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virt-manager - UEFI und Secure Boot verwenden

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Dieser Artikel beschreibt die Nutzung von UEFI und Secure Boot 🇬🇧 mittels Virt-Manager[1]. Der Computer auf dem Virt-Manager ausgeführt wird muss dabei selbst nicht über UEFI oder Secure Boot verfügen.

Installation

Die Bereitstellung der UEFI- und Secure-Boot-Firmware-Dateien erfolgt über das Paket ovmf, das normalerweise zusammen mit dem Paket virt-manager installiert wird. Dies lässt sich wie folgt im Terminal[2] prüfen:

dpkg -l | grep ovmf 

Sollte das Paket wider Erwarten doch nicht installiert sein, so kann man das leicht nachholen

  • ovmf (UEFI Firmware für 64-bit x86 virtuelle Maschinen)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install ovmf 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://ovmf

UEFI und Secure Boot aktivieren

Man kann UEFI und Secure Boot über die GUI nur beim Erstellen einer virtuellen Maschine aktivieren. Dazu geht man wie folgt vor:

  1. Virtuelle Maschine wie in Virt-Manager beschrieben einrichten, dabei aber am Ende den Haken bei "Konfiguration bearbeiten vor der Installation" setzen.

  2. Im Konfigurationsfenster wählt man unter "Übersicht""Firmware" dann "OVMF_CODE.ms.fd". Dies entspricht einem UEFI Firmware mit Secure Boot Unterstützung welches den Key von Microsoft enthält und somit einem handelsüblichen UEFI entspricht. Bitte auch die Erläuterungen 🇬🇧 zu den OVMF-Dateien beachten!

  3. Anschließend wählt man "Anwenden" und "Installieren" womit man das zuvor gewählte Installations-Medium startet.

  4. Die virtuelle Maschine startet nun im UEFI Modus mit aktiviertem Secure Boot.

01_vm_konfig-anpassen_ubuntu_20.04.3.png 02_firmware-ovmf_code-ms_ubuntu_20.04.3.png 03_anwenden-installieren_ubuntu_20.04.3.png

Das UEFI Firmware Setup aufrufen

Das UEFI Firmware Setup der virtuellen Maschine kann man auf folgende Arten erreichen:

Ubuntu Installations-Medium

Startet man die virtuelle Maschine mit eingebundener Ubuntun Installations-ISO-Datei dann erscheint zu Beginn der Grub-Bildschirm in dem man die Option "UEFI Firmware Settings" wählt.

04_grub_firmwaresettings_ubuntu_20.04.3.png

UEFI-Firmware-Setup aus Ubuntu heraus aufrufen

Man kann das UEFI-Firmware-Setup auch für den nächsten Neustart aus Ubuntu heraus aufrufen. Dazu lässt man sich zunächst die Boot-Einträge mittels efibootmgr auflisten:

sudo efibootmgr 

Darauf sollte man eine ähnliche Ausgabe wie die folgende erhalten:

BootCurrent: 0003
Timeout: 0 seconds
BootOrder: 0003,0000,0002
Boot0000* UiApp
Boot0002* EFI Internal Shell
Boot0003* UEFI QEMU DVD-ROM QM00001 

Das UEFI-Firmware-Setup wird in der Liste durch den Eintrag UiApp repräsentiert, hier im Beispiel also der Booteintrag mit der Nummer (000)0. Nun setzt man den Eintrag für den nächsten Start auf den Eintrag mit der Nummer 0:

sudo efibootmgr -n 0 

Dies wird mit einer Ausgabe ähnlich der folgenden bestätigt:

BootNext: 0000
BootCurrent: 0003
Timeout: 0 seconds
BootOrder: 0003,0000,0002
Boot0000* UiApp
Boot0002* EFI Internal Shell
Boot0003* UEFI QEMU DVD-ROM QM00001 

Der Eintrag BootNext: 0000 wurde gesetzt. Damit wird beim nächsten Start des Systems - und nur einmalig bei diesem - das UEFI-Firmware-Setup aufgerufen.

Secure Boot aktivieren und deaktivieren

Innerhalb des Firmware-Setups ändert man die Einstellung für Secure Boot folgendermaßen:

  1. "Device Manager"

  2. "Secure Boot Configuration"

  3. "Attempt Secure Boot" wählen und mit der Leertaste          Secure Boot aktivieren oder deaktivieren.

06_uefi_select_device_manager_ubuntu_20.04.3.png 07_uefi_dm_select_secure_boot_ubuntu_20.04.3.png 08_uefi_sb_enable-disable_sb_ubuntu_20.04.3.png

UEFI- und Secure-Boot-Status innerhalb von Ubuntu

Innerhalb von Ubuntu kann man den Status von Secure Boot mit den folgenden Befehlen anzeigen:

  • UEFI:

    [ -d /sys/firmware/efi ] && echo UEFI || echo CSM 
  • Secure Boot:

    dmesg | grep secureboot 

UEFI-Shell

Innerhalb von Virt-Manager landet man häufiger auch unerwartet z.B. bei einem Neustart in der EFI-Shell: 09_uefi_shell_ubuntu_20.04.3.png

In einer solchen Situation kann man die UEFI-Shell auf verschiedene Arten verlassen:

  • exit 

    Damit gelangt man aus der Shell in das Firmware-Setup

  • reset 

    Mit dieser Anweisung startet man das System neu

  • reset -s 

    So schaltet man die virtuelle Maschine aus

intern

extern

Diese Revision wurde am 17. Februar 2022 20:09 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Emulation und Virtualisierung