Dieser Artikel erfordert mehr Erfahrung im Umgang mit Linux und ist daher nur für fortgeschrittene Benutzer gedacht.
Subversion ist ein Versionsverwaltungsystem, detailliertere Erklärung gibt es bei Wikipedia. Diese Anleitung beschreibt, wie man Subversion zusammen mit der Apache-Schnittstelle WebDAV aufsetzt. Im Gegensatz dazu kann man den SVN-Server auch ohne Apaches WebDAV aufsetzen.
Die folgenden Pakete sind zusätzlich zu installieren [1]:
subversion
libapache2-svn (optional für den Webserver nötig)
Viele Entwickler bieten die Möglichkeit, ihre Software über Subversion (SVN) zu nutzen. Dabei wird im Prinzip nichts anderes gemacht, als die Software via SVN herunterzuladen und sie für das Kompilieren abzulegen. Vorteil dabei ist, dass man so ganz einfach den einmal heruntergeladenen Quellcode über SVN aktualisieren kann, um dann eine neue Version der Software zu Kompilieren und zu installieren.
Über
svn checkout http://localhost/svn/projekt1/trunk/ /home/user/projekt1 #checkt trunk-Zweig von projekt1 aus
wird der Quellcode einer Software (hier Projekt1) heruntergeladen und in ein Verzeichnis "projekt1" im Persönlichen Ordner abgelegt. Alternativ lässt sich dafür auch ein grafisches Programm (siehe weiter unten) nutzen.
Anschließend kann nun dort die Software mit
./configure make sudo make install
kompiliert und installiert werden. Dabei ist ggf. auf zusätzliche Parameter für ./configure zu achten.
Zur Zeit setzt das Subversion-Paket kein Repository auf, man muss es manuell erzeugen. Eine mögliche Stelle für ein Repository ist in /var/local/svn. Dafür öffnet man ein Root-Terminal [3] und führt die folgenden Befehle aus.
mkdir -p /hier/gewünschter/pfad/svn
und der Repository Datenbank:
svnadmin create --fs-type fsfs /hier/gewuenschter/pfad/svn
Dieses Verzeichnis darf nicht in der Document Root des Webservers liegen. Es darf also nicht direkt über http://localhost/svn aufgerufen werden können. Wenn man dies nicht beachtet, wird bei den svn-Befehlen immer ein "301 moved permanently"-Fehler ausgegeben werden!
mkdir -p /var/local/svn
und der Repository Datenbank:
svnadmin create --fs-type fsfs /var/local/svn
Nun ist das Repository für den WWW-Server schreibbar zu machen:
chown -R www-data:www-data /var/local/svn
Bei dieser Konfiguration handelt es sich um die Minimalkonfiguration OHNE jegliche Sicherheitsmechanismen. Diese Konfiguration sollte nur in vertrauenswürdigen Netzen betrieben werden.
In einem Editor mit Root-Rechten [4] ändert man den Inhalt der Datei /etc/apache2/mods-enabled/dav_svn.conf, falls diese Datei noch nicht existiert, muss man noch "dav_svn" aktivieren.
a2enmod dav_svn
Hiermit gibt man Lese- und Schreibrechte für jeden. Man sollte also je nach Anwendung keine geheimen Daten im Repository liegen haben. Des Weiteren sollte diese Art der Konfiguration am besten nur im privaten Bereich oder in einem vertrauenswürdigen Netz betrieben werden.
Desweiteren ist darauf zu achten, beim Bearbeiten von dav_svn.conf keine Tabs, sondern echte Leerzeichen zum Einrücken zu verwenden.
<Location /svn>
DAV svn
SVNPath /var/local/svn
</Location>Danach den Webserver Apache2 neu starten
sudo /etc/init.d/apache2 restart
und das neue Subversion-Repository wird unter der URL http://localhost/svn/ verfügbar sein.
Diese Konfiguration basiert auf der "Einfachen Konfiguration ohne Benutzerauthentifizierung" und sollte daher nur in vertrauenswürdigen Netzen betrieben werden.
Wer nicht nur ein Repository bereitstellen möchte, kann die Anzahl auf einfache Art und Weise nahezu beliebig erweitern. Hierzu wird sich anstatt dem Parameter "SVNPath" der Parameter "SVNParentPath" in der Datei /etc/apache2/mods-enabled/dav_svn.conf verwendet. Dieser Parameter bewirkt, dass der Apache nicht unter /var/local/svn/ nach einen Repository sucht, sondern alle Repositories unterhalb des Ordners einbindet.
