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uswsusp

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

uswsusp 🇬🇧 ist eine alternative Methode, um den Ruhezustand und/oder Bereitschaftsmodus zu nutzen. Neben ein paar Vorteilen gegenüber der "Standard"-Methode kann uswsusp auf manchen Systemen diese Funktionen auch überhaupt erst ermöglichen und ist besonders in diesen Fällen einen Versuch wert.

Die wesentlichen Dienstprogramme von uswsusp sind s2disk und s2ram (für Details siehe die Manpage von s2disk).

Subjektiv dauert es mit uswsusp genauso lange in den Ruhezustand zu gehen wie mit der Kernel-Methode, allerdings erhält man eine Textausgabe über den Fortschritt des Vorgangs und kann diesen auch wieder abbrechen. Das Aufwachen geht allerdings merklich schneller, u.a. da das Speicherabbild komprimiert wurde/werden kann. Dies sollte sich besonders bei RAM größer als 512 MB bemerkbar machen.

Hier wird nur die grundlegende Installation von uswsusp beschrieben, auf einige Besonderheiten wie Splash-Grafik oder Verschlüsselung des Speicherabbilds wird nicht eingegangen, können aber anhand der manpage leicht umgesetzt werden.

Zunächst wird das Paket installiert [1]

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install uswsusp 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://uswsusp

Testen

Jetzt die Installation testen. Dazu im Terminal [2] folgende Befehle eingeben:

  • Testen der Bereitschaft ("standby")

sudo s2ram  

Jetzt sollte der Rechner im Bereitschaftsmodus sein und durch das Drücken der "Aufwachen"-Taste (manchmal ist diese die Power-Taste) aufwachen. Sollte das nicht der Fall sein, kann man die Benutzung des Parameters --force in Erwägung ziehen.

  • Testen des Ruhezustands ("hibernation")

sudo s2disk 

Jetzt sollte der Rechner im Ruhezustand sein und durch das Drücken der "Aufwachen"-Taste aufwachen.

Einrichten

Ubuntu 16.04 Xenial Xerus

Bei Xenial empfängt systemd die Befehle zum Suspend bzw. Hibernate von der graphischen Oberfläche. Die Standardeinstellung von systemd kann durch Kopieren/Anpassen der Originaldatei geändert werden.

sudo cp /lib/systemd/system/systemd-suspend.service /etc/systemd/system/ 

Die Datei /etc/systemd/system/systemd-hibernate.service muss mit einem Editor [4] mit Root-Rechten [5] bearbeitet werden:

Die Zeile

ExecStart=/lib/systemd/systemd-sleep suspend

ist in

ExecStart=/usr/sbin/s2disk 

zu ändern.

Problemlösungen

Anzeigeprobleme

Sollte man nach dem Aufwachen Anzeigeprobleme auf den virtuellen Konsolen feststellen, können ein paar Änderungen in /etc/default/acpi-support helfen[3][4].

Den Eintrag SAVE_VIDEO_PCI_STATE auskommentieren und den Eintrag SAVE_VBE_STATE auf false setzen.

Bringt das keine Abhilfe, sollte man zusätzlich versuchen, die Konsolen im Framebuffer-Modus zu betreiben.

Aufwachen schlägt fehl

Schlägt das Aufwachen fehl, ist dies zwar unangenehm, aber keine Katastrophe, sofern das Dateisystem dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Allerdings befindet sich nun auf der Auslagerungspartition ein Speicherabbild, welches die Benutzung als Swap verhindert. Man kann trotzdem das System normal booten, da Linux auf einem System mit 512 MB Ram und mehr auch gut ohne Swap funktioniert und sich beim Booten nur über das vorhandene "resume image" beschwert.

Um den Swap-Bereich wieder benutzbar zu machen, muss das Swap-Dateisystem darauf neu erzeugt werden[2][3].

Zunächst ist die Partition wieder zu ermitteln (siehe oben).

Achtung!

Der nächste Schritt zerstört alle Daten auf der betroffenen Partition! Im Falle der Swap-Partition ist dies aber beabsichtigt.

Nun wird ein neues Dateisystem erzeugt:

sudo mkswap <device> 

Statt <device> ist die ermittelte Partition zu setzen.

sudo swapon <device> 

aktiviert den Swap-Bereich wieder.

Hinweis:

Nach Erstellung der swap-Partition nicht vergessen, die UUID für den Swap-Bereich in /etc/fstab auf Richtigkeit zu überprüfen!

Deinstallation

Für die Deinstallation ist zunächst das Paket uswsusp über die Paketverwaltung zu deinstallieren [1].

Dann in jedem Fall danach die RAM-Disk aktualisieren [3][4]:

sudo update-initramfs -u -v 

Diese Revision wurde am 20. Juli 2019 16:28 von Beforge erstellt.
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