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Das X Window System (auch: X Version 11, X11, X, aber nicht X-Windows) ist eine Sammlung von Protokollen, Computerprogrammen und Standards zur Ansteuerung grafischer Bildschirme im Allgemeinen und zur Anzeige einer grafischen Benutzungsoberfläche, vor allem unter Unix-Systemen.
Der X-Server steuert die Ein- und Ausgabegeräte wie die Maus, Tastatur, den Bildschirm und die Grafikkarte. Um dies zu erreichen, kommuniziert er in der Theorie mit dem Betriebssystem-Kernel, in der Praxis wird der Kernel aber auch umgangen. Für die weitaus meisten Grafikkarten der letzten 15 Jahre bringt XFree86 eigene Treiber mit. Für viele verbreitete Karten gibt es proprietäre "Binary-Only"-Treiber des Herstellers. Es ist aber auch möglich, XFree86 auf einem Framebuffer-Gerät arbeiten zu lassen, wozu dann ein Grafikkarten-Treiber des Kernels benutzt wird.
Die Darstellung bei X ist die eines rastergrafikbasierten Windowing-Systems, das verschiedene Funktionen bereitstellt. Dazu gehört das Zeichnen und Bewegen der Fenster, die ereignisorientierte Handhabung eines Zeigergeräts wie einer Maus, die Interprozesskommunikation und teilweise auch die Verwaltungsfunktionen für Druck und Sound. X ist also ein Minimalsystem, bei dem zum Zeichnen lediglich "Primitives", wie Linien, Muster, etc., bereitgestellt werden.
Das eigentliche Aussehen und Verhalten des Fenstersystems wird deshalb nicht von X bestimmt, sondern von dem Fenstermanager, der wie eine normale Anwendung einfach als Client des X-Servers läuft. Für das Aussehen der Programme selbst aber ist dieser nicht verantwortlich, dies übernimmt meist eine Oberflächenbibliothek, die das Zeichnen und Verwalten der typischen Elemente einer grafischen Oberfläche wie z. B. Menüs und Buttons übernimmt. (aus Wikipedia
).
Der X-Server ist eine einzelne ausführbare Binärdatei (/usr/X11R6/bin/Xorg), welche dynamisch alle benötigten X-Server Module zur Laufzeit vom Verzeichnis /usr/X11R6/lib/modules/ lädt. Einige dieser Module werden automatisch geladen, während andere in der Konfigurationsdatei von X-Server angegeben werden müssen.
Seit Ubuntu 8.10 (Intrepid) ist die Datei xorg.conf nach der Installation so gut wie leer. Einige Einstellungen (Device, Monitor und Screen) werden automatisch von Xorg ermittelt, die Konfiguration der Eingabegeräte geschieht automatisiert über HAL. Die Sektionen "Device", "Monitor" und "Screen" werden aber - falls vorhanden - berücksichtigt, so hierbei besondere Angaben erforderlich sind, falls die Automatik nicht funktioniert oder besondere Parameter verwendet werden sollen.
Auch die übrigen Sektionen werden verwendet, wenn die entsprechenden Geräte nicht bereits von HAL konfiguriert wurden. Es ist somit möglich, die Konfiguration eines Gerätes wieder über die xorg.conf durchzuführen, wenn dieses Gerät der Kontrolle durch HAL entzogen wird. Weitere Informationen hierzu finden sich unter HAL/Eingabegeräte.
Optional kann der X-Server aber auch gezwungen werden, auf die Verwendung von HAL komplett zu verzichten. Hierfür wird in der Datei /etc/X11/xorg.conf im Abschnitt "ServerLayout" die Zeile
Option "AutoAddDevices" "false"
hinzufügt. Dadurch erhält die Datei ihre frühere Funktion zurück. HAL ist weiterhin aktiv, allerdings wird dieses System vom X-Server nun nicht mehr verwendet. Die vollständige Konfiguration muss nun manuell in der Datei vorgenommen werden (Beispiel). Daher ist diese Vorgehensweise nur in Ausnahmefällen sinnvoll.
