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VNC

Dieser Artikel wurde für die folgenden Ubuntu-Versionen getestet:

Dieser Artikel ist größtenteils für alle Ubuntu-Versionen gültig.

Zum Verständnis dieses Artikels sind folgende Seiten hilfreich:

Virtual_Network_Computing (kurz VNC) ist eine Software, die den Bildschirminhalt eines entfernten Rechners (auf dem ein VNC-Server läuft) auf einem lokalen Rechner (auf dem ein VNC-Viewer läuft) anzeigt und im Gegenzug Tastatur- und Mausbewegungen des lokalen Rechners an den entfernten Rechner sendet. Damit kann man auf einem entfernten Rechner arbeiten, als säße man direkt davor. Unter Windows ist diese Funktion als Remotedesktop bekannt und ist besonders hilfreich, um einem Bekannten bei seinen Rechnerproblemen zu helfen, ohne vor Ort sein zu müssen. Es werden auch z.B. viele Dienstleistungen im IT-Bereich über das VNC-Protokoll ausgeführt.

Die großen Desktopumgebungen KDE und GNOME bringen komfortable Werkzeuge mit, um den eigenen Desktop über VNC freizugeben oder auf einen anderen Rechner zuzugreifen. Diese lassen sich einfach über eine grafische Benutzeroberfläche bedienen. Alternativ kann man aber auch einen eigenen VNC-Server installieren oder von der Konsole einen VNC-Viewer starten.

Alternativen sind das kommerzielle NX und FreeNX.

Achtung!

In puncto Sicherheit ist zu beachten, dass VNC vor allem für den Einsatz in einem internen Netzwerk konzipiert ist: Von Haus aus wird die Verbindung zwischen Server und Client nicht verschlüsselt. Spätestens wenn über VNC auch administrative Tätigkeiten durchgeführt werden, ist eine ungesicherte VNC-Verbindung über das Internet ein großes Risiko: Ein Angreifer könnte beispielsweise an das unverschlüsselt übertragene Administratorpasswort gelangen. Deswegen soll in diesem Artikel auch die Möglichkeit einer verschlüsselten Verbindung angesprochen werden.

Der Server

Dies ist der Rechner, auf dessen Desktop zugegriffen werden soll.

Hinweis:

Der VNC-Server lauscht auf TCP-Port 590x - wobei x für die Nummer des Displays steht. Dies ist in der Regel 0. Falls der Server-Rechner hinter einer Firewall (z.B. ein Hardware-Router) steht, muss der entsprechende TCP-Port (also z.B. 5900) weitergeleitet werden.

GNOME

vnc_vino-preferences.png

GNOME bringt einen eigenen VNC-Server namens Vino mit. Dieser ist bei der Installation von Ubuntu/GNOME schon dabei, kann aber auch über das Paket

  • vino

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

nachinstalliert [1] werden. Die Konfiguration und das Starten des Servers erfolgt über

  • "System -> Einstellungen -> Entfernter Desktop"

Wenn unter

  • "System -> Einstellungen -> Startprogramme"

"Entfernter Desktop" nicht aktiviert ist, wird der Vino-Server nicht gestartet. Den Server kann man auch manuell über das Terminal mit

/usr/lib/vino/vino-server 

starten.

Unter dem Punkt "Sicherheit" sollte mindestens eine der beiden Sicherheits-Optionen aktiviert sein.

Von Ubuntu "Hardy Heron" 8.04 bis "Lucid Lynx" gibt es den Reiter "Fortgeschritten". Hier lassen sich weitere Einstellungen vornehmen. So kann man beispielsweise den Port, an dem der VNC-Server lauschen soll, ändern.

Ab Ubuntu "Lucid Lynx" 10.04 steht die Funktion "[ ] Netzwerkeinstellungen so ändern, dass Verbindungen akzeptiert werden" zur Verfügung. Falls man eine vertrauensvolle Person gebeten hat, einem per VNC (Remotedesktop) bei einem PC-Problem zu helfen, so kann man hiermit Ubuntu anweisen, automatisch die für VNC benötigte Portweiterleitung per UPNP im Router einzurichten.

