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Tomahawk

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

./tomahawk_logo.png Tomahawk 🇬🇧 ist ein "sozialer" Audioplayer, der neben der Verwaltung einer lokalen Musiksammlung einfachen Zugriff auf Medien- und Musikplattformen wie beispielsweise YouTube 🇩🇪 oder SoundCloud 🇬🇧 unter einer einheitlichen Oberfläche bereitstellt. Wer die eigene Musiksammlung bereits ins Internet verlagert hat, wird sich über die integrierte Anbindung von Ampache freuen.

Hinweis:

Die Entwicklung ist eingestellt (siehe tomahawk 🇬🇧), die Webseite aufgrund eines Juni 2018 abgelaufenen Sicherheitszertifikates nur schwierig erreichbar.

Tomahawk
www.tomahawk-player.org 🇬🇧
tomahawk_mycollection.png
Autor:Christian Muehlhaeuser
Erste Veröffentlichung:25. März 2011
Aktuelle Version:0.8.4
(29. April 2015)
Sprachen:🇩🇪, 🇬🇧, 🇫🇷 und viele weitere
Oberfläche:Qt
Lizenz:GPLv2
Programmiersprache:C++
Kategorie:Audioplayer
Installation:für 16.04: Paketquelle

Das Besondere an Tomahawk im Vergleich zu anderen Programmen ist die transparente Verbindung der eigenen Sammlung mit den Musiksammlungen anderer Tomahawk-Benutzer und Musikdiensten im Internet unter einer einheitlichen Oberfläche. Verschiedene Tomahawk-Musiksammlungen können beispielsweise über Twitter oder Jabber verknüpft und dann von jedem Ort aus abgespielt werden – solange die Quellsammlung über das Internet erreichbar ist.

Trotz aller Vernetzungsmöglichkeiten legen die Entwickler Wert auf die Feststellung, dass Tomahawk kein neues Medium für Raubkopien ist. Im Gegenteil, es wird explizit dazu aufgefordert, die Rechte der Künstler zu respektieren und diese beispielsweise durch den Kauf von Musik oder Konzertbesuche tatkräftig zu unterstützen.

Durch seine zahlreichen Funktionen ist Tomahawk nicht einfach nur ein Audioplayer, sondern ein Stellvertreter für eine neue Programmgattung. Eine konkrete Bezeichnung zu finden ist schwierig, vielleicht so etwas wie eine vernetzte Musik-Enzyklopädie? Da das Programm auf Basis von Qt entwickelt wird, ist es neben Linux auch für Windows, Mac OS X und Android verfügbar. Im Hintergrund wird eine SQLite-Datenbank zur Verwaltung genutzt.

Installation

Wiki/Icons/synaptic.png Tomahawk ist in Ubuntu 16.04 mit der aktuellen Version in den offiziellen Paketquellen verfügbar und kann einfach installiert werden.

  • tomahawk (universe, bis 16.04)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install tomahawk 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://tomahawk

Entwickler-Version

Die Entwicklung für Tomahawk ist eingestellt worden (Stand:Februar 2020), die letzte Version im Entwickler-PPA, "tomahawk/nightly" ist vom 26.04.2016, und für neuere Ubuntuversionen gibt es keine Pakete mehr.

Verwendung

Ersteinrichtung

Beim ersten Start erscheinen die Einstellungen. Hier kann angegeben werden, in welchen Quellen Tomahawk nach Musik suchen soll. Sämtliche Quellen werden über Plug-ins (Resolver) abgerufen. Hierbei handelt es sich um Schnittstellen zu Musikdiensten im Internet (z.B. Soundcloud) oder auch zum eigenen (Heim-)Netzwerk. Das Konzept der Plug-ins ähnelt den Add-Ons für den Browser Firefox.

Zur Nutzung von Tomahawk als "normaler" Audioplayer muss hier nichts ausgewählt werden (Plug-ins können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt aktiviert werden). Als Voreinstellung für eigene Audiodateien wird ~/Musik/ im Homeverzeichnis genutzt.

Bedienung

Bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü erfolgt der Programmstart [3] über den Menü-Eintrag "Multimedia → Tomahawk".

./Tomahawk-Feeds.png
Übersichtsseite (Feeds)

Die Steuerung erfolgt über ein Symbol ./tomahawk_logo.png im Benachrichtigungsfeld des Panels. Die weitere Bedienung wie die Anzeige des Programmfensters oder das Verbergen desselben (und auch das Beenden des Programms) erfolgt ausschließlich über dieses Panel-Applet, dessen Menü über die rechte Maustaste rechte Maustaste erreichbar ist.

Über die linke Randspalte wird die Musiksammlung in vier Kategorien

  • "Entdecken"

  • "Offene Seiten"

  • "Deine Musik"

  • "Freunde"

Diese vier Kategorien sind jeweils noch weiter gegliedert:

Entdecken

  • "Feed" - liefert einen Überblick über die eigenen und von Freunden kürzlich gehörten Lieder

  • "Warteschlange" - hier werden alle Lieder angezeigt, die man selbst in die Warteschlange eingereiht hat.

  • "Posteingang" - zeigt alle Lied-Empfehlungen an, die man von seinen Freunden erhalten hat

  • "Charts" - gibt die Charts von unterschiedlichen Quellen wieder (je nach Quelle z.T. auch weiter unterteilt nach Land und Genre)

  • "Neuerscheinungen" - zeigt je nach Auswahl gerade veröffentlichte oder bald erscheinende Alben an.

