rxvt-unicode

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Einen Editor öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Benutzung
    1. Normal
    2. Im Daemon-Modus
  3. Konfiguration
    1. Einstellungen
    2. Durch Parameter
      1. Perl-Erweiterungen
    3. Durch Konfigurationsdateien
  4. Tipps
    1. Copy & Paste
    2. Standard-Terminal
  5. Links

Wiki/Icons/terminal.png urxvt 🇬🇧 (auch als rxvt-unicode bekannt) ist ein äußerst schneller und funktionsreicher grafischer Terminal-Emulator. Eine herausragende Funktion ist ein Daemon-Modus, durch den das Starten noch schneller geht und der Ressourcen-Verbrauch noch geringer ist. Daneben unterstützt er Pseudotransparenz und durch Unicode-Support auch UTF-8.

Außerdem bietet urxvt neben Pseudotransparenz auch Optionen, die seine Benutzung mit echter Transparenz sehr angenehm machen. Dafür benötigt man aber Compiz oder xcompmgr.

Installation

urxvt kann aus den Paketquellen durch das folgende Paket installiert [1] werden:

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png mit apturl

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install rxvt-unicode 

sudo aptitude install rxvt-unicode 

Benutzung

Normal

Nach der Installation kann man das Terminal mit dem Befehl:

urxvt 

starten und nutzen. Ein Menüeintrag wird nicht angelegt. Wie man das bei Bedarf nachholen kann, wird im Artikel Programmstarter beschrieben.

Im Daemon-Modus

Wenn man öfters mal mehrere Terminals parallel offen hat und/oder eine sehr schnelle Startgeschwindigkeit eines Terminals wünscht, bietet es sich an, den Daemon-Modus von urxvt zu benutzen. Wenn der Daemon aber abstürzt werden auch alle Clienten beendet und nicht gespeicherte Daten gehen verloren. Dazu muss man mit dem Befehl:

urxvtd -f 

erst einmal den Daemon starten. Diesen Befehl trägt man am besten in den Autostart der Desktop-Umgebung ein, damit der Daemon beim Anmelden gleich mitgestartet wird.

Jetzt öffnet man einzelne Terminals immer durch den Befehl:

urxvtc 

Man beachte das c am Ende. Ohne das c wird urxvt ganz normal gestartet, aber mit dem c wird einfach eine neue Terminalinstanz vom Daemon geforkt. Dies geht äußerst schnell und ist sehr ressourcenschonend.

Eine weitere Möglichkeit des Startens des Daemon besteht im Befehl:

urxvtcd 

Dabei wird der Daemon gestartet und gleichzeitig bereits ein Terminal geöffnet. Alle weitere Terminals kann man so auch öffnen, es eignet sich so sehr gut für Hotkeys.

Konfiguration

Die Konfigurationsmöglichkeiten funktionieren sowohl bei der normalen Benutzung von urxvt wie auch im Daemon-Modus mittels urxvtc.

Einstellungen

Einstellungen kann man durch Kommandozeilen-Parameter oder die .Xdefaults festlegen.

Durch Parameter

Parameter hängt man einfach an den Befehl zum Starten eines Terminals an. Also der Befehl:

urxvt -ip -geometry 100x36 

bzw.

urxvtc -ip -geometry 100x36 

zum Beispiel öffnet ein transparentes Terminal mit der Größe von 100x36 (ZeichenxZeilen). Einige mögliche Parameter kann man der folgenden Tabelle entnehmen, eine vollständige Übersicht ist in der Manpage enthalten.

ParameterFunktion
-geometry 100x100 Öffnet das Terminal mit der Größe 100*100 (ZeichenxZeilen).
-j|+j Schaltet Jump-Scrolling ein|aus. Damit kann man schneller scrollen.
-ip|+ip Schaltet Pseudo-Transparenz an|aus.
-sh 50 Verdunkelt bzw. erhellt das Terminal, wenn man Transparenz benutzt. Zahlen von 0-100 machen es dunkler, wobei 0 am dunkelsten und 100 normal ist. Zahlen von 100-200 machen das Terminal heller.
-fn "font-names" Wählt die zu verwendene(n) Schriftart(en) und Schriftgröße. Einträge können mit Komma getrennt werden. Je nach Schriftart kann es zu Problemen bei der Berechnung des Buchstabenabstandes kommen. In dem Fall kann man mit -letsp [neg. Nummer] manuell den Abstand verringern. Beispiel: -fn "xft:Bitstream Vera Sans Mono:pixelsize=18"
-fg white Ändert die Vordergrundfarbe des Terminals. Mögliche Farben sind: blue, red, green, cyan, magenta, yellow, black, white.
-bg white Ändert die Hintergundfarbe des Terminals. Mögliche Farben sind die gleichen wie bei -fg.
-cr white Ändert die Farbe des Cursors. Mögliche Farben sind die gleichen wie bei -fg.
-pixmap bild.png Benutze bild.png als Hintergrundbild des Terminals.
-sb|+sb Schaltet die Scrollbar an|aus.
-sr|+sr Zeige die Scrollbar rechts|links .
-st|+st Ändert das Aussehen der Pfeile am Ende der Scrollbar ein wenig.
-bc|+bc Der Cursor blinkt|blinkt nicht.
-title Hallo Verändert den Titel des Terminals zu Hallo.
-e Befehl Führt einen Befehl aus.
-hold|+hold Stellt ein, ob sich das Terminal direkt mit dem Terminieren des Befehls, der mit -e ausgeführt wird, schließt, oder ob es vom Benutzer explizit geschlossen werden muss.