Bei einigen Grafikkartentreibern, z.B. proprietäre von Nvidia und ATI, treten im Zusammenhang mit Vino und eingeschalteten 3D-Effekten Probleme auf. Meist bekommt der VNC-Client dann nur beim Verbindungsaufbau ein Bildschirmfoto des Servers übertragen, dieses verändert sich aber bei Aktionen nicht mehr (Maus- und Tastatureingaben werden also "blind" vom Client zum Server übertragen). Als Abhilfe können im Konfigurationseditor die 3D-Effekte abgeschaltet werden, siehe diese Anleitung {en}. Alternativ kann für private Zwecke Teamviewer {de} eingesetzt werden.

KDE

krfb.png

Auch KDE bringt einen solchen Server in der Standardinstallation mit. Alternativ kann er über das Paket

  • krfb

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nachinstalliert [1] werden. Nach der Installation ist er unter

  • "K-Menü -> Internet -> Krfb - Arbeitsfläche freigeben"

zu finden. Um den Server zu starten, muss eine Einladung ausgesprochen werden. Im nächsten Schritt erhält man die IP, auf der der Server läuft und ein Passwort. Beides wird von einem Client benötigt, der sich verbinden möchte.

Bei diesem Server wird keine neue Session eröffnet, sondern die bestehende genutzt. Dadurch ist es möglich, in den laufenden Betrieb eines anderen Rechners "einzugreifen", obwohl ein Benutzer angemeldet ist.

Manuelle Einrichtung

Experten-Info:

Auf Systemen mit Fenstermanager, die keinen eigenen VNC-Server mitbringen, kann ein solcher zusätzlich installiert werden. Auch wenn die hauseigenen VNC-Server für bestimmte Anforderungen nicht ausreichen, kann dieser Weg gewählt werden. Dieser Abschnitt richtet sich vor allem an fortgeschrittene Benutzer. Einsteiger sollten der Einfachheit halber auf die oben genannten Möglichkeiten zurückgreifen.

Installation

Folgende Pakete müssen installiert [1] werden:

  • vnc4server (universe [2]) )

  • vnc-common (wird für das Programm vncpasswd benötigt )

  • vnc-java (multiverse, optional für Java-Clienten )

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Alternativ kann man auch TightVNC {en} nutzen. TightVNC versucht VNC zu optimieren und neue Funktionen, Verbesserungen und Optimierungen gegenüber dem original VNC zu bieten. So eignet sich TightVNC besser, wenn der VNC-Server über DSL am Internet angebunden ist. Auch TightVNC kann man aus den Paketquellen installieren.

  • tightvncserver (universe [2] )

  • xtightvncviewer (universe )

  • tightvnc-java (universe, optional für Java-Clienten )

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Falls der VNC-Server auf einem Ubuntu-Server installiert werden soll, muss zusätzlich folgendes Paket installiert werden.

  • xfonts-base

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VNC und TightVNC teilen sich die selben Konfigurationsdateien.

Konfiguration

Damit eine Verbindung hergestellt werden kann, muss noch im Terminal [3] ein Passwort eingestellt werden. Es ist darauf zu achten, einen lokalen Benutzer zu verwenden.

vncpasswd 

Desktopumgebung

Möchte man, dass die komplette Desktopumgebung - also GNOME oder KDE - des Benutzers, der VNC startet, geladen wird, so kann man dies in der Konfigurationsdatei /etc/vnc.conf des VNC-Dienstes für alle Benutzer des Systems definieren. Dazu muss die Zeile

# $vncStartup points to a script that will be started at the very beginning.
$vncStartup = "/etc/X11/Xsession";

einkommentiert werden. Von da an startet automatisch die Desktopumgebung, wenn ein Benutzer einen VNC-Server startet. Alternativ kann dies auch jeder Benutzer für sich selbst festlegen. Dazu muss man in der ~/.vnc/xstartup im Homeverzeichnis Folgendes eintragen

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#!/bin/sh
unset SESSION_MANAGER
exec /etc/X11/Xsession

Fenstermanager

Oftmals soll nicht eine komplette Desktopumgebung geladen werden; dies würde recht viel Last erzeugen, nur damit eine Desktopumgebung bereit steht, deren Möglichkeiten kaum genutzt werden. Um dem VNC-Server einen bestimmten Fenstermanager zuzuweisen, muss die Datei ~/.vnc/xstartup editiert werden [4]. Im Original sieht die Datei so aus:

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#!/bin/sh
[ -r $HOME/.Xresources ] && xrdb $HOME/.Xresources
xsetroot -solid grey
vncconfig -iconic &
x-terminal-emulator -geometry 80x24+10+10 -ls -title "$VNCDESKTOP Desktop" &
x-window-manager &