Es ist für den reibungslosen Ablauf notwendig, dass das hier in den Beispielen genannte Verzeichnis /var/local/svn/ kein Repository ist sondern nur die Ordner unterhalb dieses Verzeichnisses
mkdir -p /var/local/svn/project1 mkdir -p /var/local/svn/project2
und der Repository-Datenbank:
svnadmin create --fs-type fsfs /var/local/svn/project1 svnadmin create --fs-type fsfs /var/local/svn/project2
Nun sind die Repositories für den WWW-Server schreibbar zu machen:
chown -R www-data:www-data /var/local/svn
und die Datei /etc/apache2/mods-enabled/dav_svn.conf entsprechend abzuändern:
<Location /svn>
DAV svn
SVNParentPath /var/local/svn
</Location>Danach den Webserver Apache2 neu starten
sudo /etc/init.d/apache2 restart
und die neuen Subversion-Repositories werden unter der URL http://localhost/svn/project1/, http://localhost/svn/project2/ etc. verfügbar sein.
In einem Editor mit Root-Rechten [4] ändert man den Inhalt der Datei /etc/apache2/mods-enabled/dav_svn.conf, falls diese Datei noch nicht existiert, muss man noch "dav_svn" aktivieren.
a2enmod dav_svn
Hiermit gibt man Leserechte für jeden. Man sollte also je nach Anwendung keine geheimen Daten im Repository liegen haben.
Möchte man auch den Lesezugriff einschränken, muss "Require valid-user" direkt in den Location-Container und der LimitExcept-Container kann weggelassen werden.
<Location /svn>
DAV svn
SVNPath /var/local/svn
AuthType Basic
AuthName "Subversion repository"
AuthUserFile /etc/apache2/dav_svn.passwd
<LimitExcept GET PROPFIND OPTIONS REPORT>
Require valid-user
</LimitExcept>
</Location>Danach wird eine Nutzerauthentifizierungsdatei erzeugt.
Um dieser einen weiteren Benutzer hinzuzufügen, folgendes ins Terminal eingeben: [3] (der optionale Parameter -c löscht alle bereits bestehenden Benutzer)
sudo htpasswd /etc/apache2/dav_svn.passwd ein-Nutzer
Apache2 neu starten
sudo /etc/init.d/apache2 restart
und das neue Subversion-Repository wird unter der URL http://localhost/svn/ verfügbar sein.
Abhängig vom jeweiligen System bzw. den installierten Paketen kann beim Neustart des Apache2 der Fehler kommen "No apache MPM package installed". Dann muss man folgendes Paket installieren:
apache2-mpm-prefork
Anschließend sollte sich der Apache2 neu starten lassen (s. oben).
In einem Terminal [3] führt man den folgenden Befehl aus:
mkdir -p /tmp/projekt1/trunk mkdir -p /tmp/projekt1/tags mkdir -p /tmp/projekt1/branches
Die Bezeichnung "'trunk'" steht für den Hauptast des Projektes. Das Verzeichnis "'branches'" steht für eventuelle Entwicklungszweige, das Verzeichnis "'tags'" dient der Speicherung von Entwicklungsständen.
Die schon erstellten Dateien muss man ins trunk Verzeichnis kopieren:
cp -R /projekt_ohne_svn/* /tmp/projekt1/trunk
Projekt in Subversion importieren:
Für lokale installation
svn import /tmp/projekt1 file:///hier/gewuenschter/pfad/svn/projekt1 -m "initialer Import"
Für den Apache
svn import /tmp/projekt1 http://localhost/svn/projekt1 -m "initialer Import"
Allerdings wird hier der aktuelle Login-Name verwendet. Existiert dieser nicht als Benutzer bzw. soll ein anderer verwendet werden, ist folgender Befehl auszuführen:
svn import /tmp/projekt1 http://localhost/svn/projekt1 -m "initialer Import" --username ein-Nutzer
In SVN gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit mehrere Repositories zu erstellen und diese zentral zu steuern.
Jedes Repository muss in einem Unterordner des SVN-Hauptordners erstellt werden.
svnadmin create --fs-type fsfs /hier/gewuenschter/pfad/svn/projekt1 svnadmin create --fs-type fsfs /hier/gewuenschter/pfad/svn/projekt2 svnadmin create --fs-type fsfs /hier/gewuenschter/pfad/svn/projekt3
Danach muss die Datei /etc/apache2/mods-enabled/dav_svn.conf angepasst werden.
<Location /svn> ... AuthzSVNAccessFile /etc/apache2/dav_svn.authz ... </Location>
Sollte man diese Variante der zentralen Steuerung verwenden, muss der Bereich "LimitExcept" entfernt werden, sofern man nur den berechtigten Benutzern einen Zugriff gewähren will.
