Banshee
ist ein sehr vielseitiger Medienplayer, der sich sehr gut in GNOME oder Xfce integriert. In Ubuntu 11.04 und Ubuntu 11.10 ist er der Standardplayer. Banshee kann sowohl die Musikbibliothek, als auch Videos und Podcasts abspielen und organisieren. Des Weiteren kann man direkt aus Banshee heraus Musik-CDs in verschiedene Formate rippen und Audiodateien wieder als Audio-CD brennen. Banshee wartet mit folgenden weiteren Funktionen auf:
Bibliothekverwaltung und intelligente Playlisten
Automatische Suche nach Albumcovern
Verwaltung und Abspielen von Streaminginhalten
Unterstützung von iPod, Android G1, MTP-Geräten und anderen tragbaren Geräten
Hörbuchverwaltung
Unterstützung von Erweiterungen
Die Oberfläche von Banshee ist mit der von Rhythmbox oder Amarok vergleichbar.
Banshee kann direkt aus den Paketquellen über folgendes Paket installiert [1] werden:
banshee (bis Maverick und wieder ab Precise in universe)
Anschließend kann man Banshee über die Eingabe von "Banshee" im Unity Dash oder unter GNOME über "Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Banshee Medien-Wiedergabeprogramm" starten.
Die letzte stabile Version erhält man aus den PPA der Entwickler.
Adresszeile zum Hinzufügen des PPAs:
ppa:banshee-team/ppa
Zusätzliche Fremdquellen können das System gefährden.
Weitere Informationen bietet die
PPA-Beschreibung vom Benutzer/Team banshee-team.
Damit Pakete aus dem PPA genutzt werden können, müssen die Paketquellen neu eingelesen werden.
Unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Allgemein" kann man den gewünschten Speicherort der Musikbibliothek einstellen. Banshee ist in der Lage, auch die Lagerung der Musikdateien im Dateisystem zu übernehmen. Dazu sollte man die weitere Einstellungen aktivieren.
"Beim Importieren alle Dateien in den Medienordner kopieren"
"Metadaten in Datei schreiben" - sollte unbedingt aktiviert sein, um die mp3-Tags nachhaltig zu verändern
"Datei- und Ordnernamen aktualisieren" - Die Songs werden dann anhand ihrer Tags geordnet im Dateisystem abgelegt. Bei Veränderung der mp3-Tags wird sofort der Speicherort mit aktualisiert.
Auf welche Art und Weise die Dateien und Ordner in der Musikbibliothek benannt werden, kann man unter "Dateisystemorganisation" einstellen. Wem die dort vorgeschlagenen Optionen nicht genügen, der kann ein eigenes Schema wie folgt einstellen: Man öffnet den gconf-editor und navigiert zu "apps -> banshee-1 -> library" und kann dort die Schlüssel "file_pattern" für den Dateinamen und "folder_pattern" für den Ordnernamen einstellen. Mögliche Werte sind
| Variable | Bedeutung |
| %artist% | Künstler (Banshee <=1.5.x) |
| %album_artist% | Künstler des Albums (Banshee >1.5.x) (Compilations können bei Banshee als solche markiert werden und ein Künstler für die ganze Compilation angeben werden (z.B. "Various"). Diese Variable erzeugt dann bei Compilations nur einen Ordner statt mehrerer) |
| %track_artist% | Künstler des Titels (Banshee >1.5.x) (Im Gegensatz zu %album_artist% ist tatsächlich der mp3-Tag des Interpreten gemeint.) |
| %album% | Name des Albums |
| %genre% | Musikgenre |
| %title% | Name des Titels |
| %year% | Jahr |
| %track_number% | Titelnummer auf dem Album |
| %track_number_nz% | Titelnummer auf dem Album (ohne führende Nullen) |
| %track_count% | Gesamtanzahl der Titel auf dem Album |
| %track_count_nz% | Gesamtzahl der Titel auf dem Album (ohne führende Nullen) |
| %path_sep% | Ordnertrennzeichen (/) |
Außerdem können beliebige Zeichen als Konstanten eingefügt werden, z.B. - oder . als Trennzeichen
Eine Compilation soll als Beispiel die Funktionsweise verdeutlichen:
| Schlüssel | Ergebnis |
| folder_pattern %artist%%path_sep%%album% | Kate Perry/Bravo Hits Vol.64/04. Kate Perry - Hot N Cold.mp3 |
| file_pattern %track_number%. %artist% - %title% | |
| folder_pattern %album_artist% - %album% | Various - Bravo Hits Vol.64/04. Kate Perry - Hot N Cold.mp3 |
| file_pattern %track_number%. %track_artist% - %title% | |
| folder_pattern %genre%%path_sep%%%album% - %album_artist% (%year%) | Pop/Bravo Hits Vol.64 - Various (2009)/Bravo Hits Vol.64 - 04 - Kate Perry - Hot N Cold.mp3 |
| file_pattern %album% - %track_number% - %track_artist% - %title% | |
Bemerkungen:
Da bis einschließlich Banshee 1.4.x nur die %artist%-Variable - siehe 1. Beispiel - funktioniert, werden bei Compilations für jeden Künstler extra Ordner angelegt.
