobe Reader und speichert den Inhalt mittels "File -> Save as Text" als Textdatei ab. Dabei gehen Textformatierungen, Links und Grafiken verloren. Demzufolge lohnt sich eine Konvertierung auf diese Weise nur, wenn die Datei im Wesentlichen aus Text besteht.

Ein weiterer Nachteil ist, dass dies nicht mit jedem PDF-Dokument funktioniert. Dann ist dieser Menüpunkt versionsabhängig entweder ausgegraut oder nicht vorhanden.

KPDF

Zunächst müssen folgende Pakete installiert sein:

  • kpdf

  • txt2pdbdoc (universe)

Und so geht's:

  1. Man öffnet die gewünschte Datei mit KPDF. Dann markiert man mit dem Auswahlwerkzeug den gewünschten Bereich. Im erscheinenden Menü wählt man "Text in Zwischenablage kopieren" und speichert den Inhalt dann in eine Textdatei. Dabei gehen Textformatierungen, Links und Grafiken verloren. Demzufolge lohnt sich eine Konvertierung auf diese Weise nur, wenn die Datei im Wesentlichen aus Text besteht.

  2. Der Text wird anschließend mit dem Tool txt2pdbdoc in ein PDB konvertiert, das mit dem Mobipocket Reader 🇬🇧 gelesen werden kann. Dabei wird folgende Syntax angewendet:

    txt2pdbdoc document_name file.txt file.pdb 
  3. Anschließend kann die Datei auf die Speicherkarte nach /eBooks kopiert werden.

Achtung!

Werden Umlaute nicht umgewandelt, muss der Zeichensatz der genutzten-Terminal-Software angepasst werden, im Falle des gnome-terminal unter "Menü -> Terminal -> Zeichenkodierung festlegen".

PalmFiction

PalmFiction 🇷🇺 wird an dieser Stelle gesondert erwähnt, da der Dokumentenbetrachter einige weit verbreitete Formate unterstützt, darunter OpenDocument, RTF und MS Word. Die Dokumente können ohne vorherige Konvertierung direkt von der Speicherkarte geladen werden. Leider werden die Dokumente als reiner Text dargestellt, das heißt, Verweise, Formatierungen und Grafiken werden nicht angezeigt, auch eine Bearbeitung ist (noch) nicht möglich. Das Programm kann von der SourceForge-Projektseite 🇬🇧 heruntergeladen werden.