Normalerweise funktioniert der Start von einer Ubuntu-CD ohne Probleme. Insbesondere bei der Desktop-CD in Verbindung mit manchen ATI-Grafikkarten und einigen Notebooks kann es aber Probleme geben. Dann ist kurz nach dem Bootmenü Schluss, d.h. entweder bleibt der Splashscreen stehen, oder der Bildschirm wird schwarz und bleibt schwarz. Für dieses und andere Probleme gibt es hier Lösungen. Notfalls bleibt immer noch die Installation von der Alternate-CD.
Falls das Motherboard (d.h. die Hauptplatine des Rechners) die Laufwerke im AHCI-Modus betreibt, kann von der CD/DVD nicht gebootet werden. Hierzu muss man temporär im BIOS auf IDE umstellen. Nach der Installation kann wieder in den AHCI-Modus zurückgeschaltet werden. Letzteres ist wichtig, falls bereits zuvor ein Windows mit AHCI-Treibern installiert wurde, da es ansonsten nicht mehr bootet.
Wenn das System hängt, kann man meist mit Alt+ Druck+ B den PC neu starten, siehe hier.
Außerdem gibt es auf den Downloadservern
zur jeweiligen Ubuntu-Version noch eine Datei MD5SUMS, in der die MD5-Prüfsumme steht. Alternativ kann man diese Liste
verwenden.
Anhand eines Vergleichs der Prüfsumme der heruntergeladenen Datei (also dem ISO-Abbild) und der „Soll-Prüfsumme“ kann geprüft werden, dass die Datei in Ordnung ist, also das man kein defektes Image geladen hat. Brennprogramme wie K3b machen das selbstständig, ansonsten kann man md5sum nehmen. Außerdem kann sich die CD, sobald sie geladen ist, auch selbst überprüfen.
Gerade vor einer Neuinstallation empfiehlt es sich, Hardwareschäden, insbesondere an RAM und Festplatte, auszuschließen. Den RAM kann man mit der Option "Memory Test" sowohl mit der Desktop-CD als auch mit der Alternate-CD testen, zu Festplattenproblemen gibt es einen eigenen Artikel.
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| Bootbildschirm Ubuntu 8.04 Hardy Heron |
Als erstes sollte man mit F2 als Sprache "Deutsch" wählen, die Tastaturbelegung wird dabei ebenfalls automatisch auf Deutsch umgestellt.
Sollte der Bildschirm leer bleiben oder die Grafik des Desktops falsch dargestellt werden, so kann man die Installation im "Abgesicherten Grafikmodus" starten. In diesem Fall wird versucht Grafikkarte und Monitor mit den geringstmöglichen Anforderungen anzusprechen. Nach erfolgter Installation kann man dann im "richtigen" System nachträglich Treiber installieren oder Einstellungen vornehmen, so dass die Grafikausgabe korrekt erfolgt.
Um den abgesicherte Grafikmodus zu aktivieren drückt man im Bootbildschirm die Taste F4 und wählt "Abgesicherter Grafikmodus" aus.
Falls der sichere Grafikmodus nicht geholfen hat, kann man über den Bootparameter nomodeset die Kernel-Mode-Settings versuchsweise abschalten. Weitere Informationen dazu siehe Booten.
Man drückt im Bootbildschirm
F6, um die Bootparameter editieren zu können. Es empfiehlt sich, die Parameter splash und quiet zu entfernen, damit man den Bootvorgang verfolgen kann und eventuelle Fehlermeldungen sieht. (Wenn man vorher "Sicherer Grafikmodus" ausgewählt hat, dann enthalten die Bootparameter xforcevesa.)
Unter F1 werden nützliche Bootparameter empfohlen, ebenso im Artikel Booten. Insbesondere die Parameter zu ACPI sollte man probieren.
Wenn sich das System scheinbar aufgehängt hat, drückt man Strg + Alt + F1 (oder eine der anderen F-Tasten), um auf eine Konsole zu gelangen [1]. Dort kann man z.B. die /etc/X11/xorg.conf mit einem Konsoleneditor [2] bearbeiten und den Grafiktreiber (Driver) im Abschnitt Section "Device" von "ati" oder "nv" auf "vesa" ändern und probieren, ob die grafische Oberfläche sich danach mit
startx
starten lässt.
