ubuntuusers.de

Netzwerkmanager

Achtung!

Dieser Artikel wird aktuell in Baustelle/Internetverbindungsfreigabe/Netzwerkmanager überarbeitet. Daher kann es sein, dass diese Seite hier veraltete oder nicht (mehr) zutreffende Informationen enthält. Vergleiche beide Versionen und wende dich im Zweifelsfall mit deinem konkreten Anliegen an das Support-Forum. Änderungen am Artikel bitte nur in Baustelle/Internetverbindungsfreigabe/Netzwerkmanager!

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:


Du möchtest den Artikel für eine weitere Ubuntu-Version testen? Mitarbeit im Wiki ist immer willkommen! Dazu sind die Hinweise zum Testen von Artikeln zu beachten.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/networksettings.png Dieser Artikel beschreibt Einrichtung einer Internetverbindungsfreigabe nach der Router-Methode mit Hilfe des Network-Manager.

Ein Ubuntu-Desktop-System bringt bereits alle erforderlichen Programme mit, um eine Verbindung herzustellen und die Internetverbindung zu teilen.

In diesem Artikel wird vorausgesetzt, dass der Rechner bereits über eine funktionierende Internetverbindung (uplink) verfügt. Die Art dieses Internetzugangs ist beliebig.

Freigabe via Wifi/WLAN

Die Aufgabe läuft technisch hinaus auf die Erstellung eine WLAN-Zugangspunktes (Access Point) und eines Routers mit den Zusatzfunktionen DHCP-Server, DNS-Cache und NAT. Der Benutzer muss sich aber nicht um die technischen Details kümmern, Network-Manager erledigt das alles selber. Es ist im Grunde nur ein Verbindungsprofil zu erstellen.

Internetverbindungsfreigabe/Funknetzwerk_erstellen.png Internetverbindungsfreigabe/NM01b.png

Zuvor muss aber geprüft werden, ob die Wifi/WLAN-Hardware des Rechner überhaupt als Access Point arbeiten kann, da dies nicht von jeder Hardware unterstützt wird. Dazu öffnet man ein Terminal [2] und startet diesen Befehl:

iw phy | sed -n '/modes:/,/:/ p' 

Die angezeigte Liste der unterstützen Betriebsarten (Supported interface modes) muss "AP" enthalten, im anderen Fall ist mit dieser Hardware keine Weiterleitung der Internetverbindung möglich.

Über einen Linksklick linke Maustaste öffnet man nun das Netzwerk-Manager Applet im Panel und wählt "Neues Funknetzwerk erstellen...", gibt den gewünschten Namen des Netzwerks ein (hier im Beispiel Test) und wählt die Art der Verschlüsselung.

Verschlüsselung

Erlaubt ist nur eine 64/128bit-WEP-Verschlüsselung, auch wenn der Network-Manager die Eingabe eines WPA-Kennworts ermöglicht, funktioniert das in der Regel nicht.

Es kann auch ein Funknetz mit WPA(2)-Verschlüsselung über den Network-Manager aufgebaut werden. Allerdings funktioniert dies nicht unbedingt mit jeder WLAN-Hardware. Ebenso kann es sein, dass Clients wie andere Rechner, Tablets oder Smartphones die Verbindung nicht herstellen können, obwohl das so erzeugte Funknetzwerk angezeigt wird und der eingegebene Zugangsschlüssel korrekt ist.

Der WPA(2)-Zugangsschlüssel darf zwischen 8 und 63 Zeichen umfassen. Schlüssel ab etwa 16 Zeichen, die nicht durch eine einfache Wörterbuchattacke herausgefunden werden können, gelten als sicher Sicherheit/Passwörter. Der Schlüssel sollte sich aus Klein- und Großbuchstaben, Zahlen und den erlaubten Sonderzeichen zusammensetzen.

Weitere Hintergrundinformationen dazu im Forum. Zur Unsicherheit von WEP siehe Wired_Equivalent_Privacy.

Eine Plausibilitätsüberprüfung des verwendeten WEP-Schlüssels findet ansonsten nur bei der Auswahl "WEP 128-bit Schlüssel" statt, weshalb sich diese Option grundsätzlich anbietet, um Fehler weitestgehend zu vermeiden. Die Schlüssellänge in hexadezimalem Code (0-9, a-f, A-F) beträgt zehn Zeichen (64 bit) oder sechsundzwanzig Zeichen (128 bit), die zwingend eingehalten werden muss.