Es gibt mehrere Arten, den XServer einzurichten:
manuell die Datei /etc/X11/xorg.conf editieren (siehe unten) - hat seit Gutsy Gibbon nur noch eingeschränkt Wirkung
xrandr nutzen (erst ab Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon verfügbar)
HAL/Eingabegeräte - zuständig für Eingabe-Geräte ab Ubuntu 8.04 Hardy Heron
X-Server und die dazugehörigen Konfigurationsdateien sind im Verzeichnis /etc/X11/ abgelegt. Die Konfigurationsdatei für X-Server ist /etc/X11/xorg.conf. Eigentlich muss die Datei /etc/X11/xorg.conf in Standardsituationen kaum bearbeitet werden. Deren einzelnen Bereiche und optionalen Parameter zu kennen ist vor allem bei Fehlerbehebungen vorteilhaft. Die Datei /etc/X11/xorg.conf ist in Abschnitte (Sections) gegliedert, die den jeweiligen Teil der Hardware ansprechen.
Jeder Abschnitt beginnt mit einer Section "<Sektionsname>"-Zeile und endet mit einer EndSection-Zeile. Innerhalb jedes einzelnen Abschnitts befinden sich verschiedene Zeilen mit einem Optionsnamen und mindestens einem Optionswert, der auch in Anführungszeichen (") angegeben sein kann. Mit einem Rauten-Symbol (#) beginnende Zeilen werden vom X-Server nicht gelesen und stellen Kommentare für den Benutzer dar. Einige der Optionen in /etc/X11/xorg.conf akzeptieren boolesche Werte, was die gegebene Funktion entweder ein- oder ausschaltet. Verwendbare Werte sind:
1, on, true, oder yes - Schaltet eine Option ein.
0, off, false, oder no - Schaltet eine Option aus.
Der Abschnitt Files legt für den X-Server wichtige Pfade fest, hier z.B. die Pfade für die Schriften:
Section "Files"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/misc"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/cyrillic"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/100dpi/:unscaled"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/75dpi/:unscaled"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/Type1"
FontPath "/usr/share/X11/fonts/CID"
FontPath "/usr/share/fonts/100dpi"
FontPath "/usr/share/fonts/75dpi"
# paths to defoma fonts
FontPath "/var/lib/defoma/x-ttcidfont-conf.d/dirs/TrueType"
FontPath "/var/lib/defoma/x-ttcidfont-conf.d/dirs/CID"
EndSectionDer Eintrag FontPath wird im Files-Abschnitt am häufigsten verwendet. Dieser Eintrag gibt an, wo der X-Server die Zeichensätze ("fonts") bekommt (vom xfs Font-Server). Beispiele können hier im Wiki unter Schriften gefunden werden.
Der Abschnitt Module gibt dem X-Server an, welche Module des /usr/X11R6/lib/modules-Verzeichnisses zu laden sind.
Section "Module"
Load "i2c"
Load "bitmap"
Load "ddc"
Load "dri"
Load "extmod"
Load "freetype"
Load "glx"
Load "int10"
Load "type1"
Load "vbe"
EndSectionDie Module statten den X-Server mit zusätzlichen Funktionen aus. Häufig verwendete Module sind in der folgenden Übersicht aufgeführt.
| Modul | Funktion |
glx | Unterstützung für das Rendern mittels OpenGL |
dri | Unterstützung für DRI (Direct Rendering Infrastructure) im X-Server |
vbe | Unterstützung für VESA-BIOS-Erweiterungen. Erlaubt die Abfrage der Monitoreigenschaften mittels der Grafikkarte |
ddc | Unterstützung für den Datenanzeigekanal (Data Display Channel). Erlaubt die Abfrage der Monitoreigenschaften mittels der Grafikkarte |
int10 | Real-Mode-x86-Emulator zum Softboot sekundärer VGA-Karten. Sollte aktiviert sein, wenn vbe aktiviert ist |
dbe | Aktiviert die Double-Buffering-Erweiterung im Server. Sinnvoll für Animationen und Video-Operationen |
extmod | Aktiviert viele traditionelle und oft verwendete Erweiterungen, wie nichtrechteckige Fenster, gemeinsamer Speicher, Video-Modus-Umschaltung, DGA und Xv |
record | Implementiert die RECORD-Erweiterung, oft für Server-Tests verwendet |
bitmap | Font-Rasterer (ebenso wie das freetype- und das type1-Modul) |
Jeder InputDevice-Abschnitt konfiguriert ein Eingabe-Gerät wie eine Maus, eine Tastatur oder ein Touchpad, das für die Eingabe von Informationen in das System mithilfe des X-Servers verwendet wird. Die meisten Systeme besitzen mindestens zwei InputDevice-Abschnitte, jeweils einen für Tastatur und Maus.