Ab Banshee 1.5.x können Compilations dann in einem Ordner zusammengefasst werden.
Eine schön strukturierte Bibliothek funktioniert nur, wenn die Tags auch entsprechend gefüllt sind. Leere Tags werden z.B. durch "Unknown" oder "0" ersetzt.
Es fehlt eine Variable, um bei Doppel-CDs (wie im Beispiel) eine weitere Nummerierung nach CD einzuarbeiten.
Banshee kann Audio-CDs in die Musikbibliothek importieren. Das Format kann unter "Bearbeiten -> Einstellungen", auf dem Reiter "Quellspezifisch" eingestellt werden. Dazu wählt man in der oberen Drop-Down-Box den Eintrag "Audio-CD" aus, und kann dann im neu erschienenen Control das Import-Format auswählen (z.B. MP3, Ogg Vorbis, FLAC, WAV).
Unter "Medien" kann man Wiedergabelisten anlegen, sowie vorhandene importieren. Intelligente Wiedergabelisten sind automatische Zusammenstellungen nach bestimmten Kriterien z.B.
Albumtitel enhält...
Interpret ist...
Wiedergabeanzahl ist maximal...
Es werden auch zahlreiche intelligente Wiedergabelisten vorgeschlagen
Favoriten - Titel, die mit 4 oder 5 Sternen bewertet wurden
Nicht gehört - Titel, die noch nicht gehört oder übersprungen wurden
Unbewertet - Titel, die noch nicht bewertet wurden
80 Minuten der Favoriten - Eine Audio-CD voll mit Favoriten
um nur ein paar zu nennen.
Zur Zeit gibt es kein Lesezeichen-Plugin. Lesezeichen kann man unter "Werkzeuge" anlegen. Dabei kann es sich auch um eine Stelle in einem Song handeln. Banshee speichert dann die entsprechende Sekunde als Lesezeichen. Daher eignet sich Banshee sehr gut für das Anhören von Hörbüchern.
Beim Importieren neuer Songs werden die Alben-Cover automatisch heruntergeladen. Alternativ kann man das manuell unter "Werkzeuge -> Alben-Cover" starten.
Unter "Werkzeuge -> Last.fm" kann man sein Last.fm-Konto konfigurieren und auf seine Profilseite zugreifen.
Zur Zeit gibt es Probleme mit dem Last.fm aufgrund einer Änderung der API. Dadurch können derzeit keine Last.fm-Radiostationen empfangen werden. Mehr Infos:
Über "Medien -> Podcast abonnieren" kann man neue Podcasts hinzufügen. Da Banshee sowohl Musik als auch Videos unterstützt, ist man nicht auf die eine oder andere Form des Podcasts festgelegt.
Banshee erkennt bestimmte mobile Mediaplayer wie den iPod oder Handys wie das G1 automatisch. Einige Geräte werden aber nicht erkannt, wofür es jedoch eine Lösung gibt. Der einfachste Weg, weitere Geräte als Mediaplayer zu deklarieren, geht über die Methode, im Wurzelverzeichnis des Gerätes eine Datei .is audio player mit folgendem Inhalt anzulegen:
audio_folders=Music/ folder_depth=2 output_formats=audio/mpeg,audio/mp3,audio/x-aac,audio/ogg
Dabei können die Parameter folgendermaßen angepasst werden:
| Variable | Bedeutung |
audio_folders | Gibt an, in welchen Ordnern die Musik gespeichert wird. Dieser Ordner muss existieren, da ansonsten Banshee den Playerinhalt nicht auslesen kann. Mehrere Ordner können durch Kommata getrennt werden. . steht dabei für die oberste Ordnerebene des Players. |
folder_depth | Gibt an, wie tief die Ordnerhierarchie auf dem Player werden soll. 1 sorgt für die Ablage der Titel nach dem Schema Artist - Album/Track - Titel.mp3, 2 für Artist/Album/Track - Titel.mp3. |
output_formats | Gibt an, welche Audioformate der Player versteht. Kann der Player nur MP3-Dateien abspielen, sollte hier nur audio/mp3 stehen. |
Das Gerät wird dann (nach erneutem Verbinden) von Banshee als Mediaplayer erkannt und kann synchronisiert werden. Die Musik die auf das Gerät übertragen wird, wird dann im Verzeichnis Music, nach der von folder_depth bestimmten Struktur, abgelegt.
