ubuntuusers.de

LaTeX Symbols Selector

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Wer (vor allem wissenschaftlich) Texte mit LaTeX schreibt, benötigt an vielen Stellen diverse Sonderzeichen. Derer gibt es aber so viele, dass die [https//:www.ctan.org/tex-archive/info/symbols/comprehensive/symbols-a4.pdf Liste aller LaTeX-Symbole] 🇬🇧 in der Fassung vom 12. November 2015 bereits 331 Seiten mit 14030 Symbolen umfasst. Nicht alle LaTeX-Befehle dazu lassen sich merken. In manchen Fällen kann dann die WebanwendungDetexify 🇬🇧 weiterhelfen. Allen jedoch, die nicht gut zeichnen können oder denen die obige Symbolliste zu groß ist, kann der LaTeX Symbols Selector 🇬🇧, kurz LSS, weiterhelfen.

Auch wenn LSS seit 2008 nicht mehr entwickelt wird, stellt es dennoch 478 LaTeX-Zeichen in verschiedenen Gruppen bereit und ermöglicht eine direkte Kopie der Zeichen in die Zwischenablage oder den Editor (im Falle von gVIM).

Installation

Der LaTeX Symbols Selector befindet sich in einigen Distributionen bereits in der Paketverwaltung, leider aber nicht unter Ubuntu. Daher muss man das Programm selbst kompilieren [2]. Der GPL2-lizenzierte Quelltext steht auf der Webseite des Projekts 🇬🇧 zum Download bereit. Für die Kompilierung werden neben einem C-Compiler GTK+ 2.0 sowie die Entwicklerpakete von libgtk3 und libxml2 benötigt [1]:

  • build-essential

  • gtk2.0

  • libgtk-3-dev

  • libxml2-dev

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install build-essential gtk2.0 libgtk-3-dev libxml2-dev 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://build-essential,gtk2.0,libgtk-3-dev,libxml2-dev

Danach kann man das Tar-Archiv (in der aktuellen Version 0.1.6) entpacken [5] und kompilieren [2].

Deutsche Sprache

LSS liegt derzeit (Juli 2010) nur in englischer Sprache und polnischer Übersetzung vor. Es gibt aber eine deutsche Sprachdatei, die man nutzen kann. Man lädt sich die Datei de.po ⮷ herunter und speichert sie im Ordner po ab. Daneben muss man in diesem Ordner noch die Datei Makefile.in bearbeiten [4], indem man die Zeile mit den Übersetzungsdateien wie folgt anpasst:

POFILES = pl.po de.po

Danach muss man erneut make aufrufen und das Programm global installieren. Führt man LSS nur lokal aus, wird die deutsche Übersetzung sonst nicht gefunden.

LaTeX Symbols Selector

Benutzung

Nachdem man das Programm durch den Aufruf von lss gestartet hat [6], sieht man bereits die "Akzente", die in LaTeX zur Verfügung stehen. Als Standard kann man nun mit der linken Maustaste doppelt auf einen Eintrag klicken, um diesen in die Zwischenablage zu kopieren.

Auf der linken Seite sieht man verschiedene Gruppen von Symbolen, die man auswählen kann. Auf die Art findet man relativ schnell ein Zeichen – wenn es denn im LaTeX Symbols Selector geführt wird.

Mit der rechten Maustaste kann man das Optionsmenü aufrufen. Hier kann man einstellen, ob ein Zeichen an die Zwischenablage und/oder den Editor gVIM gesendet werden soll. (Dies wurde aber für den Artikel nicht getestet!)

Daneben lassen sich im Optionsmenü noch einstellen, ob bereits ein Einzelklick das Symbol kopiert, ob auch die AMS-Symbole angezeigt werden sollen (AMS steht für American Mathematical Society 🇬🇧) und ob die Symbolnamen, d.h. der LaTeX-Code direkt unter den Zeichen stehen soll.

Alle Einstellungen befinden sich in der Datei /home/BENUTZERNAME/.lss.xml und können zur Not auch dort geändert werden, wenn man weiß, was die Einträge bedeuten.

Diese Revision wurde am 12. März 2019 10:06 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Programmierung, Hilfsmittel, Bildung, Büro, Editor