Perl-Erweiterungen

Neben den normalen Parametern gibt es noch die Perl-Erweiterungen. Um diese zu starten, wird urxvt mit dem Parameter -pe ERWEITERUNG gestartet. Einige mögliche Erweiterungen stehen in der folgenden Tabelle, eine vollständige Liste gibt es in der Manpage von urxvtperl.

Erweiterung Funktion
tabbed Ermöglicht das Tabbing mit urxvt. Mit + erzeugt man ein neuen Tab, durch + und + wechselt man die Tabs und durch den Befehl exit in einem Tab schließt man ein Tab.
kuake Ermöglicht ein von oben runter kommendes Terminal. Ein- und Ausblenden kann man es standardmäßig mit F10 . Die Funktion hat aber mit einigen Fenstermanagern Probleme.
digital-clock Zeigt eine kleine digitale Uhr oben rechts an

Durch Konfigurationsdateien

Anstelle von Parametern kann man die Einstellungen auch durch Ressourcen in einer Konfigurationsdatei festlegen. urxvt benutzt als Konfigurationsdatei dabei die Standardeinstellungen für X-Programme. Vorteil dieser Methode ist, dass man die Einstellungen nicht jedes Mal als Parameter beim Starten eines Terminals angeben muss, sondern kann sie global für alle Terminals die der Benutzer öffnet oder sogar global für das ganze System festlegen.

Einige Einstellungsmöglichkeiten und ihre Bedeutung kann man der folgenden Tabelle entnehmen:

EinstellungFunktion
URxvt*inheritPixmap: true Aktviert Transparenz.
URxvt*shading: 30 Verdunkelt das Terminal.
URxvt*saveLines: 1000 Wieviele Zeilen ein Terminal im Speicher behalten soll.
URxvt*internalBorder: 0 Wieviele Pixel die internen Ränder von urxvt haben sollen. 0 bedeutet gar keine Ränder innerhalb von urxvt.
URxvt*scrollBar: false Deaktiviert die Scrollbar.
URxvt*urlLauncher: firefox Mit welchem Programm im Terminal gedrückte Links geöffnet werden sollen.
URxvt*geometry: 100x100 Öffnet das Terminal mit der Größe 100x100 (ZeichenxZeilen).

Weitere Einstellungsmöglichkeiten und ihre Bedeutung findet man auch hier wieder in der Manpage. Die Perl-Erweiterungen bieten diese Funktion auch, wie sie da aber heißen, steht in der Manpage von urxvtperl 🇬🇧 .

Tipps

Copy & Paste

In urxvt existiert kein Kontextmenü, man erreicht durch einen rechte Maustaste kein Menü. Trotzdem kann man natürlich Dinge kopieren und einfügen. Um etwas in die Zwischenablage zu kopieren, muss man es im urxvt-Fenster mit der Maus markieren. Um das Markierte irgendwo einzufügen, die mittlere Maustaste drücken oder + Einfg .

Diese Art von Kopieren und Einfügen funktioniert allerdings nicht immer wie gewünscht, da sie nur die Primär-Zwischenablage verwendet (Markierung und mittlere Maustaste)

Die in vielen grafischen Programmen (z.B. Firefox) gängige Kombinationen Strg + C / Strg + V verwenden hingegen die Sekundär-Zwischenablage, die in neueren Versionen von urxvt mit Strg + Alt + C / Strg + Alt + V (wobei Alt hier die Standardbelegung der Mod- bzw. Meta-Taste ist) angesteuert werden kann.

Für urxvt >=9.20: müssen nur die entsprechenden Kombinationen in der Datei .Xdefaults gesetzt werden:

1
2
URxvt.keysym.Shift-Control-V: eval:paste_clipboard
URxvt.keysym.Shift-Control-C: eval:selection_to_clipboard

Standard-Terminal

Um urxvt als Standard-Terminal festzulegen, befolgt man die Anleitung im Artikel Terminal (Abschnitt „Standard-Terminal-Programm-festlegen“).