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32-Bit-Architektur

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Seit längerer Zeit ist eine 64-Bit-Architektur bei allen neuen Intel- und AMD-CPUs Standard. Die Verbreitung von reinen 32-bit-Prozessoren hat sich in den Bereich der Mikrocontroller verschoben, sodass die Unterstützung einer 32-bit-Architektur auf Desktop-Systemen und Servern stark abgenommen hat. Viele Linux-Distributionen haben die Unterstützung für x86-Systeme (i386, i486, i586, i686) vollständig eingestellt.

Ubuntu selbst gibt es seit 17.10 nicht mehr als 32-bit-Version, die offiziellen Derivate sind noch als 32-bit-Version gepflegt worden. Seit 18.04 ist auch die Server-Variante nicht mehr in 32 bit erhältlich, seit 19.04 gibt es auch Lubuntu und Xubuntu nicht mehr als 32-bit-Version. Damit existiert kein offizieller Flavour für 32 bit mehr. Der Netboot-Installer ist weiterhin für 32-bit-Systeme angeboten worden. Mit diesem hat noch mit der Version 19.04 ein 32-bit-System installiert werden können. Seit 19.10 gibt es keine 32-bit-Variante mehr (auch kein Netboot), siehe offizieller Blogbeitrag 🇬🇧. Manche Pakete werden nur noch aus Kompatibilitätsgründen für andere Applikationen als 32 bit (i386) angeboten. Nutzer mit CPUs ohne 64-bit-Erweiterung müssen eine andere Distribution wie Debian 🇬🇧 oder Slackware installieren, Ubuntu wird für diese CPUs nicht mehr bereitgestellt.

64-bit-Unterstützung prüfen

Ob die eigene CPU 64-bit-fähig ist, kann bei einem deutsch lokalisiertem System über [1]

lscpu | grep -i Oper 

und bei einem nicht lokalisiertem englischsprachigem Original mit

lscpu | grep -i op-mode 

geprüft werden. Bei einer Ausgabe 32-bit, 64-bit hat der Prozessor eine 64-bit-Erweiterung.

Hat man gerade kein Linux zur Hand, kann man z.B. bei Intel-Ark 🇩🇪 nachschauen. Da es von AMD für ältere CPUs keine Datenblätter gibt, kann man bei CPU-World 🇬🇧 nachschauen.

In Windows ist diese Information in der Systemsteuerung unter System zu finden. Steht dort beim Prozessor x64-basierter Prozessor, ist das System für 64-bit-Ubuntu geeignet (dies wird jedoch nicht immer korrekt angezeigt).

Begrifflichkeiten und Geschichte

Die 32-bit-x86-Architektur ist von Intel in Form der Reihen 386, 486, Pentium (586) und Pentium Pro (686) entwickelt worden und wird seit der Entwicklung der Intel-Itanium-Prozessoren von Intel als IA-32 bezeichnet. Sie ist 1985 mit dem Intel 80386 eingeführt worden und wird daher gelegentlich auch als i386 bezeichnet. Durch ihre große Verbreitung wird sie sehr häufig allgemein als x86 bezeichnet, obwohl diese Architekturfamilie ihren Ursprung bereits bei den 16-bit-Prozessoren hat. Abweichende Bezeichnungen wie i686 (Intel Pentium Pro) beziehen sich dabei üblicherweise auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Linux-Distribution: Älteren Prozessoren fehlen eventuell bestimmte Befehlssatz-Erweiterungen, die für die Ausführung der Software benötigt werden.

Bereits 1989 ist klar gewesen, dass die 32-bit-x86-Architektur ihre Grenzen hat und gerade für den Betrieb von leistungsfähigen Servern nicht ausreicht. Intel hat daher mit der Entwicklung der Itanium-Prozessoren auf 64-bit-Basis begonnen gehabt, welche von Grund auf neu entworfen worden sind und einige sehr innovative Prinzipien umgesetzt haben: Die IA-64-Architektur ist geboren worden. Diese Prozessoren sind jedoch nur sehr begrenzt zu der bisherigen x86_32-bit-Architektur kompatibel und bieten in diesem Betriebsmodus - x86-32 muß emuliert werden - nur wenig Leistung, die Abwärtskompatibilität ist schlichtweg in der Entwicklung nicht als wichtig erachtet worden. Der erwartete Erfolg der eigentlichen IA-64 Architektur ist daher ausgeblieben, die Erwartungen haben nicht erfüllt werden können.

Als 1999 die Itanium-Prozessoren der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind, hat AMD stattdessen eine 64-bit-Erweiterung der bestehenden 32-bit-x86-Architektur angekündigt gehabt, welche 2003 erstmals als AMD64 in Prozessoren verkauft worden ist. Diese Prozessoren sind uneingeschränkt zu alter 32-bit-x86-Software kompatibel und wagen keine großen Experimente, sie haben sich daher gegen die Itanium-Prozessoren durchgesetzt. In einer früheren Entwicklungsphase ist diese erweiterte Architektur als x86-64 bezeichnet worden, aus technischen Gründen kommt auch x86_64 zum Einsatz. Microsoft hat hierfür mit x64 eine eigene Bezeichnung eingeführt. Intel hat im Rahmen eines Lizenzabkommens AMD64 übernommen und verkauft seit 2004 entsprechend kompatible Prozessoren. Die eigene Implementierung der AMD64-Erweiterung wird als Intel 64, EM64T oder IA-32e bezeichnet.

Gründe für eine 32-bit-Installation

Aus heutiger Sicht sollte man unbedingt eine 64-bit-Version von Ubuntu installieren. Es finden sich zwar einige ältere Berichte, die die Nachteile einer 64-bit-Architektur hervorheben, jedoch kann davon ein Großteil durch Modernisierungen und das Abschneiden alter Zöpfe kompensiert werden: Im Schnitt laufen Programme mit AMD64 ein paar Prozent schneller und benötigen ausschließlich auf der Festplatte ein klein wenig mehr Platz. Auf der anderen Seite steht die Unterstützung durch die Software: Viele Softwarehersteller haben den Support für x86-32-bit-Software eingestellt, bspw. Google Chrome und Teamviewer.

Besitzt man noch einen Rechner, welcher eine ältere CPU ohne 64-bit-Unterstützung hat (ältere Intel Pentium 4, einige frühe Intel Atom, AMD Athlon XP), so ist man gezwungen, ein 32-bit-System einzusetzen.

Upgrade von 32 bit auf 64 bit

Ein Upgrade einer 32-bit- auf eine 64-bit-Installation wird nicht unterstützt. Es ist eine Neuinstallation durchzuführen.

  • Intel-Ark 🇩🇪 - Prozessordatenblätter für Intel-CPUs

  • CPU-World 🇬🇧 - Datenbank mit CPU-Datenblättern

Diese Revision wurde am 30. Dezember 2022 16:42 von von.wert erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: CPU, Hardware, Übersicht