Da XINE, Totem und MPlayer keine Funktionen mitbringen, selbst nach TV-Sendern zu suchen, bedient man sich des Programms scan, welches diese Funktion übernimmt. Es erstellt die Datei channels.conf, welche von den eben genannten Programmen benötigt wird, um DVB-C (Digital Video Broadcasting - Cable), DVB-S (Digital Video Broadcasting - Satellit) und DVB-T (Digital Video Broadcasting – terrestrisch) Signale interpretieren zu können. Sofern die Suchfunktion in Kaffeine nicht funktioniert, kann diese Anleitung ebenfalls angewendet werden. In diesem Artikel wird auf scan eingegangen. In einem weiteren Artikel wird w scan behandelt.
Es muss folgendes Paket installiert [1] werden, um nach Sender suchen zu können:
dvb-apps (universe)
Voraussetzung für alle Beispiele ist ein funktionsfähiges DVB-Gerät. In den Beispielen wird auf DVB-T und DVB-S eingegangen. Das Grundprinzip ist jedoch bei allen Methoden ähnlich. scan benötigt lediglich die Basisdatenfrequenz und Übertragungsmodus, da es die Frequenzen nicht selbständig durchlaufen kann. Diese sind im Ordner /usr/share/dvb/ zu finden.
Da die Daten nicht immer auf dem aktuellen Stand sind, empfiehlt es sich, mitunter selber Hand anzulegen. Die zweite Methode geht von einem aktuellen Datenbestand in dem angegebenen Ordner aus. Die Grunddaten liegen nicht nur für Deutschland, sondern auch für eine Reihe anderer Länder (u.a. Österreich und Schweiz) vor.
Als erstes von Überallfernsehen DVB-T
oder Media Channel
die technischen Parameter der Sender für die eigene Region heraussuchen. Exemplarisch wird hier für die Region Düsseldorf/Neuss
eine Datei für DVB-T, unter Verwendung von XINE, nach folgendem Muster erstellt [3]:
# DVB-T Ddorf # Februar 2007 # T freq bw fec_hi fec_lo mod transmission-mode guard-interval hierarchy T 538000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 586000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 690000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 722000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 746000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 482000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/8 NONE T 506000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/8 NONE T 674000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE T 762000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/8 NONE
Diese anschließend in der Datei de-STADT speichern, wobei STADT durch den eigenen Wohnort abgeändert werden sollte - in diesem Beispiel: de-Ddorf. Diese Daten benötigt das Programm scan, welches in den dvb-utils enthalten ist.
Wichtig sind hier die Daten: Frequenz & Guard-Intervall! Diese entsprechend in der Datei abändern - Rest übernehmen.
Nun mit dem zweiten Schritt fortfahren:
Nun im Terminal [2] in das Verzeichnis wechseln, in der die soeben erstellte Datei liegt, und folgenden Befehl eingeben:
scan de-Ddorf > ~/channels.conf # de-Ddorf durch den eigenen Dateinamen ersetzen!
Das Programm durchsucht die vorgegebenen Frequenzen und erstellt nun die Datei channels.conf. Diese sieht nach erfolgreichem Durchlauf in etwa so aus:
RTL Television:538000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:337:338:16405 RTL2:538000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:353:354:16406 Super RTL:538000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:433:434:16411 VOX:538000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:545:546:16418 ZDF:586000000:INVERSION_AUTO:BANDWIDTH_8_MHZ:FEC_2_3:FEC_1_2:QAM_16:TRANSMISSION_MODE_8K:GUARD_INTERVAL_1_4:HIERARCHY_NONE:545:546:514 ...
Diese Datei kann nun von XINE, Totem, MPlayer und gXine genutzt werden, um DVB-T empfangen zu können. Hierfür muss nur die channels.conf ins Heimatverzeichnis in das jeweilige versteckte Programmverzeichnis kopiert werden, welches ggf. noch angelegt werden muss.