Um einen bestimmten Fenstermanager zu starten, ersetzt man einfach x-window-manager. Natürlich muss der Fenstermanager installiert sein. Man kann dort zum Beispiel gdm oder fluxbox eintragen. Mit "&" kann man weitere Programme hinzufügen, die automatisch mit gestartet werden sollen. Das Ganze sieht danach zum Beispiel so aus:

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x-terminal-emulator -geometry 80x24+10+10 -ls -title "$VNCDESKTOP Desktop" &
fluxbox &
firefox &

Hier werden der Fenstermanager Fluxbox und der Webbrowser Firefox gestartet.

Starten und Stoppen

Um den VNC-Server zu starten, wird einfach folgender Befehl im Terminal [3] eingegeben (man sollte sich die angezeigte Displaynummer merken!):

# Für vncserver
vncserver
# Für tightvncserver
tightvncserver 

Der VNC-Server sollte nicht mit kill beendet werden. Unter Angabe der Displaynummer bietet der VNC-Server eine eigene Kill-Routine:

# Für vncserver
vncserver -kill :<Displaynummer>
# Für tightvncserver
tightvncserver -kill :<Displaynummer> 

VNC-Server bei jedem Bootvorgang starten

Um den VNC-Server bei jedem Booten des Rechners mitzustarten, empfiehlt sich die Erstellung eines Skripts, das in /etc/init.d/ gespeichert wird. Dazu mit Root-Rechten einen Editor [4] öffnen und dieses Skript, eine abgewandelte Version von linuxnetmag.com {de} , unter /etc/init.d/vncserver abspeichern.

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#! /bin/sh
# Original: http://www.linuxnetmag.com/de/issue8/m8installation801.html
# Author: Guenther Zander <g.zander@hamburg.de>
#
# /etc/init.d/vncserver         this Script
# /usr/bin/vncserver                    Program
#

# Check for missing binaries
FOO_BIN=/usr/bin/vncserver
test -x $FOO_BIN || exit 5

# User, unter dem der VNC-Server ausgefuehrt wird
VNC_USER="<User>"
export VNC_USER

# Set HOME of User
HOME="<Home-Verzeichnis des verwendeten Users>"
export HOME

# Set ID for Connections
FOO_ID=1

case "$1" in
    start)
        echo -n "Starting Vnc-Server with Terminal-ID $FOO_ID "

        # Delete old PIDs
        rm -f $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.pid

        if [ -e $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.log ]; then
           cat $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.log >> /var/log/vncserver.log 2>&1
           rm -f $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.log
        fi

        sudo -u $VNC_USER -H $FOO_BIN :$FOO_ID 2>&1
        ;;
#
     stop)
        echo -n "Shutting down Vnc-Server "
        $FOO_BIN -kill :$FOO_ID 2>&1

        cat $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.log >> /var/log/vncserver.log 2>&1
        rm -f $HOME/.vnc/$HOSTNAME:$FOO_ID.log

        ;;
#
     restart)
        $0 stop
        $0 start
        ;;
#
    *)
        echo "Usage: $0 {start|stop|restart}"
        exit 1
        ;;
esac

Die Variable VNC_USER bestimmt den auszuführenden User, HOME bestimmt, unter welchem Verzeichnis die Konfiguration und Logs des VNC-Servers gespeichert werden und FOO_ID bestimmt die Terminal-ID des VNC-Servers. Diese Variablen müssen den eigenen Wünschen entsprechend noch angepasst werden.

Das Skript benötigt, bevor es genutzt werden kann, noch die richtigen Rechte:

sudo chown root:root /etc/init.d/vncserver
sudo chmod 0755 /etc/init.d/vncserver 

Damit der VNC-Server auch wirklich bei jedem Systemstart geladen und bei jedem Abschalten ordentlich heruntergefahren wird, muss das Skript mit

sudo update-rc.d vncserver defaults 

den Runlevels zugewiesen werden.

VNC per xinetd starten

Eine komfortable und ressourcensparende Variante, eine VNC-Session zu starten ermöglicht die Verwendung von xinetd (für Informationen zur Installation und Einrichtung siehe xinetd). Hierfür wird das Starten des VNC-Servers von xinetd übernommen.

