GTK Engines

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Installation von Programmen

  2. Pakete aus dem Quellcode erstellen

  3. Ein einzelnes Paket installieren

  4. Ein Programm starten

Inhaltsverzeichnis
  1. GTK3 Engines
  2. GTK2 Engines
    1. Vorinstallierte Engines
    2. Aus den Paketquellen
    3. Weitere Engines
    4. GTK-Engines kompilieren
  3. Designs vergleichen
  4. Links

images.png GTK ist eine Komponentenbibliothek zur Darstellung von grafischen Benutzeroberflächen. Mit GTK werden Schaltflächen, Rollbalken und Menüs auf dem Bildschirm dargestellt. Für die Positionierung und Rahmen von Fenstern ist jedoch wieder ein anderes Programm - der Fenstermanager - zuständig. Bedingt durch die Weiterentwicklung von GTK muss teilweise zwischen GTK2 und GTK3 unterschieden werden.

GTK steht auch nicht alleine da. GTK stellt nur grundlegende Funktionalitäten bereit. Die eigentliche Darstellung der Desktop-Elemente übernehmen GTK-Engines, also Programme, die die GTK-Designs übersetzen. Im Prinzip kann man sich das Zeichnen von Elementen auf dem Bildschirm als Schichtenmodell vorstellen: GTK-Design → GTK-Engine → GTK → XServer.

Ein GTK-Design (engl. Theme) benutzt die Möglichkeiten einer GTK-Engine, die wiederum GTK als Basis nutzt, was letztendlich dann auf dem XServer die Desktopelemente zeichnet. Wie man die Designs wechselt, steht in dem Artikel GTK+/Design wechseln

GTK3 Engines

Inzwischen gibt es vermehrt Pakete, die GTK3-Engines anbieten: gtk3-engines.

GTK2 Engines

Vorinstallierte Engines

Bei der Installation von einigen Ubuntu-Derivaten werden eine ganze Reihe von GTK2-Engines installiert. Ansonsten können sie über das Paket

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines

installiert werden[1]. Einige Engines sind:

GTK2 Engines
Engine Beschreibung Vorschau
Clearlooks 🇬🇧 Die Standardengine von GNOME 2 clearlooks.png
Crux Einstmals sehr beliebte Engine, von Eazel Inc. entwickelt. inzwischen von Novell übernommen Crux.png
High contrast Engine für hohe Kontraste, speziell für sehbeeinträchtigte Benutzer. highcontrast.png
Industrial Engine, von Ximian für deren Produkte entwickelt. industrial.png
Mist Schlichte, schnelle Engine von unaufdringlicher Erscheinung. mist_dunst.png
Redmond95 Wie der Name vermuten läßt, an Microsoft Windows95/98 angelehnt. redmond.png
ThinIce Leichtgewichte Engine mit einem leichtem Plastik-Look. ThinIce2.png

Aus den Paketquellen

Hier einige weitere Engines, die sich direkt aus den Paketquellen installieren lassen.

QtCurve

Die QtCurve Theme Engine ist eine GTK-Engine, die eine optisch reibungslose Einbindung von GNOME-Anwendungen in die KDE-Desktopumgebung gewährleisten soll. Die Engine ruft Qt zum Darstellen der Elemente auf. Individuelle Einstellungen lassen sich in KDE unter

  • "K-Menü → Systemeinstellungen → Erscheinungsbild → GTK-Stile und Schriftarten"

vornehmen. Die Engine wird bei der Installation von Kubuntu über eine Empfehlung mitinstalliert. Sollte man sie einzeln hinzufügen wollen, so kann man sie über das folgende Paket installieren:

  • gtk2-engines-qtcurve (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-qtcurve 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-qtcurve

aurora.png
Aurora

Aurora

Aurora 🇬🇧 stammt von Clearlooks bzw. Murrine ab. Die Engine ist im folgenden Paket enthalten:

  • gtk2-engines-aurora (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-aurora 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-aurora

Allerdings gab es Schwierigkeiten bei der Darstellungen von Apache OpenOffice- und Java-Applikationen. Diese Anwendungen emulierten GTK und sahen nicht gut aus, wenn Aurora als GTK-Engine genutzt wurde.

blueheart.png
Blueheart

blueheart

blueheart 🇬🇧 ist ein Fork vom orginale Blueheart-Theme von Claudiu Christian Fofiumit hohem Kontrast.

  • gtk2-engines-blueheart

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-blueheart 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-blueheart

cleanice.png
Cleanice

Cleanice

Cleanice 🇬🇧 ist eine sehr schlichte und dafür schnelle GTK-Engine. Trotz des schlichten Aufbaus ist die Engine immer noch ansprechend im Aussehen. Die GTK-Engine lässt sich aus den Paketquellen von Ubuntu installieren. Es muss nur das folgende Paket installiert werden:

  • gtk2-engines-cleanice (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-cleanice 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-cleanice

equinox.jpg
Equinox

Equinox

Equinox 🇬🇧 stammt von Aurora ab. Die Engine ist in diesem Paket enthalten:

  • gtk2-engines-equinox (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-equinox 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-equinox


magicchicken_okayishchicken.png
Magic Chicken

Magic Chicken

Das Paket enthält Designs, die es erlauben, das Aussehen von Programmen auf GTK+ 2.x zu konfigurieren. Die Programme benötigen keinerlei Modifikationen, um Designs zu benutzen. Die Unterstützung ist in GTK+ 2.x enthalten. "Magic Chicken" ist eine experimentelle Engine, das viele Anleihen in Bezug auf das Aussehen sowohl beim voreingestellten GTK+ 2.x Design als auch von ThinIce und anderen "individuellen" Designs macht.