Ein genaueres Ergebnis erzielt man, wenn man dem Befehl noch folgende Optionen hinzufügt:
scan -n -o zap -p de-Ddorf > ~/channels.conf
Mittels eines Terminalfensters [2] kann man testen, welche Sender gefunden wurden:
awk -F: '{print $1}' ~/channels.conf # | grep -v "^\[" ## filtert nur namentlich genannte Sender Gibt scan Warnungen aus, dass es eine der angegebenen Frequenzen nicht einstellen konnte (WARNING: >>> tuning failed!!!), so deutet dies auf einen schlechten Antennen-Standort hin. Bei Zimmerantennen empfiehlt es sich einen besseren Standort zu wählen (z.B. am Fenster) oder auf eine Außenantenne zu wechseln. Auch mehrere Steckverbinder im Antennenkabel mindern die Empfangsqualität. Im Zweifelsfall lohnt sich die Investition in ein durchgehendes Antennenkabel.
Sofern man keinerlei Basisdaten zur Verfügung hat, kann man das Skript von Johannes Bauer
nutzen. Nachdem man die Datei dvbt-scanaid-0.03.tar.bz2 heruntergeladen und entpackt [4] hat, wechselt man in den Ordner dvbt-scanaid-0.03 und startet die Suche nach den Frequenzen [2]. Hier beide Fragen mit
Y beantworten:
/bin/bash Create_Scanning_Table #Suche der Basisdaten scan Scanlist.txt > channels.conf #erstellt die channels.conf aus den Basisdaten mv channels.conf ~/.PROGRAMMPFAD #verschiebt die Datei
Den korrekten Programmpfad der Tabelle entnehmen.
Daten aus dem Forum:
| Deutschland | |
| de-Stadt | Stand |
| Aalen | Mai 2009 |
| Ahrweiler | Juli 2009 |
| Berlin | Juli 2011 |
| Braunschweig | Dezember 2008 |
| Bremen | Januar 2011 |
| Calau (Süd-Brandenburg) | Januar 2008 |
| Dresden | Juli 2009 |
| Düsseldorf / Neuss | September 2010 |
| Düsseldorf / Ruhrgebiet | Februar 2007 |
| Frankfurt / Rhein-Main-Gebiet | Juni 2011 |
| Freiburg | Juli 2007 |
| Gera | Februar 2009 |
| Halle (Saale) | Oktober 2009 |
| Heidelberg | November 2008 |
| Köln-Bonn | September 2008 |
| Löbau | Juli 2009 |
| München | Juni 2010 |
| Osnabrück | September 2006 |
| Ostwestfalen-Lippe | Juli 2010 |
| Siegen | Dezember 2011 |
| Schwerin | Dezember 2011 |
| Stuttgart | November 2008 |
| Ulm | März 2009 |
| Wolfenbüttel | Februar 2009 |
| Wolgast (MVP) | Januar 2008 |
| Chemnitz | Maerz 2009 |
Daten aus dem Forum, welche nicht unbedingt optimal sind, da je nach Standort andere Sender stärker empfangen werden können als bei den hinterlegten. Andererseits erspart man sich den oben beschriebenen Scan-Vorgang.
Die heruntergeladene Datei channels.conf(Ortsname) muss in channels.conf umbenannt werden.
