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Terminalbefehle

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Wiki/Icons/terminal.pngDieser Artikel beschreibt die Funktion der GRUB-2-Befehle, die in einem laufenden Linux-System - wie Ubuntu - oder aber von einer Desktop-CD aus direkt oder über eine chroot-Umgebung benutzt werden können. Alle Befehle müssen in einem Terminal[1] angewendet werden.

Befehle zur Installation von GRUB 2

grub-setup

Syntax: grub-setup [Optionen] <Datenträger>
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Der Befehl grub-setup ist nur noch in der Grub-Version 1.99 (Precise Pangolin 12.04 LTS) anwendbar und installiert vorhandene .img-Dateien je nach Angabe von <Datenträger> in Bereiche, die außerhalb von Dateisystemen liegen. Generiert dabei eine auf das Installationsziel der .img-Datei weisende Datei boot.img und schreibt deren Inhalt je nach Angabe für <Datenträger> in den Loader-Bereich des MBR oder des PBR. Ist Bestandteil des Paketes grub-pc und daher nur auf PC-BIOS-Systemen vorhanden.
<Datenträger>: Gibt den Datenträger an, auf den GRUB-2 installiert werden soll. Dies kann z.B. eine Festplatte oder die Partition einer Festplatte sein. Beispiele: /dev/sda oder /dev/sda3
Optionen: -d, --directory=<Verzeichnis> Gibt den Pfad zum GRUB-2-Verzeichnis an. Standardmäßig geht grub-setup von /boot/grub aus. Diese Option muss bei einer Installation von einer Desktop-CD, ohne Verwendung einer chroot-Umgebung angegeben werden.
-r, --root-device=<Datenträger> Gibt den Datenträger an, in den die GRUB-2-Kernkomponenten installiert werden sollen. Standardmäßig versucht grub-setup den Datenträger automatisch zu ermitteln, was bei einem System mit mehreren Datenträgern nicht zum richtigen Ergebnis führen muss. Beispiele: /dev/sdb oder /dev/sdb2
-b, --boot-image=<Datei> Mit dieser Option kann eine andere Datei als Boot-Image angegeben werden. Als Standard verwendet grub-setup die Datei boot.img.
-c, --core-image=<Datei> Mit dieser Option kann eine andere Datei als Core-Image angegeben werden. Als Standard verwendet grub-setup die Datei core.img.
-m, --device-map=<Datei> Wird diese Option angegeben, so wird die für <Datei> angegebene Datei für die Ermittlung der Datenträger-Reihenfolge herangezogen. Als Standard verwendet grub-setup die device.map.
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-V, --version Zeigt die Datei-Version von grub-setup an.
-v, --verbose Ausführlichere Rückmeldungen anzeigen.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar: Ja, wenn die Option --directory=<Verzeichnis> verwendet wird.
Anwendungs-Beispiele: Reparatur des GRUB MBR

grub-install

Syntax: grub-install [Optionen] <Datenträger>
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Es handelt sich um ein Skript, das nacheinander eine Reihe von Aufgaben abarbeitet (siehe auch unten): Legt das Verzeichnis /boot/grub an – falls es noch nicht angelegt wurde. Generiert die Datei core.img bzw. grub*.efi. Installiert die core.img (siehe dazu grub-setup) nach <Datenträger> bzw. kopiert die grub*.efi in das Zielverzeichnis auf der EFI-Systempartition.
<Datenträger>: Gibt den Datenträger an, auf den GRUB-2 installiert werden soll. Dies kann z.B. eine Festplatte oder die Partition einer Festplatte sein. Beispiele: /dev/sda oder /dev/sda3

Hinweis:

Hat man als Basis ein RAID-System eingesetzt, so kann man den MBR in alle beteiligten Datenträger installieren, als Beispiel /dev/sda dev/sdb, wobei diese direkt mit einem Leerzeichen getrennt angegeben werden.

