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Falkon

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Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Falkon-Icon.png Falkon 🇬🇧 ist ein schneller, aber dennoch funktionsreicher Webbrowser, der den auf Chromium basierenden QtWebEngine 🇬🇧 nutzt. Neben Falkon baut beispielsweise auch Konqueror auf QtWebEngine auf. Die Falkon-Version aus den Ubuntu-Quellen ist gegen KDE-Framework-Module kompiliert, ein ausschließlich auf Qt basierende Version möglich, kann aber nur selbst kompiliert werden.

Seit 2010 ist das Programm unter dem Namen QupZilla zunächst rein zur Eigenbildung des Autors entwickelt worden. Die erste offizielle Version von QupZilla ist im November 2011 erschienen und wurde seitdem stetig weiterentwickelt. Im Sommer 2017 wurde das Hosting des Projekts von GitHub (siehe auch Git) in die KDE-Infrastruktur verlagert und das Programm in Falkon 🇬🇧 umbenannt. Falkon löst den älteren Konqueror als offizielle Browser des KDE-Projekts ab, der allerdings weiterhin in den Quellen ist und gewartet wird.

Einige Funktionen:

Falkon.png
Falkon

Installation

Achtung!

Das Paket liegt in universe und unterliegt in der Regel keiner Wartung, so dass die Nutzung des Browsers aus den Paketquellen schnell zu einem Sicherheitsrisiko werden kann! Ausschlaggebend ist dabei allerdings weniger die Aktualität des Browser, sondern die des QtWebEngines, auf den Falkon aufsetzt. In den QtWebEngine fließen regelmäßig Sicherheitsaktualisierungen ein, allerdings nicht in die in den Quellen vorliegenden Versionen, sondern in die neueren Versionen, die in den Quellen nicht, oder nur bei eklatanten Sicherheitsmängeln, aktualisiert werden. Daher ist es sinnvoll, den Browser mit den aktuellsten Qt5-Versionen zu erstellen. Ein Anleitung dazu findet sich im Artikel Falkon/Kompilieren

Der Browser ist in den offiziellen Paketquellen enthalten. Allerdings wird die Verwendung nicht empfohlen, da die QtWebEngine-Version veraltet ist und die Verwendung ein Sicherheitsrisiko darstellen kann. Folgendes Paket könnte installiert [1] werden: falkon

  • falkon (universe)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install falkon 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://falkon

Falkon via snap

Hinweis:

Die Installation via snap funktioniert z. Zt. aufgrund eines Bugs nicht, siehe KDE Bugreport 🇬🇧.

Daily Build als flatpak

Eine aktuelle Version von Falkon lässt sich unter 20.04 auch als flatpak installieren. Allerdings wird dafür der QtWebEngine in Version 5.12.7 verwendet, der älter ist als die Version, die für Focal in den Quellen vorliegt. Das kann ein Sicherheitsrisiko darstellen, ggf. schützt aber die Installation innerhalb des flatpaks, weil daraus nur begrenzt Zugriff auf das Dateisystem möglich ist.

flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak remote-add --if-not-exists kdeapps --from https://distribute.kde.org/kdeapps.flatpakrepo
flatpak install kdeapps org.kde.falkon 

Der Programmstart erfolgt im Terminal[2] mit

flatpak run org.kde.falkon 

org.kde.Platform/x86_64/5.12 und weitere benötigte Abhängigkeiten belegen allerdings gut 440 MB Speicher, installiert wird eine Version 3.1.99, die unter QtWebEngine 5.12.7 (Stand 24.11.2020) läuft; "Python plugin support" ist aber nicht gegeben, es können nur die mitgelieferten Erweiterungen verwendet werden.

Bedienung

Das Programm kann über den Eintrag "Internet → Falkon" gestartet werden. Falkon ist ein vergleichsweise schlichter und sehr schneller Browser. Sowohl die Menüleiste als auch die Statusleiste können bei Bedarf über den Menüpunkt "Main Menu → View" wie aus anderen Browsern bekannt ausgeblendet werden. Wird dies genutzt, können sämtliche wichtigen Funktionen über ein ausklappbares Menü als Schaltfläche oben rechts in der Werkzeugleiste erreicht werden. Gleiches gilt für die Lesezeichen, diese können entweder über das Menü oder in der Werkzeugleiste angezeigt und aufgerufen werden.