Diese Methode benötigt kein "init-script" für den VNC-Server. Sollte bereits eines vorhanden sein, nimmt man den Server dazu einfach mit

sudo update-rc.d -f vncserver remove  

aus den Runlevels.

GDM konfigurieren

Um sich am System anzumelden, kann gdm (fast) genauso verwendet werden, wie bei einer lokalen Authentifizierung. Damit dieser jedoch auch in einer Session mit Xvnc als X-Server startet, müssen noch ein paar Änderungen durchgeführt werden.

Dazu öffnet man mit einem beliebigen Texteditor mit Root-Rechten die Datei /etc/gdm/gdm.conf und kommentiert folgende Zeile ein:

RemoteGreeter=/usr/lib/gdm/gdmlogin

Schließlich aktiviert man noch XDMCP, hierfür sucht man sich den Eintrag [xdmcp].

Der Client

Der Client ist der Rechner, der auf den entfernten Desktop zugreift. Dies geschieht mittels eines VNC-Viewers.

GNOME

Vinagre

vinagre.png

Vinagre ist ein VNC-Client, der erstmals in Ubuntu Hardy Heron 8.04 integriert ist. Man findet das Programm im Menü unter

  • "Anwendungen -> Internet -> Betrachter für entfernte Desktops"

Vinagre kann dank einer Bedienoberfläche mit Tabs - ähnlich wie bei Webbrowsern - gleichzeitig mehrere Verbindungen mit verschiedenen VNC-kompatiblen Servern aufbauen. Diese können auch als Lesezeichen abgespeichert werden. Sollte der Zugang zu einem VNC-Server ein Passwort benötigen, so wird dieses im GNOME_Schlüsselbund gespeichert. Des weiteren kann Vinagre dank Avahi im lokalen Netzwerk nach verfügbaren VNC-Servern suchen. (siehe Vinagre)

Terminal Server Client

vnc_tsclient.png

Für Verbindungen zu entfernten Rechnern bringt Ubuntu/GNOME das Programm tsclient mit, welches über das gleichnamige Paket

  • tsclient

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installiert [1] werden kann und unter

  • "Anwendungen -> Internet -> Terminal Server Client"

zu finden ist. Dieses Programm erlaubt neben VNC auch Verbindungen über das "Remote Desktop Protocol" zu Windows-Servern.

Um eine Verbindung zu einem VNC-Server herzustellen, muss im Reiter "Allgemein" als Protokoll "VNC" ausgewählt werden. Der Rechnername ist die IP-Adresse bzw. der Hostname des Servers. Die anderen Felder können in der Regel freigelassen werden. Ein gegebenenfalls erforderliches Passwort wird nach dem Verbindungsaufbau abgefragt.

Falls das Protokoll "VNC" nicht auswählbar ist, muss das Paket

  • xvnc4viewer

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nach installiert werden [1].

KDE

Um sich zu einem System zu verbinden, auf dem ein VNC-Server läuft, ist in der Standardinstallation von KDE das Programm krdc enthalten.

krdc.png Um es manuell zu installieren, wird das Paket

  • krdc

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benötigt [1]. Nach der Installation ist es unter

  • "K-Menü -> Internet -> Krdc - Verbindung zu Fremdrechner"

zu finden.

Neben VNC unterstützt es auch RDP (Remote Desktop Protocol) Verbindungen, wie sie beispielsweise bei Windows für die Desktopfreigabe benutzt werden.

Um eine Verbindung herzustellen muss in das Eingabefeld des Programms die IP-Adresse des Systems eingetragen werden, zu dem man sich verbinden möchte. Ist dieses ein VNC-Server, muss vor der IP vnc:/ eingetragen werden, handelt es sich um eine RDP-Freigabe, so ist es rdp:/ (Beispiel siehe Screenshot). Nach Klicken auf "Verbinden" wird versucht, das andere System zu erreichen; wurde ein Passwort vergeben, so muss es in das erscheinende Dialogfeld eingetragen und bestätigt werden.