Wie man eine automatische Erkennung für einen Media Player beisteuern kann, steht hier beschrieben: Help me make your music player or phone recognized as such under Linux 
Viele moderne Handys erlauben es, einen SSH-Server zu installieren, über den sie dann z.B. über WLAN angesprochen werden und aus der Sicht von Applikationen, die wie Nautilus mit gvfs arbeiten können, sogar in das Dateisystem des Computers eingebunden werden können. Unglücklicherweise können die C#-Bindings, die Banshee kennt, dies nicht. Aber dank fusefs ist es möglich, auch über SSH angeschlossene Geräte wie lokale Geräte aussehen zu lassen:
sudo mkdir /media/Sulla.home sudo chown BENUTZER:BENUTZER /media/Sulla.home/ sudo chmod a+r /etc/fuse.conf
Der nächste Schritt ist, in enem Editor mit Root-Rechten die folgende Zeile zur Datei /etc/fstab hinzuzufügen:
sshfs#BENUTZERNAME@IPADRESSE:/mnt/sdcard /media/Sulla.home fuse user,allow_other,portPortAufDenDerSSHserverHoert
Das Gerät lässt sich jetzt ganz ohne sudo in das lokale Filesystem einbinden und wird, wenn es eine .is_audio_player-Datei enthält, mit etwas Glück von Banshee gefunden:
mount /media/Sulla.home
Seit Banshee 1.7.3, erschienen im Juli 2010, wird der MP3-Shop von Amazon unterstützt. Die Funktion findet man in der Seitenleiste unter "Amazon MP3-Laden". Im Hauptfenster wird die normale Webseite von Amazon geladen. Nachdem der Kauf abgeschlossen ist, werden die Dateien automatisch heruntergeladen. Amazon bietet meist einige Gratis-Download an, mit denen man die Funktion testen kann.
Ein Teil der Einnahmen beim Kauf über Amazon geht (unter Ubuntu) an die GNOME Foundation
(siehe auch Banshee Affiliate Revenue
).
Banshee besitzt seit einiger Zeit die Möglichkeit, Hörbücher als solche in eine separate Bibliothek zu sortieren. Unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Quellspezifisch" oder per
-Klick auf "Audiobooks etc." in der Seitenleiste kann man analog zur Musikbibliothek eine Quelle angeben oder manuell Ordner oder Dateien importieren.
Irritierenderweise werden Dateien zunächst in die Musikbibliothek importiert, was daran liegen kann, dass auch an dieser Funktion zur Zeit noch entwickelt wird. Die einzige Möglichkeit, Hörbücher in die separate Bibliothek zu bekommen, ist sie per drag&drop aus der Musik-Bibliothek zu importieren. Aus den Listen, wie z.B. der "Zuletzt hinzugefügt"-Liste, funktioniert das Hinüberziehen nicht.
Wie Rhythmbox kann auch Banshee mit Erweiterungen (Plugins) erweitert werden. Man kann installierte Erweiterungen unter "Bearbeiten -> Einstellungen -> Erweiterungen" aktivieren oder deaktivieren.
Alle gelisteten Erweiterungen (und mehr) sind inzwischen Teil der Banshee-Community-Extensions
, welche im gleichen Rhythmus erscheinen wie Banshee selbst. Seit Ubuntu 10.04 können die meisten Erweiterungen aus den Paketquellen installiert werden. Für ältere Ubuntu-Versionen kann man das Banshee-Team-PPA
nutzen, die tarballs
herunterladen oder die absolut neueste, eventuell instabile Version vom git-master
kompilieren.