Die Eingabe eines Schlüssels in Klartext (0-9, a-z, A-Z) ist hier ebenfalls möglich. Die einzuhaltende Schlüssellänge beträgt in diesem Fall fünf Zeichen (64 bit) oder dreizehn Zeichen (128 bit). Fehler oder unzulässige Zeichen bei der Eingabe werden nicht angezeigt!

Je nach verwendetem Treiber kann die angebotene Verschlüsselungsmethode auch als WEP40 oder WEP104 angezeigt werden. Das entspricht einer 64-bit bzw. 128-bit-Verschlüsselung, da das Datenpaket mit einem 24 Bit großem Initialisierungsvektor beginnt.

Sonderzeichen wie beispielsweise deutsche Umlaute sind nicht erlaubt, um die Kompatibilität zwischen verschiedenen Betriebssystemen zu gewährleisten.

Internetverbindungsfreigabe/WLAN_Konfiguration01.png

Abschließend klickt man auf "Erzeugen". Die erforderlichen Freigaben der LAN-Verbindung werden nun automatisch angelegt.

Über einen Rechtsklick rechte Maustaste auf das Network-Manager-Symbol und "Verbindungen bearbeiten" kann die Konfiguration überprüft und bei Bedarf auch angepasst oder gelöscht werden. Das Fenster "Netzwerkverbindungen" wird geöffnet. In diesem Beispiel steht das erzeugte Funknetz natürlich unter "Funknetzwerk". Bearbeitet man diese Konfiguration, muss unter "IPv4 Einstellungen" "Gemeinsam mit anderen Rechnern" eingestellt sein.

Ab Ubuntu 10.10 Maverick Meerkat sind erweiterte Einstellung für das Funknetz, wie z.B. eine manuelle Einstellung des Funkkanals, möglich. Es können allerdings auch Parameter eingestellt werden, die die verwendete WLAN-Karte oder auch der Treiber nicht unterstützt.

Internetverbindungsfreigabe/Test_bearbeiten.png

IPv4-Einstellungen:

  • Auf dem Host:

    • LAN - "Automatisch DHCP" (Verbindung zum Internet über Router/Modem. Kann auch statisch konfiguriert werden.)

    • WLAN - "Gemeinsam mit anderen Rechnern" (wird automatisch eingestellt)

  • Auf den Clients:

    • WLAN - "Automatisch DHCP"

Die Einstellungen der Schnittstellen und die sich daraus ergebende Routing-Tabelle können zur Kontrolle über Terminal [1] abgefragt werden, nachdem das Netzwerk eingerichtet wurde.

Abfragen für das hier aufgeführte Beispiel:

iwconfig             # Konfiguration der WLAN-Schnittstelle abfragen 
wlan0     IEEE 802.11g  ESSID:"Test" 
          Mode:Ad-Hoc  Frequency:2.412 GHz  Cell: 00:39:80:39:0A:03   
          Bit Rate=54 Mb/s   Tx-Power:10 dBm   Sensitivity=0/3  
...
ifconfig             # Konfiguration der LAN- oder WLAN-Schnittstelle abfragen 
wlan0     Link encap:Ethernet  Hardware Adresse 00:04:0e:c2:61:ca  
          inet Adresse:10.42.43.1  Bcast:10.42.43.255  Maske:255.255.255.0
          inet6-Adresse: fe80::204:eff:fec2:61ca/64 Gültigkeitsbereich:Verbindung
...
route -n             # Routingtabelle anzeigen 
Kernel-IP-Routentabelle
Ziel            Router          Genmask         Flags Metric Ref    Use Iface
192.168.178.0   0.0.0.0         255.255.255.0   U     1      0        0 eth0
10.42.43.0      0.0.0.0         255.255.255.0   U     2      0        0 wlan0
169.254.0.0     0.0.0.0         255.255.0.0     U     1000   0        0 eth0
0.0.0.0         192.168.178.1   0.0.0.0         UG    0      0        0 eth0

Andere Rechner mit WLAN können sich nun direkt mit dem neuen Netzwerk Test und korrekter Eingabe des Zugangsschlüssels verbinden. Die Zuweisung einer IP-Adresse erfolgt automatisch über DHCP.

Freigabe via Ethernet

Eine bestehende WLAN-Verbindung (oder Internetverbindung über Bluetooth bzw. Mobilfunk), welche über einen Router die Verbindung zum Internet herstellt, wird über die freie LAN-Schnittstelle anderen Rechnern (Clients) zur Verfügung gestellt. Soll nur ein einziger Rechner ohne Netzwerk-Switch direkt angeschlossen werden, muss möglicherweise ein Crosskabel für die Verbindung verwendet werden. Weitere Hinweise dazu in PC-Direktverbindung per Netzwerk-Kabel.

