pstoedit

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Programme_installieren

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Benutzung
    1. Optionen
    2. Ausgabeformate
  3. Programmerweiterungen (Plugins)
  4. Hilfe
  5. Links

pstoedit-logo.png pstoedit 🇬🇧 ist ein Werkzeug, um PostScript- und PDF-Dateien in verschiedene bearbeitbare Vektorgrafik-Formate umzuwandeln. Das von Wolfgang Glunz entwickelte und betreute Programm, welches außer für Linux auch für andere Plattformen erhältlich ist, ist in C++ geschrieben und unter der GNU General Public License (GPL) herausgegeben.

pstoedit arbeitet in zwei Schritten und benutzt Ghostscript für den ersten Teil des Umwandlungsvorgangs, in dem das Ausgangsformat in ein einfacheres PostScript-Format zurückgeführt wird. Im zweiten Teil der Operation wird das Ergebnis dieser Berechnungen ins endgültige Ausgabeformat transformiert. pstoedit unterstützt zahllose Ausgabeformate wie PS, PDF, DXF, AI, SVG und viele mehr.

Installation

Zur Installation [1] ist folgendes Paket notwendig:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install pstoedit 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://pstoedit

Benutzung

Der allgemeine Aufruf erfolgt im Terminal über den Befehl [2]:

pstoedit EINGABEDATEI AUSGABEDATEI 

Beispiel: Umwandlung von Eingabe.pdf nach Ausgabe.svg:

pstoedit Eingabe.pdf Ausgabe.svg 

Das Ausgabeformat wird anhand der Dateiendung der Ausgabedatei (.svg) erkannt.

Optionen

Übersicht über einige der wichtigsten Optionen
Option Beschreibung
-rotate WINKEL Rotiert das Bild um den Wert des angegebenen WINKELS gegen den Uhrzeigersinn.
-xscale FAKTOR Skaliert das Bild um den angegebenen FAKTOR in Richtung der x-Achse.
-yscale FAKTOR Skaliert das Bild um den angegebenen FAKTOR in Richtung der y-Achse.
-split Teilt eine mehrseitige Eingabedatei in einzelne Seiten auf. Falls das Ausgabeformat keine mehrseitigen Dokumente unterstützt (z.B. .svg), muss die Zählervariable %d in den Namen des Ausgabedokuments gesetzt werden (z.B. Ausgabedokument%d.svg), damit eine entsprechende Anzahl einzelner, nummerierter Ausgabedateien generiert werden kann. Falls das Ausgabeformat mehrseitige Dokumente unterstützt (z.B. .pdf) und ein mehrseitiges Dokument gewünscht wird, ist eine solche Zählervariable nicht notwendig.
-pagesize SEITENFORMAT Ermöglicht bei Dateiformaten, die über TK und libplot generiert werden (siehe Hilfeseite), die Seitengröße festzulegen. Beispiel: -pagesize a4
-dt Gibt den Text als Polygone aus (engl.: "draw text").
-pta Setzt Textelemente immer Buchstabe für Buchstabe (engl.: "precision text - always").
-dis Veranlasst das Programm Ghostscript, die Datei während der Konvertierung auf dem Bildschirm anzuzeigen (engl.: "display").
-v Ausführliche Informationsausgabe während der Operation aktivieren (engl.: "verbose mode").
-q Keine Mitteilungen beim Programmstart ausgeben (engl.: "quiet mode").
-help Hilfe und Liste aller unterstützten Formate anzeigen.
-doculong Gibt Hilfsinformationen im TeX-Format aus - ausführliche Version.
-docushort Gibt Hilfsinformationen im TeX-Format aus - kurze Version.

Eine vollständige Optionsübersicht findet sich in der Manpage oder über die Hilfe.

Ausgabeformate

Normalerweise versucht das Programm, das Ausgabeformat anhand der Dateiendung der Ausgabedatei zu bestimmen. Ansonsten kann das Ausgabeformat aber auch manuell mittels der Formatoption -f angegeben werden. Die Syntax für diese Option lautet

-f FORMAT(:OPTION1:OPTION2:...) 

Beispielsweise wird das SVG-Format mittels der Anweisung -f plot-svg angewählt.

Eine kleine Auswahl einiger Formatattribute zur Option -f:

Es sind ferner alle Geräteoptionen zulässig, die GhostScript unterstützt. Diese werden über -f gs:GHOSTSCRIPT-FORMATOPTION angegeben. Beispiele: -f gs:jpeg für das JPG-Dateiformat; -f gs:pdfwrite für eine PDF-Ausgabe. Eine umfangreiche Zusammenstellung sämtlicher verfügbarer Formattreiber sowie ihrer möglichen Zusatzoptionen findet sich auf der Hilfeseite.

Programmerweiterungen (Plugins)

Für eine weitergehende Formatunterstützung bietet der Autor Erweiterungen 🇬🇧 an, die heruntergeladen werden können. Zu beachten ist allerdings, dass es sich bei diesen Erweiterungen um Shareware handelt. Die Lizenzbedingungen sollten vor der Verwendung genau durchgelesen werden.

Nach dem Herunterladen der Programmerweiterungen müssen diese in das Verzeichnis kopiert werden, in welchem sich die ausführbare Programmdatei von pstoedit befindet (unter Ubuntu in der Regel das Verzeichnis /usr/bin/) oder alternativ in das parallel dazu befindliche lib-Verzeichnis (d.h. /usr/lib/).

Hilfe

Ausführliche Hilfe erhält der Benutzer über die Manpage des Programms, die Datei /usr/share/doc/pstoedit/pstoedit.htm oder die Hilfefunktion, welche über

pstoedit -help 

erreichbar ist.