Ein typischer Abschnitt für eine Tastatur sieht so aus:
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "CoreKeyboard"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
Option "XkbOptions" "ctrl:nocaps"
EndSectionhäufige Einträge für Tastaturen:
XkbModel - Das Tastaturmodell (pc102,pc104,pc105)
XkbOptions - mit dieser Option beeinflusst man das Verhalten bestimmter Tasten.
Ein typischer Abschnitt für eine Maus:
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
Option "Device" "/dev/input/mice"
Option "Protocol" "ImPS/2"
Option "Emulate3Buttons" "true"
Option "ZAxisMapping" "4 5"
EndSection
Diese Einträge werden am häufigsten in einem InputDevice-Abschnitt verwendet:
Identifier - Gibt einen eindeutigen Namen für diesen InputDevice-Abschnitt an. Dieser Eintrag ist notwendig.
Driver - Gibt X den Namen des Treibers an, der für die Verwendung des Geräts zu laden ist.
Option - Gibt Geräte-bezogene Optionen an.
Für eine Maus enthalten diese Optionen Folgendes:
Device - Gibt den Ort des physischen Geräts an, für serielle Mäuse gibt man /dev/ttyS0 an. Die Null ist der erste serielle Port und muss ggf. angepasst werden.
Protocol - Gibt das von der Maus verwendete Protokoll an, wie IMPS/2 oder PS/2, für serielle Mäuse gibt man meist auto an.
Emulate3Buttons - Gibt an, ob eine Zwei-Tasten-Maus eine dritte Taste emulieren soll, wenn beide Tasten gleichzeitig gedrückt werden.
Jeder Monitor-Abschnitt konfiguriert einen vom System verwendeten Monitor. Mindestens ein Monitor-Abschnitt muss vorhanden sein, es können aber auch mehrere sein - für jeden zusätzlichen Monitor ein Abschnitt. Detaillierte Informationen zu Bildschirmauflösungen und Wiederholraten sind hier im Wiki nachzulesen.
Hier ein typischer Monitor-Abschnitt für einen TFT-Monitor:
Section "Monitor"
Identifier "S19-1"
Option "DPMS"
DisplaySize 376 301
EndSection
Hier ein typischer Monitor-Abschnitt für einen klassischen Röhrenmonitor (CRT):
Section "Monitor"
Identifier "e175"
Option "DPMS"
HorizSync 30-85
VertRefresh 50-120
DisplaySize 328 248
EndSectionFalsche Angaben bei den Frequenzwerten können den Monitor zerstören. Vor einer manuellen Änderung ist unbedingt das Monitor-Handbuch zu konsultieren!
Häufige Einträge im Monitor-Abschnitt:
Identifier - Verleiht dem Monitor einen eindeutigen Namen. Dieser Eintrag ist erforderlich.
VendorName - Ein optionaler Eintrag, der den Hersteller des Monitors angibt.
ModelName - Ein optionaler Eintrag, der den Namen des Modells des Monitors angibt.
DisplaySize - Ein optionaler Eintrag, der - in Millimetern - die physische Größe des Bildschirmbereichs angibt.
HorizSync - Gibt die Bandbreite der Horizontalfrequenz in kHz an, die mit dem Monitor kompatibel ist. Diese Werte werden vom X-Server als Richtlinie verwendet, so dass dieser weiß, ob bestimmte Werte eines Modeline-Eintrags für den Monitor zu verwenden sind.
