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paste

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.png Der Befehl paste gibt - ähnlich wie cat - die Eingabedateien weitgehend unverändert auf die Standardausgabe aus, hängt sie allerdings nicht einfach hintereinander, sondern kombiniert Zeilen der Eingaben spaltenweise.

Er kennt dabei zwei Betriebsarten:

  1. Alle Zeilen der Eingabedateien mit der selben Zeilennummer werden zu einer Zeile der Ausgabe kombiniert und mit je einem Zeichen getrennt.

  2. Alle Zeilen einer Ausgabedatei werden zu einer einzigen Zeile der Ausgabe kombiniert (wieder mit einem Trennzeichen), bevor die nächste Datei ausgegeben wird.

Das Standardtrennzeichen ist ein Tab.

Hinweis:

Das Programm seq gibt die Zahlen im angegebenen Bereich aus. Die spezielle Umleitung <(Befehl) liefert einen Dateinamen, über den die Ausgabe des Kommandos gelesen werden kann (spezielles, sehr praktisches Feature einiger Shells, z.B. Bash und Zsh).

Der Befehl cut ist gewissermaßen die Umkehroperation zu paste, da damit einzelne Spalten aus einer Eingabe heraus gelöst werden können.

Installation

Das Programm paste ist im essentiellen Paket

  • coreutils

von Ubuntu enthalten und ist deshalb auf jedem System installiert.

Bedienung

Wie die meisten Kommandos werden nach dem Befehl die Optionen und danach die Dateinamen der Eingaben angegeben

paste OPTIONEN DATEI1 DATEI2 ... 

Fehlen die Dateinamen, wird von der Standardeingabe (stdin) gelesen. Wird - als Dateiname benutzt, wird die Standardeingabe an dieser Stelle eingefügt (siehe Beispiele).

Optionen für paste
Verfügbare Optionen Bedeutung
-s oder --serial Schaltet in den zweiten Modus (s.o.).
-d LIST oder
--delimiters=LIST
Gibt die Trennzeichen an. Das erste Zeichen aus LIST wird zwischen die erste und zweite Spalte gesetzt, das zweite Zeichen zwischen die zweite und dritte usw. Werden mehr Trennzeichen benötigt als in LIST vorhanden, wird das letzte Zeichen in LIST für alle weiteren Zwischenräume verwendet. Gibt man eine leere Zeichenkette an, werden keine Trennzeichen eingefügt.
--help Ausgabe der Kommandozeilenhilfe.
--version Ausgabe der Programmversion.

Beispiele

Angabe von Trennzeichen

  • paste -d '+*' <(seq 1 5) <(seq 11 15) <(seq 21 25) 

    1+11*21
    2+12*22
    3+13*23
    4+14*24
    5+15*25
  • paste -d '+' <(seq 1 5) <(seq 11 15) <(seq 21 25) 

    1+11+21
    2+12+22
    3+13+23
    4+14+24
    5+15+25
  • paste -d '' <(seq 1 5) <(seq 11 15) <(seq 21 25) 

    11121
    21222
    31323
    41424
    51525

Bei Angabe einer leeren Zeichenkette werden keine Trennzeichen eingefügt.

Einfügen der Standardeingabe an einer bestimmten Position

  • seq 1 5 | paste - <(seq 11 15) <(seq 21 25) 

    1       11      21
    2       12      22
    3       13      23
    4       14      24
    5       15      25
  • seq 1 5 | paste <(seq 11 15) - <(seq 21 25) 

    11      1       21
    12      2       22
    13      3       23
    14      4       24
    15      5       25
  • seq 1 5 | paste <(seq 11 15) <(seq 21 25) - 

    11      21      1
    12      22      2
    13      23      3
    14      24      4
    15      25      5

Mehrfache Angabe desselben Dateinamens

  • seq 1 5 >|x
    cat x 

    1
    2
    3
    4
    5
  • paste x x 

    1       1
    2       2
    3       3
    4       4
    5       5
  • seq 1 5 | paste <(seq 11 15) - <(seq 21 25) - 

    11      1       21      2
    12      3       22      4
    13      5       23
    14              24
    15              25

Hinweis:

Aus der Standardeingabe kann nur ein Mal gelesen werden, deshalb verteilen sich die Zeilen.

Diese Revision wurde am 2. Juni 2013 20:45 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Shell, Programmierung