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Archivierte Anleitung

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

  2. Einen Editor öffnen

  3. Installation von Programmen

Hinweis:

In dieser Anleitung wird als Netzbetreiber "T-Mobile" verwendet. Die Einstellungen für andere Netzbetreiber sind weiter unten angeführt.

Inhaltsverzeichnis
  1. Mobiltelefon als Modem
  2. Bluetooth-Verbindung starten
    1. Automatisch Handy mit PC verbinden
  3. NetworkManager zur Verbindungsherstellung
  4. Gnome PPP für die Verbindung verwenden
    1. Installation von GNOME PPP
    2. Konfiguration
  5. wvdial für die Verbindung verwenden
    1. wvdial konfigurieren
    2. Verbindung aufbauen
  6. Einstellungen für andere Netzbetreiber
    1. Vodafone
    2. E-Plus
    3. O2
    4. T-Mobile Internet
    5. T-Mobile E-Mail-Flat
    6. HanseNet Alice Mobil
    7. DREI [Österreich]
    8. Telering [Österreich]

Mobiltelefon als Modem

Wiki/Icons/bluetooth.png

Diese Anleitung erklärt, wie man sich mit dem PC/Laptop per Bluetooth über ein Handy ins Internet einwählen kann. Sie sollte sowohl mit GPRS als auch UMTS funktionieren.

Bluetooth-Verbindung starten

Zuerst muss natürlich Bluetooth sowohl im Mobiltelefon als auch im PC eingeschaltet sein und die Sichtbarkeit des Mobiltelefons aktiviert sein. Dann muss man die MAC-Adresse des Mobiltelefons herausfinden [1]:

hcitool scan 

Die Ausgabe lautet z.B.

Scanning ...
        00:1B:AF:CF:DC:2E       Nokia 6110 Navigator

Die Zeichenfolge 00:1B:AF:CF:DC:2E ist die MAC-Adresse. Nun wird der Bluetooth-Kanal, auf dem die Internet-Verbindung (Dial-up-networking, kurz: DUN) stattfinden wird, benötigt. Dazu folgenden Befehl eingeben:

sdptool search DUN 

und nach dem Eintrag Channel suchen. Diesen Bluetooth-Kanal merken, z.B. Channel: 4. Jetzt muss noch das Bluetooth-Mobiltelefon als ansprechbares Gerät in Ubuntu eingebunden werden:

sudo /usr/bin/rfcomm bind 0 01:23:45:67:89:AB 4 

Statt 01:23:45:67:89:AB natürlich die eigene MAC-Adresse verwenden und statt 4 den entsprechenden Bluetooth-Kanal. Das Handy fragt beim ersten Verbindungsversuch nach einem PIN. Es kann ein beliebiger PIN eingegeben werden. Wurde der PIN eingegeben, fragt jetzt auch Ubuntu nach dem PIN. Hier muss klarerweise derselbe PIN wie auf dem Handy angegeben werden. Wenn alles gut geht, ist die Bindung zwischen PC und Handy hergestellt.

Hinweis:

Das Einbinden des Mobiltelefons per bind-Befehl muss nach jedem Neustart des PCs wiederholt werden.

Mit dieser Vorgehensweise wird mit dem Mobiltelefon allerdings noch keine Verbindung an sich hergestellt, dies geschieht erst bei der Einwahl mit wvdial oder Gnome PPP. Möchte man jedoch auch sofort eine Verbindung mit dem Mobiltelefon herstellen, ohne die Einwahl zu starten, ersetzt man das bind durch connect:

rfcomm connect rfcomm0 00:11:22:33:44:55 2 

Automatisch Handy mit PC verbinden

Um nicht nach jedem Neustart das Handy neu mit dem PC verbinden zu müssen, die Datei /etc/bluetooth/rfcomm.conf mit Root-Rechten öffnen [2] und wie folgt ändern:

rfcomm0 {
# Automatically bind the device at startup
bind yes;

# Bluetooth address of the device
device 00:1B:AF:CF:DC:2E;

# RFCOMM channel for the connection
channel 4;

# Description of the connection
comment "Nokia 6110 Navigator";
}

Die Datei speichern und schließen.

NetworkManager zur Verbindungsherstellung

siehe chewearn's blog - Ubuntu Lucid Lynx Mobile broadband tethering to Nokia N95

Gnome PPP für die Verbindung verwenden

Installation von GNOME PPP

Folgende Pakete müssen installiert [3] werden:

Nach der Installation findet man im GNOME-Menü den Starter unter "Anwendungen -> Internet ->GNOME PPP".

Konfiguration

Hauptfenster

Nach dem Start von GNOME PPP erscheint das Hauptfenster. Hier nimmt man folgende Einstellungen vor:

  • Benutzername: t-mobile

  • Passwort: tm

  • Telefonnummer: *99***1#

Dann klickt man auf die Schaltfläche "Konfiguration" und nimmt folgende Einstellungen vor:

Reiter Modem

  • Gerät: /dev/rfcomm0

  • Typ: USB-Modem

  • Geschwindigkeit: 460800

  • Auf Wählton warten: "[Kontrollkästchen aktivieren]"

Reiter Modem, Schaltfläche Initialisierungsstrings:

Hinweis:

Sollte der APN (z.B. "internet.eplus.de") bereits im Mobiltelefon konfiguriert sein (etwa, um den internen Browser zu nutzen), kann auf die Angabe der Inititialisierungsstrings manchmal (aber leider nicht immer) vollständig verzichtet werden.

