Archiv/Flasher

Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

  3. Paketinstallation .deb

  4. Root-Rechte

Inhaltsverzeichnis
  1. Verwendung
    1. Download und Installation von Flasher
    2. Download des Maemo-Images
    3. Gerät flashen
  2. Problembehebung
  3. Optionen
  4. Matan's Rescue Boot (Nur N900)
  5. Links

./Maemo-logo-color-160px.png Flasher ist ein Programm, mit dem man die Firmware von Nokia-Handys und -Internet Tablets mit der Linux-Distribution Maemo 🇬🇧 (Nokia 770, N800, N810, N900) aktualisieren bzw. neu installieren kann. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn das Gerät abstürzt oder nicht mehr richtig funktioniert. Bevor man es zurück zum Händler oder Hersteller schickt, sollte man erst Software-Fehler ausschließen, indem man die Firmware neu installiert.

Verwendung

Um Flasher zu verwenden, braucht man vier Dinge: Das Programm selbst, ein Maemo-Image, ein USB-Kabel für das Gerät und natürlich das Gerät selbst. Letztere zwei werden standardmäßig mitgeliefert, erstere zwei kann man kostenlos im Internet herunterladen. Beides kann man bei der Maemo-Community 🇬🇧 herunterladen. Nach dem Download installiert man das Paket wie jedes andere DEB-Paket[3].

Achtung!

Beim Aktualisieren der Firmware (Flashen) werden ausnahmslos ALLE Daten vom Gerät gelöscht, inklusive persönlicher Daten! Es wird dadurch in den Zustand einer Werksauslieferung gesetzt. Falls das Gerät noch funktioniert, sollte man ein Backup aller persönlichen Daten erstellen und auf der Speicherkarte sichern und diese dann aus dem Gerät entfernen. Falls man keine Speicherkarte hat, sollte man die Backup-Datei auf den Rechner kopieren. Falls das Gerät - oder besser gesagt sein Betriebssystem - nicht mehr funktioniert, ist eine Datensicherung unmöglich. Die Daten sind unweigerlich verloren. Deshalb sollte man immer regelmäßig eine Sicherung anlegen. Bevor man das Gerät flasht, muss der Akku vollständig geladen sein.

Download und Installation von Flasher

Flasher ist weder in den Standard- noch in anderen Paketquellen enthalten. Die Maemo-Community bietet jedoch DEB-Pakete zum Download an.

Hinweis:

Den Flasher gibt es nur in einer 32-Bit-Version. Diese funktioniert jedoch tadellos unter 64 Bit. Da aber sowohl das Software-Center als auch dpkg die Installation mit der Begründung "Falsche Architektur" verweigern, muss man etwas tricksen, siehe 64bit-Architektur (Abschnitt „32-Bit-Programme-erzwingen“).

Nokia N800, N810, N900

Von der Maemo-Community 🇬🇧 werden DEB-Pakete ⮷ angeboten. Die unterstützten Ubuntuversionen und Architekturen werden aufgelistet. Nachdem man sie für die korrekte Ubuntuversion und Architektur geladen hat, müssen DEB-Pakete noch installiert werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Nokia 770

Von der Maemo-Community 🇬🇧 werden DEB-Pakete ⮷ angeboten. Die unterstützten Ubuntuversionen und Architekturen werden aufgelistet. Nachdem man sie für die korrekte Ubuntuversion und Architektur geladen hat, müssen DEB-Pakete noch installiert werden.

Hinweis!

Fremdpakete können das System gefährden.

Download des Maemo-Images

Es gibt verschiedene Images für verschiedene Geräte:

Nachdem man auf den entsprechenden Link geklickt hat, landet man erstmal auf einer Seite, auf der man die Seriennummer (IMEI) seines Gerätes eingeben muss. Diese findet man folgendermaßen:

Diese Seriennummer gibt man auf der Seite ein - ohne die Schrägstriche, falls man die Nummer dem Akkufach-Aufkleber entnommen hat. Nach Klicks auf "Send" und "Accept" bekommt man eine Liste mit verschiedenen Images angezeigt. Wenn man nicht in den USA, Großbritannien, Süd- oder Westafrika wohnt, und auch kein Bastler ist, der die Vanilla-Version benötigt (installieren sollte man diese nämlich nicht auf seinem Gerät), nimmt man die Global-Version.

