32-Bit-Architektur

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Inhaltsverzeichnis
  1. 64-bit Unterstützung prüfen
  2. Begrifflichkeiten und Geschichte
  3. Gründe für eine 32-Bit Installation
  4. Upgrade von 32-bit auf 64-bit
  5. Links

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

  1. Ein Terminal öffnen

Seit längerer Zeit ist eine 64-Bit-Architektur bei fast allen neuen CPUs Standard. Die Verbreitung von reinen 32-Bit Prozessoren verschiebt sich zunehmend in den Bereich der Mikrocontroller, sodass die Unterstützung einer 32-Bit Architektur auf Desktop- und Servern-Systemen zunehmend abnimmt. Ubuntu selbst gibt es seit 17.10 nicht mehr als 32-Bit-Version, die offizielle Derivate werden noch als 32-bit Version gepflegt. Seit 18.04 ist auch die Server-Variante nicht mehr als 32-Bit erhältlich.

Der Einsatz eines 32-Bit Systems ist nur dann sinnvoll, wenn die Hardware wirklich nur 32-Bit unterstützt. Weitere Informationen dazu sind weiter unten im Artikel zu finden.

64-bit Unterstützung prüfen

Ob die eigene CPU 64-Bit fähig ist kann man mit folgendem Befehl herausfinden[1]:

lscpu  

Wird dort gleich zu Beginn 64-bit neben 32-bit gelistet, dann bietet der Prozessor auch eine 64-Bit Unterstützung.

Hat man gerade kein Linux zur Hand, kann man z.B. bei Intel-Ark {de} nachschauen. Da es von AMD für ältere CPUs keine Datenblätter gibt kann man bei CPU-World {en} nachschauen.

Begrifflichkeiten und Geschichte

Die 32-Bit x86-Architektur wurde von Intel entwickelt und wird seit der Entwicklung der Intel-Itanium-Prozessoren von Intel als IA-32 bezeichnet. Sie wurde als erstes 1985 mit dem Intel 80386 eingeführt und wird daher gelegentlich auch als i386 bezeichnet. Durch ihre große Verbreitung wird sie sehr häufig allgemein als x86 bezeichnet, obwohl diese Architekturfamilie ihren Ursprung bereits bei den 16-Bit Prozessoren hatte. Abweichende Bezeichnungen wie i686 (Intel Pentium Pro) beziehen sich dabei üblicherweise auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Linux Distribution: Älteren Prozessoren fehlen eventuell bestimmte Befehlssatz-Erweiterungen, die für die Ausführung der Software benötigt werden.

Bereits 1989 war klar, dass die 32-Bit x86-Architektur ihre Grenzen hatte und gerade für den Betrieb von leistungsfähigen Servern nicht ausreichte. Intel begann daher mit der Entwicklung der Itanium-Prozessoren auf 64-Bit Basis, welche von Grund auf neu entworfen wurden und einige sehr innovative Prinzipien umsetzten: Die IA-64 Architektur war geboren. Diese Prozessoren waren jedoch nur sehr begrenzt zu der alten 32-Bit Architektur kompatibel und boten in diesem Betriebsmodus nur wenig Leistung, die Abwärtskompatibilität war schlichtweg in der Entwicklung nicht wichtig und wurde später durch eine Software-Emulation ersetzt. Der erwartete Erfolg der eigentlichen IA-64 Architektur blieb aus, die Erwartungen konnten nicht erfüllt werden.

Als 1999 die Itanium Prozessoren erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, kündigte AMD stattdessen eine 64-Bit Erweiterung der bestehenden 32-Bit x86-Architektur an, welche 2003 erstmals als AMD64 in Prozessoren verkauft wurde. Diese Prozessoren waren uneingeschränkt zu alter 32-Bit x86-Software kompatibel und wagten keine großen Experimente, sie setzten sich daher gegen die Itanium Prozessoren durch. In einer früheren Entwicklungsphase wurde diese erweiterte Architektur als x86-64 bezeichnet, aus Software-technischen Gründen kam auch x86_64 zum Einsatz. Microsoft führte hierfür mit x64 eine eigene Bezeichnung ein. Intel übernahm AMD64 und verkaufte 2004 den ersten kompatiblen Prozessor, die eigene Implementierung der AMD64 Erweiterung wurde als Intel 64, EM64T oder IA-32e bezeichnet.

Gründe für eine 32-Bit Installation

Aus heutiger Sicht sollte man unbedingt eine 64-Bit-version von Ubuntu installieren. Es finden sich zwar einige Berichte die die Nachteile einer 64-Bit Architektur hervorheben, jedoch kann davon ein Großteil durch Modernisierungen und das Abschneiden alter Zöpfe kompensiert werden: Im Schnitt laufen Programme mit AMD64 ein paar Prozent schneller und benötigen ausschließlich auf der Festplatte ein klein wenig mehr Platz. Auf der anderen Seite steht die Unterstützung durch die Software: Viele Softwarehersteller stellen den Support für x86 32-Bit-Software ein. Beispiele dafür wären Google Chrome und Teamviewer, viele andere werden folgen.

Besitzt man noch einen Rechner, welcher eine ältere CPU ohne 64-bit Unterstützung hat (ältere Intel Pentium 4, einige frühe Intel Atom, AMD Athlon XP), so ist man gezwungen ein 32-bit System einzusetzen.

Upgrade von 32-bit auf 64-bit

Ein Upgrade einer 32-bit auf eine 64-bit Installation wird nicht unterstützt. Man sollte eine Neuinstallation durchführen.