Bei dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Betriebssysteme kann es immer zu Problemen kommen, mal mit kleinen Auswirkungen - mal will gar nichts mehr funktionieren. Dieses Unterkapitel zum Leitartikel Wubi geht darauf ausführlich ein.
Diese Beschreibung setzt da an, wenn nach der Auswahl von Ubuntu im Bootmenü von Windows etwas nicht funktioniert.
Sollten nach der Auswahl von Ubuntu Probleme auftreten, sollte man zuerst die Einträge unter Windows überprüfen. Danach dann die Hinweise unter Probleme unter Ubuntu abarbeiten.
Zur Kontrolle und Bearbeitung der C:\boot.ini geht man wie folgt vor:
Mit der
-Taste auf dem Icon Arbeitsplatz die "Eigenschaften" aufrufen
Reiter "Erweitert" auswählen
Im Abschnitt "Starten und Wiederherstellen" -> Button "Einstellungen" auswählen
Im Abschnitt "Systemstart" -> Button "Bearbeiten" aufrufen
1 2 3 4 5 6 | [boot loader] timeout=5 default=C:\wubildr.mbr [operating systems] C:\wubildr.mbr="*** Ubuntu Lucid Lynx mit WUBI ***" multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(1)\WINDOWS="*** Windows XP Home Edition ***" /noexecute=optin /fastdetect |
Nun kann man diese Datei bearbeiten, u.a. Ubuntu als Default einstellen und die Titelzeile als solche seinen Wünschen anpassen. Ein weiteres Beispiel ist das:
Offenbar passiert es gelegentlich, dass wegen der Suche durch den C:\ntldr das eingestellte Timeout, das die Zeit bestimmt nach der das im Menü als Default gesetzte OS automatisch geladen wird, auf so kleine Werte gesetzt ist, dass der Nutzer den Windows-Bootloader gar nicht zu sehen bekommt.
Deswegen sollte die Zeile 2 im Beispiel (obiger) C:\boot.ini wie folgt editiert [3] werden:
1 2 | [boot loader] timeout=15 |
Mit diesem so geänderten Eintrag (die Zahl gibt die Sekunden an) wird erst nach 15 Sekunden der Default-Eintrag automatisch geladen.
Die Bearbeitung des Bootmanagers mit bcdedit ist prinzipiell im Windows-Terminal [2] (unter Windows "Eingabeaufforderung" genannt) mit Administrator-Rechten möglich , im Kontexmenü mit der
-Taste aufrufbar. Eine Übersicht der aktuellen BCD-Einträge erhält man im Windows-Terminal [2] mit
bcdedit /v
bzw. mit
bcdedit /enum
Jedoch wird auch aus anderen Gründen die Installation der Anwendung EasyBCD empfohlen, mit der man die Einstellungen vom Bootmanager einfachst vornehmen und verändern kann.
Zur Behandlung von Start-Problemen sind in der Regel die relevanten WIKI-Artikel z.B.: GRUB 2 nicht anwendbar. Dies ist begründet darin, dass das System zum Zeitpunkt der Grub-Bootmenü-Anzeige unter Windows läuft. Nur die im Artikel explizit ausgewiesenen Links verweisen auf anwendbare Beschreibungen. Nach dem Start aus dem Grub-Menü sind wieder die WIKI- Beschreibungen für Ubuntu weitestgehend anwendbar.
Bei einer normalen Installation können immer mal Fehler auftreten, auf die man keinen Einfluss hat. Nachfolgend werden gravierende Fehler aufgelistet, die in der Installations oder anderweitig begründet sind:
Die Anzeige direkt nach der Auswahl von Ubuntu im Windows Bootmenü:
| Try (hd0,0): NTFS5: no wubildr found Try (hd0,1): NTFS5: |
ist normal und zeigt an, das die Datei wubildr.mbr die Datei wubildr sucht. Diese Suche startet immer mit der ersten physikalischen Partition und endet, sobald die Datei wubildr gefunden wurde. Wird in dieser Reihenfolge eine für DOS nicht lesbare Partition (z.B.: ext2) gefunden, bricht die Suche ab.
Die Anzeige direkt nach der Auswahl von Ubuntu im Windows Bootmenü:
| Try (hd0,0): NTFS5: no wubildr found Try (hd0,1): NTFS5: error: "prefix" is not set |
ist eine von der eingesetzten Hardware abhängiges Problem (noch nicht gefixt), aber hat keinen Einfluss auf den weiteren Ablauf.
Damit Wubi auf einem Rechner booten kann, muss der wubildr-Bootloader auf die NTFS-Partition zugreifen, auf der das System installiert ist. Auf Grund eines Fehlers in der 9.10-wubildr-Datei ist der Bootloader nicht in der Lage Dateien zu laden, die außerhalb der ersten 4GB einer NTFS-Partition liegen. Da nach jedem GRUB-Update (und damit auch nach jedem Kernel-Update) die Dateien umgeschrieben und evtl. neu platziert werden, kann dieser Fehler auch jederzeit nach der Installation auftreten.
Da immer andere Dateien betroffen sein können, gibt es verschiedene Fehlermeldungen die auf dieses Problem hinweisen. Sowohl file not found-Meldungen als auch kernel panic-Bildschirme während des Bootvorgangs direkt nach einem Update weisen auf dieses Problem hin. Häufig landet man auch in der GRUB Shell.
Um diesem Fehler (nur bei einer 9.10-Installation) zu entgehen bzw. ihn zu beheben sind einmalig folgende vier Schritte nötig:
Windows starten
Neue Version der Datei wubildr
herunter laden
Mit der herunter geladenen Datei die gleichnamige Datei wubildr ersetzen, die sich auf dem Laufwerk befinden muss, auf der auch das Verzeichnis ubuntu ist.
Rechner neu starten
Nun sollte das Problem nicht mehr auftreten und Linux sollte wieder normal starten.
Wird nach der Auswahl im Grub-Menü
| error: file not found |
angezeigt und der Startvorgang läuft trotzdem durch, so ist zu vermuten, dass die Einstellungen in der Datei /etc/default/grub nicht richtig gesetzt wurden. Hat man das Skript grub-mkimage gemäß dieser Beschreibung verändert, so könnte es durch einen Update überschrieben sein.
Sollte nach der Auswahl von Ubuntu das Grub-Auswahlmenü nicht angezeigt und stattdessen nur die Anzeige der Grub Shell mit grub> _ erscheinen, kann man dort versuchen, nachfolgende Befehle abzuarbeiten (jede Eingabe mit
⏎ abschließen, Laufwerke anpassen, US-Tastatur beachten):
Manchmal verschiebt Windows den Ubuntu-Ordner x:\ubuntu\disks in das versteckte Verzeichnis c:\found.000, dann muss man dies unter Windows oder mit einer LiveCD rückgängig machen und man kann das System danach normal starten.
| Grub 2 Shell | Befehls-Syntax am Prompt |
| grub> _ | insmod ntfs |
| grub> _ | set root=(hd0,1) |
| grub> _ | loopback loop0 /ubuntu/disks/root.disk |
| grub> _ | set root=(loop0) |
| grub> _ | linux /vmlinuz root=/dev/sda1 loop=/ubuntu/disks/root.disk ro single |
| grub> _ | initrd /initrd.img |
| grub> _ | boot |
Damit wird der Recovery Modus gestartet, mit dem man versuchen kann, das System zu untersuchen sowie zu reparieren. Dazu wählt man im Auswahlmenü friendly recovery die Optionen:
root -> zur Eingabe von (beispielhafte bzw. erforderliche Befehle):
nano /etc/default/grub # GRUB_HIDDEN_TIMEOUT=0 auskommentieren. update-initramfs -u -k all # Kernelimages werden neu geschrieben update-grub # /boot/grub/grub.cfg wird neu geschrieben /usr/share/lupin-support/grub-mkimage # Datei wubildr wird neu geschrieben
sofern erforderlich - weitere Maßnahmen
reboot # Rechner neu starten
oder mit Strg + D -> ins Auswahlmenü
resume -> zum Login
Erscheint zwar das Grub-Menü, startet aber eine Auswahl danach nicht, so muss man zum Untersuchen des Systems mit einer Live-CD ein Desktop gestartet werden. Diese Live-CD muss die gleiche Architektur (32bit bzw. 64bit) haben, wie das zu untersuchende System. Am Live-Desktop wird ein Terminal [2] aufgerufen und je nach Erfordernis dort die jeweiligen Befehle eingegeben.