Gerät flashen

Achtung!

Bevor man das Gerät flasht, sollte man sicherstellen, dass der Akku vollständig geladen ist. Wird dieser während des Flashens schwach, hat man ein riesiges Problem. Ohne Strom kann das Gerät das Image nämlich nicht speichern. Ohne dass zumindest ein bestimmter Teil der Firmware installiert ist, kann das Gerät den Akku aber auch nicht laden. Siehe Abschnitt #Problembehebung.

Hat man Flasher installiert und das Maemo-Image heruntergeladen, öffnet man ein Terminal[2], wechselt zu dem Verzeichnis, in dem sich das Image befindet und gibt dort folgenden Befehl ein[4]:

sudo flasher-3.5 -F <Name der Image-Datei> -f -R 

Hinweis:

Dieser Befehl bezieht sich auf die beim Schreiben dieses Artikels aktuelle Flasher-Version 3.5. Ist inzwischen eine neue Version erschienen, muss man den Befehl entsprechend anpassen.

Es erscheint der Hinweis:

Suitable USB device not found, waiting

N900

Nun hält man die Taste U auf dem Gerät fest und verbindet das Gerät per USB mit dem Rechner. Es schaltet sich ein und zeigt das Nokia-Logo. Sobald dieses verschwindet, kann man die Taste wieder loslassen. Flasher schreibt das Image auf den Gerätespeicher. Sobald die Eingabeaufforderung erscheint, ist Flasher fertig. Die Verbindung kann nun getrennt werden. Das Gerät installiert die Firmware neu. Nach einem Neustart präsentiert es sich wie nach dem Auspacken. Man muss also erst mal Grundeinstellungen wie Datum und Uhrzeit vornehmen.

Hinweis:

Manchmal kommt es vor, dass die SIM-Karte nicht erkannt wird. Auch ein Neustart hilft nichts. In diesem Fall muss man über ein WLAN-Netz ins Internet, um die neuesten Maemo-Updates über den Programmmanager zu installieren. Eines dieser Updates behebt das Problem.

Nun ist das Flashen abgeschlossen. Man sollte jedoch baldmöglichst ins Internet, um Updates zu installieren. Danach kann man das Backup, falls vorhanden, zurückspielen.

N810, N800, 770

Nun verbindet man das Gerät per USB mit dem Rechner. Dann hält man die Home/Swap-Taste fest (ein Haus beim 770 und N800 und zwei sich überlappende Vierecke beim N810) und drückt den Ein-/Ausschaltknopf so lange, bis sich das Gerät einschaltet. Wenn das Nokia-Logo verschwindet, kann man die Taste loslassen. Weiter geht es wie beim N900.

Problembehebung

Optionen

Der obige Befehl gilt, wenn man einfach nur sein Gerät reparieren will. Für Bastler, Programmierer und Neugierige bietet Flasher jedoch noch weitere Optionen.

Achtung!

Wenn ein normaler Flashvorgang missglückt, kann er meistens wiederholt werden, weil der wichtigste Teil der Firmware, der zum Aufladen des Akkus und zum Flashen notwendig ist, zuerst installiert wird. Unverantwortliches Herumspielen mit den Flasher-Optionen kann jedoch dafür sorgen, dass das Gerät überhaupt nicht mehr bootet, also auch nicht mehr geflasht werden kann.

Die wichtigsten Flasher-Optionen
Option Beschreibung Bemerkung
-F, --fiasco Der Ort des FIASCO-Images
-k, --kernel Der Ort des Kernel-Images
-n, --initfs Der Ort des initfs-Images
-r, --rootfs Der Ort des Root-JFFS2-Images
--cmt-2nd Der Ort des CMT-FIASCO-2nd-Images
--cmt-algo Der Ort des CMT-FIASCO-algorythm-Images
--cmt-mcusw Der Ort des CMT-FIASCO-MCUSW-Images
--cmt-no-verify CMT-Verifikation deaktivieren Keine Argumente
-x, --xloader Der Ort des X-Loader-Images
-s, --secondary Der Ort des NOLO-secondary-bootloader-images
-2, --2nd Der Ort NOLO-cold-flasher-Images
-u, --unpack Das Image extrahieren Argumente sind optional
-f, --flash Alle angegebenen Images laden und auf das angeschlossene Gerät flashen Keine Argumente
-l --load Die angegebenen Images nur laden Keine Argumente
-b, --boot Den Kernel booten mit optionaler Kommandozeile Argumente sind optional
-R, --reboot Das Gerät nach dem Flashen neu starten Keine Argumente
-i, --read-device-id Den Gerätetyp ausgeben Keine Argumente
-S, --serial-port Serielle Schnittstelle zum Flashen benutzen
-I, --init-port Die serielle Schnittstelle nur initialisieren
-U, --usb-device Ein ganz bestimmtes USB-Gerät nutzen. Notwendig, wenn mehrere Maemo-Geräte angeschlossen sind.