Wenn das nicht hilft, kann man sich die /var/log/Xorg.0.log mit
more /var/log/Xorg.0.log
anzeigen lassen, um den Fehler zu finden. Die Datei kann man ggf. auch auf eine andere Festplatte/USB-Stick kopieren, falls dies möglich ist, oder die Fehlermeldungen notieren und sie im Forum posten bzw. in den No Paste Service einstellen.
Bei manchen ATI-Grafikkarten, evtl. nur in Kombination mit AMD-Prozessoren, ist es nicht möglich, an dieser Stelle auf eine Textkonsole zu gelangen (Bug 67487
). Dann gibt es zwei Möglichkeiten:
Bei AGP-Karten im BIOS die AGP-Geschwindigkeit von 8x auf 4x reduzieren. Danach sollte sich die Desktop-CD ohne besondere Einstellungen oder Parameter starten lassen. Wenn man die AGP-Geschwindigkeit nicht reduzieren möchte, sollte man nach der Anleitung im nächsten Abschnitt vorgehen.
Falls das nicht hilft, man die AGP-Geschwindigkeit nicht reduzieren möchte oder man eine PCIe-Karte verwendet, geht man nach folgender Anleitung vor. Da hierbei die Tastaturbelegung "Englisch" ist, auch wenn man vorher "Deutsch" ausgewählt hat, vorerst einige Tastenerklärungen:
| Zeichen | Deutsche Kombination | Englische Kombination |
| / (Slash) | ⇧ + 7 | - |
| # (Raute) | # | ⇧ + 3 |
Als Bootparameter(siehe oben) break=bottom hinzufügen (splash und quiet wieder entfernen).
Warten, bis eine Eingabeaufforderung [1] mit (initramfs) erscheint.
Den Befehl
chroot /root
eingeben.
Nun kann man die Datei /etc/X11/xorg.conf mit einem Texteditor für die Konsole [2] öffnen. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten:
Zum Abschnitt Section "Device" für die Grafikkarte
Option "AGPMode" "8"
hinzufügen oder
im Abschnitt Section "Modules" die Zeile dri auskommentieren:
# Load "dri"
oder
den Treiber von "ati" auf "vesa" ändern (siehe oben).
Speichern und den Editor beenden.
Mit
exit
beendet man die chroot-Umgebung.
Ein zweites
exit
setzt den Bootvorgang fort, und es sollte eine grafische Oberfläche starten.
Falls alles nicht hilft oder es zu viel Aufwand ist, kann man stattdessen von der Alternate-CD installieren. Das ist fast genau so leicht und auch empfehlenswert, weil sie mehr Einstellungsmöglichkeiten bietet. Es kann zwar vorkommen, dass Ubuntu dann nach dem ersten Booten auch mit einem schwarzen Bildschirm stehen bleibt, aber dann kann man einfach im Recovery Modus oder von einer Knoppix-Live-CD
booten und die xorg.conf ändern oder leicht an die Logs gelangen und sie posten (siehe oben).
Falls sich auch die Installation von der Alternate-CD aufhängt, was sehr selten ist, findet man im Artikel Booten Parameter für den Debian-Installer. Insbesondere debian-installer/framebuffer=false sollte man in diesem Fall ausprobieren.
Sollte aus verschiedenen Gründen die Installation nicht ganz durchgelaufen sein, kann es passieren, dass sich auch Windows nicht mehr starten lässt. Das kann daran liegen, dass die Installationsroutine bei der Linux-Partition das Bootflag gesetzt hat, welches nun der Windows-Partition fehlt. Zur Reparatur sollte GParted von einer Ubuntu- oder Knoppix-Live-CD gestartet werden. Damit lässt sich das Bootflag der Windowspartition wieder korrekt setzen. Alternativ kann man hierfür das Konsolentool [1] cfdisk benutzen.
Diese Revision wurde am 8. März 2012 13:26 von aasche erstellt.
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