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BIOS bzw. UEFI aktualisieren

Achtung!

Bei BIOS-/UEFI-Aktualisierungen ist besondere Vorsicht und Sorgfalt notwendig, denn sonst drohen schwerste Systemschäden. Durch ein falsches oder fehlerhaft geflashtes BIOS/UEFI wird der Rechner komplett unbrauchbar (Neudeutsch "gebrickt"🇬🇧/🇩🇪). Ein Update sollte nur durch erfahrene Nutzer durchgeführt werden.

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

BIOS sowie dessen Nachfolger UEFI stellen als Firmware grundlegende Funktionen eines Mainboards eines Computers (Desktop-PCs, Notebooks, Tablets und vergleichbare) zur Verfügung. Sie verwalten auf Hardware-Ebene die Komponenten des Rechners und ermöglichen das Laden eines Betriebssystems oder eines Bootmanagers.

Eine Aktualisierung des BIOS'/UEFIs ("BIOS-Update") wird in der Regel notwendig, wenn das vorhandene BIOS/UEFI Fehler aufweist oder bestimmte, meist neuere Hardware-Komponenten nicht oder nur unzureichend unterstützt werden. Probleme können zum Beispiel in der Lüftersteuerung oder in Energiesparmodi auftreten. Limitierungen bei Arbeitsspeicher oder ähnlichem können u.U. durch eine BIOS-/UEFI-Aktualisierung verschoben werden..

Das Flashen einer neueren BIOS-/UEFI-Version birgt jedoch auch erhebliche Gefahren. Inkompatible BIOS-/UEFI-/Mainboard-Kombinationen, fehlerhafte oder falsch konfigurierte BIOS-/UEFI-Updates sowie unbedingt auszuschließende Störungen während des Flashens wegen Systemabsturz' und Stromausfalls resultieren in nicht mehr funktionsfähigen Rechnern. Ein so beschädigtes BIOS/UEFI lässt sich nur noch durch Austauschen i.d.R. jedoch nur noch SMD-gelöteter BIOS-/UEFI-Chips oder durch spezielle Rettungsprogramme reparieren.

Ein weiterer kritischer Punkt ist, dass BIOS-/UEFI-Updates häufig nur für Windows (und Jahrzehnte nur für DOS) verfügbar (gewesen) sind und daher auf reinen Linux-Systemen zu Mehraufwand führen.

Möglichkeiten

  • fwupd: Je nach Hersteller kann man über diesen Weg Hardware-Komponenten und Peripheriegeräte aktualisieren – unter anderem auch das BIOS.

  • Windows-Methode: Setzt ein nativ installiertes Windows voraus, für Linux-Systeme nicht geeignet. Flasher arbeiten hardware-nah. Von Experimenten mit Wine, Virtualisierungen oder Portable-Windows wird dringend abgeraten.

  • BIOS-interne-Methode: Einfache und betriebssystemunabhängige Methode, typische Flashtools sind Asus EZ Flash 2, Gihabyte Q-Flash, MSI Live Update oder Intel F7 BIOS Flash Update.

  • DOS-USB-Methode: Abwandlung der ältesten Methode, benötigt ein bootfähiges DOS-Derivat auf einem beliebigen Medium (z. B. USB-Stick).

  • flashrom-Methode: Flashen mittels Coreboot-Tools "flashrom" (nur für Experten).

Vorbereitungen

Bevor man ein BIOS-/UEFI-Update durchführt, sollte geklärt werden, ob sich bestehende/auftretende Probleme nicht anderweitig lösen lassen. Einerseits besteht die Gefahr, dass das Update aus irgendeinem Grund fehlschlägt und damit ernsthafter Schaden, d.h. Totalausfall des Mainboards, angerichtet wird. Zweitens ist es nicht zwingend gegeben, dass das Update fehlerfrei ist und nur Verbesserungen aus der Aktualisierung resultieren. Die folgenden Schritte sollten vor jedem BIOS-/UEFI-Update durchgeführt werden:

Sammeln der relevanten Hardware-Informationen

Hardware-Informationen, die für ein korrektes BIOS-/UEFI-Update notwendig sind, lassen sich mit dmidecode unkompliziert auslesen. Ggf. muss das Paket

  • dmidecode

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install dmidecode 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://dmidecode

installiert werden. Ausführliche Informationen finden sich im Artikel dmidecode.

