Archiv/Bootsplash anpassen

Achtung!

Diese Anleitung gilt nur für ältere Versionen vor Ubuntu 9.10 Karmic Koala. Ab Ubuntu 10.04 verwendet Ubuntu Plymouth an Stelle von Usplash.

Archivierte Anleitung

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Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Bearbeiten von Paketquellen

  3. Ein Terminal öffnen

  4. Ein einzelnes Paket installieren

Inhaltsverzeichnis
  1. Fertiges Design
  2. Eigenes Design
    1. Installation
    2. Vorbereitungen
    3. Splashscreen-Bilder vorbereiten und erse...
    4. Vorbereitungen zum DEB-Paket bauen
    5. Usplash-Paket bauen und installieren
    6. Auswahl des Designs
  3. StartUp-Manager
  4. Alternativen
  5. Links

./usplash.png Usplash ermöglicht das Anzeigen einer (animierten) Grafik beim Systemstart, die den Zustand des Bootvorgangs grafisch darstellt. Diese Grafik kann durch eine eigene ersetzt werden.

Fertiges Design

Sucht man beispielsweise auf gnome-look.org 🇬🇧 nach dem Begriff "usplash", findet man verschiedene fertige Designs für Usplash, die benutzt werden können. Wie eingangs beschrieben sind Designs für Usplash mehr als nur Bilder - zur Installation muss man daher mehr machen, als nur eine Datei zu kopieren.

Lädt man solch ein Archiv herunter und entpackt es beispielsweise auf dem Desktop, so sollte es eine Datei mit der Endung .so enthalten. Diese Datei beinhaltet das zu verwendende Bild, die Farbverläufe usw. Im Folgenden wird diese Datei beispiel_usplash_theme.so genannt.

Das Design muss erst an die richtige Stelle kopiert werden. Dies ist unter Ubuntu und allen Derivaten das Verzeichnis /usr/lib/usplash.

sudo cp ~/Desktop/beispiel_usplash_theme.so /usr/lib/usplash 

Anschließend muss die symbolische Verknüpfung /usr/lib/usplash/usplash-artwork.so erweitert werden:

sudo update-alternatives --install /usr/lib/usplash/usplash-artwork.so usplash-artwork.so /usr/lib/usplash/beispiel_usplash_theme.so 10 

und das neue Design damit verlinkt werden:

sudo update-alternatives --config usplash-artwork.so 

Dabei wird gefragt, welches Design zu aktivieren ist. Angeben wird die Zahl, die links neben dem Pfad steht.

Abschließend muss noch das neue Design in den Kernel (Kernelabbild) eingebaut werden.

sudo update-initramfs -u 

Ab dem nächsten Neustart sollte das neue Design nun verwendet werden.

Eigenes Design

Es ist auch möglich, sich aus einem beliebigen Bild ein Design für Usplash zu erstellen.

Installation

Folgende Pakete müssen installiert [1] werden:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install build-essential fakeroot startupmanager 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://build-essential,fakeroot,startupmanager

Vorbereitungen

Nun muss das Usplash-Quellpaket geholt werden (dazu müssen allerdings die Quelltext-Quellen freigeschaltet sein [2]):

apt-get source usplash-theme-ubuntu
sudo apt-get build-dep usplash-theme-ubuntu 

Danach findet man einen usplash-Ordner (z.B.: usplash-theme-ubuntu-0.17) in seinem Homeverzeichnis. Dort befinden sich auch die Bilder, die man nach Belieben bearbeiten und ersetzen kann.

Splashscreen-Bilder vorbereiten und ersetzen

Eine Möglichkeit ist, die Bilder mit GIMP vorzubereiten. Weitere Bildbearbeitungsprogramme findet man in der Übersicht Grafik.

Hinweis:

Floyd-Steinberg (reduziertes Farbbluten) liefert meist die besten Ergebnisse.

Wenn man das Ganze noch etwas verfeinern möchte, dann kann man vor dem Indizieren noch den einen oder anderen Filter benutzen, z.B.:

Am besten etwas herumexperimentieren und die Bilder dann vergleichen.

Mit den fertig erzeugten Bildern ersetzt man die Bilder in dem usplash-Ordner. Wichtig dabei ist, dass die Namen der alten/originalen Bildern beibehalten werden. Das macht die Sache etwas einfacher.

Vorbereitungen zum DEB-Paket bauen

Nun muss man einige Vorbereitungen treffen, damit das Kompilieren fehlerlos verläuft. Dazu geht man in den usplash-Ordner, öffnet folgende Dateien mit einem Texteditor und führt die Änderungen durch.

Datei Änderung
Makefile alle usplash-theme-ubuntu.so in usplash-theme-meintheme.so (Wichtig: nur *.so) . (Zeile: 13, 29)
debian/changelog in der ersten Zeile usplash-theme-ubuntu in usplash-theme-meintheme, ggf. sein eigenes Changelog schreiben.
debian/control usplash-theme-ubuntu in usplash-theme-meintheme (Zeile: 1, 8)
debian/rules in der 30. Zeile usplash-theme-ubuntu in usplash-theme-meintheme
debian/postinst in der 9. Zeile usplash-theme-ubuntu.so in usplash-theme-meintheme.so

Usplash-Paket bauen und installieren

Nachdem alle Vorbereitungen getroffen wurden, geht man im Terminal [3] in den usplash-Ordner (dort, wo Bilder und Makefile liegen) und baut das Paket mit

dpkg-buildpackage -rfakeroot -uc -us 

Wenn alles erfolgreich verlaufen ist, befindet sich nun im Homeverzeichnis das fertige DEB-Paket, das man einfach installieren [4] kann.

Auswahl des Designs

Zum Auswählen des installierten Usplash-Designs werden folgende Befehle in den Terminal eingegeben:

Mit diesem Befehl wählt man sein gerade hinzugefügtes Design bei Alternativen-System aus.

sudo update-alternatives --config usplash-artwork.so 

Gefolgt von dem nächsten Befehl, um die Auswahl für den Bootprozess zu aktivieren.

sudo dpkg-reconfigure linux-image-$(uname -r) 

StartUp-Manager

Der Startup Manager ist ein Programm, um u.a. Usplash-Designs grafisch zu verwalten und neue Designs zu installieren.

Man startet den StartUp-Manager über "System → Systemverwaltung → StartUp-Manager" und klickt oben auf die Registerkarte "Aussehen". Dort kann man unter "Usplash-Thema" sein frisch-erstelltes oder einen alternatives Design auswählen und mit der Schaltfläche "Schließen" die Einstellungen anwenden. Ab jetzt sollte schon beim Herunterfahren des Rechners das neue Usplash-Design zu sehen sein.

Alternativen

Siehe How To Easily Change Ubuntu Usplash Screen 🇬🇧. Prinzipiell wird dabei Usplash durch splashy ersetzt. Das Paket befindet sich in den offiziellen Paketquellen, funktioniert aber aufgrund eines Bugs erst ab Ubuntu 9.04.