Aktivieren eines PPAs (optional)
Midori
ist ein schlanker und schneller auf Webkit basierender Browser. Für die grafische Oberfläche wird die Bibliothek GTK2 verwendet, wodurch sich Midori wie Epiphany perfekt in GNOME und zusätzlich auch in Xfce oder LXDE integriert. Daneben gibt es mit Arora einen weiteren Webkit-Browser auf Qt-Basis, der besser zu KDE passt. Last but not least seien noch Chromium und sein Pendant Google Chrome genannt.
Besonders deutlich wird der Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zu Gecko-basierenden Browsern wie Firefox bei Webseiten mit intensiver JavaScript-Nutzung und anderen Web 2.0 Funktionen. Midori bietet unter anderem folgende Funktionen:
Mausgesten
Privater Modus
mehrere benutzerdefinierte Startseiten gleichzeitig (Speed-Dial)
Unterstützung für Netscape- bzw. Mozilla-Plugins
Reiter, Fenster und Sitzungsverwaltung
Lesezeichenverwaltung
Anpassbare und erweiterbare Oberfläche
Da Midori ein junges Projekt ist, befindet es sich noch in Entwicklung. Für den Dauereinsatz als vollwertiger Ersatzbrowser ist Midori – abhängig von den persönlichen Ansprüchen – unter Umständen noch nicht geeignet. Erwähnenswert ist aber die im Vergleich mit anderen Browsern relativ geringe Ressourcen-Bedarf.
Midori warnt erst ab Version 0.2.5 mit einer roten Adressleiste vor selbst erstellten Zertifikaten. Dies stellt in älteren Versionen u.U. eine Gefahr bei Internetadressen dar, die mit https:// beginnen. Des Weiteren fehlt bis in die Gegenwart eine Zertifikatsverwaltung.
Midori ist in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu vorhanden. Folgendes Paket muss installiert [1] werden:
midori (universe)
Anschließend kann das Programm aus dem Anwendungsmenü über "Internet -> Midori" gestartet werden.
Die Versionen aus den offiziellen Paketquellen sind schnell veraltet. Aktuelle Entwicklerversionen lassen sich durch die Einbindung externer Paketquellen [2] nutzen.
Dieser Schritt kann ab Ubuntu 10.10 übersprungen werden. Dann wird Webkit aus den offiziellen Paketquellen installiert.
Zuerst muss das zugrundeliegende Webkit eingebunden werden. Dieses PPA ist nur als Quelle der abhängigen Bibliotheken wichtig, ein konkretes Programm wird nicht installiert.
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:webkit-team/ppa
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team webkit-team.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:midori/ppa
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team midori.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Nach dem Aktualisieren der Paketquellen kann Midori wie oben installiert werden.
Midori bietet bei der Nutzung keine Überraschungen. Das Menükonzept ähnelt dem von Firefox, in jüngerer Zeit orientiert man sich am allgemeinen Trend, mehr Platz für die anzuzeigende Webseite zu schaffen. Falls die Menüleiste ausgeblendet ist, führt man einen Rechtsklick
auf ein beliebiges Symbol der Navigationsleiste aus und aktiviert sie wieder. Die Taste
F9 öffnet eine Seitenleiste für
Lesezeichen
Verlauf
Übertragungen (Downloads) und
Nachrichtenquellen (RSS Feeds)
Auch eine Schnellwahl wie in Opera üblich ist vorhanden. Eventuell nützlich sind diverse Startoptionen, die man sich mit:
midori --help-execute
anzeigen lassen kann. Beispiel:
midori -e Fullscreen
Bisher sind folgende Erweiterungen intern vorhanden und können je nach Bedarf über "Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweiterungen" (de)aktiviert werden (Stand: Dezember 2009, Midori 0.2.2):
Cookie-Verwaltung
DNS-Auflösung im Voraus (deutliche Geschwindigkeitssteigerung!)
Farbige Reiter
Formularvervollständigung
Funktionen in der Statusleiste
Mausgesten (Anleitung
)
Nachrichtenquellenleiste (RSS-Feeds)
Reiterleiste
Seitenhalter
Tastaturkürzel
Verlaufsgestützte Reiterliste
Werbeblocker (mittels Filterliste)
Werkzeugleisteneditor (Anleitung)
Zwischenspeicher (Festplatten-Cache)
Von Haus aus sind nur englischsprachige Suchmaschinen in Midori vorhanden, die sich traditionell mit der Eingabe von
Kürzel Suchbegriff [weitere Suchbegriffe...]
in der Adresszeile verwenden lassen. Zusätzlich lassen sich diese im Suchfeld oben rechts durch einen Linksklick (
) auf das Symbol auswählen.
| Kürzel | Suchmaschine |
| g | Google ![]() |
| wp | Wikipedia |
| fd | The Free Dictionary ![]() |
Die deutsche Sektion der Wikipedia lässt sich sehr schnell hinzufügen, wenn man über "Extras -> Suchmaschinen verwalten -> Hinzufügen" einen neuen Eintrag anlegt und als Befehl ("Adresse"):
http://de.wikipedia.org/wiki/Special:Search/%s
sowie das Tastenkürzel wpde verwendet (oder man tauscht das Kürzel mit der evtl. seltener genutzten englischen Wikipedia). Auch die vorhandene Google-Suche lässt sich auf Deutsch umstellen, wenn man
http://www.google.de/search?q=%s
als Adresse nimmt.