Suchverlauf

  • Diese Kategorie wird nur angezeigt, wenn eine Suche getätigt wurde. Sie enthält dann dynamisch zusammengestellte Listen von Titeln oder Metadatensuchvorgängen. Einträge können über ein (eingeblendetes) Kreuz wieder entfernt werden.

Deine Musik

./tomahawk_mycollection.png
Deine Sammlung

  • "Sammlung" - Übersicht lokal gespeicherter Titel

  • "Kürzlich hinzugekommen"

  • "Chronik"

  • "Favoriten"

  • "Playlisten"

    • "Neue Playlist erstellen"

  • "Stationen" - hat nichts mit Internetradio zu tun. Benötigt The Echo Nest, um spezielle Playlisten nach bestimmten Kriterien zusammenzustellen.

    • "Neue Station erstellen"

Freunde

Hier werden die Freunde angezeigt, mit denen man sich über "Lokales Netzwerk", Hatchet oder Jabber verbunden hat – sofern diese den Zugriff gestatten (was bei echten Freunden kein Problem darstellen sollte). Aktiviert wird diese Funktion über "Einstellungen → Konfiguriere Tomahawk… → Plug-ins". Zu den konkreten Einstellungen siehe auch erweiterte Konfiguration.

./tomahawk_private_mode.png

Privater Modus

Obwohl die kommunikativen Fähigkeiten einen der größten Reize von Tomahawk ausmachen, möchte man manchmal – wie im richtigen Leben – einfach die Tür hinter sich zu machen und in Ruhe Musik hören. Für diese Stimmungslagen dient der "Private Modus", der über "Steuerung → Privat Modus aktivieren" gesteuert werden kann.

Konfiguration

Wiki/Icons/settings.png Dazu wählt man im Menü "Einstellungen → Konfiguriere Tomahawk..." aus. Untergliedert sind die Einstellungen in drei Reiter (Tabs), die nachfolgend in eigenen Abschnitten beschrieben werden. Gespeichert werden Einstellungsdaten an drei Orten im Homeverzeichnis:

  • ~/.config/Tomahawk/ - Einstellungen

  • ~/.local/share/Tomahawk/ - Datenbank-Ordner

  • ~/.cache/Tomahawk/ - Zwischenspeicher

Plug-ins

Um weitere Plug-ins für Tomahawk verfügbar zu machen, muss man diese zuerst aktivieren. Teilweise ist dazu ein Benutzerkonto bei den jeweiligen Online-Diensten erforderlich. Folgende Dienste sind bereits integriert (Auflistung nach der Reihenfolge im Programm):

./tomahawk_preferences.png
Konfigurationsdialog - Plug-ins

Darüber hinaus sind noch Plug-ins verfügbar, um Links von verschiedenen Streaming-Anbietern mithilfe von Tomahawk zu öffnen (Metadaten):

Weitere Plug-ins

Der Entwickler Teo Mrnjavac 🇬🇧 ⮷ bietet im .axe-Format gepackte zusätzliche Plug-ins zum Herunterladen an. Diese Plug-ins lassen sich mit einem Klick auf die Schaltfläche "Plug-ins installieren" nachinstallieren.

Eine sehr interessantes Plug-in, das leider nicht automatisch zur Verfügung steht, ist das "Youtube Plug-in". Es ermöglicht, bequem Musik von Youtube-Videos innerhalb von Tomahawk abzuspielen, ohne dabei das Video zu sehen.

Sammlung

Hier können die Ordner eingestellt werden, deren Inhalte als Quelle der eigenen Musiksammlung dienen sollen (Voreinstellung: ~/Musik/). Auf Wunsch kann die Sammlung auf Änderungen überwacht werden. Neue oder gelöschte Dateien werden dann automatisch berücksichtigt. Wenn man die Übermittlung von Metadaten an Echo Nest zulässt, lassen sich Playlisten (siehe oben) nach zahlreichen Kriterien anlegen.

Erweitert

Hier findet man die Optionen zur Kontaktaufnahme mit anderen Tomahawk-Installationen:

  • Aktiv (der Host muss direkt erreichbar sein)

  • UPnP / Automatische Portweiterleitung (empfohlen)

  • Manuelle Portweiterleitung

und die Möglichkeit, einen SOCKS-Proxy zu verwenden.

Problembehebung

Wiedergabe

Wenn der Player beim Abspielen an der Startposition hängen bleibt bzw. nichts zu hören ist, liegt das unter Ubuntu an einem Problem mit dem Paket phonon-backend-gstreamer. Die Entwickler empfehlen generell, dieses Paket zu entfernen und stattdessen das Paket phonon-backend-vlc zu installieren (siehe auch Phonon).

ownCloud

Je nach ownCloud-Version ist die "Server-URL" unterschiedlich:

  • Ab ownCloud 4:

    http://SERVER/owncloud/remote.php/ampache/
  • ownCloud 3:

    http://SERVER/owncloud/apps/media/

Dabei gelten folgende Konventionen:

  • http:// - unverschlüsselter Zugriff (ansonsten https:// - falls der Client das unterstützt...)

  • SERVER - Servername (soweit dieser über DNS aufgelöst werden kann), Domain oder IP-Adresse

  • owncloud - Ordner auf dem Server, in den ownCloud installiert wurde

Experten-Info:

Ab ownCloud 6.0 ist die separate App Music 🇬🇧 erforderlich, da die Streaming-Funktion aus ownCloud entfernt wurde. Die "Server-URL" lautet dann:

http://SERVER/owncloud/index.php/apps/music/ampache

Diese Revision wurde am 8. Februar 2020 17:10 von Heinrich_Schwietering erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: bis-xenial, Android, Audioplayer, Qt, Multimedia