Beschaffung der Updates

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Anmerkung: BIOS-/UEFI-Updates der Hersteller sind nicht quelloffen. Es kann daher keine Aussage zu Sicherheit und Funktionalität getroffen werden.

Grundsätzlich gilt: Die Angaben zu Mainboard und Chipset aus dmidecode müssen exakt (!) mit denen des zu flashenden BIOS'/UEFIsübereinstimmen (Revisions-Nr. o.ä. beachten).

Bevor das BIOS-/UEFI-Update ausgewählt wird, sollte gründlich recherchiert werden, ob sich durch das BIOS-/UEFI-Update die bestehenden Probleme lösen lassen. In der Regel führen die Hersteller 'Changelogs' (Änderungslisten), in denen jedoch sehr selten genaue Angaben zu neuen Funktionen oder vor allem beseitigte Fehler verzeichnet sind. Das Flashen einer neueren BIOS-/UEFI-Version muß nicht zwangsläufig etwaige Probleme beheben. Es können auch neue Fehler auftauchen oder bestimmte Funktionen noch nicht implementiert sein.

Lässt sich durch ein angebotenes Update das bestehende Problem lösen, so kann dies beim Hersteller heruntergeladen und gespeichert werden. Vom Herunterladen aus Drittquellen ist dringend abzuraten: Erstens kann es Kompatibilitätsprobleme geben und das System wird schwer beschädigt. Zweitens kann Schadcode hinzugefügt worden sein, der zu weiteren Problemen führt. Wenn beim Hersteller direkt installierbare Images oder boot-fähige Images angeboten werden, sollte diesen der Vorzug gegeben werden.

Vorbereitungen zur Installation

Achtung!

Durch nicht zusammenpassende Hardware/Firmware-Kombinationen oder falsche Installationsumgebungen (Betriebssystem) drohen massive Schäden am BIOS. Die Aktualisierung einer Firmware muß für die Hardware und unter der Betriebssystemumgebung durchgeführt werden, für die sie vorgesehen ist.

Im Normalfall sollte entweder auf der Homepage des Herstellers oder in einem 'Readme' die Installationsumgebung genannt werden. Die heruntergeladenen BIOS-/UEFI-Updates können in verschiedenen Formen vorliegen, teils müssen die Dateien noch entpackt werden. Insbesondere sind selbstextrahierende Windows-Archive (.exe) und .zip-Archive anzutreffen. In den Archiven sind oft verschiedene Installer vorhanden, diese können dann wie folgt installiert werden:

Windows-Installer-Dateien

Diese können nur und direkt mit der Windows-Methode installiert werden.

Eine handling-freundliche Ausnahme bietet Dell, dort können seit spätestens 2014 integrierte Flasher der Notebooks und Desktops entsprechende .exe-Dateien direkt von einem FAT32-formatierten Stick lesen, entpacken und damit flashen.

Image-Dateien

Sie werden einfach auf ein geeignetes Medium übertragen und mit der BIOS internen Methode aufgespielt.

Bootfähige Images

Diese .iso-Dateien sind als Abbild direkt auf CD brennbar. Früher sind auch .img-Dateien, Disketten-Images angeboten worden.

Images, die zur Verwendung für optische Datenträger vorgesehen sind, dies ist insbesondere bei Lenovo üblich, selbst wenn das Notebook gar kein optisches Laufwerk hat, können nicht mit einem USB-Stick genutzt werden, sie sind nicht hybrid. Für USB-Sticks muss dieses Image erst konvertiert werden.

