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prevu

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Artikel für fortgeschrittene Anwender

Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.

Prevu ist in erster Linie ein Konsolen-Tool zur einfachen Erstellung von Backports. Darunter versteht man ein Paket, das aus einer neueren Version von Ubuntu entnommen wird und für die installierte Ubuntu-Version verfügbar gemacht wird. Möchte man beispielsweise in einer Ubuntu-Installation das Programm A verwenden, welches aber erst ab der folgenden Ubuntuversion in den Quellen verfügbar ist, so kann man sich aus dem Quellpaket der folgenden Ubuntuversion mithilfe von Prevu automatisch ein Binärpaket für die aktuelle Installation erstellen lassen. Prevu versucht dabei alle Abhängigkeiten, die das Paket aus der neueren Version von Ubuntu benötigt, aufzulösen und zurückzuportieren. Daneben kann man Prevu auch benutzen, um modifizierte Versionen von Quellpaketen in ein Binärpaket zu wandeln.

Installation

Prevu kann aus der Paketverwaltung installiert [1] werden:

  • prevu (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Benutzung/Konfiguration

Initialisierung

Hinweis:

Es muss sudo -E (mit Parameter -E) eingegeben werden. Also sudo -E prevu-update und sudo -E prevu-init. Tut man das nicht werden die Umgebungsvariablen der Elternumgebungen nicht übergeben.

Vor der ersten Benutzung muss die Prevu-Umgebung initialisiert werden. Hierzu gibt es ein Skript, das man mit

sudo -E prevu-init    

in einem Terminal [3] auslöst. Prevu erstellt sich dabei eine eigene Umgebung zum Kompilieren der Pakete, sodass der Initialisierungsvorgang etwas länger dauern kann. Schließlich werden auf Wunsch des Benutzers ein lokales Paket-Repository sowie die Paketquellen für Quellpakete der sources.list hinzugefügt. Man kann dies aber auch manuell [2] nachholen.

Möchte man Pakete aus einer neueren Version von Ubuntu zurückportieren, so muss man die Paketquellen für Quellcodepakete dieser Version in seiner sources.list haben. Wenn man beispielsweise ein Paket aus Gutsy zurückportieren möchte, fügt man die Zeile

1
deb-src http://de.archive.ubuntu.com/ubuntu/ UBUNTUVERSION main restricted universe multiverse

ans Ende seiner sources.list. Dabei ist UBUNTUVERSION die Version, in welcher das benoetigte Paket vorhanden ist.

Achtung!

Wichtig ist hier, dass man nur die Quellpakete (deb-src) hinzufügt, um nicht versehentlich ein System-Upgrade auszulösen.

Benutzung

Achtung!

Die Verwendung von zurückportierten Paketen kann die Systemstabilität gefährden.

Vor jeder Benutzung muss der Paketindex neu geladen werden. Dies erledigt man am einfachsten mit apt-get. Es ist ebenfalls sinnvoll, die Prevu-Umgebung mit

sudo -E prevu-update     

auf den aktuellen Stand zu bringen.

Nach dem Aktualisieren der Umgebung und der Paketliste kann man durch die Eingabe von

prevu PAKETNAME 

das gewünschte Paket erstellen lassen. Prevu sucht sich das neueste Quellpaket aus den freigeschalteten Paketquellen und erstellt dann ein Binärpaket daraus. Hierzu sind keine Rootrechte erforderlich, da das Paket lediglich erstellt und nicht installiert wird. Das fertige Programmpaket ist nach Fertigstellung im lokalen Paketverzeichnis /var/cache/prevu/ verfügbar und kann über die Paketverwaltung [1] installiert werden.

Das Erstellen von Binärpaketen aus vorhandenen Quellpaketen wird mit dem Befehl

prevu DATEINAME.dsc 

ausgelöst. Dabei kann das Quellpaket z.B. auch direkt über das Web bezogen werden, indem man Prevu die URL zu der Datei mitgibt. Befindet man sich im Verzeichnis des Quellpakets, kann man Prevu auch ohne Optionen aufrufen, um den Kompiliervorgang zu starten.

Experten-Info:

Um Pakete für eine beliebige vorherige Ubuntu-Version mit Prevu zu erstellen, setzt man die Umgebungsvariable DIST.

Diese Revision wurde am 21. Januar 2012 um 01:14 Uhr von Lasall erstellt.
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