[[Vorlage(InArbeit, 30.09.2010, Doc_Symbiosis)]] [[Vorlage(Getestet, general)]] {{{#!vorlage Wissen [:Terminal: Ein Terminal öffnen] [:Editor: Einen Editor öffnen] [:Pakete_installieren: Installation von Programmen] [:Paketquellen_freischalten: Bearbeiten von Paketquellen] }}} [[Inhaltsverzeichnis(2)]] Das [wikipedia:Simple_Network_Management_Protocol:SNMP] (Simple Network Management Protocol) ist ein Netzwerkprotokoll, mit welchem Elemente eines Netzwerks (z.B Router, Server, Switches, Drucker, Computer, etc.) von einer zentralen Station aus überwacht und gesteuert werden können. Das Protokoll regelt hierbei die Kommunikation zwischen den überwachten Geräten und der Überwachungsstation. SNMP wurde so ausgelegt, dass jedes netzwerkfähige Gerät mit in die Überwachung und Steuerung einbezogen werden kann. SNMP ermöglicht * Überwachung von Netzwerkkomponenten, * Fernsteuerung und Fernkonfiguration von Netzwerkkomponenten, * Fehlererkennung und Fehlerbenachrichtigung. Da SNMP recht einfach gehalten ist, wird dieses Protokoll sowohl von den meisten Managementprogrammen als auch von den meisten Endgeräten verwendet. Es existieren SNMP-Version 1,2 und 3. Der große Unterschied von Version 3 zu 1 und 2 ist, dass die Sicherheit durch eine integrierte Benutzerverwaltung und weiterhin durch eine mögliche Verschlüsselung stark erhöht wurde. = Installation = Um unter Ubuntu mit einem Rechner einzelne Netzwerkelemente über SNMP anzusprechen, muss folgendes Paket installiert werden [3]: {{{#!vorlage Paketinstallation snmpd, main [4] }}} Um von einem Rechner die Abfragen zu starten (z.B. snmpwalk oder snmpget), muss das folgende Paket installiert werden [3]: {{{#!vorlage Paketinstallation snmp, main [4] }}} Für erfolgreiche Abfragen von einem anderen Rechner aus, muss auf dem Rechner, auf dem der SNMP-Daemon läuft, der UDP Port 161 freigeschaltet sein, sofern eine Firewall installiert ist. = Grundlegende Konfiguration für Version 1 und 2 = Die Konfiguration findet sich in der Datei '''/etc/snmp/snmpd.conf'''. Hier trägt man zunächst folgende Zeilen ein: {{{ rocommunity public 127.0.0.1 # Definition der Community für SNMP Version 1 rocommunity private # Definition der Community für SNMP Version 1 }}} Nach dem Anpassen der '''snmpd.conf''' muss der '''snmpd''' die Konfiguration neu einlesen: {{{#!vorlage Befehl sudo service snmpd reload }}} Die Community muss man später bei einem ''snmpwalk'' bzw. ''snmpget'' mit angeben, damit der Zugriff erlaubt wird. Trägt man statt `rocommunity` ein `rwcommunity` hier ein, so kann man die Werte nicht nur auslesen, sondern auch setzen (sofern die Werte überhaupt veränderbar sind). Eine Liste der zur Verfügung stehenden Daten erhält man nun auf dem überwachenden Server mit {{{#!vorlage Befehl snmpwalk -v1 -c private }}} Will man die Liste auf dem Rechner selbst erhalten, so muss man einfach das `mycomm` durch `public` ersetzen. = Grundlegende Konfiguration für Version 3 = Mit der Version 3 hat man die Möglichkeit, die Authentifizierung und die Daten verschlüsselt zu übertragen. Damit die Verschlüsselung funktioniert, muss folgendes Paket installiert werden [3]: {{{#!vorlage