[[Vorlage(Getestet, general)]] {{{#!vorlage Wissen [:Terminal: Ein Terminalfenster oder eine virtuelle Konsole öffnen] }}} [[Inhaltsverzeichnis()]] Im [:Kernel:Linux-Kernel] sind in Form von Kernelmodulen Treiber für verschiedenste Hardwarekomponenten bereits enthalten. In den meisten Fällen erhält man daher bereits durch eine Standardinstallation ein reibungslos laufendes Betriebssystem. Manchmal aber treten Probleme beim [:Bootvorgang:Rechnerstart] oder im laufenden Betrieb auf, wenn etwa bestimmte BIOS-Funktionen fehlerhaft implementiert sind oder wenn Hardwarekomponenten nicht unterstützt werden (gerade für sehr neue Komponenten könnten evtl. noch Treiber fehlen). Mit geeigneten Bootoptionen kann man beim Start des Systems entsprechende Funktionen beeinflussen und so Abhilfe schaffen. = Praxisbeispiele = Einige typische Szenarien als Beispiele (die in den folgenden Erklärungen wieder aufgegriffen werden): * Einige Grafikkarten werden von den Kernelmodulen nicht richtig unterstützt. Bei einem Start bleibt bzw. wird der Bildschirm schwarz. Das System ist dann weder bedien- noch konfigurierbar, um einen geeigneten Treiber nachzuinstallieren. Oftmals helfen dann Bootoptionen wie `nomodeset` oder `xforcevesa`, um das System überhaupt einmal – wenngleich mit reduzierter Grafik – bedienbar starten zu können. Wenn dann ein passender Grafiktreiber erfolgreich installiert wurde, braucht und sollte eine solche Bootoption (die i.d.R. also nur als Notbehelf vorgesehen ist) auch nicht dauerhaft ins installierte System übernommen werden. ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Anzeigen-im-laufenden-System)]] = Abfrage = Beim Booten aktive Optionen kann man sich im laufenden System über das Terminal anzeigen lassen: {{{#!vorlage befehl cat /proc/cmdline }}} Neben dem geladenen Boot-Image werden auch alle Optionen aufgeführt. Die Ausgabe kann beispielsweise so aussehen (hier: Kubuntu 14.04.1 mit Kernel 3.13.0-46): {{{ BOOT_IMAGE=/boot/vmlinuz-3.13.0-46-generic root=UUID=1847456f-c740-48ac-bff9-198f2591c90c ro quiet splash }}} ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Bootoptionen-eintragen)]] = Benutzung = Der folgende Abschnitt behandelt die grundsätzliche Handhabung von Bootoptionen je nach Situation: Beim Start eines [:Desktop-Live-Medium :], beim Start eines installierten Systems oder zur dauerhaften Übernahme in ein System. In der anschließenden [#Referenz Referenz] werden viele häufig hilfreiche Bootoptionen vorgestellt und erläutert. Um einem Live-Medium mit speziellen Optionen zu starten oder beim Systemneustart andere als die voreingestellten Optionen zu übergeben, ist der gewöhnliche Bootprozess zu Beginn zu unterbrechen und bestimmte Kommandos auszuführen. Um für ein installiertes System bestimmte Bootoptionen dauerhaft festzulegen, ist der Bootmanager [:GRUB_2:] zu konfigurieren. Die folgenden Unterabschnitte beschreiben das jeweilige Vorgehen. Zur Bootzeit steht nur die amerikanische Tastaturbelegung zur Verfügung. Folgende Tabelle zeigt, wie man die entsprechenden Zeichen auf einer Tastatur mit deutscher Belegung eingeben kann. Weitere Zeichen können dem Wikipedia-Bild [wikipedia:Datei\:KB_United_States.svg:Amerikanische Tastatur] entnommen werden. Wenn eine Funk-Tastatur beim Booten noch nicht funktioniert, muss man vorübergehend eine kabelgebundene verwenden. ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Tastaturbelegung)]] {{{#!vorlage Tabelle Kurzreferenz: deutsche Tastatur – amerikanische Belegung +++ Zeichen Auf deutscher Tastatur +++ `=` [[Vorlage(Tasten, shift+`)]] (Links neben der Rückschritttaste) +++ `-` (Bindestrich/Minus) [[Vorlage(Tasten, ß)]] +++ `_` (Unterstrich) [[Vorlage(Tasten, shift + ß)]] +++ `z` [[Vorlage(Tasten, y)]] (Großbuchstabe mit [[Vorlage(Tasten, shift)]]) +++ `y` [[Vorlage(Tasten, z)]] (Großbuchstabe mit [[Vorlage(Tasten, shift)]]) +++ `/` [[Vorlage(Tasten, -)]] +++ }}} ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Optionen-bei-Live-Medien)]] == Start von Live-Medien == Wenn das Live-Medium ins Laufwerk eingelegt ist bzw. das USB-Medium an den Rechner angeschlossen ist, startet das Live-System darauf möglicherweise beim nächsten Einschalten ohne weiteres Zutun. Sonst muss beim Hochfahren durch Drücken einer bestimmten Taste (modellabhängig) [:Ubuntu_Installation_im_BIOS-_oder_Legacy-_Modus/#Start:das Setup des Rechners oder sein Bootmenü aufgerufen werden]. {{{#!vorlage Hinweis Die folgenden Angaben basieren auf Tests mit den ISOs zu Ubuntu 24.04. Bei anderen (auch älteren oder neueren) Ubuntu-Versionen bzw. -Varianten könnten geringfügige Abweichungen auftreten. Insbesondere können das Startverhalten und die Menüführung bei einem [:Live-USB:]-Medium wiederum abweichen, je nachdem, welches Werkzeug für dessen Herstellung benutzt worden ist. Die folgenden Angaben sollten jedoch auf die jeweilige Situation sinngemäß übertragen werden können. }}} ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Herkoemmliches-BIOS-oder-U-EFI)]] Herkömmliches BIOS oder (U)EFI: Die Desktop-DVDs aller Ubuntu-Varianten können sowohl im herkömmlichen BIOS-Modus (auch "Legacy Mode" oder "CSM") als auch im (U)EFI-Modus gestartet werden. Besonders wenn der Computer beide Modi unterstützt und folglich das Ubuntu-Live-System im [:EFI_Grundlagen#Das-EFI-Menue:Bootmenü] zweimal erscheint – einmal mit "EFI" oder "UEFI" im Eintrag und einmal ohne –, hängt von dieser Auswahl beim Booten ab, ob eine eventuelle spätere Installation von diesem Medium im entsprechenden Modus gelingen wird. Soll ein [:Live-USB:USB-Medium] verwendet werden, muss es je nach Bedarf zur Verwendung für den herkömmlichen BIOS-Modus, für [:EFI_Installieren#Erstellung-Ubuntu-USB-Stick-unter-Windows:(U)EFI] oder für beides hergestellt und wiederum im geeigneten Modus gestartet werden. Mit dem Start eines [:Desktop-Live-Medium:] gelangt man in einen Auswahlbildschirm. Die folgende Darstellung behandelt den Vorgang bei der Desktop-DVD eines Standard-Ubuntu {*} (mit der Oberfläche [:GNOME:]) – bei manchen anderen Varianten gibt es davon allerdings geringfügige Abweichungen: * Unter 22.04 hat man die Auswahl einer [:OEM Installation:] * Auch bei {k} Kubuntu, {l} Lubuntu sowie Ubuntu Unity hat man zusätzlich die Auswahl einer OEM Installation, die sich von der zuvor genannten jedoch unterscheidet. {{{#!vorlage Tabelle <:>[[Bild(./noble_live.png, x200)]] <:>[[Bild(./noble_live_e.png, x200)]] +++ <:>Startbildschirm des Live-Mediums <:>Bootoptionen editieren ([[Vorlage(Tasten, e)]]) }}} Um für den Systemstart bestimmte Bootoptionen vorzugeben, muss man [[Vorlage (Tasten, e)]] drücken, d.h. es