  • Init 2: ATH

  • Init 3: ATE1

  • Init 4: AT+CGDCONT=1,"IP","internet.t-d1.de","0.0.0.0",0,0

Reiter Netzwerk

Folgende Optionen müssen aktiviert sein:

  • Dynamische IP-Adresse

  • Automatischer DNS

Reiter Optionen

Folgendes muss aktiviert sein:

  • Leitung überprüfen

  • Standard Route überprüfen

  • Ignoriere Terminalstrings (stupid mode)

  • Wartezeit: 0 (deaktiviert)

Alle anderen Einstellungen sind im Moment nicht weiter wichtig.

Jetzt kann das Konfigurations-Fenster geschlossen werden und mit der Schaltfläche "Verbinden" im Hauptfenster die Verbindung hergestellt werden.

Probleme

Seit jaunty kommt es teilweise zu einem Problem bei der Rechtevergabe des Modems, sodass es nur mit sudo gnome-ppp möglich ist, eine Verbindung herzustellen (374782).

Dies kann behoben werden, wenn folgender Text in die Datei /etc/udev/rules.d/rfcomm.rules abgespeichert wird.

KERNEL=="rfcomm*", GROUP="dialout"

wvdial für die Verbindung verwenden

Folgendes Paket muss installiert werden:

wvdial konfigurieren

Wenn das Handy über Bluetooth verbunden ist, kann der Befehl wvdialconf nicht verwendet werden, da das Modem nicht erkannt wird. Deshalb sollte man die Datei /etc/wvdial.conf mit folgendem Inhalt von Hand anlegen:

[Dialer Defaults]
Init1 = ATZ
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +FCLASS=0
Init3 = AT+CGDCONT=1,"IP","surfo2"
Modem Type = USB Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/rfcomm0
ISDN = 0
Phone = *99***1#
Password = o2
Username = o2

Die Konfiguration ist natürlich dem eigenen Netzbetreiber anzupassen, insbesondere die Einträge für Init3, Phone, Password und Username (siehe auch die Beispiele weiter unten auf dieser Seite).

Mehrere Profile für verschiedene Mobilfunk-Zugangspunkte (APN)

Manche Provider bieten verschiedene Zugangspunkte an. T-Mobile bietet z.B. einen Zugangspunkt für den normalen Internetzugang und einen speziellen Zugangspunkt, den man verwenden muss, um im Rahmen eines E-Mail-Flat-Pakets auf seine E-Mails zugreifen zu können.

Hierzu können in der Datei /etc/wvdial.conf mehrere Profile angelegt werden:

[Dialer Defaults]
Init1 = ATZ
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +FCLASS=0
Modem Type = Analog Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/ttySL0
ISDN = 0
; Phone = <Target Phone Number>
; Password = <Your Password>
; Username = <Your Login Name>

[Dialer d1_internet]
Init1 = ATZ
Init2 = ATE1
Init3 = AT+CGDCONT=1,"IP","internet.t-mobile","0.0.0.0",0,0
Modem Type = USB Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/rfcomm0
Phone = *99***1#
Password = tm
Username = t-mobile

[Dialer d1_email]
Init1 = ATZ
Init2 = ATE1
Init3 = AT+CGDCONT=1,"IP","email.t-mobile","0.0.0.0",0,0
Modem Type = USB Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/rfcomm0
Phone = *99***1#
Password = tm
Username = t-mobile

Verbindung aufbauen

Hierzu im Terminal

sudo wvdial  

ausführen. Das Terminalfenster muss während der gesamten Verbindungsdauer geöffnet bleiben. Wird es geschlossen, beendet sich auch die Verbindung. Alternativ kann die Verbindung auch mit Strg + C beendet werden.

Hat man, wie oben beschrieben, mehrere Profile definiert, so lassen sich die Profile folgendermaßen aufrufen:

sudo wvdial d1_internet 

oder

sudo wvdial d1_email 

Einstellungen für andere Netzbetreiber

Folgende Einstellungen müssten für andere Netzbetreiber funktionieren. Testen konnte ich es mangels ausreichender Mobiltelefone nicht. Falls andere Erfahrungen vorliegen, bitte korrigieren:

Achtung!

Falsche Zugangsdaten können unter Umständen zu höheren Kosten führen, da z.B. nach einem anderen Tarif abgerechnet wird oder eine gebuchtes Datenvolumen nicht berücksichtigt wird. Am Besten beim Anbieter nach den Zugangsdaten erkundigen.

Vodafone

E-Plus

Hinweis:

Prinzipiell wird bei E-Plus weder Benutzername noch Passwort benötigt. Der Verbindungsaufbau mittels gnome-ppp scheitert allerdings, wenn kein Passwort mitgegeben wird. Es empfiehlt sich deshalb beliebige Zeichenfolgen einzugeben (z.B. Benutzername: eplus / Passwort: eplus).

O2

T-Mobile Internet

T-Mobile E-Mail-Flat

HanseNet Alice Mobil

[Dialer Alice] 
Init1 = ATZ
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +FCLASS=0
Dial Command = ATD
Modem Type = USB Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/rfcomm0
ISDN = 0
Phone = *99***1#
Password = Alice
Username = Alice

DREI [Österreich]

Telering [Österreich]