DOS-Installer-Dateien

Diese können mit der DOS-USB-Methode installiert werden. Sofern unterstützt, können sie auch mit flashrom aufgespielt werden.

Beschreibung der verschiedenen Methoden

Achtung!

Trotz sorgfältiger Vorarbeit kann es zu Fehlern beim Update kommen, die zu schwersten Schäden am System führen. BIOS-/UEFI-Updates erfolgen stets auf eigene Gefahr hin und sollten nur von erfahrenen Benutzern durchgeführt werden.

Durch Systemabstürze, Unterbrechungen und Stromausfälle während des Flashens wird ein BIOS/UEFI nicht vollständig geschrieben. Das heißt, es existiert kein BIOS/UEFI mehr, das Mainboard verliert vollständig seine Funktion, es kommt zu dessen Totalausfall und damit zum Ausfall des Rechners.

Das gesamte System muss daher zuverlässig laufen, die Stromversorgung muss während des gesamten Vorgangs gewährleistet sein. Bei Notebooks müssen sowohl das Netzteil angeschlossen als auch ein geladener Akktu gesteckt sein. Es wird dringend (!) empfohlen, vor und nach dem eigentlichen Flashen das BIOS auf die Standardeinstellungen zu setzen.

Aus den vorliegenden BIOS-/UEFI-Updates und deren Installern ergeben sich verschiedene Installationsprozesse:

Windows-Methode

Die Installation ergibt sich aus der Anleitung des Herstellers und funktioniert nur unter Windows. Sie wird daher nicht näher behandelt. Sollte der Hersteller nur diese Art des Aktualisierung zur Verfügung stellen, hat man also nur die Wahl, eine Version von Windows zur Installation zu nutzen oder auf die neue BIOS-Version zu verzichten. Von Experimenten wie ein Update über Wine, eine virtuelle Maschine oder eine portable Windows-Version zu installieren wird dringend abgeraten, da die Gefahr sehr hoch ist, das BIOS komplett zu zerstören. Man sollte den Hersteller auf jeden Fall anschreiben und ihn auf die Situation aufmerksam machen, dass es auch Nutzer anderer Betriebssysteme gibt, die ihr BIOS aktualisieren möchten.

BIOS-interne Methode

Diese Methode ist sehr sicher und für reine Linux-Systeme uneingeschränkt zu empfehlen. Ob das auch das Mainboard des Zielrechners diese Methode unterstützt, steht im Handbuch oder auf der Herstellerhomepage. Sofern diese Methode unterstützt wird ist die Installation sehr einfach:

  1. Das heruntergeladene (und ggf. extrahierte) Image auf ein FAT32-formatiertes Wechselmedium kopieren. Dies sind im Normalfall USB-Sticks, aber auch Disketten oder (externe) Festplatten sollen funktionieren.

  2. Das Medium am Zielrechner anschließen und den Rechner neu starten.

  3. Je nach Mainboard muss während des POST eine bestimmte Taste (z.B. Ende oder F7 ) gedrückt werden.

  4. Das Installationswerkzeug startet, das aufzuspielende Image wählen und die eigentliche Installation starten.

  5. Nach erfolgreicher Installation und einem Neustart ist das neue BIOS betriebsbereit.

Image-Methode

Diese einfache und sichere Methode wird in der Regel von allen moderneren Rechnern unterstützt und eignet sich auch für reine Linux-Systeme.

  1. Das heruntergeladene (und ggf. extrahierte) Image wird auf CD gebrannt oder auf Diskette übertragen.

  2. Das Installationsmedium muss in das entsprechende Laufwerk des Zielrechners eingelegt und der Rechner neu gestartet werden.

  3. Beim Zielrechner muss entweder die Bootreihenfolge geändert werden oder das Bootmenü aufgerufen werden, um von CD bzw. Diskette booten zu können.