Die Startseite und die Seite, die erscheint, sobald ein neuer Tab geöffnet wird, können beliebig konfiguriert werden. Beispielsweise kann die Schnellwahlseite ("Speed-Dial") eine leere Seite oder eine frei wählbare Seite aufrufen. Zusätzlich kann bei Bedarf eine Seitenleiste eingeblendet werden, über die die Lesezeichen ( Strg + + B ) oder der Verlauf ( Strg + H ) angezeigt werden können.

Neben der Adressleiste befindet sich ein Suchfeld, über das die Suchmaschinen und deren Kurzbefehle verwaltet werden können. Unterstützt eine Webseite OpenSearch, kann deren Suchmaschine über das Suchfeld in den Browser integriert werden. Benötigt man das Suchfeld nicht und möchte man sämtliche Suchanfragen über die eingestellten Kurzbefehle und die Adressleiste durchführen, kann das Feld ausgeblendet werden, indem man die Adressleiste mit der Maus an deren Ende über das Suchfeld zieht.

Preferences.png
Preferences

Extras

Die Schaltfläche "Tools" liefert einen schnellen Zugang zum Download- und Cookie-Manager, sowie zur Konfiguration des Werbeblockers Adblock. Zusätzlich kann der "Private Modus" aktiviert werden, in dem z.B. keine Einträge zum Verlauf hinzugefügt oder Cookies nicht gespeichert werden.

Einstellungen

Über "Main Menu → Preferences" öffnet sich ein Konfigurationsdialog. Die Einstellungsmöglichkeiten sind in der Regel selbsterklärend. Neben Optionen zum Erscheinungsbild oder dem Verhalten der Reiter (Tabs) kann beispielsweise über "Tools → Extentions" die Erweiterung "Tabmanager" aufgerufen werden, über die einfach in einer Liste zwischen den geöffneten Tabs navigiert werden kann.

Rechtschreibprüfung einbinden

Wörterbücher für die Rechtschreibprüfung müssen in einem bestimmten Format, .bdic, vorliegen, das auch von Chromium verwendet wird. QtWebEngines (Paket qtwebengine5-dev-tools) stellte ein Programm zur Verfügung, mit dem Hunspell-Wörterbücher (.dic) im Terminal [2] in dieses Format konvertiert werden können.

/usr/lib/qt5/bin/qwebengine_convert_dict /usr/share/hunspell/SPRACHKÜRZEL.dic /AUSGABE/PFAD/ZU/SPRACHKÜRZEL.bdic 

Die so erstellten .bdic-Wörterbücher müssen in einem der in den "Preferences → Spell Check" angegebenen Verzeichnisse (z.B. /usr/bin/qtwebengine_dictionaries oder /usr/share/qt5/qtwebengine_dictionaries, ) gespeichert werden. Das Verzeichnis .../qtwebengine_dictionaries wird bei der Installation nicht angelegt, es muss händisch erstellt werden (dazu werden Rootrecht benötigt[3]).

Nach einem Doppelklick im zu überprüfenden Absatz erscheinen bei nicht erkannten/falsch geschriebenen Wörtern die charakteristischen roten Schlangenlinien unter dem Wort, ein linke Maustaste-Klick zeigt im in Kontextmenü Vorschläge, die dann ausgewählt werden können.

Plugins

Mit der aus den Quellen installierten Version von Falkon ist keine PyPlugin-Unterstützung gegeben, es lassen sich nur die in den "Extentions" vorgesehenen Plugins einsetzen. Falkon ist nicht in der Lage, andere Plugins zu verwenden. Die Meldung im Terminal

Python support plugin is not loaded

weist darauf hin.

Weitere Plugins finden sich zwar nach Installation aus dem Falkon Store 🇬🇧 in ~/.config/falkon/plugins/, auch manuell kann man die Archive in den Ordner dorthin entpacken, nutzbar sind sie allerdings weder für die Standard-, noch für die Flatpak-Version.

Probleme und Lösungen

Rechtschreibprüfung findet keine Wörterbücher

In der Flatpak-Version werden Wörterbücher in den angegebenen Verzeichnissen (/app/bin/qtwebengine_dictionaries oder /usr/bin/qtwebengine_dictionaries) nicht gefunden, eine Rechtschreibprüfung ist daher nicht möglich.

Weiterführendes

Quellen

Diese Revision wurde am 7. Februar 2021 19:12 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Qt, Internet, Browser