gnuTV

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist mit keiner aktuell unterstützten Ubuntu-Version getestet! Bitte hilf mit, indem du diesen Artikel testest. Wiki/FAQ - häufig gestellte Fragen (Abschnitt „Wikiartikel-testen“).

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Ein Terminal öffnen

Inhaltsverzeichnis
  1. Installation
  2. Bedienung
    1. Streamen ins Netzwerk
  3. Optionen
  4. Verwendungsbeispiele
  5. Alternativen
  6. Links

Wiki/Icons/tv2.png gnuTV ist ein Programm zur Nutzung von DVB, das im Terminal bedient wird. Es ist im Paketes dvb-apps enthalten und kann sowohl zum Tunen als auch zum Streamen von DVB-Sendern verwendet werden. Dazu greift es auf die Daten einer channels.conf zurück, um die Sender einzustellen. Es kann auch für CI-Karten verwendet werden. Vorteil dieses Programms ist die relativ einfache Bedienbarkeit, verglichen mit "Schwergewichten" wie MPlayer oder VLC, mit denen Ähnliches auf der Kommandozeile zwar ebenfalls möglich, aber ungleich komplexer ist.

Installation

gnuTV ist Teil des Paketes[1]

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install dvb-apps 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://dvb-apps

Bedienung

Die allgemein Syntax im Terminal[2] lautet

gnutv OPTION(EN) KANALNAME 

Der Kanalname ist der Name des Senders, wie er in der channels.conf erscheint. Umlaute, Sonderzeichen und Leerzeichen machen dabei Probleme, diese also ggf. entfernen! Um eine Aufnahme zu speichern, kann z.B. Folgendes verwendet werden

gnutv -channels ~/.mplayer/channels.conf -timeout 60 -out file ~/Videos/gnutv-arte-Test.ts arte 

Hiermit wird die channels.conf in ~/.mplayer verwendet und eine Minute lang (-timeout 60) lang "arte" als Datei als gnutv-arte-Test.ts aufgezeichnet.

gnutv -channels ~/.mplayer/channels.conf  -out rtp 192.168.178.20 8080  arte 

Der Sender "arte" wird zeitlich unbegrenzt als Stream auf rtp://192.168.178.20:8080 ausgegeben, und kann z.B. von VLC oder MPlayer wiedergegeben werden. Für MPlayer empfiehlt es sich, eine Cache-Option zu verwenden, z.B. mplayer -cache 1024 rtp://192.168.178.20:8080.

Streamen ins Netzwerk

Der Stream kann auf diese Weise auch ins (Heim-)Netzwerk geschickt und auf anderen Rechnern wiedergegeben werden. Dazu die Sendungen als udp-Stream ausgeben; als IP gibt man die IP des empfangenden Rechners und einen beliebigen unbenutzten Port an. Auf dem Clienten kann der Stream z.B. mit MPlayer wiedergegeben werden, im Terminal z.B. über den Befehl

mplayer -cache 4000 udp://ADRESSE:PORT 

Das Verfahren funktioniert allerdings nicht, um z.B. virtuelle Maschinen damit zu bedienen.

Optionen

Folgende Optionen können verwendet werden - wenn keine Option/Wert angegeben wird, verwendet gnuTVC die jeweilige Standardeinstellung.

gnuTV-Optionen
Option Funkton
-adapter NUMMER verwendeter Adapter (Standardwert 0), aus /dev/dvb/adapterX
-frontend NUMMER Verwendetes Frontend (Standardwert 0), aus /dev/dvb/adapterX
-demux NUMMER Verwendeter demux (Standardwert 0), aus /dev/dvb/adapterX
-caslotnum NUMMER Nummer des CA-Slots (Conditional-Access-Module-Slot ?Smartcardplatz) (Standardwert 0)
-channels DATEINAME Name/Pfad der channels.conf-Datei; Standard ist /etc/channels.conf
-secfile DATEINAME Angabe einer optionale sec.conf-Datei
-secid SECID SECID der zu verwendenden SEC-Konfiguration, möglich sind:
* UNIVERSAL (Standardwert) - Europa, 10800 bis 11800 MHz und 11600 bis 12700 Mhz, Dual LO, loband 9750, hiband 10600 MHz
* DBS - Expressvu, North America, 12200 bis 12700 MHz, Single LO, 11250 MHz
* STANDARD - 10945 bis 11450 Mhz, Single LO, 10000 Mhz
* ENHANCED - Astra, 10700 bis 11700 MHz, Single LO, 9750 MHz
* C-BAND - Big Dish, 3700 bis 4200 MHz, Single LO, 5150 Mhz
* C-MULTI - Big Dish - Multipoint LNBf, 3700 bis 4200 MHz, Dual LO, H:5150MHz, V:5750MHz
* eigene sec-Definition aus der angegebenen sec.conf-Datei verwenden, falls vorhanden
-buffer <Größe in Byte> Puffergröße (Standard = 0)
-out decoder Ausgabe an Hardware-Decoder (Standardeinstellung)
-out decoderabypass Ausgabe an Hardware-Decoder über "audio bypass"
-out dvr Ausgabestream an einen DVR
-out null Keine Ausgabe; zu Testzwecken
-out stdout Ausgabe an stdout
-out file DATEINAME Ausgabestream in DATEINAME speichern
-out udp ADRESSE PORT Ausgabe als Stream an ADRESSE:PORT via UDP
-out udpif ADRESSE PORT INTERFACE Ausgabe als Stream an ADRESSE:PORT via udp über das angegebene Interface
-out rtp ADRESSE PORT Ausgabe als Stream an ADRESSE:PORT via RTP,
-out rtpif ADRESSE PORT INTERFACE Ausgabe als Stream an ADRESSE:PORT via udp-rtp über das angegebene Interface
-timeout SEKUNDEN Länge/Dauer der Ausgabe/Aufnahme in Sekunden. (0) bewirkt sofortigen Abbruch nach erfolgreichem Tuning. Standard ist (-1) und bewirkt eine Dauerausgabe.
-cammenu Anzeige des CAM-Menüs (Conditional-Access-Module-Menue ?Smartcardmenue) (nicht für alle Karten möglich)
-nomoveca Kein Versuch, die CAM-Deskriptoren vom Stream- zum Programm-Level zu verschieben.
-h Ausgabe des Hilfetextes (in Englisch); es gibt keine Manpage für gnuTV!

Verwendungsbeispiele

In SimplePVR kommt gnuTV zum Einsatz, um die Aufnahmen zu speichern. Auch tvtr TV Timer verwendet gnuTV. Um z.B. USB-DVB-T-Sticks auf Raspberrys zu verwenden, kann es ebenfalls verwendet werden (siehe diese Blogeinträge 🇬🇧). Theoretisch kann gnuTV auch genutzt werden, um DVB-Streams im Netzwerk zu verteilen, wenn der Empfänger einen streamwiedergabefähigen Player verwendet.

Alternativen