Über einen Rechtsklick rechte Maustaste auf das Network-Manager-Icon und "Verbindungen bearbeiten" oder direkt über das Menü "System → Einstellungen → Netzwerkverbindungen" wird hier die gewünschte Schnittstelle konfiguriert. Im Beispiel wird über wlan0 die Internetverbindung hergestellt und über eth0 an nachfolgende Rechner durch gereicht.

Der vielleicht schon bestehende Eintrag für Auto eth0 kann bearbeitet werden. Ansonsten einen neuen Eintrag mit Namen "ICS WLAN (wlan0) auf LAN (eth0)" als eindeutige Beschreibung hinzufügen. Unter "IPv4 Einstellungen" muss wieder "Gemeinsam mit anderen Rechnern" ausgewählt und die Änderungen übernommen werden.

Das Kontrollkästchen "Automatisch verbinden" muss bei allen vorhandenen Profilen unter "Kabelgebunden" entfernt werden, ansonsten wird u.U. automatisch das falsche Profil gewählt. Das gewünschte Profil kann nun manuell über das Network-Manager-Applet im Panel aktiviert werden.

Ein oder auch mehrere Rechner können jetzt direkt oder auch über einen Netzwerk-Switch an die Schnittstelle angeschlossen werden. Die Zuweisung einer IP-Adresse erfolgt automatisch über DHCP.

IPv4-Einstellungen:

  • Auf dem Host:

    • WLAN - "Automatisch DHCP" (Verbindung zum Internet über WLAN-Router/UMTS-Modem/Bluetooth)

    • LAN - "Gemeinsam mit anderen Rechnern" (muss manuell eingestellt werden)

  • Auf den Clients:

    • LAN - "Automatisch DHCP"

LAN auf LAN

ungetestet

Eine bestehende LAN-Verbindung, welche über eine automatische Konfiguration (DHCP) und einen Router die Verbindung zum Internet herstellt, kann über eine weitere LAN-Schnittstelle anderen Rechnern (Clients) zur Verfügung gestellt werden. Soll nur ein einziger Rechner ohne Netzwerk-Switch direkt angeschlossen werden, muss möglicherweise ein Crosskabel für die Verbindung verwendet werden. Weitere Hinweise dazu in PC-Direktverbindung per Netzwerk-Kabel.

Über einen Rechtsklick rechte Maustaste auf das Network-Manager-Symbol und "Verbindungen bearbeiten" oder direkt über das Menü "System → Einstellungen → Netzwerkverbindungen" wird hier die gewünschte Schnittstelle konfiguriert. Im Beispiel wird über eth0 die Internetverbindung hergestellt und über eth1 an nachfolgende Rechner durchgereicht.

Es muss ein neuer Eintrag (Profil) für eth1 angelegt werden. Dazu den Namen "ICS LAN1 (eth0) auf LAN2 (eth1)" als eindeutige Beschreibung eintragen. Damit der Network-Manager erkennt, dass dieses Profil nur für die zweite Netzwerkschnittstelle verwendet wird, ist die Hardware-Adresse (MAC) der Karte anzugeben.

Abfrage der MAC-Adresse hier für das Beispiel:

ifconfig eth1 | grep Hard | awk {'print $1,$4,$5,$6'} 

Die Ausgabe sieht dann etwa so aus:

eth1 Hardware Adresse 00:24:21:0e:8f:4a

Benötigt wird nur die letzte, durch durch Doppelpunkte getrennte, hexadezimale Zeichenfolge.

Das Kontrollkästchen "Automatisch verbinden" darf für dieses Profil nicht gesetzt werden. Unter "IPv4 Einstellungen" muss wieder "Gemeinsam mit anderen Rechnern" eingestellt werden. Änderungen übernehmen. Die Zuweisung einer IP-Adresse erfolgt automatisch über DHCP. Das gewünschte Profil kann nun manuell über das Network-Manager-Applet im Panel aktiviert werden.

Internetverbindungsfreigabe/Bildschirmfoto-ICS_LAN1_auf_LAN2.png

IPv4-Einstellungen:

  • Auf dem Host:

    • LAN 1 - "Automatisch DHCP" (Verbindung zum Internet über Router/Modem. Kann auch statisch konfiguriert werden.)

    • LAN 2 - "Gemeinsam mit anderen Rechnern" (muss manuell eingestellt werden)

  • Auf den Clients:

    • LAN - "Automatisch DHCP"

Zusatzinformationen

Diese Revision wurde am 29. Juni 2021 12:19 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Netzwerk, Internet, WLAN