Konsole

Auf der Konsole steht der Befehl vncviewer aus dem Paket xvncviewer [1] zur Verfügung. Dieses ist bei einer Standardinstallation von Ubuntu bereits installiert. Die Verbindung zu einem VNC-Server kann mit dem Befehl

# Für VNC
vncviewer host:display
# Für TightVNC
xtightvncviewer host:display {Optionen} 

hergestellt werden. host ist dabei der Hostname oder die IP-Adresse des Servers, display die Nummer des angesprochenen Displays - in der Regel 0. Ist ein Passwort erforderlich, wird es nach der Verbindungsherstellung abgefragt. Falls der vncviewer nicht aus einer Konsole heraus gestartet wird (sondern beispielsweise aus einem Skript), wird das Passwort in einem kleinen Eingabefenster eingegeben. Damit nicht mehrere Benutzer gleichzeitig auf den VNC-Server zugreifen können, kann im TightVNC Viewer die Option -noshare gesetzt werden

VNC über SSH

Die Verbindung zwischen VNC-Server und -Client ist standardmäßig nicht verschlüsselt und somit nicht für eine Übertragung über das Internet zu empfehlen. Um dennoch eine sichere Verbindung zu ermöglichen, kann man einen SSH-Tunnel für die Verschlüsselung benutzen. Voraussetzung hierfür ist, dass eine SSH-Verbindung zwischen Server und Client hergestellt werden kann.

Automatisch durch den VNC-Viewer

Der VNC-Viewer kann selbst einen SSH-Tunnel herstellen. Anschließend stellt er die Verbindung nicht zum Server her, sondern zu localhost, also dem eigenen Rechner:

vncviewer -via user@host localhost:0 

host steht dabei für die IP-Adresse oder den Hostname des Servers, user für den Benutzernamen, mit dem die Anmeldung auf dem Server erfolgen soll.

Manuell über SSH

Tunnel aufbauen

Alternativ kann man den Tunnel auch selbst auf dem Client-Rechner herstellen:

ssh -N -L 5900:localhost:5900 user@host 

VNC-Verbindung aufbauen

Anschließend kann man sich wie gewohnt verbinden; zu beachten ist aber, dass man nicht den Rechnernamen oder die IP des anderen Rechners, sondern localhost angibt, da SSH die Daten an den anderen Rechner weiterleitet.

vncviewer localhost:0 

Nun besteht eine gesicherte Verbindung zum VNC-Server.

VNC reverse connection

Diese Art der Verbindung ist hilfreich, wenn der Hilfesuchende keinerlei Netzwerkkenntnisse besitzt und zudem hinter einem Router sitzt. Die Einrichtung ist sehr einfach, da der Hilfesuchende nichts einzurichten hat außer einer Paketinstallation.

Hier werden nur drei mögliche Wege zu einer VNC reverse connection beschrieben - es gibt noch einige mehr.

Weg 1 - Gitso

Der einfachste Weg läuft über Gitso. Hier muss man am wenigsten einstellen und man hat einen fast automatisierten Weg bis auf die Einstellungen bei einem eventuell vorhandenen Router des Helfenden.

Gitso ist leider noch nicht in den Paketquellen enthalten und muss per Hand installiert werden. Wenn man Gitso ausprobieren will, kann man Weg 2 & 3 vernachlässigen.

Weg 2 - DynDNS

Der Helfende sollte sich vorab mit dem dem Thema DynDNS-Clients bzw. generell mit dem Thema DynDNS beschäftigt haben.

Man muss einen kostenlosen Account bei DynDNS {en} oder einem anderen Anbieter einrichten und darüberhinaus eine DynDNS besitzen. Zudem sollte der Helfende wissen, wie man sich, wenn man hinter einem Router sitzt, eine korrekte Portweiterleitung oder Portfreischaltung einrichtet. Meistens muss man - je nach Routermodell - Einstellungen für die DynDNS am Router vornehmen. Zu diesem Zwecke sollte man das Handbuch des Routers konsultieren. Wenn man diesen Weg beschreiten will, bitte unten weiterlesen unter "Weitere Schritte Weg 2 & 3"

Weg 3 - IP-Adress

Hier muss man keine DynDNS-Adresse einrichten, dafür hat man den Nachteil, dass man vor jeder Verbindung die IP des Helfenden (ggf. die seines Routers!) herausfinden muss - z.B. bei wieistmeineip.de {de}. Der Helfende muss dann jedesmal dem Hilfesuchenden mitteilen, wie die IP lautet. Dieser Umstand wird durch die DynDNS in Weg 2 umgangen. Der Helfer muss sich auch hier mit Portweiterleitung oder Portfreischaltung auseinandergesetzt haben, wenn er hinter einem Router sitzt, eine eventuelle DynDNS-Einrichtung am Router entfällt hier natürlich.