  4. Das Installationsprogramm startet, die weiteren Schritte teilt das Programm mit.

  5. Nach erfolgter Installation und Neustart muss ggf. die Bootreihenfolge zurückgesetzt werden und das neue BIOS ist einsatzbereit.

DOS-USB-Methode

Hinweis!

Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.


Anmerkung: Für weitere Infos kann die Homepage des FreeDOS-Projekts 🇬🇧 herangezogen werden.

Diese Methode ist etwas aufwändiger, sollte jedoch mit allen BIOS-Updates funktionieren, die für DOS geeignet sind.

  1. Vorbereitend muss ein USB-Stick mit FAT32 formatiert werden. Es darf nur eine Partition existieren, diese muss mit boot markiert sein.

  2. Mit UNetbootin wird FreeDOS 1.1 auf dem Stick installiert. FreeDOS kann direkt aus dem Auswahl-Menü gewählt werden.

  3. Im "root"-Verzeichnis des Sticks wird ein Ordner angelegt (z.B. /media/STICKNAME/BIOS).

  4. Die heruntergeladene(n) (und ggf. extrahierte(n)) DOS-Update-Datei(en) wird/werden in diesen Ordner kopiert.

  5. Der Stick wird am Zielrechner eingesteckt und dieser neu gestartet.

  6. Beim Zielrechner muss entweder die Bootreihenfolge geändert werden oder das Bootmenü aufgerufen werden, um von USB booten zu können.

  7. Das System lädt zunächst den Bootmanager vom Stick, im dessen Menü muss "Default" gewählt werden.

  8. FreeDOS lädt seine Bootauswahl, hier muss Option "5. FreeDOS live CD" gewählt werden. FreeDOS startet.

  9. Erscheint eine Meldung, dass kein CD-Laufwerk vorhanden ist, kann diese ignoriert werden, sofern der Prompt A:\> erscheint.

  10. Durch Wechseln von A:\> auf C:\> hat man Zugriff auf den Ordner, in dem das BIOS-Update abgelegt ist (bspw. C:\BIOS).

  11. In diesem Ordner wählt man das Updateprogramm. Das zu startende Programm sollte auf der Homepage oder in einer Readme vermerkt sein. Der Updatevorgang beginnt, eventuell müssen noch bestimmte Eingaben gemacht werden.

  12. Nach erfolgter Installation und Neustart muss ggf. die Bootreihenfolge zurückgesetzt werden und das neue BIOS ist einsatzbereit.

(UNetbootin unterstützt z.Z. nur FreeDOS 1.0)

(Sollte es nach dem Installieren des FreeDOS-Systems Probleme mit dem Erstellen von Ordnern auf dem USB-Stick geben, kann man die Dateien vor der Installation auf den Stick kopieren.)

flashrom-Methode

Achtung!

Das Programm flashrom kann ohne Weiteres auch falsche Firmware-Versionen aufspielen. Bei Firmware-Updates mit flashrom muss mit besonderer Sorgfalt vorgegangen werden und sollte nur von sehr erfahrenen Benutzern durchgeführt werden.

Der Terminalbefehl flashrom -p | --programmer PARAMETER -E | --erase löscht den Firmware-Chip. Der Terminalbefehl flashrom -p | --programmer PARAMETER -w | --write DATEINAME schreibt eine beliebige Datei in den Firmware-Chip. Vor Benutzung von flashrom sollten die Manpage und die flashrom-Dokumentation 🇬🇧 gelesen werden.