können Bootoptionen direkt eingetragen werden. Die Zeile wird mit den Pfeiltasten auf/ab [[Vorlage (Tasten, auf+ab)]] wird die Zeile `linux` gewählt, innerhalb der Zeile bewegt man den Cursor mit den Pfeiltasten links/rechts [[Vorlage (Tasten, links+rechts)]]. Werden neue Optionen vor die drei Bindestriche (`---`) der vorgegebenen Zeile eingetragen, wird ausschließlich das Live-System mit diesen Optionen gestartet; trägt man sie dahinter ein, werden diese Optionen auch in ein evtl. mit dem Live-Medium installiertes System übernommen (siehe auch [#Problembehebung Problembehebung]). Alle Angaben – auch die Bindestriche – müssen durch ein Leerzeichen voneinander getrennt werden. Gestartet wird das System mit dem nun angepassten Kernel-Aufruf schließlich mit der Eingabetaste [[Vorlage(Tasten, enter)]]. Ein Abbruch ist mit [[Vorlage(Tasten, esc)]] möglich. [[Anker(Bootoptionen#Optionen-beim-GRUB-Auswahlmenue)]] == Start eines installierten Systems (einmalig) == {{{#!vorlage Tabelle <:>[[Bild(./boot_grub1.png, x220)]] <:>[[Bild(./boot_grub2.png, x220)]] <:>[[Bild(./boot_grub3.png, x220)]] +++ <:>GRUB-Auswahlmenü <:>[:GRUB_2/Shell#Steuertasten-im-Auswahlmenue-Modus:GRUB-Bearbeitungsmodus Teil 1] [[Vorlage(Tasten, e)]] <:>[:GRUB_2/Shell#Steuertasten-im-Auswahlmenue-Modus:GRUB-Bearbeitungsmodus Teil 2] [[Vorlage(Tasten, e)]] }}} Bei einem im [:Dualboot:] installierten Ubuntu sowie ein Live-Medium im EFI-Modus bekommt man beim Start normalerweise ein GRUB-Auswahlmenangezeigt (vgl. auch [:GRUB_2/Shell#Menue-Bearbeitungs-Modus:]). Sollte das GRUB-Menü nicht oder nur sehr kurz erscheinen, so kann man die Anzeige erzwingen, indem man [[Vorlage(Tasten, Shift)]] während des Boot-Vorgangs gedrückt hält. Dann bearbeitet man manuell die Startparameter wie folgt: 1. Der zu bearbeitende Eintrag ist mit den Pfeiltasten hoch/runter [[Vorlage (Tasten, up+down)]] anzuwählen (wie wenn man das System mit dem betreffenden Menüeintrag normal starten würde). 1. Der Bearbeitungs-Modus wird durch Eingabe von der Taste [[Vorlage(Tasten, e)]] (kleines e!) geöffnet. 1. Mit den Pfeiltasten steuert man die Zeile an, die mit ''"linux ..."'' oder ''"kernel ..."'' beginnt. Diese Kernel-Zeile erstreckt sich meist über zwei Monitorzeilen; das Ende der Kernel-Zeile endet normalerweise mit den Bootoptionen ''"quiet splash"'' oder ''"quiet"''. Dort trägt man die benötigten Optionen ein, jeweils durch ein Leerzeichen getrennt, oder man löscht ggf. vorhandene Optionen. 1. Der Kernel kann nun mit den so geänderten Parametern durch Drücken von [[Vorlage(Tasten, strg+x)]] gestartet werden (dazu darf man den Bearbeitungs-Modus nicht mit [[Vorlage(Tasten, esc)]] verlassen). Beispiel: Das Bildschirmphoto oben demonstriert den zusätzlichen Eintrag von `nomodeset`. == Dauerhafte Konfiguration eines Systems == Um bestimmte Bootoptionen dauerhaft für ein installiertes System festzulegen (oder daraus zu entfernen), ist die Datei '''/etc/default/grub''' die Haupt-Konfigurationsdatei des Bootmanagers [:GRUB_2:GRUB 2], mit einem Editor wie beispielsweise [:Nano:Nano] zu bearbeiten. Es werden [:mit_Root-Rechten_arbeiten:Root Rechte] benötigt. Zuständig sind dort die folgenden beiden Einträge, die auf jedem installierten Ubuntu bereits angelegt sein sollten: * `GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT`: Hier eingetragene Optionen werden nur im Standard-, nicht aber im Wiederherstellungsmodus berücksichtigt. * `GRUB_CMDLINE_LINUX`: Hier eingetragene Optionen werden bei jedem Systemstart berücksichtigt, sowohl im Standard- als auch im Wiederherstellungsmodus. Wenn nicht bei der Installation oder nachträglich schon bestimmte Optionen gesetzt worden sind, enthalten die entsprechenden Zeilen der Datei dies: {{{ GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash" GRUB_CMDLINE_LINUX="" }}} Alle nötigen Bootoptionen/ Parameter sind bzw. werden zwischen die bereits vorhandenen beiden Anführungszeichen eines Eintrags platziert, jeweils durch '''Leerzeichen''' getrennt. Die 2 Optionen "quiet splash" bewirken, dass der Rechner beim Start einen grafischen Startbildschirm anstatt fortlaufender Textausgaben anzeigt. * quiet - die meisten Bootmeldungen unterdrücken * splash - grafischer Startbildschirm - Plymouth '''Beispiele:''' Empfehlung ist {{{ GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="" }}} zu nutzen. '''Verbindliche Parameter:'''\\ USB Autosuspend deaktivieren {{{ GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="usbcore.autosuspend=-1" }}} Display-/Grafik-/Sound Parameter könnten hier ebenso bei Bedarf eingetragen werden. Zusammen mit "quiet splash" (getrennt durch Leerzeichen, anhängen weiterer Parameter mit Leerzeichen): {{{ GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash usbcore.autosuspend=-1" }}} '''Oder zwingend anzuwendende Parameter'''(auch im Recovery Modus aktiv), wie:\\ Rechner mit einem Pentium-M-Prozessor {{{ GRUB_CMDLINE_LINUX="forcepae" }}} Damit die vorgenommenen Änderungen in der '''/etc/default/grub''' übernommen werden, ist noch auszuführen: {{{#!vorlage Befehl sudo update-grub }}} ## Anker für Links im Forum auf geänderte Überschrift [[Anker(Optionen)]] = Referenz = In diesem Abschnitt werden eine Reihe von Bootoptionen (nicht jedoch alle möglichen) aufgelistet und erläutert, gruppiert in Tabellen u.a. nach der angenommenen Häufigkeit ihrer Verwendung. Dabei werden teils [wikipedia:Liste_von_Abkürzungen_(Computer):im IT-Bereich übliche Abkürzungen] benutzt. == Häufig genutzte Bootoptionen == Diese Liste stellt Bootoptionen vor, die bei den meisten Problemen helfen. {{{#!vorlage Tabelle <-3 rowclass="titel">Auswahl von Bootoptionen lt. [https://www.kernel.org/doc/html/latest/admin-guide/kernel-parameters.html kernel.org] {en} +++ Option Komponente bzw. Zweck Beschreibung +++ `nomodeset` Grafik, [wikipedia:Mode-Setting:] Gibt den Video-Modus wieder an den [:XServer:] ab.[[BR]] Ab Kernel 2.6.28 wurde der Video-Modus der Grafikkarten vom [:XServer:] in den Kernel verlagert. Dadurch wurde es möglich, dass ein hochauflösender "Boot Splash" (siehe [:Plymouth/#Deaktivieren:]) flackerfrei angezeigt werden kann. Bei einigen Karten bleibt dieser "Boot Splash" hängen oder endet in einem schwarzen Bildschirm. Dieses Verhalten tritt z.B. bei nVidia-Karten und dem "nouveau"-Treiber auf - nach Installation des proprietären nVidia-Treibers kann diese Option oft wieder entfernt werden. +++ `xforcevesa` Grafik Der [:XServer:] (graphische Oberfläche) wird unabhängig von der verwendeten Hardware nur für [wikipedia:Video_Electronics_Standards_Association:VESA] konfiguriert. +++ `all_generic_ide` Kernel Beim Booten werden