Weitere Schritte Weg 2 und 3

Folgende Pakete müssen installiert sein [1]:

beim Helfenden das Paket

  • xvnc4viewer

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

beim Hilfesuchenden das Paket

  • x11vnc

Wiki/Vorlagen/Installbutton/button.png

Nach der Installation und für jede weitere Verbindung muss der Helfende immer vor dem Hilfesuchenden, da sonst die Verbindung nicht aufgebaut werden kann, in seiner Konsole folgenden Befehl eingeben:

xvnc4viewer -listen 5500 

Der Helfer hört kontinuierlich auf Port 5500, der im Router freigeschaltet sein muss, ob jemand bei ihm anklopft. Der Hilfesuchende sollte dann anklopfen mit dem Befehl in seiner Konsole:

Für Weg 2

x11vnc -connect name.dyndns.org 

Für Weg 3

Zunächst muss der Helfer dem Hilfesuchenden seine aktuelle IP mitteilen. Diese kann er z.B. unter wieistmeineip.de {de} ermitteln. Dort wird gegebenenfalls die IP des Routers angezeigt; dies ist dann die richtige. Dann folgenden Befehl eingeben:

x11vnc -connect 88.77.145.104 

Die IP 88.77.145.104 ist nur eine Beispiel-IP und muss durch diejenige ersetzt werden, die der Helfer bei sich herausgefunden hat.

Nun sollte sich ein Fenster öffnen, auf dem der Helfer den Desktop des Hilfesuchenden sehen und steuern kann.

Weitere Tipps und Optionen

Anlegen eines Starters

Wenn die erste Verbindung steht, ist es meist praktisch, dem Hilfesuchenden einen Starter auf den Desktop zu legen, der den Befehl im Terminal für ihn ausführt. Oftmals werden Befehle im Terminal seitens des Hilfesuchenden vergessen, mit Tippfehlern eingegeben oder es besteht eine Hemmschwelle in der Benutzung des Terminals. Außerdem ist dieser Weg am wenigsten störanfällig.

Verkleinerte Darstellung ohne Rollbalken

Es ist zu empfehlen, sich den Desktop etwas verkleinert darstellen zu lassen, da der Desktop des Hilfesuchenden meistens nicht ganz auf den Bildschirm des Helfers passt. Das kann zwar zu minimalen Verzerrungen in der Darstellung führen, ist beim Arbeiten jedoch meist praktischer. Dazu sollte der Hilfesuchende zum Anklopfen folgenden Befehl mit der zusätzlichen Option -scale X/Y eingeben:

x11vnc -connect name.dyndns.org -scale 9/10 

beziehungsweise

x11vnc -connect 88.77.145.104 -scale 9/10 

Dadurch wird der Bildschirm des Hilfesuchenden vor der Übertragung auf 9/10 verkleinert. Statt 9/10 kann man jeden anderen Wert eingeben, z.B. 2/3, wenn der Desktop auf 2/3 verkleinert dargestellt werden soll.

Volle Farbdarstellung

Die aufgebaute Verbindung hat meist nur eine sehr geringe Farbdarstellung, damit der VNC möglichst wenige Daten übermitteln muss. Dies macht Sinn, weil die Verbindung meistens relativ langsam ist.

Will man sich alle Farben beim Hilfesuchenden anzeigen lassen, muss man die Option -FullColor beim Helfenden setzen. Entsprechend Weg 2 & 3 sieht der Befehl dann so aus:

xvnc4viewer -FullColor -listen 5500 

Nun wird der Bildschirmaufbau langsam, jedoch mit allen Farben erfolgen.

Noch mehr Optionen, Beispiele und Erklärungen findet man auf den manpages von x11vnc und xvnc4viewer.

Problembehandlung

Zur Behebung des Bugs 108928 muss in der Datei $HOME/.vnc/xstartup folgende Zeile hinzugefügt werden, zu beachten ist, dass der Eintrag auf jeden Fall vor /etc/X11/Xsession eingefügt wird:

export XKL_XMODMAP_DISABLE=1 

Nach einem Neustart des VNC-Servers sollte das Tastaturproblem behoben sein.


Diese Revision wurde am 8. August 2010 um 19:35 Uhr von Heinrich Schwietering erstellt.
Dieser Seite wurden folgende Begriffe zugeordnet: Netzwerk, Server, Internet, reverse VNC

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