Paketinstallation openssl, main [4] }}} Zunächst stoppt man den SNMP-Daemon: {{{#!vorlage Befehl sudo service snmpd stop }}} Dann legt man den Benutzer an (in diesem Fall den Benutzer Nagios): {{{#!vorlage Befehl sudo net-snmp-config --create-snmpv3-user -ro -X DES -A MD5 -a "Nagios_PWD" -x "Nagios_PWD" nagios }}} Hierbei steht das `-ro` dafür, dass der Benutzer lediglich Leserechte besitzt. Das `-a` definiert den Hashalgorithmus für das Passwort (MD5 oder SHA) und das `-x` den Algorithmus für die Verschlüsselung der Daten, die übertragen werden (AES oder DES). Nun ändert man noch entsprechende Zeile in der Datei '''/usr/share/snmp/snmpd.conf''' um (hängt das AuthPriv an), um die Verschlüsselung von Verbindung und Passwort zu erzwingen: {{{ rouser nagios AuthPriv }}} Danach startet man Daemon wieder: {{{#!vorlage Befehl sudo service snmpd start }}} '''snmpd.conf''' muss man im Gegensatz zu Version 1 oder 2 soweit erstmal nicht weiter anpassen. Mindestens müssen folgende beide Zeilen enthalten sein: {{{ syslocation Unknown syscontact Root }}} = snmpget und snmpwalk = Mit `snmpwalk` kann man ganze Listen von Werten anzeigen, mit `snmpget` erhält man im Gegensatz dazu nur einzelne Werte, also z.B. {{{#!vorlage Befehl snmpwalk -v1 -c private memory snmpget -v1 -c private memAvailReal.0 snmpget -v3 -u nagios -l authPriv -a MD5 -x DES -X Nagios_PWD -A Nagios_PWD localhost sysDescr.0 }}} Hierbei ist die letzte Zeile für die Version 3 gegeben, wobei das `-a` angibt, wie das Passwort verschlüsselt werden soll und das `-x` beinhaltet den Algorithmus für die Verschlüsselung der übertragenen Daten. Um nur den zurückgelieferten Wert auszugeben, was zum Beispiel beim Skripting durchaus Einiges erleichtert, kann man den Parameter `-Oqv` für das snmpget bzw. snmpwalk verwenden. Viele Werte findet man in den Tabellen prTable, memory, extTable, dskTable, loadTable, systemStats, ucdDemoMIB, fileTable, logMatch, version, snmperrs, mibRegistryTable. Hierfür müssen dann teilweise erstmal entsprechende Einträge in der '''/etc/snmp/snmpd.conf''' gemacht sein, z.B. für fileTable. = Zugriff von anderen Rechnern aus erlauben = Standardmässig sind lediglich Anfragen auf localhost erlaubt. Um den Zugriff auch für andere IPs (auf dem zu überwachenden Rechner) zu erlauben, muss man in der Datei '''/etc/default/snmpd''' die Startoptionen ändern, also die folgende Zeile: {{{SNMPDOPTS='-Lsd -Lf /dev/null -u snmp -g snmp -I -smux -p /var/run/snmpd.pid 127.0.0.1'}}} Will man die Abfragen auf allen Netzwerkinterfaces zulassen, so löscht man die '''127.0.0.1''' am Ende. Hat man mehrere Netzwerkkarten im Rechner und will die SNMP-Anfragen nur auf einer der beiden zulassen, so hängt man die entsprechende IP an die '''127.0.0.1''' per Leerzeichen getrennt an, z.B.: {{{SNMPDOPTS='-Lsd -Lf /dev/null -u snmp -g snmp -I -smux -p /var/run/snmpd.pid 127.0.0.1 192.168.32.4'}}}. = MIBs und OIDs = Die MIB-Dateien (MIB = Management Information Base) liegen unter '''/usr/share/snmp/mibs'''. Diese enthalten die Informationen, die man per SNMP abfragen und ändern kann. Ähnlich wie bei einen LDAP-Schame sind alle Objekte in einer Baumstruktur angeordnet, wobei die Knoten keine eigenen Werte, sondern nur Listen der darunterliegenden Objekte enthalten. Jedes Objekt hat eine eindeutige OID (Object Identifier) zugeordnet, wobei die einzelnen Knoten des Baumes durch Punkte getrennt aufgeführt werden. Dabei gibt es für die einzelnen Knoten sowohl eine darstellende Zahl als auch eine etwas aussagekräftigerere Kette von Worten (z.B. entspricht .1.3.6.1.4.1.2021.9 dem Wort .iso.org.dod.internet.private.enterprises.ucdavis.dskTable). Die wichtigsten MIB-Dateien unter Ubuntu sind die '''UCD-SNMP-MIB.txt''' und die '''UCD-SNMP-MIB.txt'''. Den Inhalt einer MIB-Datei übersichtlich darstellen und browsen kann man mit verschiedenen Programmen, z.B. dem * '''tkmib''' = snmptranslate = DIe OIDs und entsprechenden "aussagekräftigen" Namen kann man per `snmptranslate` ineinander überführen. Für einen abgekürzten Namen (z.B. dskTable) erhält man mittels Parameter `-IR` den vollständigen Namen (z.B. UCD-SNMP-MIB::dskTable). Um die OID zu erhalten, muss man den Parameter `-On` angeben, die Umwandlung umgekehrt funktioniert automatisch, z.B.: {{{#!vorlage Befehl snmptranslate -On -IR ipRouteDest snmptranslate .1.3.6.1.2.1.4.21.1.1 }}} = Weitere Konfigurationsmöglichkeiten in der snmpd.conf = == Vorgegeben Überwachungsmöglichkeiten verwenden == Je nachdem, was man überwachen möchte, kann man in der '''/etc/snmp/snmpd.conf''' nun weitere Einstellungen vornehmen, um z.B. Partitionsfüllstände, Dateigrößen, Logdateien und Anderes zu überwachen. Dafür muss man lediglich eine entsprechende Zeile eintragen {{{ disk / # Überwachung Des Füllstands der Root-Partition disk /home # Überwachung des Füllstands der Home-Partition includeAllDisks 10% # Überwachung der Füllstände aller Partitionen file /var/log/apache2/apache2.log 10000 # Überwachung der Größe einer Datei PROC sshd # Überwachung des sshd-Prozesses }}} Hierbei steht jeweils der erste Eintrag für die jeweilige Direktive, der zweite für das zu überwachende und der (nicht unbedingt notwendige) dritte Wert, für den Grenzwert zum setzen eines entsprechenden Fehler-Schwellwert (dazu dann bei snmpget mehr). Werden die in der '''snmpd.conf''' angegebenen Schwellwerte überschritten, so wird ein entsprechendes Fehlerflag gesetzt, z.B. das `dskErrorFlag`, falls der angegebene prozentuale freie Platz unterschritten wurde. Die entsprechende Fehlermeldung steht dann in '''dskErrorMsg'''. == Rückgabewerte und Ausgaben eigener Skripte abfragen == In die '''/etc/snmp/snmpd.conf''' kann man auch eigene Befehle bzw. Skripte angeben, deren Rückgabewerte man dann per '''snmpget''' abfragen kann. Füge z.B. folgende Zeilen an die '''/etc/snmp/snmpd.conf''' an: {{{extend .1.3.6.1.3.1.1984.1 apt /bin/bash -c "/bin/echo `/bin/echo n | /usr/bin/aptitude dist-upgrade -s | /usr/bin/awk '/^[0-9]/ {print $1}'`"}}}. Nach einem Neustart des snmpd kann man dann die Anzahl der verfügbaren Updates (also den Ausgabewert des Befehls) abfragen mittels {{{#!vorlage Befehl snmpwalk -v 1 -c private localhost .1.3.6.1.3.1.1984.1.4 }}} ---- ##tag: Netzwerk, Internet, System, Sicherheit, Shell, Übersicht, Installation, Community, Hilfsmittel, Server