die generischen IDE-Treiber für alle Geräte verwendet, die vom BIOS erkannt wurden. +++ `forcepae` Kernel Erzwingt das Laden des Kernels auch bei Prozessoren, die keine [wikipedia:Physical Address Extension: Physical Address Extension] anzeigen. Dies ist sinnvoll für Prozessoren, welche diese Erweiterung besitzen, aber fälschlicherweise nicht anzeigen. Betroffen sind verschiedene Modelle der Serien Pentium M und Celeron M. Diese Bootoption funktioniert nur bei der 32-bit-Variante. +++ `nodmraid` [:Software-RAID:] deaktivieren Es kann vorkommen, dass die Installationsroutine keinen Datenträger findet. Um diesen Umstand zu beheben, kann man beim Booten bereits RAID deaktivieren, oder man deinstalliert direkt im Live-System in einem Terminal [2] das Paket `dmraid`. [[Vorlage(Befehl,"sudo apt-get purge dmraid")]] +++ `acpi=off` Hardware[3], ACPI, X86 `acpi=off` sollte ganz zuletzt und nur zur Installation genutzt werden. Das komplette ACPI wird deaktiviert, d.h. auch wichtige Teile wie z.B. die Lüftersteuerung werden abgeschaltet, und es kann zur Überhitzung und im schlimmsten Fall zu bleibenden Hardwareschäden kommen. +++ `acpi_osi=` [[BR]] `acpi_osi="Linux"` Hardware, ACPI Löscht die Liste der unterstützten Betriebssysteme bzw. setzt sie, z.B. "Linux" oder auch "Windows 2007". [[BR]] Diese Option bezieht sich auf BIOS-Änderungen, die speziell für Windows (meist Vista) vorgenommen, aber fehlerhaft implementiert wurden. }}} == Optionen für Bootmeldungen == Folgende Optionen steuern die Ausgabe während des Bootvorgangs. Seit der Einführung von Plymouth wird die Anzeige von Kernelmeldungen hinter einem Bild versteckt. Diese Optionen können die Anzeige ggf. wieder sichtbar machen. {{{#!vorlage Tabelle <-3 rowclass="titel">Auswahl von Bootoptionen lt. [https://www.kernel.org/doc/html/latest/admin-guide/kernel-parameters.html kernel.org] {en} +++ Option Komponente bzw. Zweck Beschreibung +++ `splash` [[BR]] `nosplash` [[BR]] `noplymouth` "Boot Splash" Steuert, ob und wie ein Splashscreen beim Start erscheint.[[BR]]Seit der Einführung von [:Plymouth:] muss der "Boot Splash" mit `noplymouth` (anstatt `nosplash`) abgeschaltet werden. Möchte man die Kernelmeldungen beim Ladeprozess mitverfolgen, dann muss zusätzlich `quiet` entfernt werden. +++ `quiet` Kernel `quiet`=still: unterdrückt die Log-Meldungen des Kernels. Löscht man diese Option, bekommt man den gesamten Startverlauf angezeigt und kann besser Hinweise auf weitere Problemfälle identifizieren. Seit Plymouth arbeitet diese Option mit `splash` zusammen, d.h. man sollte beim Entfernen dieser Option auch `noplymouth` einsetzen. +++ `BOOT_DEBUG=2`[[BR]]`BOOT_DEBUG=3` Boot Schaltet den Debug-Modus ein – nützlich für die Fehlersuche beim Startvorgang. +++ `debug`[[BR]]`debug=vc` Boot Erzeugt sehr viele Debug-Informationen, die unter '''/run/initramfs/initramfs.debug''' abgelegt werden.[[BR]]`debug=vc`: Leitet alle Debug-Informationen auf eine virtuelle Konsole um. +++ `text`[[BR]] `textonly` Boot Bootet in eine virtuelle Konsole mit Netzwerk ohne Start des [:XServer:]s. Funktioniert nur bis einschließlich Ubuntu 14.04.