<LimitExcept GET PROPFIND OPTIONS REPORT> ... </LimitExcept>
Dafür darf nur noch der Inhalt des Bereichs stehen bleiben.
<Location /svn> ... Require valid-user ... </Location>
Insgesamt sieht die Konfigurationsdatei also folgendermaßen aus:
<Location /svn>
DAV svn
SVNPath /var/svn
AuthzSVNAccessFile /etc/apache2/dav_svn.authz
Require valid-user
AuthType Basic
AuthName "Subversion repository DESADV"
AuthUserFile /etc/apache2/dav_svn.passwd
</Location>Im nächsten Schritt werden in der Datei /etc/apache2/dav_svn.authz die notwendigen Einstellungen vorgenommen. Dies könnte wie im folgenden Beispiel aussehen.
[groups]
admin = username1,username2, ...
gruppe2 = username3,username4, ...
[projekt1:/]
@admin = rw
@gruppe2 = r
[projekt2:/]
@gruppe2 = rw
[projekt3:/]
@admin = rwIm Abschnitt groups werden die Gruppen festgelegt, den einzelnen Gruppen können mehrere Benutzer hinzugefügt werden. Einem Projekt können mehrere Gruppen zuweisen und verschiedene Rechte vergeben werden. Bei projekt1 sind es hier die Gruppen admin und gruppe2. Die Gruppe admin hat Schreib- und Leserechte, gruppe2 hingegen nur Leserechte.
Wenn man einem bestimmten Benutzer Rechte für ein Projekt einrichten will, muss dies wie folgt geschehen.
[groups]
admin = username1,username2, ...
gruppe2 = username3,username4, ...
[projekt1:/]
username1 = r
@gruppe2 = rw
...Für den Zugriff aller Benutzer und Gruppen auf ein Projekt kann eine Wildcard verwendet werden.
...
[projekt1:/]
* = r
...Der Doppelpunkt und Slash in projekt1 legen fest, dass die Berechtigungen ab dem Hauptverzeichnis des Repositories greifen. Will man also Benutzern und Gruppen in Unterverzeichnissen andere Rechte gewähren, gibt man einfach zusätzlich noch den zu schützenden Pfad mit an.
...
[projekt2:/der/zu/schuetzende/pfad]
username3 = r
...Jetzt wurden dem Benutzer die zuvor gewährten Schreibrechte im projekt2 wieder entzogen.
Sollte kein Wert nach dem Gleichheitszeichen stehen, hat die betreffende Gruppe oder der Benutzer keine Rechte für das Projekt.
Die Befehle müssen im Projektverzeichnis ausgeführt werden, sonst weiß Subversion nicht, was gemeint ist.
svn checkout file:///hier/gewuenschter/pfad/svn/projekt1/trunk/ /home/user/projekt1 #checkt trunk-Zweig von projekt1 aus bei lokaler Verwendung svn checkout http://localhost/svn/projekt1/trunk/ /home/user/projekt1 #checkt trunk-Zweig von projekt1 aus bei Verwendung des Apache svn diff #zeigt die Unterschiede an svn commit -m "Kommentar" #die Arbeitskopie wird auf den Server übertragen svn update #damit wird die Arbeitskopie auf die Version vom Server aktualisiert svn help #Hilfe
svnadmin dump /var/local/svn/ > dumpfile svnadmin load /var/local/svn/ < dumpfile
Die Keywords von Subversion dienen dazu um bspw. die aktuelle Revision eines Dokumentes anzuzeigen.
Folgende sind verfügbar:
$Id:$ - Dateiname Revision Letzte-Bearbeitung Ersteller
$Rev:$ - Gibt die aktuelle Revision aus
$Author:$ - Gibt den aktuellen Ersteller aus
$Date:$ - Gibt den Zeitpunkt der letzten Bearbeitung aus
Beispielausgabe
/* * $Id: helloworld.c 1 2009-07-04 10:00:00Z mewis $ * $Rev: 1 $: * $Author: mewis $ * $Date: 2009-07-04 10:00:00Z (Sat, 04 Jul 2009) $ */
Um den gewünschten Effekt in einem Dokument zu erreichen gibt man im Terminal[3] folgendes ein:
svn propset svn:keywords "Id Rev Author Date" helloworld.c
Damit jedes neue Dokument in einem Repository automatisch den gewünschten Effekt ausgibt, benötigt es eine Anpassung der Subversion-Konfiguration.