Um das BIOS-/UEFI-Update mit flashrom durchzuführen, muss ggf. zunächst das folgende Paket installiert werden:

  • flashrom (universe)

Befehl zum Installieren der Pakete:

sudo apt-get install flashrom 

Oder mit apturl installieren, Link: apt://flashrom

Mit

flashrom 

wird ausgegeben, dass mit der Option -p bzw. --programmer und einem der aufgeführten Parameter aufgerufen und so die Unterstützung des jeweiligen Chips/Chipsets ermittelt werden kann.

sudo flashrom --programmer PARAMETER 

Für die Abfrage einer Unterstützung für ein Mainboard würde die Befehlszeile lauten:

sudo flashrom --programmer internal 

Es können verschieden lautende Meldungen auftreten, die sich in drei Kategorien aufteilen lassen:

  1. Das Mainboard und dessen Chipset werden unterstützt und sind getestet.

  2. Das Mainboard wird noch nicht einwandfrei unterstützt und befindet sich noch in der Testphase. Im vorliegenden Fall wird das Chipset als "untested" gekennzeichnet. Ein Flashen des BIOS'/UEFIs ist zwar möglich, das Chipset wird wahrscheinlich generisch unterstützt, es sollten aber leichtfertige Experimente unterbleiben, solange man keine Möglichkeit hat, im Falle eines fehlgeschlagenen Flash-Versuchs den Inhalt des BIOS'/UEFIs wieder herzustellen. Im Zweifel sollte auf eine der weiter obenstehenden vorgestellten Methoden mit einem vom Hersteller angebotenen BIOS/UEFI zurückgegriffen werden.

  3. Das Mainboard bzw. der BIOS-Chip werden nicht von coreboot/flashrom unterstützt. Die dargestellte Ausgabe von flashrom ist die eines Acer Aspire ONE D255 (N550). Bei Ausgaben dieser Art sollte auf jeden Fall von weiteren Versuchen mit coreboot/flashrom abgesehen werden, sofern es sich nicht um eine Eigenentwicklung o. dergl. handelt. Das BIOS sollte dann nur mit den vorangehend vorgestellten Methoden und mit einem vom Hersteller angebotenen Update aktualisiert werden.

    flashrom v0.9.4-r1394 on Linux 3.0.0-14-generic (x86_64), built with libpci 3.1.7, GCC 4.6.1, little endian
    flashrom is free software, get the source code at http://www.flashrom.org
    
    Calibrating delay loop... OK.
    ========================================================================
    WARNING! You seem to be running flashrom on an unsupported laptop.
    Laptops, notebooks and netbooks are difficult to support and we
    recommend to use the vendor flashing utility. The embedded controller
    (EC) in these machines often interacts badly with flashing.
    See http://www.flashrom.org/Laptops for details.
    
    If flash is shared with the EC, erase is guaranteed to brick your laptop
    and write may brick your laptop.
    Read and probe may irritate your EC and cause fan failure, backlight
    failure and sudden poweroff.
    You have been warned.
    ========================================================================
    Aborting.

Ein unterstütztes, ggf. als "untested" markiertes, Mainboard mit flashrom und Hersteller-BIOS/-UEFI aktualisieren

Wenn die Unterstützung durch flashrom gegeben ist, aber das Mainboard nicht stabil durch coreboot unterstützt wird, kann auch ein BIOS bzw. UEFI des Herstellers mit flashrom aufgespielt werden. Zunächst sollte jedoch eine Sicherungskopie des vorhandenen BIOS'/UEFIs erstellt werden. Dies geschieht durch die Kommandozeile:

sudo flashrom -p PARAMETER -r <NAME-DER-DATEI.dat> 

Die Datei wird in /home/BENUTZERNAME abgelegt.

Den eigentlichen Flash-Vorgang startet man mit der Terminalzeile:

sudo flashrom -p PARAMETER -w /PFAD/ZUR/BIOS-UPDATE-DATEI/NAME-DER-BIOS-UPDATE-DATEI-FÜR-DEN-ZIELRECHER 

Hier ist man freundlich aufgefordert, das Projekt mit Informationen zu versorgen. Wenn den flashrom-Entwicklern ein Feedback zugeschickt werden soll, sollte man den gesamten Prozess auf verbose setzen. Die Zeile lautet dann:

sudo flashrom -p PARAMETER -w -V /PFAD/ZUR/BIOS-UPDATE-DATEI/NAME-DER-BIOS-UPDATE-DATEI-FÜR-DEN-ZIELRECHER 

Beispielausgabe im Terminal für den gesamten Flash-Vorgang mit damaliger Syntax ohne -p (hier liegt die Firmware-Datei unter ~/Desktop/GF7100-M3_080707.ROM):

sudo flashrom -w Desktop/GF7100-M3_080707.ROM  

flashrom v0.9.4-r1394 on Linux 3.0.0-15-generic (i686), built with libpci 3.1.7, GCC 4.6.1, little endian
flashrom is free software, get the source code at http://www.flashrom.org

