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mkisofs

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.png mkisofs ist Bestandteil der cdrtools, die außer mkisofs noch die Programme cdrecord und cdda2wav enthalten. Das Programm wird im Gegensatz zu genisoimage aktiv weiterentwickelt und gepflegt.

Hinweis:

Unter Ubuntu verweist der Aufruf von mkisofs automatisch auf genisoimage. Um explizit mkisofs nutzen zu können, muss dieses aus einem PPA installiert werden.

Installation

Wiki/Icons/synaptic.png Die Anwendung ist seit Ubuntu 7.10 nicht mehr in den offiziellen Paketquellen enthalten.

PPA

Aktuelle Versionen gibt es über das "Personal Package Archiv" (PPA) [1] von Brandon Snider.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

  • ppa:brandonsnider/cdrtools

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams brandonsnider zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann das folgende Paket installiert [2] werden:

  • mkisofs (ppa)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install mkisofs 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://mkisofs

Bedienung

Um mkisofs zu nutzen, öffnet man eine Terminal [3] und ruft das Programm mit den gewünschten Optionen auf.

Die allgemeine Syntax lautet:

mkisofs [OPTIONEN] Dateien 

Optionen

mkisofs kennt eine Vielzahl von Optionen. Im folgenden werden die Optionen vorgestellt, welche (grundlegend) zum Erstellen von ISO-Dateien nützlich sind:

Optionen
Option Beschreibung
-o <Datei> Legt Datei Ausgabedatei fest. Fehlt diese Angabe, schreibt mkisofs auf die Standardausgabe.
-l Lange Dateinamen mit bis zu 31 Zeichen nutzen. Standardmäßig werden nur 8.3 Dateinamen verwendet.
-D Greift auch Verzeichnisse und Dateien ab, die tiefer als sechs Ebenen liegen
-J Erstellt eine ISO-Datei mit Joliet-Dateisystem.
-hfs Erstellt eine Hybrid-CD, die das HFS-Dateisystem, aber auch das ISO-9660-System verwendet. Dadurch ist das Image sowohl auf einem Apple-Rechner als auch auf einem PC lesbar.
-copyright Legt die Copyright-informationen für eine CD fest. Es ist Platz für 37 Zeichen.
-R Erstellt eine ISO-Datei mit RockRidge-Dateisystem.
-r Ähnlich der Option -R, allerdings mit geänderten Dateirechten (i.d.R. r-xr-xr-x). Dann sinnvoll, wenn man die Imagedateien auch auf anderen (Linux-) Computern nutzen möchte.
-UDF Erstellt eine ISO-Datei mit UDF-Dateisystem.
-udf Ähnlich der Option -UDF, allerdings mit geänderten Dateirechten.
-x <Verzeichnis> Schließt das Verzeichnis Verzeichnis vom ISO-Image aus. Es können bis zu 1000 Verzeichnisse ausgeschlossen werden.
-find Der Rest der Kommandozeile hat die Syntax des find(1) Kommandos. Sie wird über die eingebaute libfind interpretiert.

Für mehr Informationen hält mkisofs eine sehr ausführliche Manpage (auch online 🇬🇧) bereit.

man mkisofs			#ruft die Manpage auf
mkisofs --help		        #führt alle Optionen auf 

Beispiele

Im ersten Beispiel wird das komplette Homeverzeichnis in die Datei home.iso gesichert, lange Dateinamen werden erlaubt:

mkisofs -o home.iso -l /home 

Im zweiten Beispiel wird auch das Home-Verzeichnis gesichert, allerdings wird das Verzeichnis /home/otto/ ausgeschlossen:

mkisofs -o home.iso -l -x /home/otto /home  

Im dritten Beispiel wird nur der Ordner foo des gemounteten USB-Stick (Name: USB-Stick) in den Ordner ISO im Homeverzeichnis gesichert:

mkisofs -o ~/ISO/foo.iso -l -D /media/USB-Stick/foo 

Im vierten Beispiel wird eine CD "on-the-fly" kopiert, wobei mkisofs in Kombination mit cdrecord in einer Pipeline zum Einsatz kommt (cdrecord muss mit Root-Rechten [4] aufgerufen werden):

mkisofs -R /dev/cdrom | sudo cdrecord dev=/dev/hdc 

Im fünften Beispiel wird aus einer CD ein ISO-Abbild erstellt:

mkisofs -o image.iso -l /media/cdrom0 

Man kann ISO-Image-Dateien auch per mount einbinden und dann auf die Image wie ein Laufwerk ansprechen:

mount -o loop image.iso /media/image_mount 

image.iso muss durch den tatsächlichen Dateinamen ersetzt werden, /media/image_mount durch den tatsächlichen Mountpunkt.

Problembehandlung

Da unter Ubuntu der Befehl mkisofs auf genisoimage verweist, wird das "originale" mkisofs bei einem Update des Pakets genisoimage funktionsuntüchtig. Dann muss man es aus dem PPA neu installieren.

Diese Revision wurde am 25. April 2019 21:33 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Shell, Iso-Image, Datensicherung, Image