[[BR]] Bei Lubuntu 17.10 kann `text` als temporärer Workaround gegen [bug:1724639:Intel Mobile Graphics 945 shows 80 % black screen] {en} eingesetzt werden. }}} == Weitere Bootoptionen == {{{#!vorlage Tabelle <-3 rowclass="titel">Auswahl von Bootoptionen lt. [https://www.kernel.org/doc/html/latest/admin-guide/kernel-parameters.html kernel.org] {en} +++ Option Komponente bzw. Zweck Beschreibung +++ `ro` Boot, Kernel Hängt das `root=`-Device während des Bootens mit "nur lesen" (ro) ein. +++ `root=` Boot, Kernel Definiert das `root`-Device, z.B. ''root=UUID='', ''root=/dev/...'' +++ `noacpi` X86, ACPI, IRQ Unterbindet das IRQ-Routing bzw. das Suchen nach PCI-Anschlüssen für ACPI. Diese Option kann bei einem älteren BIOS hilfreich sein. +++ `acpi=force` [[BR]] `acpi=noirq` [[BR]] `acpi=copy_dsdt` Hardware, ACPI, X86 `force` - aktiviert ACPI zwangsweise – hilfreich bei einem BIOS-Datum vor 2000, bei denen ACPI abgeschaltet ist.[[BR]]`noirq` - schaltet ACPI für das IRQ-Routing ab.[[BR]]`copy_dsdt` - kopiert die DSDT in den RAM – hilfreich bei Toshiba-Notebooks. +++ `acpi_backlight=vendor` ACPI Nutzt einen spezifischen Herstellertreiber für die Hintergrundbeleuchtung bei LCDs. +++ `nolapic` X86-32, APIC, IRQ Schaltet das lokale APIC wird ab. In Kombination mit `noacpi` beeinflusst es die Tastatur- und Maussteuerung, sowie den [:Archiv/Energiesparmodi_mit_ACPI#ACPI-SUSPEND-Modi-allgemein:Schlafmodus] – hilfreich bei Notebooks mit 32-bit-Systemarchitektur. +++ `nolapic-timer` X86-32, APIC, IRQ Deaktiviert den lokalen APIC-Timer, um Instabilitäten durch den Timer zu umgehen, der Rest von APIC bleibt voll funktionsfähig – hilfreich bei Notebooks mit 32-bit-Systemarchitektur, da das Energiemanagement funktional bleibt. +++ `edd=on` EDD Aktiviert "Enhanced Disk Drive Services" (ein Standard, der wichtige BIOS-Funktionen zum Verwenden von Laufwerken beschreibt: ATA-/IDE-/SCSI- …). +++ `vt.handoff=7` Virtuelles Terminal Verweist auf das virtuelle Terminal (hier 7), in der der XServer gestartet und der Plymouth-Hintergrund erzeugt wird (eine ebenfalls mit Plymouth eingeführte Option). +++ `single` Kernel Startet den Kernel im Einbenutzer-Modus (single mode). Bei Ubuntu ist das die Wiederherstellungskonsole ([:Recovery-Modus:Rettungskonsole]). +++ `treibername.blacklist=yes` [[BR]] `sdhci.blacklist=yes` bestimmte Treiber Deaktiviert bestimmte Treiber.[[BR]]Oft kommt es vor, dass ein bestimmter Treiber beim Booten des Live-Medium oder auch der Alternate-CD große Probleme macht und das System an genau dieser Stelle hängen bleibt. Das Laden dieses Treibers kann man durch Blacklist-Option verhindern, wie hier am Beispiel des '''sdhci'''-Treibers gezeigt. +++ `agp=off` [[BR]] `agp=try_unsupported` Grafik, AGP Steuert AGP, eine ältere Anschlussnorm auf PC-Mainboards zur direkten Verbindung der Grafikkarte mit dem Chipsatz/Northbridge. Sie basiert technologisch auf dem PCI-Bus. +++ `apm=off` APM Steuert APM, ein Standard zur Energieverbrauchssteuerung, der bei neuen PCs durch ACPI abgelöst worden ist. +++ `bootchart=disable` Boot Deaktiviert den manuell installierten [:Archiv/BootChart:Boot-Chart]. +++ `elevator=...