Optionen: –> bis Ubuntu 10.10:
--root-directory=<Wurzel-Verzeichnis>
–> ab Ubuntu 11.04:
--boot-directory=<GRUB-2-Verzeichnis>
Mit dieser Option kann für die GRUB-2-Installation ein anderes Wurzel-Verzeichnis (bzw. GRUB-2-Verzeichnis) übergeben werden. Diese Option muss bei einer Installation von einer Desktop-CD, ohne Verwendung einer chroot-Umgebung angegeben werden. Beispiel (bis Ubuntu 10.10):
sudo grub-install --root-directory=/mnt /dev/sda 
Installiert die GRUB-2-Kernkomponenten in den MBR der ersten Festplatte und den Rest in das Verzeichnis /boot/grub des Linux-Systems bzw. der Partition, welche(s) zuvor in das Verzeichnis /mnt eingehängt wurde (anstatt den Rest in /boot/grub der Desktop-CD virtuell zu installieren).
Beispiel (ab Ubuntu 11.04):
sudo grub-install --boot-directory=/mnt /dev/sda 
Installiert die GRUB-2-Kernkomponenten in den MBR der ersten Festplatte und den Rest in das Verzeichnis /grub des Linux-Systems bzw. der Partition, welche(s) zuvor in das Verzeichnis /mnt eingehängt wurde (anstatt den Rest in /boot/grub der Desktop-CD virtuell zu installieren).
--recheck Mit dieser Option wird GRUB-2 angewiesen, eine neue device.map anzulegen und zwar auch dann, wenn diese bereits im Verzeichnis /boot/grub schon besteht.
--force Erzwingt die Installation auch dann, wenn es bei der Ausführung von grub-install zu Problemen kommt.
--modules=<Module> Mittels <Module> können GRUB-2-Module angegeben werden, die zusätzlich in die Datei core.img integriert werden sollen.
--grub-setup=<Datei> Verwendet das als <Datei> angegebene Programm oder Skript, um die GRUB-2-Kernkomponenten zu installieren. Standard ist das Programm grub-setup.
--grub-mkdevicemap=<Datei> Verwendet das als <Datei> angegebene Programm oder Skript, um die Datei device.map zu generieren. Standard ist die Datei /boot/grub/device.map.
--grub-mkimage=<Datei> Verwendet das als <Datei> angegebene Programm oder Skript, um die GRUB-2-Image-Dateien zu generieren. Standard ist das Programm grub-mkimage.
--grub-probe=<Datei>
--no-floppy Verhindert, dass bei der Installation nach Diskettenlaufwerken gesucht wird.
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-v, --version Zeigt die Datei-Version von grub-install an.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: grub-probe, grub-mkdevicemap, grub-mkimage, grub-setup
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar: Ja, wenn die Option --root-directory=<Wurzel-Verzeichnis> (bis Ubuntu 10.10) bzw. --boot-directory=<GRUB-2-Verzeichnis> (ab Ubuntu 11.04) verwendet wird.
Anwendungs-Beispiele: GRUB 2 Neuinstallation

Befehle zum Konfigurieren des Auswahl-Menüs

update-grub

Syntax: update-grub [Optionen]
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Erstellt die Datei grub.cfg und damit die Konfiguration für das GRUB-2-Auswahlmenü unter Verwendung der im Verzeichnis /etc/grub.d als ausführbar gesetzten Skripte.
Optionen: -h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-v, --version Zeigt die Datei-Version von update-grub an.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar: Nein, nur über chroot-Umgebung.
Anwendungs-Beispiele: Findet aus GRUB-Menü verschwundene Windows-Installation wieder. Entsprechende Partition muss gemounted sein.

grub-mkconfig

Syntax: grub-mkconfig [Optionen]
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Arbeitet wie update-grub, gibt die Konfiguration aber ohne Verwendung von Optionen nur zur Kontrolle im Terminal aus, erlaubt aber auch, die Konfiguration in eine andere Datei als die grub.cfg zu schreiben.
Optionen: -o, --output=<Datei> Wird diese Option angegeben, so wird die Konfiguration in die unter <Datei> angegebene Datei geschrieben.
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-v, --version Zeigt die Datei-Version von grub-mkconfig an.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar: Nein, nur über chroot-Umgebung.
Anwendungs-Beispiele: Zusätzliche Konfigurationsdatei

grub-reboot

Syntax: grub-reboot <Eintrag>
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Setzt in grubenv per next_entry=X einmalig den GRUB-2-Auswahlmenü-Eintrag für das nächste Starten des Rechners.
Eintrag bestimmen: Nummer (Zählung beginnt mit 0), ID oder genaue Bezeichnung des Eintrags im GRUB-2-Auswahlmenü, der beim nächsten Start vorgegeben sein soll. Letztere entnimmt man der Datei grub.cfg jeweils hinter dem Befehl menuentry. Beispiele:
sudo grub-reboot 2   # Das ist im Normalfall der Speicher-Test (memtest86+) 
sudo grub-reboot gnulinux-advanced-aaaaaaaa-bbbb-cccc-dddd-eeeeeeeeeeee   # Das Menü für die erweiterten Optionen 
sudo grub-reboot "Windows 7 (loader) (auf /dev/sda1)" 
Eintrag im Unterverzeichnis: Für Einträge hinter submenu, in der Regel im Grub-Menü an zweiter Stelle (Zählung = 1) als Erweiterte Optionen für Ubuntu, erweitert sich die Befehlssyntax, ebenfalls jeweils ab 0 zählend. Beispiele:
sudo grub-reboot "1>2"   # Im Normalfall der Wiederherstellungsmodus (recovery) 
sudo grub-reboot "1>gnulinux-3.19.0-51-generic-advanced-aaaaaaaa-bbbb-cccc-dddd-eeeeeeeeeeee" 
sudo grub-reboot "Erweiterte Optionen für Ubuntu>Ubuntu, with Linux 4.4.0-75-generic (upstart)" 
Optionen: --boot-directory=<GRUB-2-Verzeichnis> Von /boot/grub/ abweichendes <GRUB-2-Verzeichnis>.
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-v, --version Zeigt die Datei-Version von grub-mkconfig an.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Löscht nach dem Neustart den Wert von next_entry= in <GRUB-2-Verzeichnis>/grubenv.
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar: Ja, wenn die Option --root-directory=<Wurzel-Verzeichnis> (bis Ubuntu 10.10) bzw. --boot-directory=<GRUB-2-Verzeichnis> (ab Ubuntu 11.04) verwendet wird.
Anwendungs-Beispiele: Einmaliges Starten von Windows.

grub-set-default

Syntax: grub-set-default <Eintrag>
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Setzt in grubenv per saved_entry=X den Standard-Eintrag im GRUB-2-Auswahlmenü.

