Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.
K10ctl
ist ein Kommandozeilenprogramm, welches einem die Änderung der Spannung von AMD K10 CPUs erlaubt.
Die Änderung der Spannung kann zu Schäden an der Hardware oder zu einem instabilen System führen.
Auf der Downloadseite
des Herstellers steht ein .tar.bz2-Archiv zum Herunterladen bereit. Nachdem man dies herunter geladen und entpackt[1] hat, wechselt man in das Verzeichnis, in das das Archiv entpackt wurde. Nun kann das Programm aus dem Quelltext kompiliert[2] und installiert werden.
Nun ist es möglich, k10ctl über das Terminal[4] zu starten, jedoch muss vorher das Kernelmodul[5] msr geladen werden:
sudo modprobe msr
Um msr dauerhaft zu laden, muss es mit einem Editor[6] mit Root-Rechten[3] in /etc/modules am Dateiende eingetragen werden.
Beispiel:
# /etc/modules: kernel modules to load at boot time. # # This file contains the names of kernel modules that should be loaded # at boot time, one per line. Lines beginning with "#" are ignored. loop lp rtc msr
Der Befehl
sudo k10ctl 0-3
fragt die aktuellen Spannung ab, wobei 0-3 für die CPU-Kerne steht, also in diesem Fall eine Vierkern-CPU. Möchte man die Spannung anpassen, verwendet man den folgenden Befehl:
sudo k10ctl 0-3 3 -cv 64 -nv 38
Die Spannung der CPU wird mit der Option -cv angepasst, wobei zu beachten ist: je höher der Wert desto niedriger die Spannung. Für die die Northbridge wird der Zusatz -nv verwendet, auch hier gilt: Je höher der Wert desto niedriger ist die Spannung und umgekehrt. Die Zahl hinter 0-3, in diesem Fall die 3, bezeichnet den P-State für welchen die Änderung vorgenommen werden soll. Es gibt 4 P-States, wobei P-State 3 für die niedrigste Frequenz steht (800Mhz) und P-State 0 für die höchste Frequenz (abhängig vom CPU-Model).
Beim ändern der Spannung für -cv sollten die jeweiligen Obergrenzen der Lastspannung
beachtet werden, um Schäden zu vermeiden. Als Besonderheit gilt es zu beachten, dass es bei manchen Mainboard nicht möglich ist, die Spannung unter 0,8 Volt zu senken, dies entspricht einem -cv Wert von 60, bei einem kleineren Wert bleibt der Rechner einfach hängen. Die Änderung um einen Schritt, also z.B. von -cv 64 auf -cv 63 entspricht einer Änderung um 0,0125 Volt, in diesem Fall von 0,750V auf 0,7625V. Gleiches gilt auch bei der Änderung des Wertes -nv.
Die maximale Spannung für die Northbridge beträgt je nach CPU-Modell 1,2V bis 1,3V. Bei Phenom I, Phenom II Prozessoren und den jeweiligen Abkömmlingen (Sempron 140, Athlon II X2, Athlon II X3, Athlon II X4) liegt der Wert bei 1,1V bis 1,2V. Der -nv-Wert für 1,1V liegt bei 36, für 1,2V bei 28 und für 1,3V bei 20.
Nach unten hin gibt es die Stabilität des Systems als Grenze. Dies sollte auch vorher ausgiebig mit Prime getestet werden.
Die Einstellung sind über /etc/rc.local zu laden [6]
Beispiel:
#!/bin/sh -e # # rc.local # # This script is executed at the end of each multiuser runlevel. # Make sure that the script will "exit 0" on success or any other # value on error. # # In order to enable or disable this script just change the execution # bits. # # By default this script does nothing. /usr/local/sbin/k10ctl 0-3 3 -cv 64 -nv 40 /usr/local/sbin/k10ctl 0-3 2 -cv 48 -nv 38 /usr/local/sbin/k10ctl 0-3 1 -cv 42 -nv 37 /usr/local/sbin/k10ctl 0-3 0 -cv 36 -nv 36 exit 0
Die Stabilität der gewählten Spannung kann mit mprime
oder sprime
getestet werden. Prime kann in ein beliebiges Verzeichnis entpackt[1] werden. Sobald Prime entpackt wurde und man mittels Terminal[4] in das Verzeichnis in dem sich Prime nun befindet gewechselt hat, kann Prime nun gestartet[7] werden.
./mprime
oder
./sprime
Man sollte mit top kontrollieren, ob prime auch auf allen Kernen läuft (100% bei einem Kern, 200% bei zwei usw.). Die Einstellung der jeweiligen Frequenz ist im Artikel Prozessorspannung absenken nachzulesen, um die entsprechenden P-States zu testen.
Diese Revision wurde am 21. März 2011 10:49 von Heinrich Schwietering erstellt.
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Hardware, System
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