Calibrating delay loop... OK.
Found chipset "NVIDIA MCP73". 
This chipset is marked as untested. If you are using an up-to-date version
of flashrom please email a report to flashrom@flashrom.org including a
verbose (-V) log. Thank you!
Enabling flash write... This chipset is not really supported yet. Guesswork...
SPI on this chipset is WIP. Please report any success or failure by mailing us the verbose output to flashrom@flashrom.org, thanks!
Mapping NVIDIA MCP6x SPI at 0xfec80000, unaligned size 0x544.
Please send the output of "flashrom -V" to flashrom@flashrom.org with
your board name: flashrom -V as the subject to help us finish support for your
chipset. Thanks.
OK.
This chipset supports the following protocols: SPI.
Found Winbond flash chip "W25X80" (1024 kB, SPI) at physical address 0xfff00000.
Flash image seems to be a legacy BIOS. Disabling coreboot-related checks.
Reading old flash chip contents... done.
Erasing and writing flash chip... Erase/write done.
Verifying flash... VERIFIED.          

Ausweichen auf coreboot

Experten-Info:

Der Einsatz von coreboot ist ein sehr fortgeschrittenes Thema und eignet sich daher nur für sehr erfahrene Benutzer.

coreboot (früher LinuxBIOS) 🇬🇧 ist ein Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein herstellereigenes und damit proprietäres BIOS durch ein quelloffenes und freies BIOS zu ersetzen. Das freie BIOS wird entwickelt, da die Entwickler mit dem proprietären BIOS der Hersteller oft nicht zufrieden sind. Diese sind zum Teil fehlerbehaftet, langsam und man ist auf die Unterstützung der Hersteller angewiesen. Auch ist die Situation bzgl. der Sicherheit nicht geklärt, da Interna des BIOS, dessen Arbeitsweise Außenstehenden nicht bekannt ist. Es werden zahlreiche, jedoch nicht alle Mainboards/Geräte und Chipsätze unterstützt. Insbesondere die Unterstützung für Notebooks ist gering.

coreboot einsetzen

Um zu untersuchen, ob das Mainboard des Zielrechners durch coreboot unterstützt wird, wird wie weiter oben beschrieben das Mainboard mit flashrom untersucht. Mit diesem Programm kann anschließend auch coreboot als Ersatz für das proprietäre BIOS geflasht werden. Um eine aktuellere Version von flashrom als die aus den Paketquellen zu nutzen, kann man sich die aktuelle Version selbst kompilieren. Der Vorteil ist hier eine breitere Hardware-Unterstützung.

Es ist in beiden Fällen angeraten, die Originaldokumentation des Coreboot-Projekts zur Installation und Benutzung von flashrom zu lesen.

Zerstörtes BIOS reparieren

Experten-Info:

Die Reparatur eines zerstörten BIOS erfordert tiefgreifende Kenntnisse der Hard- und Software und sollte im Zweifelsfall einem Fachmann überlassen werden. Oft jedoch ist nur noch der Austausch des Mainboards möglich.

Ein beschädigtes oder zerstörtes BIOS führen dazu, dass der Rechner nicht mehr richtig oder gar nicht mehr funktioniert. In solch einer Situation gibt es drei Möglichkeiten, das Problem zu beheben. Vor allen Rettungsversuchen sollten die Daten auf den internen Massenspeichern gesichert werden. Da der Rechner aber in der Regel in diesem Zustand nicht mehr einsatzfähig ist, müssen HDDs/SSDs ausgebaut und mit einem anderen Rechner gesichert werden.

