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Zusätzliche Treiber

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

./jockey_unity.png

Ubuntu und auch dessen offizielle Varianten wie z.B. Xubuntu bringen in der Standardinstallation bereits eine Vielzahl von Treibern mit, so dass sehr viel Hardware erkannt wird und sofort problemlos läuft. Einige Treiber sind aber standardmäßig nicht enthalten, weil z.B. deren Quelltext nicht öffentliche ist bzw. deren Lizenz nicht frei ist. Diese Treiber werden als "zuätzliche Treiber" bezeichnet und lassen sich nachträglich automatisch installieren.

Diese Funktionalität gibt es unter Ubuntu seit Ubuntu 7.04 (bzw. unter Kubuntu seit Ubuntu 7.10). Ursprünglich hieß die Funktion "restricted manager" und wurde dann in "jockey" umbenannt Dies ist auch der Name unter Ubuntu 12.04. In neueren Ubuntu-Versionen heißt es dann einfach nur noch "Zuätzliche Treiber".

Hinweis:

Wenn im Folgenden von "eingeschränkten Modulen" bzw. "eingeschränkten Treibern" die Rede ist, so bezieht sich dies nicht auf den Funktionsumfang oder die Leistungsfähigkeit des Treibers, sondern darauf, dass diese Treiber bzw. Module eben aus "eingeschränkten" = Closed-Source-Quellen stammen (siehe Freie Standards).

Installation

Ubuntu

Die Verwaltung zusätzlicher Treiber ist Teil der Standardinstallation. Die Paketnamen lauten [1]:

  • ubuntu-drivers-common (ab 12.10)

  • jockey-gtk (bis einschließlich 12.04, auch Lubuntu und Xubuntu)

Kubuntu

Benutzung

Hinweis:

Aktiviert bzw. deaktiviert man einen Grafikkarten-Treiber über die Verwaltung zusätzlichen Treiber, kann es eventuell zu einer falschen Konfiguration der Grafikkarte kommen. Dann kann man die Bildschirmauflösung von Hand neu einstellen.

Grafische Benutzeroberfläche

Je nach Ubuntu-Variante befindet sich die Verwaltung eingeschränkter Treiber unter:

  • Ubuntu:

  • Kubuntu:

    • "Anwendungen -> System -> Zusätzliche Treiber" (ab Kubuntu 12.04)

  • Xubuntu:

    • "Einstellungsmanager -> Zusätzliche Treiber" (ab 14.04)

    • "System -> Verwaltung eingeschränkter Treiber"

  • Lubuntu:

    • "Einstellungen -> Software & Aktualisierungen -> Zusätzliche Treiber" (ab 12.10)

    • "Einstellungen -> Zusätzliche Treiber"

Nach der Erstinstallation sieht man unter Ubuntu auch dieses Symbol ./jockey_unity.png. Unter KDE sieht es so ./jockey_kde.png aus.

./jockey_nvidia.png
Ubuntu 12.04

./restricted_manager_xubuntu_1404.png
Xubuntu 14.04

Ruft man die Verwaltung ohne weitere Optionen auf, erscheint eine einfache grafische Benutzeroberfläche, in der man alle aktuell verwendeten eingeschränkten Module bzw. Treiber deaktivieren kann bzw. wo man Treiber für Hardware, deren Lizenz bestimmt, dass die Treiber nicht frei verteilt werden dürfen, aktivieren kann.

Dazu entfernt bzw. setzt man einfach per Mausklick den Haken bei "Aktiviert". Anschließend wird man gefragt, ob man den Treiber wirklich deaktivieren will. Ein Klick auf "Ok" macht dies dann endgültig.

Terminal

Hinweis:

Die Nutzung im Terminal ist "nur" eine Ergänzung zur graphischen Oberfläche. Es müssen trotzdem alle GTK-/Qt-Abhängigkeiten mit installiert werden, es gibt keine "reine" Textversion.

Ab Ubuntu 14.04 kann das Programm ubuntu-drivers auch im Terminal genutzt werden. Die allgemeine Syntax lautet[2]:

sudo ubuntu-drivers OPTION 

wobei u.a. folgende Optionen möglich sind:

ubuntu-drivers - Optionen
OptionBeschreibung
list zeigt die Paketnamen aller zusätzlich installierten Treiberpakete
devices zeigt eine Liste aller Geräte / Hardware, welche zusätzliche Treiber benötigten, sowie den Paketnamen des Pakets, in dem der Treiber enthalten ist
autoinstall installiert alle benötigten zusätzlichen Treiber automatisch

Unter Ubuntu 12.04 kann jockey ebenfalls im Terminal genutzt werden. Die allgemeine Syntax lautet [2]:

sudo jockey-gtk OPTION 

bzw. für Kubuntu:

sudo jockey-kde OPTION 

Dabei kennt Jockey folgende Optionen:

restricted-manager - Optionen
OptionBeschreibung
-uAktualisiert die Liste der verfügbaren eingeschränkten Module.
-cPrüft, ob vom System weitere, in Jockey noch nicht registrierte Module, verwendet werden.
-lZeigt alle aktuell auf dem System genutzten eingeschränkten Module an.
-C oder --check-compositeÜberprüft, ob ein eingeschränkter Grafiktreiber verfügbar ist, welcher besser für die Composite-Erweiterungen (z. B. Compiz) geeignet ist.
-e Modul-Name oder -enable=Modul-NameLädt und aktiviert das eingeschränkte Modul "Modul-Name".
-d Modul-Name oder -disable=Modul-NameDeaktiviert das eingeschränkte Modul "Modul-Name". Das Modul wird dabei jedoch nicht auf der Festplatte gelöscht, sondern kann jederzeit wieder mit -e Modul-Name aktiviert werden.
-hZeigt eine kurze Hilfe zu den Optionen von Jockey an.

Diese Revision wurde am 9. Februar 2015 17:55 von aasche erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: System, Hardware