VertRefresh - Listet die vom Monitor unterstützten vertikalen Bildwiederholfrequenzen in Hz auf. Auch diese Werte werden vom X-Server als Richtlinie verwendet, so dass dieser weiß, ob bestimmte Werte eines Modeline-Eintrags für den Monitor zu verwenden sind.
Option "<option-name>" - Ein optionaler Eintrag, der weitere Parameter für den Monitor-Abschnitt angibt.
Modeline - Dient der optionalen Angabe der Grafikmodi des Monitors bei besonderen Auflösungen mit bestimmten Horizontal- und Vertikalfrequenzen.
Im Device-Abschnitt wird die Grafikkarte für das System eingerichtet. Mindestens ein Device-Abschnitt muss immer vorhanden sein, es können auch mehrere Abschnitte vorhanden sein - für jede im System vorhandene Grafikkarte ein Abschnitt.
Das folgende Beispiel zeigt einen typischen Device-Abschnitt für eine Grafikkarte:
Section "Device"
Identifier "NVIDIA Corporation NV34 [GeForce FX 5200]"
BusID "PCI:1:0:0"
Driver "nv"
EndSection
Die folgenden Einträge sind häufig in einem Device-Abschnitt zu finden:
Identifier - Ein eindeutiger Name für diesen Device-Abschnitt. Dieser Eintrag ist notwendig.
Driver - Gibt an, welchen Treiber der X-Server laden muss, um die Grafikkarte verwenden zu können.
BusID - Gibt (optional) den Bus an, in dem sich die Grafikkarte befindet. Diese Option ist nur bei Systemen mit mehreren Grafikkarten notwendig.
Option "<option-name>" - Ein optionaler Eintrag, der weitere Parameter für den Device-Abschnitt angibt. In den man-Seiten zu xorg.conf werden gültige Optionen aufgelistet. Eine der häufiger verwendeten Optionen ist "dpms", die die Einstellung Service Star Energy Compliance für den Monitor aktiviert.
VideoRam - Der Arbeitsspeicher (RAM) der Grafikkarte in Kilobytes (optional). Diese Einstellung ist normalerweise nicht notwendig, da der X-Server gewöhnlich die Grafikkarte automatisch auf den verfügbaren Speicher prüft. Es gibt aber Grafikkarten, die X nicht automatisch erkennen kann, weswegen diese Option die Möglichkeit bietet, manuell die Größe des Grafik-RAM anzugeben.
VendorName - Gibt (optional) den Hersteller der Grafikkarte an.
BoardName - Gibt (optional) den Namen der Grafikkarte an.
Screen - Ein optionaler Eintrag, der angibt, welchen Anschluss der Grafikkarte dieser Device-Abschnitt konfiguriert. Diese Option ist nur bei Grafikkarten mit mehr als einem Anschluss nützlich. Wenn mehrere Monitore an eine Grafikkarte angeschlossen sind, dann müssen auch verschiedene Device-Abschnitte mit einem jeweils unterschiedlichen Screen-Wert zur Verfügung stehen. Der Wert eines Screen-Eintrags ist eine ganzzahlige Nummer. Der erste Anschluss hat den Wert 0, und für jeden weiteren Anschluss wird diese Zahl um eins erhöht.
Nvidia Binärtreiber konfigurieren
ATI fglrx konfigurieren
Matrox Parhelia Grafikkarte konfigurieren
Jeder Screen-Abschnitt bindet eine Grafikkarte (oder einen Anschluss auf einer Grafikkarte) an einen Monitor, indem dieser den Device-Abschnitt und den jeweiligen Monitor-Abschnitt für jeden der Anschlüsse referenziert. Mindestens ein Screen-Abschnitt muss vorhanden sein, weitere bestehen für jede zusätzliche Kombination aus Grafikkarte (oder Anschluss) und Monitor auf dem Computer.