` Block Device Gewünschter Scheduler für [:Datenträger#Wie-heissen-die-Datentraeger:Blockgeräte] (Massenspeicher). Zur Auswahl stehen `cfq`, `deadline` und `noop`. Insbesondere bei SSD-Festplatten empfiehlt sich der "Deadline Scheduler" statt des "Completely Fair Schedulers" bzw. [http://www.kernel.org/doc/Documentation/block/deadline-iosched.txt deadline-iosched.txt] {en}). `deadline` ist als Standard voreingestellt, während `cfq` bei klassischen Festplatten besser geeignet ist. +++ `gpt` EFI Erzwingt das Auswerten der Partitionstabelle als gültige GPT – nützlich wenn Datenträger zwar die GPT-Signatur "EFI PART" hat, der "Protective MBR" aber ungültige Werte enthält. +++ `noefi` EFI, X86 Deaktiviert die EFI-Unterstützung.[[BR]][[Vorlage(Warnung,"Die Verwendung dieser Bootoption sollte nur zur Installation verwendet werden, da sie sonst unter Umständen zu einem nicht mehr bootbaren System führt. Siehe auch: [:EFI_Grundlagen#Starten-der-Installations-Medien:] und [:EFI_Installieren#Installation-im-BIOS-Modus:]")]] +++ `hpet=force` X86-32, HPET Erzwingt die Aktivierung des HPET-Timers – hilfreich zum Energiesparen bei Laptops, dessen BIOS den "High Precision Event Timer" vor dem Betriebssystem verstecken, z.B. IBM Thinkpad X31. +++ `ht=on` SMP, Multicore[5] Schaltet [:Kernel#Hyper-Threading-aktivieren:Hyper-Threading] (mehrere CPUs) ein – wird bei der Installation von Ubuntu in seltenen Fällen nicht automatisch aktiviert. +++ `iommu=` [wikipedia:IOMMU:] Kann beispielsweise bei Nichterkennung von USB 2.0 Abhilfe bringen. [https://www.kernel.org/doc/Documentation/x86/x86_64/boot-options.txt Parameter] {en} +++ `irqpoll` Hardware, IRQ IRQ ist eine Unterbrechungsanforderung per Leitung an den Prozessor. Polling ist das Verfahren zur Steuerung des Zugriffs auf angeschlossene Geräte. +++ `md=` RAID auch: `raid=`[[BR]]siehe dazu die [http://www.kernel.org/doc/Documentation raid/md.txt] {en} +++ `noapic` SMP, IRQ, Multicore Deaktiviert die automatische Erkennung von APIC (IRQ-Verwaltung). +++ `nosmp` SMP, Multicore Deaktiviert die Unterstützung für Multicore-CPUs. +++ `maxcpu=` SMP, Multicore Steuert, wie viele Kerne das System benutzen soll, z.B. bei `maxcpus=1` nur einen Kern. +++ `pci=` [[BR]] `pci=noacpi` [[BR]] `pci=noaer` [[BR]] `pci=nocrs` [[BR]] `pci=nomsi` [[BR ]] `pci=routeirq` PCI, PCIE ... Beeinflusst verschiedene PCI-Subsysteme:[[BR]]`noacpi` - schaltet die ACPI-Erkennung während der PCI-Konfiguration aus – hilfreich bei manchen VIA-Chipsätzen.[[BR]]`noaer` - schaltet "PCIe Advanced Error Reporting" ab. [[BR]] `pci=nocrs` - verwirft PCI-ACPI-Informationen, kann Boot-Probleme umgehen. [[BR]]`nomsi` - schaltet "Message Signaled Interrupts" ab – hilfreich bei Problemen mit dem SATA-Controller auf neueren Mainboards.[[BR]]`routeirq` - schaltet IRQ-Autorouting ein – hilfreich für einige Mainboards, z.B. Asus A7N8X. +++ `pcie_aspm=force` PCIE Erzwingt "Active State Power Management" bei PCI Express (ab Kernel 2.6.38). +++ `processor.max_cstate=3` Hardware Umgeht das Problem des C4-Fiepens. +++ `ramdisk_size=...` RAM, ramdisk Legt die Größe der RAM-Disk (ein virtueller, temporärer Datenträger im Arbeitsspeicher) fest. +++ `rootdelay=` Boot Bestimmt, wie lange (in Sekunden) mit dem [:mount:Einhängen] von '''/''' (root) gewartet wird (vgl. dazu [https://www.kernel.org/doc/Documentation/admin-guide/kernel-parameters.txt kernel-parameters.txt] {en}). +++ `toram` Boot Lädt ein Live-Medium in das RAM. Ermöglicht flüssiges arbeiten mit dem Live-System. Nur empfohlen ab 2GB RAM. Der Datenträger muss nach erfolgreicher Installation in das RAM ausgehängt werden. +++ `video=` [[BR]] `video=SVIDEO-1:d` Framebuffer Steuert den Video-Support/[:Bildschirmauflösung:] (vgl. dazu [http://www.kernel.org/doc/Documentation/fb framebuffer/modedb.txt] {en}).