Software-seitige Reparatur

Es werden mainboard-spezifische Software-Tools benötigt. Bei einigen Mainboards, z. B. Gigabyte mit DualBIOS, kann sich ein fehlerhaftes oder zerstörtes BIOS/UEFI selbst "heilen". Dies geschieht durch eine Kopie des letzten funktionsfähigen BIOS'/UEFIs, die auf den Chip mit der nicht funktionsfähigen Variante gespielt wird. Die meisten Hersteller von Note-/Netbooks bieten gegen verhältnismäßig hohe Gebühren "BIOS-Reparaturen" an.

Hardware-seitige Reparatur

Das BIOS/UEFI ist auf einem speziellen ROM-Chip (EEPROM, nichtflüchtiger Speicher) auf dem Mainboard untergebracht. Um den Rechner nach einer Beschädigung oder Zerstörung des BIOS'/UEFIs wieder ordnungsgemäß starten zu können, gibt es die Möglichkeit, den gesamten Chip und damit das defekte BIOS/UEFI zu ersetzen. Hierzu muss zunächst der Hersteller des Chips, dessen Typbezeichnung und Version des BIOS'/UEFIs ermittelt werden.

Wo der dieser Chip sitzt, ist abhängig vom Mainboard. Insbesondere bei Note-/Netbooks kann die Suche nach dem BIOS-Chip von aufwändigen Demontagen begleitet sein. Oft kann bei Note-/Netbooks der BIOS-Chip auch gar nicht ausgetauscht werden. Das rechts gezeigte Bild zeigt beispielhaft die Lage eines BIOS-Chips. Im Beispielbild ist der Chip, der die Bezeichnung für das BIOS trägt, blau eingerahmt. Der eigentliche BIOS-Chip ist rot eingerahmt. Der BIOS-Chip hat eine vorgeschriebene Einbaurichtung, diese wird durch eine Kerbe sichergestellt (gelb umrandet). board.png

Mit den so gewonnenen Informationen ergeben sich verschiedene Wege, das BIOS-Problem zu beheben. Es muss bei allen Vorgehensweisen auf die ESD-Sicherheit geachtet werden. Der Einbau ist mainboard-spezifisch und wird daher nicht näher erläutert. Es sollten jedoch von den jeweiligen Anbietern hinreichende Dokumentationen vorhanden sein.

Fertig geflashten BIOS-Chip erwerben

Es gibt verschiedene Anbieter, die BIOS-Chips fix und fertig zur Montage anbieten (siehe Links). Diese müssen nur noch eingebaut werden. Der Rechner verfügt dann wieder über ein funktionsfähiges BIOS.

Den alten Chip neu flashen lassen

Der alte Chip wird ausgebaut und bei entsprechenden Dienstleistern neu mit dem richtigen BIOS bespielt. Der wiederhergestellte Chip kann dann einfach wieder eingesetzt werden.

Einen geeigneten BIOS-CHIP selber herstellen

Man muss sich einen geigneten BIOS-Chip kaufen und diesen mit einem entsprechenden Interface mit dem entsprechenden BIOS flashen.

Alternativ kann man als Hardcore-Methode vorübergehend einen BIOS-Chip eines identischen, zweiten Mainboards einbauen und den Rechner mit diesem starten. Sobald der Rechner läuft, wird der alte Chip wieder eingesetzt und mit einer der beschriebenen Methoden geflasht ("Hotflashen"). Hier ist besondere Vorsicht geboten. Elektrostatische Entladungen und Kurzschlüsse durch Werkzeug o. ä. können dazu führen, dass der Rechner vollends unbrauchbar wird.

Diese Revision wurde am 26. Juni 2024 10:52 von Berlin_1946 erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Hardware, Update