| Deutschland | |
| channels.conf | Stand |
| Aalen | Mai 2009 |
| Aurich | November 2011 |
| Berlin | Juli 2011 |
| Braunschweig | Dezember 2008 |
| Bremen | Januar 2011 |
| Calau (Süd-Brandenburg) | Januar 2008 |
| Dortmund / Ruhrgebiet | Dezember 2010 |
| Dresden | Juli 2009 |
| Essen | Oktober 2009 |
| Düsseldorf / Neuss | September 2010 |
| Frankfurt / Rhein-Main-Gebiet | Juni 2011 |
| Gera | Februar 2009 |
| Göttingen | November 2011 |
| Halle (Saale) | Oktober 2009 |
| Hamburg / Bramfeld | Januar 2008 |
| Hamburg / Eilbek | Juli 2008 |
| Hannover | Januar 2009 |
| Heidelberg | November 2008 |
| Köln-Bonn | September 2008 |
| Löbau | Juli 2009 |
| Magdeburg-Brocken | Januar 2009 |
| München | Mai 2012 |
| Muenchen | Juli 2009 |
| Muenchen | Januar 2008 |
| Südostbayern, LK: BGL,TS und angrenzendes Österreich(Salzburg) | Juli 2009 |
| Muenster | Februar 2009 |
| Nürnberg / Fürth / Erlangen | Februar 2012 |
| Osnabrück / Lingen | September 2006 |
| Ostwestfalen-Lippe | Juni 2010 |
| Siegen | Dezember 2011 |
| Schwerin | Dezember 2011 |
| Stuttgart | November 2008 |
| Wiesbaden | April 2012 |
| Wolgast (MVP) | Januar 2008 |
Nachdem die Datei an den Bestimmungsort kopiert wurde, steht den Programmen DVB zur Verfügung.
Sofern die Suchfunktion in Kaffeine nicht funktioniert, kann hier entweder die Datei de-STADT im Ordner ~/.kde/share/apps/kaffeine/dvb-t nach obigem Muster abgeändert werden, damit die Suchfunktion durchläuft.
Alternativ kann man vdr2kaffeine
nutzen, um eine channels.conf in eine channels.dvb umzuwandeln. Dafür die Datei vdr2kaffeine-0.0.2.tar.gz herunterladen. Nachdem diese entpackt [4] und eine channels.conf nach obiger Anleitung erstellt wurde, startet man das Terminal [2] und wechselt zunächst in das Verzeichnis mit der entpackten Datei:
cd Verzeichnis/mit/der/entpackten/Datei # beispielsweise: cd TV/Kanallisten
Nun startet man die eigentliche Umwandlung:
./vdr2kaffeine Quelle [Ziel] [Optionen]
| Parameter | |
| Option | Funktion |
--input=file | Quelldatei (Pfadangabe möglich) |
--output=file | Ausgabeformat - default: Quellname.dvb |
--force | überschreibt die Datei |
--ask | Satellitennamen erfragen - falls vdr2kaffeine diese nicht finden konnte. |
--help | Hilfe |
./vdr2kaffeine -i channels.conf -o channels.dvb # wandelt die Datei channels.conf in channels.dvb um (selber Ordner) ./vdr2kaffeine -i ~/channels.conf -o ~/.kde/share/apps/kaffeine # wandelt die Datei channels.conf um und legt diese im vorgegebenen Ordner ab
Conv2conf
ist ein Tool, welches es gestattet, Kanallisten der Formate DVB98 (*.dvb) oder Technotrend (*.lst) in eine channels.conf umzuwandeln. Hierzu conv2conf.0.7.tar.gz herunterladen und entpacken [4]. Nun startet man das Terminal [2] und wechselt zunächst in das Verzeichnis mit der entpackten Datei:
cd Verzeichnis/mit/der/entpackten/Datei # beispielsweise: cd TV/Kanallisten
Nun startet man die eigentliche Umwandlung:
./conv2conf [Optionen] -i Eingabedatei -o Ausgabedatei
| Parameter | |
| Option | Funktion |
--infile=file | Kanalliste in den Formaten: conf, dvb oder lst. |
--outfile=file | Name der neuen .conf z.B. channels.conf |
Weitere Optionen findet man auf der Projektseite
.
./conv2conf -i test.dvb -o test.conf ./conv2conf -s c -i cable.dvb -o test ./conv2conf --version=new -a -i test.dvb --outfile=test.conf
Um die Signalstärke zu ermitteln kann das Programm femon aus dem Paket verwendet werden. Dieses wird im Terminal [2] aufgerufen:
femon -H
Eine verwertbare Ausgabe erfolgt nur, wenn gleichzeitig tatsächlich ein DVB-T-Sender wiedergegeben wird.
Diese Revision wurde am 3. Mai 2012 00:45 von tsoe erstellt.
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Multimedia, Hardware, TV, DVB
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