Um weitere Suchmaschinen hinzuzufügen, muss man zuerst die richtige URL herausbekommen. Dazu ruft man am einfachsten die gewünschte Suchmaschine auf und startet eine Suche mit einem beliebigen Suchbegriff. Die mit dem Ergebnis angezeigte Adresse wird nun als Befehl für die neue einzurichtende Suchmaschine benutzt, wobei man den Suchbegriff einfach durch %s ersetzt. Eine breitgefächerte Liste mit weiteren Suchmaschinen-Adressen ist im Artikel Epiphany zu finden.
Aufgrund einer Einschränkung des zugrundeliegenden Webkit greifen Inhaltsfilter prinzipiell erst nachträglich — wenn die komplette Webseite geladen ist. Dadurch werden auch die eigentlich zu blockierenden Elemente heruntergeladen und erst hinterher ausgeblendet. Abhilfe schafft die Verwendung eines Proxys.
Benutzerskripte werden eingesetzt, um das Aussehen von Webseiten (nachträglich) zu beeinflussen. Ein bekanntes Beispiel ist die Firefox-Erweiterung Greasemonkey
. Eine umfangreiche Sammlung dieser Skripte ist auf Userscripts.org
zu finden. Allerdings muss beachtet werden, dass diese Skripte für den Einsatz unter Midori auch mit Webkit kompatibel sein müssen. Dies trifft z.B. auf Anweisungen wie @include und @exclude zu, während Elemente wie @require und @resource nicht kompatibel sind. Während viele Skripte sofort einsatzfähig sind, erfordern andere mehr oder weniger viele Korrekturen. Benutzerskripte werden generell unter ~/.local/share/midori/scripts gespeichert. Der Dateiname ist beliebig, aber die Endung muss auf .user.js lauten.
Um z.B. Flash-Elemente in Webseiten zu blockieren, kann FlashBlock2
genutzt werden. Man kopiert sich den Quellcode und speichert ihn in die Datei ~/.local/share/midori/scripts/blockflash2.user.js. Anschließend lässt man sich mit "Ansicht -> Seitenleiste" oder
F9 die Option "Benutzerskripte" anzeigen. An dieser Stelle lassen sich eigene Skripte je nach Bedarf de- bzw. aktivieren oder entfernen. Dies gilt auch für die im folgenden beschriebenen Benutzerstile.
Nun werden Flash-Elemente nicht mehr automatisch abgespielt, sondern durch den Hinweis [Play Flash] ersetzt. Bei Bedarf lassen sich so ausgeblendete Elemente durch Linksklick (
) wieder anzeigen. Der angezeigte Text (und die Farbe) kann im Skript angepasst werden.
Ein weiteres empfehlenswertes Benutzerskript in diesem Zusammenhang ist AdSweep
.
Der Unterschied zwischen Benutzerskripten und Benutzerstilen liegt praktisch nur in der unterschiedlichen Syntax des Quellcodes. Benutzerstile sind nichts anderes als Cascading Style Sheets und werden unter ~/.local/share/midori/styles gespeichert. Der Dateiname ist beliebig, aber die Endung sollte auf .css lauten.
Als Beispiel für einen eigenen Benutzerstil soll hier Ad Blocking FiltersetP
dienen. Über die Schaltfläche "Show code" auf der Webseite kann man sich den erforderlichen Inhalt erzeugen lassen. Dieser wird kopiert und in eine neue Datei ~/.local/share/midori/styles/Ad Blocking FiltersetP.css eingefügt und abgespeichert. Die Einbindung in Midori erfolgt wie unter Benutzerskripte beschrieben.
Wenn auf Internetseiten Darstellungsfehler auftauchen oder – im schlimmsten Fall – ein Programmabsturz erfolgt, läßt sich mittels /usr/lib/webkit-1.0-2/libexec/GtkLauncher feststellen, ob Midori oder Webkit für das Problem (Bug) verantwortlich ist! Tritt der Fehler auch mit GtkLauncher auf, liegt der Fehler bei Webkit, ansonsten bei Midori.
Falls Flash-Inhalte nicht abgespielt werden, kann es daran liegen, dass in der Datei ~/.config/midori/config der Eintrag "enable-plugins=false" gesetzt ist. Vor einer manuellen Änderung mit einem Texteditor zuerst Midori beenden.
Der integrierte Werbeblocker mittels Filterliste funktioniert nicht immer (mit allen Filterlisten...). Mit der EasyList
wurden allerdings recht gute Erfahrungen gemacht.
Die Einstellung erreicht man über "Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweiterungen -> Werbeblocker". Die Konfiguration erfolgt über das Symbol am Ende der Zeile. Bei älteren Programmversionen mit F9 die Seitenleiste aufrufen und unter Erweiterungen den Punkt "Werbeblocker" aktivieren, um Filterlisten zu nutzen. Danach kann im Menü "Extras" der Werbefilter eingestellt werden.
Dort dann den Link http://easylist-downloads.adblockplus.org/easylistgermany+easylist.txt einfügen und mit "Hinzufügen" bestätigen. Midori anschließend neu starten. Danach wird ein Großteil der Werbung geblockt. Über die Homepage von EasyList sind weitere Filterlisten verfügbar.
Als Alternative kann eine Lösung durch Benutzerskripte, Benutzerstile und/oder Proxys helfen.
Bei Verwendung des Zwischenspeichers (Festplatten-Cache) kann es zu Problemen mit der Vorwärts-/Rückwärts-Navigation in Midori kommen.
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Diese Revision wurde am 11. Mai 2012 14:37 von aasche erstellt.
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