Dazu die Konfigurationsdatei /etc/subversion/config in einem Editor mit Root-Rechten öffnen[4] und am Ende der Datei Folgendes einfügen:
enable-auto-props = yes [auto-props] *.c = svn:eol-style=native;svn:keywords=Date Author Id Revision HeadURL *.css = svn:eol-style=native;svn:keywords=Date Author Id Revision HeadURL *.java = svn:eol-style=native; svn:keywords=Id Author Date Revision *.properties = svn:eol-style=native *.sh = svn:eol-style=native;svn:executable *.txt = svn:eol-style=native *.xml = svn:eol-style=native *.php = svn:eol-style=native; svn:keywords=Id Author Date Revision
Danach Apache2 neu starten:
sudo /etc/init.d/apache2 restart
Das folgende Paket ist zusätzlich zu installieren [1]:
kdesvn (universe [2])
Kdesvn ist ein Programm der Desktopumgebung KDE. Es werden daher über die Abhängigkeiten weitere Pakete der KDE installiert.
Das Programm wird gestartet über:
"K-Menü -> Entwicklung -> Graphische Oberfläche für SVN (kdesvn)"
Falls die Fehlermeldung "PROPFIND Anfrage fehlgeschlagen" erscheint, muss ein SSL-Zertifikat eingerichtet werden. Das folgende Paket ist zusätzlich zu installieren [1]:
ssl-cert
Dann kann das Zertifikat hiermit erstellt werden:
sudo mkdir /etc/apache/ssl sudo /usr/sbin/make-ssl-cert /usr/share/ssl-cert/ssleay.cnf /etc/apache2/ssl/apache.pem
Svnserve mit einem init-Skript automatisch starten. Im folgenden init-Skript müssen mit einem Editor [4] noch die Variablen "SVN_USER", "SVN_GROUP" und "SVN_REPO_PATH" angepasst werden.
Das Script sollte dann unter dem Namen svnserve im Verzeichnis /etc/init.d/ gespeichert werden.
#!/bin/sh -e
#
# svnserve - brings up the svn server so anonymous users
# can access svn
#
# Get LSB functions
. /lib/lsb/init-functions
. /etc/default/rcS
SVNSERVE=/usr/bin/svnserve
SVN_USER=<benutzername>
SVN_GROUP=<gruppe>
SVN_REPO_PATH=/var/local/svn
# Check that the package is still installed
[ -x $SVNSERVE ] || exit 0;
case "$1" in
start)
log_begin_msg "Starting svnserve..."
umask 002
if start-stop-daemon --start \
--chuid $SVN_USER:$SVN_GROUP \
--exec $SVNSERVE \
-- -d -r $SVN_REPO_PATH; then
log_end_msg 0
else
log_end_msg $?
fi
;;
stop)
log_begin_msg "Stopping svnserve..."
if start-stop-daemon --stop --exec $SVNSERVE; then
log_end_msg 0
else
log_end_msg $?
fi
;;
restart|force-reload)
"$0" stop && "$0" start
;;
*)
echo "Usage: /etc/init.d/svnserve {start|stop|restart|force-reload}"
exit 1
;;
esac
exit 0Das script kann auch mit folgendem Befehl direkt in das richtige Verzeichnis heruntergeladen werden.
sudo wget -P /etc/init.d -O svnserve http://media.ubuntuusers.de/wiki/attachments/46/28/svnserve__.init
Nachdem das Script nun am richtigen Platz ist muss Dieses noch ausführbar gemacht und als Dienst eingetragen werden. Hierfür sind die folgenden Befehle auszuführen
sudo chmod +x /etc/init.d/svnserve sudo update-rc.d svnserve defaults sudo /etc/init.d/svnserve start
Benötigt werden die Pakete
build-essential
libapr1-dev
libaprutil1-dev
libneon27-dev
Paketliste zum Kopieren:
sudo apt-get install build-essential libapr1-dev libaprutil1-dev libneon27-dev
sudo aptitude install build-essential libapr1-dev libaprutil1-dev libneon27-dev
Subversion herunterladen und in entsprechendes Verzeichnis wechseln:
./configure --with-ssl --enable-javahl --with-jdk=/usr/lib/jvm/java-6-sun make make javahl sudo make install install-javahl
Version Control with Subversion
- freies Buch über Subversion
Subversion (SVN) einrichten von A bis Z
- Blogbeitrag 01/2011
Diese Revision wurde am 13. Mai 2012 02:43 von ubot erstellt.
Die folgenden Schlagworte wurden dem Artikel zugewiesen:
Programmierung, Apache
2004 – 2012 ubuntuusers.de • Einige Rechte vorbehalten