Das Maemo-Wiki 🇬🇧 beschreibt noch weitere Flasher-Optionen.

Matan's Rescue Boot (Nur N900)

Viele Kernel-Fehler verursachen eine sogenannte Reboot Loop: Das Gerät startet, läuft eine Weile, stürzt ab, startet neu, läuft eine weile, stürzt wieder ab... Der Abstand zwischen dem Start und dem Absturz beträgt meistens etwa 20 Sekunden - zu kurz, um die Daten zu sichern. Normalerweise käme hier nur das Flashen in Frage. Rescue Boot vom israelischen Programmiereer Matan startet Maemo in einem abgesicherten Modus und unterbricht so die Reboot Loop. So kann man zumindest noch die Daten sichern. Kernel-Fehler, die eine Reboot Loop verursachen, werden meistens von fehlerhafter Software oder zu experimentierfreudigen Nutzern verursacht. Die Maemo.org-Paketquelle extras-devel enthält Software in einem sehr frühen Entwicklungsstatus. Solche Software kann durchaus das ganze System zerstören und eine Reboot Loop verursachen. Deshalb sollte man Rescue Boot installieren, wenn man

Hinweis:

Rescue Boot muss man natürlich vor der Reboot Loop installieren, danach geht es ja nicht mehr.

Rescue Boot selbst befindet sich zwar auch in extras-devel, läuft aber tadellos. Bevor man Rescue Boot installiert, muss man erstmal die extras-devel-Paketquelle integrieren. Dazu stellt man in der Katalogverwaltung des Programmmanagers ("Menü -> Progr.-Manager -> Titelleiste -> Programmkataloge") mit "Neu" folgende Werte ein:

Achtung!

In extras-devel befinden sich wie gesagt Programme in Entwicklung sowie brandaktuelle Alpha- und Beta-Versionen eines in extras stabilen Programms. In den Standardeinstellungen installiert Maemo diese Aktualisierungen, weil sie eine höhere Versionsnummer haben. Deshalb sollte man die Paketquelle nach der Installation von Rescue Boot wieder entfernen.

Katalogname Maemo.org extras-devel (oder etwas anderes, der Name ist frei wählbar)
Internetadresse http://repository.maemo.org/extras-devel
Verteilung fremantle
Komponenten free non-free

Natürlich kann man die Paketquelle auch direkt in die Datei /etc/apt/sources.list einfügen. Dazu braucht man allerdings Root-Zugriff 🇬🇧 sowie einen brauchbaren Texteditor.

Falls es nun zur Reboot Loop kommt, sollte man erst mal den Akku herausnehmen, um sie zu unterbrechen. Danach setzt man ihn wieder ein, öffnet die Kameraklappe und schaltet mit gedrückter Kamerataste das Gerät ein. Sobald man die PIN eingeben muss, kann man die Tasten loslassen und die Klappe schließen. Nachdem man die PIN eingegeben oder die Eingabe übersprungen hat, passiert alles automatisch, man muss nichts machen.

Sobald das Gerät erfolgreich gestartet wurde und innerhalb von zwei Minuten nicht wieder abstürzt, sollte man, nachdem man ggf. die Daten gesichert hat, es neu starten. Bleibt die Reboot Loop auch ohne Rescue Boot aus, hat das Programm den Fehler von selber behoben und man kann das Gerät wie gewohnt weiterbenutzen. Falls es wieder zur Reboot Loop kommt - nach dem Neustart mit oder ohne Rescue Boot - sollte man das Gerät flashen, wie oben beschrieben.