[[BR]] `SVIDEO-1:d` - verhindert auf alten Intel-IGPs verlangsamtes Booten mit Black Screen. Der korrekte Port kann über [:RandR:xrandr] abgefragt werden. +++ `vga=...` Boot, X86-32 Setzt entsprechende Video-Modi für die virtuellen Konsolen (vgl. auch [http://www.kernel.org/doc/Documentation/x86/boot.txt boot.txt] {en} und [http://www.kernel.org/doc/Documentation/svga.txt svga.txt] {en}). +++ `vmalloc=` Kernel, Boot Ermöglicht Angaben von nnK/M/G. Bei einigen 32 Bit-Systemen können keine Treiber aus Mangel an virtuellem Adressraum geladen werden. Fehlermeldung:{{{allocation failed: out of vmalloc space ...\}}} Durch Angabe von z.B. `128M` kann dieser Adressraum im RAM verkleinert/vergrößert werden. }}} == Systemd-Bootoptionen == {{{#!vorlage Tabelle <-2 rowclass="titel">Einige spezielle Optionen für Systemd lt. [https://www.freedesktop.org/software/systemd/man/systemd.html#Kernel%20Command%20Line Systemd-Dokumentation] {de} +++ Option Beschreibung +++ `systemd.unit=multi-user.target` Starten in den multi-user.target. +++ `systemd.log_level=debug` Setzt den Log-Level von systemd auf debug. +++ `systemd.log_color=1` Erhöht die Lesbarkeit durch Nutzung von Farben zur Hervorhebung und für Prioritäten. +++ `systemd.show_status` Zeigt während der Aktualisierung kurzzeitige Aktualisierungen des Dienststatus auf der Konsole an. +++ `emergency.service` Startet eine Notfall Bash-Shell, ohne andere Dienste zu starten. }}} = Links = == Intern == * [:System#Systemstart-und-ende:] {Übersicht} Artikelübersicht zu Systemstart und -ende * [:GRUB_2:] {Übersicht} - Übersicht zum Bootmanager * [:Bootvorgang:] - Der Bootvorgang eines Computers * [:Firmware_Test_Suite:] - "Gesundheitscheck" des BIOS/UEFI und dessen Interaktion mit dem Kernel * [:Recovery-Modus:Wiederherstellungmodus] - Die Root-Shell zum Reparieren eines Ubuntus * [:Plymouth:] - Der grafische "Boot Splash" * [:Kernel:] * [:Kernelmodule:] == Extern == * [http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/ Thomas Krenn Wiki] {de} * [http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/BIOS_Einstellungen BIOS-Einstellungen] {de} * [http://www.thomas-krenn.com/de/wiki/Kategorie:UEFI UEFI] {de} * [https://www.kernel.org/doc/ Dokumentationen bei kernel.org] {en} * [https://www.kernel.org/doc/html/latest/ The Linux Kernel documentation] {en} – Dokumentation des Linux-Kernels bei kernel.org * [http://www.kernel.org/doc/Documentation Index of /doc/Documentation/] {en} – Diverse Dokumentation bei kernel.org zum Herunterladen * [https://www.kernel.org/doc/html/latest/admin-guide/kernel-parameters.html The kernel’s command-line parameters {en} – Linux Kernel Parameter Dokumentation] * [http://www.kernel.org/doc/Documentation/fb framebuffer/modedb.txt] {en} * [ubuntu_doc:community/BootOptions:] {en} im Ubuntu Wiki * [ubuntu_doc:community/BootOptions/before--after:] {en}: Hinweise zur neueren Syntax der Kernelzeile bei Desktop-DVDs * [man:initramfs-tools.8.html:initramfs-tools] {en} - Manpage * Video-Tutorial: [youtube:UDh0-lWBVdo:Howto Change Linux Boot Options and Splash Screen (Nixie Pixel)] {en} (deckt einige hier behandelte Aspekte ab) # tag: System, Booten, Installation