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wireless-tools

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Einführung

Diese Anleitung beschreibt Zweck und Funktionsweise der Programme aus dem Paket wireless-tools. Außerdem wird gezeigt, wie man mit den wireless-tools schon beim Rechnerstart eine Verbindung herstellt (WEP oder unverschlüsselt, für WPA siehe wpa supplicant). Eine sehr präzise und noch ausführlichere Beschreibung der einzelnen Werkzeuge findet man auch in den entsprechenden Manpages.

Das folgende Paket muss installiert [1] sein:

  • wireless-tools

Hinweis:

In diesem Artikel wird davon ausgegangen, dass das WLAN-Interface wlan0 heißt. Dies muss man natürlich durch den Namen ersetzen, den das Interface auf dem eigenen Rechner hat.

Werkzeuge

iwconfig

Dient zum Konfigurieren eines WLAN-Interfaces. Es ist dem Werkzeug ifconfig sehr ähnlich, beschränkt sich aber nur auf solche Interfaces aus der /etc/network/interfaces, die ein WLAN-Interface darstellen. Es hat zwei Aufgaben: zum einen dient es zum Setzen von bestimmten WLAN-spezifischen Parametern wie z.B. die benutzte Frequenz (man sieht sofort: es stehen einem tiefgreifende Einstellungen zur Verfügung), zum anderen dient es dazu dann diese Parameter auch wieder auszugeben, was sehr wichtig ist, um Fehlerursachen zu finden.

Funktionsweise

Eine einfache Eingabe im Terminal [2] von

iwconfig 

zeigt WLAN-spezifische Informationen zu allen erkannten Netzwerkschnittstellen. Unter anderem: Unterstützt die Schnittstelle überhaupt WLAN? Wenn ja, ist sie mit einem Access Point assoziiert? Wie ist die Verbindungsqualität? Usw. Eine Ausgabe könnte so aussehen:

lo     no wireless extensions.

eth0      no wireless extensions.

wlan0     IEEE 802.11g  ESSID:"MeinHeimnetz"
          Mode:Managed  Frequency:2.452 GHz  Access Point: 12:34:56:78:90:AB
          Bit Rate:11 Mb/s   Tx-Power:18 dBm   Sensitivity=0/3
          Retry:off   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Power Management:off
          Link Quality=26/94  Signal level=-69 dBm  Noise level=-95 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0

In diesem Beispiel ist lo das Loopback-Interface und eth0 die normale Netzwerkkarte. Beide sind natürlich nicht WLAN-tauglich, was auch korrekt angezeigt wird. Bei wlan0 werden nun einige interessante Informationen angezeigt, damit ist wlan0 eindeutig ein WLAN-Interface. Details zu den einzelnen Informationen entnehme man bitte der Manpage von iwconfig.

Will man nun mit iwconfig Einstellungen am WLAN-Interface verändern (z.B. eine Verbindung aufbauen) lautet die Syntax wie folgt: iwconfig <interface> <direktive> <parameter>. Der Aufbau einer Verbindung mit einem Router, der die SSID MeinHeimnetz und den WEP-Schlüssel MeinWEPKey123 hat würde so funktionieren:

sudo iwconfig wlan0 essid MeinRouter key s:MeinWEPKey123
sudo dhclient wlan0 

Die Direktive essid setzt die (E)SSID und key setzt den WEP Schlüssel. Hier beachte man, dass man den Schlüssel in Hexadezimalschreibweise angeben muss oder als Passwort. Bei letzterem muss man vor den key (wie im Beispiel) ein s: setzen. WEP Passwörter sind je nach Bitlänge der Schlüssel 5 oder 13 Zeichen lang. Das Ergebnis dieser Bemühungen kann man nun mit iwconfig wlan0 überprüfen.

iwlist

Dieses Werkzeug bietet (sehr) viele Informationen zu einem WLAN-Interface. Mit einem einfachen

iwlist 

werden alle darstellbaren Informationen aufgelistet. Am interessantesten sind wahrscheinlich die verfügbaren Netze.

Funktionsweise

Aufgelistet werden die Informationen mit einem iwlist <interface> <information>'. Die verfügbaren Netze werden angezeigt mit:

iwlist wlan0 scan 

Ein Ergebnis davon könnte so aussehen:

wlan0  Scan completed :
      Cell 01 - Address: 12:34:56:78:90:AB
                ESSID:"MeinHeimnetz"
                Mode:Master
                Frequency:2.452 GHz (Channel 9)
                Quality=21/94  Signal level=-74 dBm  Noise level=-95 dBm
                Encryption key:on
                Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 18 Mb/s
                          24 Mb/s; 36 Mb/s; 54 Mb/s; 6 Mb/s; 9 Mb/s
                          12 Mb/s; 48 Mb/s
                Extra:bcn_int=100
                IE: WPA Version 1
                    Group Cipher : TKIP
                    Pairwise Ciphers (1) : TKIP
                    Authentication Suites (1) : PSK
      Cell 02 - Address: AB:CD:EF:00:00:00
                ESSID:"dernachbar"
                Mode:Master
                Frequency:2.437 GHz (Channel 6)
                Quality=7/94  Signal level=-88 dBm  Noise level=-95 dBm
                Encryption key:on
                Bit Rates:1 Mb/s; 2 Mb/s; 5.5 Mb/s; 11 Mb/s; 6 Mb/s
                          9 Mb/s; 12 Mb/s; 18 Mb/s; 24 Mb/s; 36 Mb/s
                          48 Mb/s; 54 Mb/s
                Extra:bcn_int=100

Wie man sieht, sehr viele nützliche Informationen. Für weitere Möglichkeiten von iwlist sei auch hier auf dessen Manpage verwiesen.

Einrichten einer Verbindung

Damit die Verbindung schon beim Rechnerstart hergestellt wird, muss diese in die Konfigurationsdatei /etc/network/interfaces eingetragen werden. Man sollte sich vorher mit dem Aufbau dieser Datei vertraut machen. Dazu gibt es einen gesonderten Artikel.

Eine Beispielkonfiguration sieht so aus:

auto wlan0 # bewirkt den Verbindungsaufbau beim Rechnerstart
iface wlan0 inet dhcp
   wireless yes
   wireless-mode managed
   wireless-essid MeinRouter
   wireless-key open 1234567890ABCDEF1234567890
   # wireless-key open s:MeinWEPKey123

Handelt es sich um ein unverschlüsseltes Netz fällt die wireless-key-Zeile weg. Falls es nicht klappt, kann man auch probieren das open wegzulassen. Der Schlüssel wird auch hier in Hexadezimalform angegeben oder als Zeichenkette (wie im Beispiel von iwconfig) mit einem s: davor. Die Einstellungsmöglichkeiten sind die gleichen, die man mit iwconfig erledigen kann, nur dass hier ein wireless- vor den Direktiven steht.


Diese Revision wurde am 20. August 2009 10:42 von pippovic erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Netzwerk, WLAN, System, Internet, ungetestet