Hinweis:

Wirkt nur, wenn die GRUB-2-Konfiguration grub.cfg vorher mittels dem Eintrag GRUB_DEFAULT=saved in /etc/default/grub erzeugt wurde.

Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Einträge etc.: gleich wie bei grub-reboot
Anwendungs-Beispiele: Alternative zu GRUB_DEFAULT=X in /etc/default/grub.

grub-mkpasswd-pbkdf2

Wiki/Icons/develop.png
Der Passwort-Schutz ist erst ab Lucid Lynx einsetzbar.

Syntax: grub-mkpasswd-pbkdf2 [Optionen]
Als Benutzer auszuführen.
Funktion: Erstellt einen Schlüssel zum Sperren der Bearbeitung des Grub-Menüs insgesamt sowie der Auswahl einzelner Menüpunkte zur Laufzeit.
Optionen: -c Zahl Wird diese Option angegeben, so wird damit die maximale Anzahl von Fehlversuchen gesetzt.
-l Zahl Die Standardlänge des Schlüssels ist ohne Option 64-Byte - mit Option kann man diesen auf den angegebenen Wert begrenzen (nicht empfohlen, siehe auch Hinweis *)
-s Zahl Die Standardlänge der Zufallsbasis (salted hash) ist ohne Option 64-Byte - hiermit kann man diese auf den angegebenen Wert begrenzen (nicht empfohlen, siehe auch Hinweis *)
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Der resultierende Wert (grub.pbkdf2.sha512.10000.Basis.Schlüssel), der nach der zweimaligen Eingabe des korrespondierenden Passwortes angezeigt wird, muss zur weiteren Bearbeitung in eines der Skripte übertragen / kopiert werden.
Hinweis: Dieser Schlüssel kann nicht im Grub-Menü erstellt werden, wie dieses unter Grub-Legacy gegeben ist.
*) Die Standardlängen sollten ein Vielfaches von 8 sein, minimal 16, maximal 64.

Befehle zum Ermitteln der Datenträger-Reihenfolge

grub-mkdevicemap

Wiki/Icons/develop.png Zur Datei /boot/grub/device.map: sie wird ab Lucid Lynx (Ubuntu 10.04 LTS) nicht mehr automatisch angelegt, kann aber ggf. auftretende Probleme beim Auslesen des BIOS beheben.

Syntax: grub-mkdevicemap [Optionen]
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion: Erstellt eine neue device.map Datei im Verzeichnis /boot/grub.
Optionen: -m, --device-map=<Datei> Wird diese Option angegeben, so wird als Ausgabe-Datei anstatt der device.map die unter <Datei> angegebene Datei verwendet.
-n, --no-floppy Verhindert, dass bei der Installation nach Diskettenlaufwerken gesucht wird.
-s, --probe-second-floppy Bezieht auch ein zweites Diskettenlaufwerk mit in die device.map ein.
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-V, --version Zeigt die Datei-Version von grub-mkdevicemap an.
-v, --verbose Ausführlichere Rückmeldungen anzeigen.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar:
Anwendungs-Beispiele: device.map erstellen

Befehle zum Beeinflussen der GRUB-2-Laufzeitumgebung

grub-mkrescue

Syntax: grub-mkrescue [Optionen] Image-Datei
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion:
Image-Datei:
Optionen: --modules=<Module>
--overlay=<Verzeichnis>
--pkglibdir=<Verzeichnis>
--grub-mkimage=<Datei>
--image-type=<Typ>
--emulation=<Typ>
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-v, --version Zeigt die Datei-Version von grub-mkrescue an.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus:
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar:
Anwendungs-Beispiele:

grub-mkimage

Syntax: grub-mkimage [Optionen] [Module]
Erfordert Root-Rechte zur Ausführung.
Funktion:
Optionen: -o, --output=<Datei>
-d, --directory=<Verzeichnis>
-p, --prefix=<Verzeichnis>
-m, --memdisk=<Datei>
-h, --help Zeigt die Hilfe-Seite zum Befehl an.
-V, --version Zeigt die Datei-Version von grub-mkimage an.
-v, --verbose Ausführlichere Rückmeldungen anzeigen.
Führt weitere GRUB-2-Befehle aus: Nein
Direkt von Desktop-CD auf installiertes System anwendbar:
Anwendungs-Beispiele:

grub-mkfont

Diese Revision wurde am 10. Oktober 2020 11:29 von Berlin_1946 erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Bootloader, System, Installation