Hier ein Beispiel für einen Screen-Abschnitt:
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Device "NVIDIA Corporation NV34 [GeForce FX 5200]"
Monitor "S19-1"
DefaultDepth 16
SubSection "Display"
Depth 16
Modes "1280x1024" "1024x768"
EndSubSection
SubSection "Display"
Depth 24
Modes "1280x1024" "1024x768"
EndSubSection
EndSection
In einem Screen-Abschnitt werden diese Einträge oft verwendet:
Identifier - Ein eindeutiger Name für diesen Screen-Abschnitt. Dieser Eintrag ist notwendig.
Device - Gibt den eindeutigen Namen eines Device-Abschnitts an. Dieser Eintrag ist erforderlich.
Monitor - Gibt den eindeutigen Namen eines Monitor-Abschnitts an. Dieser Eintrag ist notwendig.
DefaultDepth - Gibt die Standard-Farbtiefe in Bits an. Im Beispiel ist 16 angegeben, was mehrere tausend Farben ermöglicht, der Standardwert. Mehrere DefaultDepth-Einträge sind zulässig, jedoch muss mindestens einer vorhanden sein.
SubSection "Display" - Gibt die Bildschirmmodi an, die bei einer spezifischen Farbtiefe zur Verfügung stehen. Ein Screen - Abschnitt kann mehrere Display-Unterabschnitte haben, es muss allerdings zumindest einen für die in DefaultDepth angegebene Farbtiefe geben.
Option "<option-name>" - Ein optionaler Eintrag, der weitere Parameter für diesen Screen-Abschnitt angibt.
Der Abschnitt ServerLayout bindet Eingabe- und Ausgabegeräte, die vom X-Server kontrolliert werden. Dieser Abschnitt muss zumindest ein Ausgabegerät und zwei Eingabegeräte (Tastatur und Maus) angeben.
Das folgende Beispiel zeigt einen typischen ServerLayout-Abschnitt:
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
Screen "Default Screen"
InputDevice "Generic Keyboard"
InputDevice "Configured Mouse"
InputDevice "Configured Touchpad" "CorePointer"
EndSection
Die folgenden Einträge sind die in einem ServerLayout-Abschnitt am häufigsten verwendeten:
Identifier - Ein eindeutiger Name, der für die Beschreibung dieses ServerLayout-Abschnitts verwendet wird.
Screen - Der Name eines Screen-Abschnitts, der mit dem X-Server verwendet wird. Es kann mehr als nur eine Screen-Option geben. Sollte die Grafikkarte mehr als einen Anschluss haben, sind weitere Screen-Einträge mit unterschiedlichen Identifiern für Screen-Abschnitte vonnöten.
InputDevice - Gibt den Namen eines InputDevice-Abschnitts an, der mit dem X-Server verwendet wird. Es muss zumindest zwei InputDevice-Einträge geben: einer für die Standardmaus und einer für die Standardtastatur. Die Optionen CorePointer und CoreKeyboard weisen darauf hin, dass es sich um primäre Eingabegeräte handelt.
Option "<option-name>" Ein optionaler Eintrag, der weitere Parameter für diesen Abschnitt angibt. Jede der hier aufgeführten Optionen überschreibt die Optionen im Abschnitt ServerFlags.
Es ist möglich mehr als einen ServerLayout-Abschnitt anzugeben. Der Server wird jedoch nur den ersten einlesen, außer es wird ein anderer ServerLayout-Abschnitt als Befehlszeilenargument angegeben.
Der Abschnitt ServerFlags ist optional und enthält verschiedene allgemeine Einstellungen zum X-Server. Diese Einstellungen können mit Optionen des Abschnitts ServerLayout außer Kraft gesetzt werden.
Beispiel für einen ServerFlags-Abschnitt:
Section "ServerFlags"
Option "DontZap" "true"
EndSectionEinige nützliche Optionen:
DontZap <boolean> - Wenn der Wert von <boolean> auf true gesetzt wird, verhindert dies die sofortige Beendigung des X-Servers durch die Tastenkombination Strg + Alt + ⌫.