Alle in den Paketquellen vorhandenen Erweiterungen kann man durch folgendes Paket installieren:
banshee-community-extensions (universe)
banshee-extension-lyrics (universe, optional, Erweiterung für Liedtextanzeige)
banshee-extension-alarm (universe, optional, Erweiterung für Musikweckerfunktion)
banshee-extension-coverwallpaper (universe, optional, ab Lucid, Erweiterung für Anzeige von Covern als Wallpaper)
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install banshee-community-extensions banshee-extension-lyrics banshee-extension-alarm banshee-extension-coverwallpaper
sudo aptitude install banshee-community-extensions banshee-extension-lyrics banshee-extension-alarm banshee-extension-coverwallpaper
Der Ubuntu One Music Store
, welcher standardmäßig ab Ubuntu 10.04 Lucid Lynx in Rhythmbox enthalten ist, kann ebenfalls auch in Banshee aktiviert werden. Dazu muss folgendes Paket installiert werden:
banshee-extension-ubuntuonemusicstore (bis Maverick in universe)
Nach der Installation der Erweiterung wird diese in den Einstellungen von Banshee aktiviert.
Eine der interessantesten Erweiterungen ist Mirage
. Mirage analysiert beliebige Songs und erstellt Playlisten ähnlich klingender Stücke. Es sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Mirage für die Erkennung der Stücke einen erhöhten Systemressourcenbedarf aufweist. Die Erweiterung kann direkt aus den Paketquellen installiert werden:
banshee-extension-mirage (universe)
Die Erweiterung Lyrics
lädt zum Mitsingen ein und sucht den Text des aktuellen Liedes aus dem Internet. Die Erweiterung kann direkt aus den Paketquellen installiert werden:
banshee-extension-lyrics (universe)
Das Alarm Clock Plugin
verwandelt den Mediaplayer in einen Musikwecker. Ab Ubuntu 10.04 kann die Erweiterung direkt aus den Paketquellen installiert werden:
banshee-extension-alarm (universe)
Der Radio Station Fetcher
ermöglicht es, spielend einfach Radiosender von shoutcast
und xiph
in Banshee zu laden. Die Erweiterung kann direkt aus den Paketquellen installiert werden:
banshee-extension-radiostationfetcher (universe)
Das LiveRadio-Plugin ist seit Lucid in den Paketquellen verfügbar und kann Radiostationen von Live365.com
, SHOUTcast
und Xiph.org
durchsuchen, abspielen und speichern.
banshee-extension-liveradio (universe)
Der Stream Recorder
erlaubt das Aufnehmen von Internet-Audio-Streams.Die Erweiterung kann direkt aus den Paketquellen installiert werden:
banshee-extension-streamrecorder (universe)
Werden Alben-Cover nicht mit auf den iPod übertragen, so sollte man das Paket
hfsplus (optional, um Albencover bei iPods zu synchronisieren)
installieren.
Falls beim Rippen einer CD keine ID3-Tags geschrieben werden, sollte zuerst überprüft werden, ob diese Funktion aktiviert ist (s.o.). Ansonsten hilft folgendes Verfahren: nachdem eine CD importiert wurde, sucht man die entsprechenden Titel in der Musikbibliothek zusammen, markiert sie alle, dann Rechtsklick
-> "Titelinformationen bearbeiten" und dann gleich wieder auf den Speichern-Button klicken. Dann sollten die Infos auch in den ID3-Tags gespeichert sein.
Falls das Import-Format MP3 unter "Bearbeiten -> Einstellungen" "Quellspezifisch" "Audio-CD"nicht wählbar ist, sollte geprüft werden ob die Pakete
gstreamer0.10-fluendo-mp3 (universe)
und
gstreamer0.10-plugins-ugly (universe)
installiert sind. Nur bis Ubuntu 11.04 ist noch folgendes Paket erforderlich:
gstreamer0.10-plugins-ugly-multiverse (multiverse)
Wenn Banshee überhaupt keine Radiostation abspielen will sondern stattdessen nur ein "X" neben der Radiostation anzeigt, die man hören will, liegt das daran, dass man das music-applet installiert und Banshee darüber gestartet hat. Startet man Banshee dagegen über "Anwendungen -> Unterhaltungsmedien -> Banshee Medien-Wiedergabeprogramm" tritt das Problem nicht auf. Der Fehler ist in diesem Bugreport
dokumentiert.
Diese Revision wurde am 24. April 2012 19:51 von noisefloor erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
GNOME, Multimedia, iPod, mono
2004 – 2012 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten