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wpa gui

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

wpagui_logo.png

wpa_gui ist ein QT-Frontend für wpa_supplicant. Es ermöglicht eine grafische Konfiguration von WLAN-Verbindungen ähnlich wie der NetworkManager und Wicd. wpa_gui wird zusammen mit wpa_supplicant entwickelt, wurde jedoch in Debian und Ubuntu in ein gesondertes Paket gepackt. Dies hat den Hintergrund, dass wpa_supplicant ebenfalls auf Access-Points/Routern (die den sog. "Access-Point-Client"-Modus anbieten) oder Servern verwendet wird, wo keine grafische Oberfläche verwendet wird.

Installation

Es muss lediglich folgendes Paket installiert[1] werden:

  • wpagui (universe)

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Anpassung /etc/network/interfaces

Hinweis:

In diesem Abschnitt wird als Bezeichnung des Interface wlan0 verwendet. Je nach verwendeter WLAN-Karte bzw. Treiber muss hierfür eine andere Bezeichnung eingesetzt werden. Siehe hierzu: Treiber

Zum Einsatz des Programms muss die Datei /etc/network/interfaces angepasst werden. Für nähere Informationen zu dieser Konfigurationsdatei gibt es einen eigenen Wiki-Artikel. Es muss ein Abschnitt für die zu verwendende Schnittstelle erstellt werden (erfordert Root-Rechte [3]). Dieser könnte etwa wie folgt aussehen:

# WLAN-Interface
iface wlan0 inet manual
        wpa-driver wext
        wpa-roam /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Durch eine Einrichtung ohne die Zeile auto wlan0 wird die Netzwerkschnittstelle nicht beim Bootvorgang gestartet. Hierdurch ist es möglich, zunächst den NetworkManager zu verwenden. Möchte man dann wpa_gui verwenden, so deaktiviert man die Funknetzwerke im NetworkManager und startet die Schnittstelle in einer Konsole mit:

sudo ifup wlan0 

Weiterhin sollte in dieser Datei für unterschiedliche Situationen jeweils ein Eintrag der Form:

iface default inet dhcp     # Wenn ID-String=default, dann verwende DHCP

iface spezial inet static   # Wenn ID-String=spezial, dann verwende die folgende statische Kofiguration
    address 192.168.10.5    # Adresse
    netmask 255.255.255.0   # Netzwerkmaske
    hostname blade          # Hostname
    gateway 192.168.10.1    # Standard Gateway

erfolgen. Hierbei wird nach dem ID-String, der später den Netzwerken zugeordnet wird, die Konfiguration zwischen DHCP und statischer Konfiguration umgeschaltet. Natürlich müssen die Daten in der statischen Konfiguration an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Anpassung /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Diese muss ggf. erstellt und mit folgendem Inhalt gefüllt [2] werden:

ctrl_interface=DIR=/var/run/wpa_supplicant GROUP=netdev
update_config=1

Laut Manual zur wpa_supplicant.conf soll man GROUP=wheel verwenden. Diese ist jedoch weder auf Ubuntu noch auf Debian-Systemen vorhanden.

Weitere Einträge sind nicht notwendig, diese werden durch wpa_gui erstellt. Für weitere Informationen zur wpa_supplicant.conf kann der Wiki-Artikel WLAN/wpa supplicant herangezogen werden.

Gruppe: netdev

Beim Starten von wpa_gui wird man standardmäßig nach dem Systemverwalter-Kennwort gefragt. Dies lässt sich umgehen, indem man der gleichen Gruppe beitritt, die man in der wpa_supplicant.conf eingetragen hat.

Weitere Informationen zu Benutzern und Gruppen findet man in diesem Wiki-Artikel.

Verwendung

wpagui_leereKonfigs.png

Verbindung zu üblichen WLANs

An dieser Stelle ist wpa_gui einsatzbereit. Es kann aus einer Konsole oder über das Startmenü gestartet werden. Dies sieht bei ansonsten leeren Konfigurationsdateien wie nebenstehend aus (Abbildung rechts).

wpagui_scan.png Ein Klick auf den "Scan"-Button zeigt die Übersicht gefundener Funknetzwerke (siehe Abbildung links).

wpagui_netzwerkhinzufuegen.png Durch einen Doppelklick auf eines der Netzwerke wird ein Konfigurationsdialog mit (meist sinnvollen) Voreinstellungen angezeigt (siehe Abbildung rechts).

Hinweis:

Achtung! wpa_gui kann auch nicht alle Einstellungen (z.B. äußere Identität), die die wpa_supplicant.conf beinhalten kann, konfigurieren. Eine manuelle Bearbeitung dieser Datei ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Zusätzlich zu den Sicherheitseinstellungen kann man hier z.B. noch einen ID-String vergeben, der es erlaubt, für unterschiedliche Netzwerke DHCP oder statische IPs zu verwenden.

Durch einen Klick auf die Schaltfläche "Add" wird das Netzwerk in die wpa_supplicant.conf geschrieben.

Achtung!

Achtung, die Passwörter werden im Klartext abgespeichert. Jeder Benutzer eines Computers (mit ausreichenden Berechtigungen) kann diese durch Auslesen der wpa_supplicant.conf in Erfahrung bringen.

wpagui_verbindung.png Nun kann in dem Auswahlmenü das Netzwerk ausgewählt werden und nach einem Klick auf die Schaltfläche "Connect" wird die Verbindung hergestellt.

WPS: WiFi Protected Setup

Weiterhin ist wpa_gui in der Lage, Verbindungen zu Netzwerken über Wi-Fi_Protected_Setup aufzubauen. Hierbei gilt die Einschränkung auf die Verfahren "PIN-Eingabe" und "Push Button Configuration". Diese Einstellungen erreicht man über den Reiter "WPS" im Hauptfenster oder über "File/WiFi Protected Setup".

Fehlersuche in der WLAN-Konfiguration

Für eine einfache Fehlersuche (Debugging) kann man über "File -> Event history" das Ereignis-Protokoll öffnen.

Bei schwierigeren Fällen hilft folgendes Vorgehen:

Zunächst muss die Schnittstelle deaktiviert [3] werden. Dies geht über die Konsole mit dem Befehl:

sudo ifdown wlan0 

wobei wlan0 durch die korrekte Schnittstellen-Bezeichnung ersetzt werden muss. Danach muss die Datei /etc/network/interfaces bearbeitet werden [2] [3]. Hier muss der Abschnitt für die WLAN-Schnittstelle bearbeitet werden:

# WLAN-Interface
iface wlan0 inet manual
        #wpa-driver wext
        #wpa-roam /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

die # bewirkt, dass der nachfolgende Text als Kommentar gewertet wird. Hierdurch wird wpa_supplicant nicht gestartet, wenn das Interface wieder aktiviert wird.

Nun aktiviert man das Interface wieder [3]. Dies geht über die Konsole mit dem Befehl:

sudo ifup wlan0 

wobei wlan0 wieder durch die korrekte Schnittstellenbezeichnung ersetzt werden muss.

Nun kann wpa_supplicant in einer Konsole im Debug-Modus gestartet [3] werden:

sudo wpa_supplicant -i wlan0 -c /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf -d -D wext 

wobei wlan0 wieder durch die korrekte Schnittstellenbezeichnung und wext durch den korrekten Treiber ersetzt werden müssen. Sollte man eine andere Konfigurationsdatei als /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf verwenden, so muss diese ebenfalls angepasst werden.

Sollten nun immer noch nicht ausreichend Debug-Informationen ausgegeben werden, so kann ebenfalls -d durch -dd ersetzt werden.

Hinweis:

Nachdem die Verbindung erfolgreich hergestellt wurde, sollten die Kommentarzeichen aus der /etc/network/interfaces wieder entfernt [3] werden.

Diese Revision wurde am 11. April 2012 01:28 von Kuttel Daddeldu erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen: Sicherheit, Netzwerk, System, WLAN

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