Nachfolgend wird angenommen, es liegt das defekte Wubi-System mit der Datei root.disk auf der
Windows-Partition /dev/sda1
im Verzeichnis /ubuntu/disks
| # | Eingaben im Live-Desktop-Terminal | Erläuterung |
| 1A | sudo blkid | Informationen zu Partition |
| 1B | sudo mount /dev/sda1 /mnt | Partition einbinden |
| 2 | sudo e2fsck -pv /mnt/ubuntu/disks/root.disk | virtuelle Partition überprüfen |
| 3A | sudo mkdir /wubi | Mountpoint anlegen |
| 3B | sudo mount -o loop /mnt/ubuntu/disks/root.disk /wubi | System unter /wubi einhängen |
| 4A | sudo mount -o bind /mnt /wubi/host | Verbindung Windows-Partition herstellen |
| 4B | sudo mount -o bind /dev /wubi/dev | Verbindung zu den Systemdaten herstellen |
| 4C | sudo mount -o bind /proc /wubi/proc | Verbindung zu den Systemdaten herstellen |
| 4D | sudo mount -o bind /sys /wubi/sys | Verbindung zu den Systemdaten herstellen |
| 5 | sudo chroot /wubi | Zur Bearbeitung in das System |
| 6 | Eingabe erforderlicher Befehle | Arbeitsbereich Konsole |
| 7A | exit | Das System verlassen |
| 7B | sudo umount -a | Das System aushängen |
Mit den lfd. Nummern 1 werden die Informationen zu den Partitionen im Rechner ermittelt
UUID, Label und Zuordnung der Partition
das defekte System eingegrenzt und in das Live-System eingebunden. Das erfolgreiche Einbinden sowie die Inhalte der Partition werden überprüft mit
ls /mnt
Mit der lfd. Nummer 2 wird das Filesystem der virtuellen Partition vom defekten System überprüft. Die Ausgabe sollte (beispielhaft) so aussehen:
root.disk: sauber, 163797/305216 Dateien, 860311/1220608 Blöcke
Mit den lfd. Nummern 3 wird das defekte System zum direktem Auslesen und Beschreiben eingebunden. Die Anzeige vom Inhalt der Wubi-Root-Partition erhält man nun mit:
ls /wubi
Mit den lfd. Nummern 4 wird das defekte System zur aktiven Benutzung mit den Systemdaten vom Livesystem verbunden.
Mit der lfd. Nummer 5 wechselt man in das defekte System, um hier notwendige Arbeiten auszuführen
Mit der lfd. Nummer 6 ein Beispiel: apt-get update && apt-get upgrade zur Überprüfung Paketstatus
Mit den lfd. Nummern 7 verlässt man das nun hoffentlich intakte System. Diese Schritte sollte man auf jeden Fall ausführen, um Datenverluste zu vermeiden.
Das Skript /etc/grub.d/10_lupin setzt in Abhängigkeit von
den im Verzeichnis /boot vorhandenen Kernel-Images
den Einstellungen in der /etc/default/grub
(beispielhaft) das Folgende als Menüeintrag für die /boot/grub/grub.cfg um:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 | menuentry "Ubuntu, with Linux 2.6.31-17-generic" { insmod ntfs set root=(hd0,1) search --no-floppy --fs-uuid --set 47ab1c9051b1d12c loopback loop0 /ubuntu/disks/root.disk set root=(loop0) linux /boot/vmlinuz-2.6.31-17-generic root=/dev/sda1 loop=/ubuntu/disks/root.disk ro quiet splash initrd /boot/initrd.img-2.6.31-17-generic } |
An Natty Narwhal wurde in der Zeile 4 die Syntax von:
search --no-floppy --fs-uuid --set 47ab1c9051b1d12c auf:
search --no-floppy --fs-uuid --set=root 47ab1c9051b1d12c
geändert!
Bis Maverick Meerkat einschließlich sollte man, wenn man mit wechselnden Festplatten arbeitet bzw. bei Mischbelegung von IDE und SATA, als Alternative zum beispielhaften /dev/sda1 der obigen Zeile 7, die UUID bzw. LABEL verwenden. Dazu wird diese Angaben mit einer der folgenden Zeilen in einem eigenen Skript mit den system-eigenen Daten für UUID bzw. LABEL ersetzt:
1 2 | linux /boot/vmlinuz-2.6.31-17-generic root=UUID=47ab1c9051b1d12c loop=/ubuntu/disks/root.disk ro quiet splash linux /boot/vmlinuz-2.6.31-17-generic root=LABEL=PROGRAMME loop=/ubuntu/disks/root.disk ro quiet splash |
Damit wird verhindert, dass ausgelöst durch Wechsel-Laufwerk, die Zuordnungen der Partitionen nicht mehr stimmen. Informationen zu den anderen Skripten siehe -> Skripte in der /etc/grub.d.
Wubi/Konfiguration Erweiterte Einstellungen unter Ubuntu und andere Hinweise
Wubi/Erweiterungen - Grub_2-Funktionalität unter Wubi einbringen
Wubi/Migration Wie man sein Wubi auf eine eigene Partition verschiebt
GRUB_2 Leitartikel Die Übersicht zu den GRUB_2 WIKI-Artikeln, diese sind jedoch nur eingeschränkt als Informationquelle zu benutzen:
GRUB 2/Konfiguration Den Bootloader "technisch" anpassen
GRUB 2/Shell Bearbeitungs- und Rettungsmodus
GRUB 2/Skripte Eigene Bedürfnisse verwirklichen
US-Tastatur US-Tastatur ansehen (entnommen aus QWERTY-Tastaturbelegung)
BCDEdit Command-Line Options (Windows Client TechCenter) 
Diese Revision wurde am 11. April 2012 02:54 von Kuttel Daddeldu erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
Bootloader, Fortgeschritten, Ubuntu, Fehlersuche
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