Magic Chicken lässt sich aus den Paketquellen von Ubuntu installieren. Installiert [1] werden muss folgendes Paket:

  • gtk2-engines-magicchicken (universe )

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-magicchicken 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-magicchicken

murrine_neo.png
Murrine

Murrine

Murrine ist eine elegante Engine auf Basis von Clearlooks. Laut den Entwicklern ist die Engine rund 30% schneller als Clearlooks oder Ubuntulooks, da der Quelltext optimiert und langsame Farbverläufe entfernt wurden. Die Murrine Engine kann direkt aus den offiziellen Paketquellen installiert werden:

  • gtk2-engines-murrine (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-murrine 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-murrine

pixbuf.png
Pixbuf

Pixbuf

Pixbuf (oft auch Pixmap) ist eine GTK-Engine, die Bilder zum Anzeigen der Desktopelemente nutzt. Dadurch ist die Engine hochflexibel, und so gut wie alle Designs lassen sich realisieren. Allerdings wird sie nicht mit der Geschwindigkeit von schlankeren Engines mithalten können.

Die Pixbuf Engine lässt sich aus den offiziellen Paketquellen installieren:

  • gtk2-engines-pixbuf (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-pixbuf 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-pixbuf

xfce.png
Xfce

Xfce

Die Desktopumgebung Xfce baut ebenfalls auf GTK auf. Xfce benutzt eine eigene GTK-Engine, die natürlich aus der Paketverwaltung heraus installiert werden kann. Dazu muss nur das folgende Paket installiert werden:

  • gtk2-engines-xfce (universe)

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install gtk2-engines-xfce 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://gtk2-engines-xfce

Bei der Installation von Xubuntu wird diese Engine selbstverständlich von Haus aus installiert. Die Engine und deren Designs lässt sich aber auch unter GNOME nutzen.

Weitere Engines

Zusätzlich können noch mahr GTK2-Engines installiert werden, die nicht aus den Paketquellen installierbar sind. Es existieren gelegentlich .deb-Pakete, die man herunterladen und installieren kann, mehrere muss man aus dem Quelltext kompilieren.

Weitere Engines
Engine Beschreibung Vorschau
Candido Theme für Openbox Aus dem Project Candido Desktop, das mittlerweile auf sourceforge zu Haue ist.

candido_graphite.png
Candido
Geramik Geramik ist ein GTK2-Engine mit der Absicht, GTK-Anwendungen ein ähnliches Aussehen wie dem früheren KDE-Stil "Keramik" zu geben. Die Engine ist eine gehackte/modifizierte Version der Original-Pixmap-Engine von GTK, die verändert wurde, um Widget-Farben aus der Datei .qt/qtrc im Heimatverzeichnis zu erhalten. Das bedeutet, das GTK-Anwendungen dem KDE-Farbschema folgen.Diese Engine ist also sehr gut geeignet, wenn man GNOME-Anwendungen unter KDE betreiben möchte. Da Geramik nicht mehr in den Paketquellen enthalten ist, kann stattdessen QtCurve verwenden werden.

geramik.png
Geramik
Nimbus Nimbus ist eine weitere GTK2-Engine, die als Standard in OpenSolaris genutzt wird. Der dazugehörige gleichnamige Stil und das Symbolthema haben einen ganz eigenen "Retro"-Charme. Auf gnome-look.org 🇬🇧 gibt es Quelltexte zum kompilieren für verschiedene Fenstermanager.

nimbus.jpg
Nimbus
Rezlooks Rezlooks 🇬🇧 ist eine Abwandlung der Clearlooks-Engine, für die es zahlreiche Designs gibt. Die Engine ist schlicht und sehr schnell.

rezlooks_candy.png
Rezlooks

GTK-Engines kompilieren

Möchte man eine GTK2-Engine kompilieren, so sind zumindest die folgende Programmbibliothek und die davon abhängigen Pakete notwendig:

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install libgtk2.0-dev  

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://libgtk2.0-dev

Anschließend kann man GTK-Engines kompilieren [2]. Allerdings gilt es das Prefix zu beachten. Hier sind GTK-Engines anspruchsvoll. Sie müssen in /usr installiert werden. Daher muss man

./configure --prefix=/usr 

ausführen. Ansonsten sind GTK-Engines "normale" Programme, die keine besonderen Kenntnisse beim Kompilieren erfordern.

Designs vergleichen

Auf den verschiedenen Webseiten mit Designs für GNOME und Xfce findet man unzählige Designs. Oftmals ist es schwer, diese Designs zu vergleichen. Um ein Design "objektiv" mit dem anderen zu vergleichen, so kann man das Programm The Widget Factory 🇬🇧 benutzen. Das Programm stellt alle GTK2-Elemente in einem Fenster dar.

The Widget Factory ist nicht mehr in den Paketquellen vorhanden und kann nur über ein ppa installiert werden.

Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Ein PPA unterstützt nicht zwangsläufig alle Ubuntu-Versionen. Weitere Informationen sind der Wiki/Vorlagen/PPA/ppa.png PPA-Beschreibung des Eigentümers/Teams flexiondotorg zu entnehmen.

Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.

Paketliste zum Kopieren:

sudo apt-get install awf 

Oder mit apturl die Pakete installieren. Link: apt://awf

Alle Bildschirmfotos ("screenshots") auf dieser Seite stammen von "The Widget Factory" mit dem entsprechenden Design.