DontZoom <boolean> - Wenn der Wert von <boolean> true ist, wird die Verwendung der Tastenkombinationen Strg + Alt + Ziffernblock-Plus und Strg + Alt + Ziffernblock-Minus unterbunden, mit denen man sich durch konfigurierte Grafikauflösungen bewegen kann.
Beim optionalen DRI-Abschnitt (Direct Rendering Infrastructure) handelt es sich um eine Schnittstelle, die es 3D-Programmen ermöglicht, die 3D-Hardwarebeschleunigung der unterstützten Grafikkarten zu nutzen. Darüber hinaus verbessert DRI die Leistung der 2D-Hardwarebeschleunigung, sofern vom Treiber unterstützt. Dieser Abschnitt wird ignoriert, es sei denn, DRI wird im Module-Abschnitt aktiviert.
Section "DRI"
Mode 0666
EndSectionIm folgenden Beispiel eine minimale xorg.conf welche man nur in Ubuntu 8.04 Hardy Heron ohne Anpassungen benutzten kann. Für Ubuntu 7.10 Gutsy Gibbon benötigt man noch die BusID und die Kennzahlen für den Bildschirm, für noch ältere Ubuntu Versionen zusätzlich alle anderen oben angegeben Optionen. Unter Ubuntu 8.10 muss für Magic SysRQ unter Section ServerLayout zusätzlich noch
Option "AutoAddDevices" "false"
eingefügt werden.
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Configured Video Device"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Configured Monitor"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Monitor "Configured Monitor"
Device "Configured Video Device"
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
Screen "Default Screen"
InputDevice "Generic Keyboard"
InputDevice "Configured Mouse"
EndSection
Siehe auch XServer Problembehebung.
Traditionell kann der X-Server und damit auch die grafische Oberfläche im Notfall "gewaltsam" mit der Tastenkombination Strg + Alt + ⌫ beendet bzw. neu gestartet werden. Sämtliche ungespeicherten Änderungen gehen dabei verloren! Seit Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope wurde diese Tastenkombination zugunsten von Magic SysRQ deaktiviert. Wer zum alten Verfahren zurückkehren möchte, kann dies ab Karmic Koala in den Systemeinstellungen ändern:
GNOME: Unter "System > Einstellungen >Tastatur" im Reiter "Belegungen > Belegungseinstellungen" die Option "Tastenkombination zum erzwungenen Beenden des X-Servers" auswählen und dort Strg + Alt + Entf aktivieren (trotzdem funktioniert Strg + Alt + ⌫ wieder).
KDE: Unter "Systemeinstellungen > Land/Region & Sprache > Tastaturlayout" im Reiter "Erweitert" die Option "Tastenkombination zum erzwungenen Beenden des X-Servers" suchen.
Bei Jaunty Jackalope deaktiviert man es mittels Don't Zap.

Die Schrift (im Anmeldebildschirm) ist viel zu groß/klein, obwohl die Einstellungen unter "Einstellungen -> Erscheinungsbild -> Schriftarten" in Ordnung sind. Weiterhin liefert der Befehl
xdpyinfo | grep resolution
völlig absurde Werte. Um dies zu lösen, muss die Datei /etc/X11/xorg.conf bearbeitet werden. Wie immer sollte vorher eine Sicherheitskopie der Datei angelegt werden:
sudo cp /etc/X11/xorg.conf /etc/X11/xorg.conf.bak
Anschließend öffnet man sie mit Rootrechten zum Bearbeiten und sucht die Sektion "Device" heraus. Hier fügt man die Option Option "NoDDC" "1" ein, so dass die Sektion am Ende so aussieht:
Section "Device"
...
Option "NoDDC" "1"
EndSection
Um die Änderungen zu testen, muss man den X-Server neu starten. Da mit der Option "NoDDC" "1" verhindert wird, dass über die Grafikkarte Informationen über den angeschlossenen Monitor ausgelesen werden, muss man anschließend ggf. die Auflösung und andere Parameter des Bildschirms von Hand neu einstellen.
Diese Revision wurde am 8. Januar 2010 um 08:08 Uhr
von Heinrich Schwietering erstellt.
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